Für die Energiewende entscheiden: Netze auf Erneuerbare statt Kohle ausrichten

Von Kilian Rüfer (Gastbeitrag) am 18. Dezember 2014 in der Kategorie Energiewende mit 1 Kommentar
Erneuerbare-und-Netze

Ist der Netzausbau das Nadelöhr der Energiewende? Notwendig ist „er“ zweifelsfrei. Bei der Frage nach dem „Wie?“ aber scheiden sich die Geister wegen der diversen Absichten und Interessen. In einer Umfrage kannst Du der Energiewende und dem Büro für Technikfolgen-Abschätzung des Deutschen Bundestages mit Deiner Einschätzung helfen.


Unsere Stromnetze sind alt. Früher, da wurde der Strom meist in Kohle- und Kernkraftwerken erzeugt und von dort in nahe gelegene Ballungsräume und Industriegebiete geleitet. Von Stromleitungen mit hoher Spannung für den Überland-Transport, anschließend über Mittelspannungsleitungen für die Verteilnetze und schließlich über die feineren Verteiler mit 220/230 Volt werden wir mit Strom bis in unsere Steckdosen versorgt. Firmen, die viel Strom brauchen, werden direkt an die Netze mit höheren Spannungen angeschlossen.

 

Moderne Stromnetze sind Teil der Energiewende
„Umspannwerk Abspannportal Schalter“ von MdE

„Umspannwerk“ von MdE

Die Physik gibt vor, dass in jedem Moment die gleiche Menge Strom eingespeist werden muss, die auch verbraucht wird, damit die Netze stabil bleiben. Heute ist es anders: Ein Viertel des Stroms kommt bereits aus erneuerbaren Quellen. Die vielen kleinen Anlagen sind zu 90 Prozent an das Verteilernetz angeschlossen. Auf den ehemaligen „Einbahnstraßen“ fließt Strom nun in beide Richtungen. Natürlich ändert sich das Stromangebot mit dem Wetter, der Tages- und Jahreszeit, weswegen unsere Netze noch intelligenter werden. Wie früher speisen jedoch die Wasserkraft und Biogas kontinuierlich ein. Das Methan kann sogar gespeichert werden und zum jeweils passenden Zeitpunkt zu Strom gewandelt werden. Zur neuen Intelligenz gehört, dass wir die Nachfrage flexibel an das Angebot anpassen, wie man es im Kleinen auch von der Solaranlage und der Spülmaschine kennen mag (Last-Management). Entlastung kommt durch jede nicht verbrauchte Kilowattstunde und durch die eigene direkte Nutzung von Strom aus Solarenergie.

Dennoch muss das Stromnetz modernisiert werden, damit es die Schwankungen ausgleichen kann und stabil den Stromfluss in beide Richtungen zu ermöglicht. Dass dies sogar zur Gänze für regenerativen Strom machbar ist, wurde im Forschungsprojekt „Kombikraftwerk 2“ bewiesen. Angst vor einem Blackout ist unnötig, wenn wir das Netz für Erneuerbare auf Vordermann bringen. Dennoch steckt wie immer der Teufel im Detail.


Netzausbau ist nicht gleich Netzausbau

Die Ziele der vielen mitredenden „Akteure“ reichen auf einer Skala von „dezentralen erneuerbaren Energien“ bis hin zum „langfristigen Betrieb vieler Kohlekraftwerke“. Manche Anwohner wollen keine Masten sehen. Andere sorgen sich um ihre Gesundheit. Bei der Netzplanung geht es also um das „Wie?“. Nicht jedes Ausbauziel ist zugunsten der Erneuerbaren Energien gemacht. Es sind richtungsweisende Entscheidungen, bei denen wir einmal mehr unsere Stimmen und Taten zugunsten der Erneuerbaren Energien in die Waagschale legen können. Nur wenn wir immer wieder mitreden und mitmachen, wird man in Dekaden auf ein gewandeltes Industrieland mit sauberen Energiequellen blicken können.


Antworte der Bundesregierung, wie Du den Netzausbau haben willst!
Bundestag von Tobias Koch

„Bundestag“ von Tobias Koch

Eine dieser Gelegenheiten funktioniert so: Wenn du dir 15 Minuten Zeit für die Umfrage „Stromnetze und Energiewende“ nimmst, dann kann das Büro für Technikfolgen-Abschätzung den Deutschen Bundestag besser in deinem Sinne beraten. Die Umfrage läuft bis zum 31. Dezember 2014.

Damit wissen wir zwar noch nicht, ob dieser Rat angenommen wird. Dennoch lohnt es sich immer wieder, für die bürgerbeteiligte Energiewende einzustehen. So hat man die Gewissheit, dass man nicht zu der passiven schweigenden Masse gehört, die alles mit sich machen lässt; denn „steter Tropfen höhlt den Stein“ – ja sogar Granit und Beton.

 

Hier kommt ihr zur Umfrage „Stromnetze und Energiewende“

 

Mehr Infos

Informiere dich zur Modernisierung der Stromnetze im Beitrag „5 Fragen und Antworten zum Netzausbau für die Energiewende“

 

Wir bedanken uns bei Molgreen, MdE (de) und Tobias Koch, welche ihre Fotos über Wikimedia Commons frei unter der CC BY-SA 3.0 Lizenz zur Verfügung gestellt haben.

 

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Der Autor

Kilian Rüfer (Gastautor)

Kilian schreibt als Energieblogger für sustainment.de und betreut aktuell die Sunny Places Community. In seiner Freizeit ist er am liebsten draußen, kocht und spielt Eishockey.

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1 Kommentar

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    Christian Höhle

    18. Dezember 2014 um 15:15

    Super – habe mitgemacht 🙂
    Danke Kilian für den interessanten Beitrag!

    In der Bevölkerung gibt es eine große Zustimmung zur Energiewende. Das müssen wir alle der Bundesregierung mit auf den Weg geben, damit sie auch Entscheidungen in unserem Sinne treffen können.

    Darum:
    1) Nehmt euch die Zeit und beteiligt euch an der Umfrage
    2) Teilt die Umfrage in euren sozialen Netzen und bittet auch dort um Teilnahme

    … denn wir sind die Energiewende!

    Danke euch allen 🙂

    Dann mal ein frohes Weihnachtsfest mit hoffentlich viel erneuerbarem Strom und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

    Sonnige Grüße,
    Christian

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