Working Out Loud bei SMA: Wie Vernetzung die Zusammenarbeit fördert

Wie gehe ich neue und komplexe Fragestellungen an? Was kann ich anderen anbieten und wo können sie mir helfen? Diese Fragen der Zusammenarbeit stehen in der heutigen Wissensgesellschaft in einer sich ständig verändernden Welt an zentraler Stelle. Umso wichtiger, den Austausch unter Mitarbeitenden zu fördern. Wie die Methode Working Out Loud dabei helfen kann, erklärt Anne Schreiber, Change Agent bei SMA, im Interview.

Was ist Working Out Loud© (WOL)?

Anne Schreiber: Working Out Loud ist ein von John Stepper entwickeltes Lernprogramm zur Entwicklung und Steigerung der Netzwerkkompetenz. Die Teilnehmer:innen schließen sich für 12 Wochen in Kleingruppen (Circles) von drei bis fünf Personen zusammen und bearbeiten im Wochenrhythmus Aufgaben, die in sogenannten Guides zusammengefasst sind. Zu Beginn legt jede:r ein individuelles Ziel fest, dass durch die Vernetzung mit relevanten Personen, Communities und Netzwerken erreicht werden kann. Dabei arbeiten die Teilnehmer:innen und Circles komplett selbstorganisiert.

Wie wurde Working Out Loud bisher bei SMA umgesetzt?

Zunächst gab es einige Kolleg:innen im Unternehmen, die Interesse an Working Out Loud hatten und es einfach selbstorganisiert ausprobieren wollten. So haben sich nach und nach die ersten Circles gefunden und das Thema wurde weiter in die Organisation getragen. Die Rückmeldungen waren so positiv, dass wir bei SMA eine offizielle Pilotphase mit 50 Kolleg:innen in 10 Circles gestartet haben. Es wurde als Fortbildungsmaßnahme über unsere interne Lernplattform angeboten und von einem Orga-Team begleitet.

Was ist das Besondere an Working Out Loud?

Die Methode ist sehr selbstorganisiert und frei. Sich darauf einzulassen, ist für viele ein Sprung. Ich suche mir mein Ziel selbst aus. Ich entscheide, wann ich daran arbeite und wie viel. Und das ist das Schöne an Working Out Loud. Es ist nicht nur ein Netzwerktreffen, sondern auch eine strukturierte Methode, sich mit den eigenen Stärken und Möglichkeiten zu befassen und dadurch die Arbeit zu überdenken und zu verbessern.

Die Vielfalt innerhalb der Gruppe ist oft überraschend hilfreich. Obwohl die Teilnehmer:innen nicht aus der gleichen Abteilung kommen, andere Arbeit leisten und sich in unterschiedlichen Lebenssituationen befinden, können sie trotzdem – oder gerade deswegen – Hinweise und Einblicke liefern, die mich weiterbringen.

Für wen ist WOL nützlich und wer ist die Zielgruppe?

Working Out Loud kann für jeden nützlich sein und ganz unterschiedliche Zielgruppen bedienen – egal ob Auszubildende oder Führungskräfte. Dabei geht es nicht nur um fachliche Themen, sondern auch persönliche. Bei Working Out Loud geht es in erster Linie um den Menschen. Alle Teilnehmer:innen lernen ganz praktisch, wie bereichernd es ist, andere Perspektiven zu erfahren. Auch der Austausch über Unternehmensgrenzen hinweg ist möglich, wenn der Circle entsprechend besetzt wird.

Wie war das Feedback zu den ersten Circles?

Das Feedback ist bisher sehr positiv. Die Skepsis, was denn ein Austausch mit anderen mir und meiner Arbeit konkret bringen kann, verfliegt sehr schnell und die Vorteile von neuen Perspektiven für das eigene Tun werden deutlich. Ganz konkret haben Teilnehmer:innen zum Beispiel mehr Verantwortung übernommen und neue Positionen im Unternehmen erreicht oder eigene Projekte durch neue Kontakte besser umsetzen können.

Viele sind überrascht, wie schnell eine Vertrauensbasis mit zunächst fremden Menschen entsteht. Das ist etwas, was man nicht aus einem Buch lernen kann, sondern selbst erleben muss. Und dieses Erleben ist das Besondere. Und dann muss es auch nicht bei einem Circle bleiben. Die Ziele und Aufgaben für einen selbst verändern sich schließlich auch und können dann beim nächsten Circle angegangen werden. Das Wesentliche ist allerdings, dass für die Teilnehmenden über diese Erfahrungen eine Arbeitsweise selbstverständlich wird, die von Vernetzung, Vielfalt und Wissenteilen geprägt ist.

 

WOL@SMA: Erfahrungsberichte

„Als neue Mitarbeiter:in war ich mit einer komplexen Fragestellung zur Datenanalyse konfrontiert. Durch die schnelle und zielgerichtete Vernetzung mit Kolleg:innen über WOL habe ich eine cross-funktionale, internationale Arbeitsgruppe gebildet, in der wir nun gemeinsam eine Lösung erarbeiten.“

„Durch WOL habe ich meinen Wunsch nach beruflicher Veränderung und der Möglichkeit, mich in meinen Stärken weiterzuentwickeln, innerhalb der SMA verwirklichen können. Ich habe mich getraut stärker sichtbar zu werden. Jetzt habe ich eine neue Führungsposition erreicht.“

„Zuerst hatte ich Vorbehalte, mich in der Arbeit auf eine Methode einzulassen, die nicht unmittelbar auf meine operative Tätigkeit einzahlt. WOL hat mich positiv überrascht: Ich habe viele neue Kontakte in anderen Bereichen geknüpft und Blickwinkel außerhalb des gewohnten Umfeldes gewonnen. Die Impulse der Kolleg:innen haben meinen Horizont erweitert.“

 

Wie geht es mit WOL bei SMA weiter?

Wir werten aktuell die Ergebnisse aus der Pilotphase aus und planen die nächsten Schritte. Wir würden gerne englischsprachige Circles mit den internationalen Kolleg:innen von SMA starten und WOL oder ein ähnliches Netzwerkprogramm als regelmäßiges Angebot im Unternehmen verankern.

Am Ende geht es um das Mindset, durch einen vielfältigen Austausch mit anderen die Gemeinschaft zu stärken und die eigenen Ziele zu erreichen. Für uns bei SMA ist das ganz wichtig, weil wir als Teil der dezentralen Energiewende genau diese Zusammenarbeit brauchen, um die globalen Herausforderungen zu meistern.

 

Zur Person

In ihrer Rolle als Change Agent for Network-based Collaboration unterstützt Anne den digitalen Kulturwandel im Unternehmen durch die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit in Netzwerken und Communities. Sie fördert Netzwerkkompetenz, gestaltet hierfür Lern- und Austauschformate und berät die Organisation bei der Stärkung einer cross-funktionalen, vernetzten Arbeitsweise.


 

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