Mobiler mit weniger Verkehr

Nachhaltige Mobilität Mehr Mobilität mit weniger Verkehr

Zum Glück ist heute nicht Mittwoch! Denn das ist der Tag auf Deutschlands Straßen mit den meisten Staus. Das hat der ADAC ermittelt. Morgens sowie nachmittags, also zur Hauptpendlerzeit, bilden sich die längsten Staus. Auf rund 5.900 Kilometern stehen die Autos dann in Warteschlangen. Wäre es eine lange Reihe, würden sich die Autos rund siebenmal von Norden nach Süden durch Deutschland ziehen. Auch wenn Corona in diesem Falle derzeit für Entspannung sorgt, sollten wir uns fragen: Muss das sein?

Jeder von uns verbringt im Durchschnitt rund 120 Stunden pro Jahr im Stau. Denn für viele Menschen scheint der sogenannte motorisierte Individualverkehr immer noch die flexibelste Mobilitätsform darzustellen. Obwohl bekannt ist, dass dieser Verkehr für steigende CO2 Emissionen, einen imensen Flächenverbrauch für Straßen und Stellplätze und damit für Verlust an Lebensqualität in unseren Städten sorgt.

22% des jährlichen CO2-Ausstoßes werden durch Mobilität verursacht. Für den Ausgleich müsste ein Drittel der Fläche Deutschlands bewaldet sein.

CO2 ProduktionDer mit dem PKW zurückgelegte Weg ist im Vergleich zu den meisten anderen Mobilitätsformen die CO2 intensivste und zudem teuerste. Wird statt des eigenen Autos der ÖPNV genutzt, wird noch ein Achtel der Waldfläche für den CO2-Ausgleich benötigt. Außerdem senkt die Fahrt in Bahn oder Bus den Stresslevel – sie kann mit Lesen, Musikhören oder einer Unterhaltung verbracht werden.

Gesünder ist es allemal, das Rad zu nutzen. Was sich übrigens auch in den Gesundheitskosten widerspiegelt. Rund 1.200 Euro weniger Gesundheitskosten pro Jahr zahlen nämlich Menschen, die viel mit dem Rad unterwegs sind wie eine Studie des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) herausgefunden hat.

Oft betrachten wir bei den Auswirkungen unseres Mobilitätsverhaltens in erster Linie die CO2-Emissionen oder Schadstoffe. Dabei hat dieses noch weiteren Einfluss auf unsere Umgebung.

Neben Stressfaktoren gibt es vor allem große Unterschiede im Flächenverbrauch. Dabei geht es nicht nur um die Infrastruktur für die Nutzung der unterschiedlichen Fortbewegungsmittel, vielmehr spielt hier der ruhende Verkehr eine wichtige Rolle. Denn dieser ruhende Verkehr benötigt mehr und mehr qualitativ hochwertige Flächen, die uns gerade in den Städten nicht mehr für wichtige andere Funktionen zur Verfügung stehen.

Ein weiterer Aspekt ist der Faktor Zeit. Dieser hängt ganz klar von den Bedingungen vor Ort ab, von den vorhandenen ÖPNV-Angeboten, und -Anbindungen, vor allem aber von der Entfernung. Dabei wird ein Detail oft vergessen: Die Zeit, bis man sein Fahrzeug überhaupt erst erreicht hat. Ich vergleiche deshalb das Fahrrad manchmal mit dem Pferd des Cowboys im wilden Westen. Er band sein Pferd direkt vor dem Saloon fest, stieg nach dem Besuch wieder auf und ritt davon. So ist es auch mit dem Fahrrad. Ich muss keinen Parkplatz finden, der oft weiter entfernt liegt, und diesen beim Verlassen eines Gebäudes dann wieder aufsuchen.

Bei Strecken bis zu 5 km ist man mit dem Fahrrad schneller am Ziel als mit dem Auto. Bei Pedelecs (Elektrofahrrädern) gilt das sogar für Strecken bis 10 km Länge.

Und was macht SMA?

Unternehmen können einen großen Beitrag dazu leisten, eine nachhaltige Mobilität zu fördern und dabei substanzielle Veränderungen bewirken.

Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie hat sich SMA mit dem Mobilitätsmanagement das Ziel gesetzt, eine effiziente, umweltfreundliche und sozial verträgliche Mobilität zu fördern. Dafür wurde zunächst eine große Mobilitätsbefragung gemacht. Sie war für die Entwicklung der verschiedenen Maßnahmen ausschlaggebend und hat dafür dafür gesorgt, dass an den richtigen Stellen angesetzt werden konnte. Für diese Herangehensweise und die gesamte Durchführung der Befragung erhielt SMA 2010 den Preis „effizient mobil“ der Deutschen Energie-Agentur (dena).

Hier einige Maßnahmen, die auf Basis der Umfrage umgesetzt wurden:

  • Informationen für Mitarbeiter auf der Intranetseite zu sämtlichen Mobilitätsformen
  • Einbindung externer Partner und Kommunen zur Verbesserungen der Erreichbarkeit des Unternehmensstandortes
  • Abstimmung mit der Kasseler Verkehrs Gesellschaft zu Fahrtzeiten von Bussen des Öffentlichen Personen Nahverkehrs im Einklang mit unseren Schichtzeiten und Einrichtung einer direkten Verbindung vom Bahnhof zu unserem Firmenstandort
  • Ganzheitliches Fahrradkonzept mit Gewinn des bike + business awards
  • Regelmäßige Teilnahme an Aktionen wie „Mit dem Rad zur Arbeit“
  • Einführung Bike-Leasing für alle Mitarbeiter (Teilnahmequote liegt bei über 15%)
  • Förderung des Jobtickets
  • Eigene SMA Haltestelle
  • Öffentliche Fahrradverleihstation auf Firmengelände
  • Paket- und weitere Lieferdienste direkt an den Arbeitsplatz, die Verkehrsreduzierungen an anderer Stelle zur Folge haben
Fahrradtag

Am SMA Fahrradtag legte Ulrich Hadding, Vorstand Finanzen, Personal und Recht, die 50 Kilometer von seinem Wohnort ins Büro mit dem E-Mountainbike zurück. Respekt!

Ein Ziel, die Verdopplung der Radfahrquote innerhalb der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von 2010 (neun Prozent) bis 2020 (17 Prozent), wurde in 2019 schon fast erreicht. Und der jährliche Fahrradtag spornte auch Finanz- und Personalvorstand Ulrich Hadding an. Er legte anlässlich des Fahrradtags 2019 die 50 km zu seinem Büro mit dem Pedelec zurück. Was so mancher Mitarbeiter mit großen Respekt registrierte und hoffentlich den einen oder anderen Nachahmer findet.

Was machen die anderen?

Es gibt viele tolle Beispiele, was Unternehmen in Sachen Mobilität tun können. Einige haben Belohnsysteme für ihre Mitarbeiter eingeführt und fördern nachhaltige Mobilität mit Gutscheinen oder Freizeit. Andere Firmen und Kommunen wie zum Beispiel Wittlich setzen Shuttles ein, um Kollegen von festen Standorten wie dem Bahnhof abzuholen.

Auch das Thema „Mobile Work“ (Mobiles Arbeiten) ist ein Beitrag zur Vermeidung von Individualverkehr mit dem Pkw. Fahrten zur Arbeit entfallen komplett.

Durch „Mobile Work“ – mobiles Arbeiten, zum Beispiel von zuhause aus, sparen SMA Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen jährlich Fahrten von mehr als 1,2 Millionen Kilometer Länge.

Und was kann ich tun?

  • Mehr Rad fahren: Die Ausrede „schlechtes Wetter“ zählt nicht. Laut Deutschem Wetterdienst regnet es während der Fahrt zur Arbeit überhaupt nur zehn bis 20 mal im Jahr. Bei kurzen Strecken bist du mit dem Fahrrad schneller, manchmal sogar zu Fuß. Denn es fällt die zeitaufwendige Parkplatzsuche weg. Statt einen Spinning-Kurs zu besuchen, die Fahrt zur Arbeit nutzen, um fit zu bleiben. Ein Anreiz fürs In-die-Pedale-treten könnten auch lokale Challenges sein, bei denen es etwas zu gewinnen gibt.
  • Jobtickets für den ÖPNV sind eine Alternative zum Auto. Sie sind nicht nur am Wochenende oft übertragbar und damit auch von Familienmitgliedern nutzbar.
  • Auch bike + ride ist manchmal eine Option, gerade wenn man von außerhalb in die Stadt fährt.
  • Verabredung für Fahrgemeinschaften: Oft wohnt in deiner Nachbarschaft jemand, der die gleiche Strecke zurücklegt. Es kann auch jemand aus einem anderen Unternehmen oder einer anderen Institution sein.

Für mich persönlich ist das Fahrrad die erste Wahl als tägliches Verkehrsmittel. Im städtischen Raum habe ich hiermit die größtmögliche Flexibilität, ich entlaste den stark beanspruchten städtischen Raum, spare Geld und ganz nebenbei reduziere ich hiermit meinen gesamten CO2 Footprint um ca. 20%. Eine echte WinWin-Situation für alle.

Über Mission N

Matthias Schäpers SMA

Matthias Schäpers ist SMA Nachhaltigkeitsbeauftragter und Klimaschutzbotschafter für Kassel des hessischen Umweltministeriums

Seit Jahren wird der Wandel hin zu einer nachhaltigen Entwicklung gefordert, um die beschlossenen Klimaziele noch erreichen zu können. Wissenschaftler bestätigen dabei in großer Übereinstimmung, dass je länger wir warten, die korrektiven Schritte umso extremer ausfallen werden.

Es geht bei dieser Forderung um nicht mehr und nicht weniger als eine Selbstverständlichkeit: Unseren nachfolgenden Generationen die gleichen Lebensbedingungen zu hinterlassen, die wir vorgefunden haben. Zurecht fordern wir von der Politik, die entsprechenden Rahmenbedingungen hierfür zu schaffen. Aber passt das auch zu unserem eigenen Verhalten? Oft handeln wir nämlich genau entgegengesetzt, manchmal bewusst, aber oft unbewusst und aus Gewohnheit. So hat unser Lebensstil oft Auswirkungen, die wir gar nicht erkennen.

Auch Unternehmen müssen ihren Beitrag leisten und mehr Verantwortung übernehmen. Sie haben Einfluss auf die Bedingungen innerhalb ihrer Produktion, auf die Lieferkette und auf die Nutzung ihrer Produkte – während des Gebrauchs und danach. Sie können ihre Mitarbeiter zu einem nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen ermutigen und umgekehrt das Potential der Mitarbeiter nutzen. Für viele Mitarbeiter ist es bereits eine Grundvoraussetzung, sich für ein Unternehmen zu entscheiden, das nachhaltiges Verhalten ernst nimmt und fördert.

In meinem Blog MissionN möchten wir Euch wertvolle Informationen und motivierende Anregungen rund um das Thema nachhaltiges Verhalten am Arbeitsplatz und privat geben. Dabei werde ich auch aktiv über das Nachhaltigkeitsengagement im Unternehmen SMA berichten.

Erfahre mehr über Nachhaltigkeit bei SMA auf unserer Website.

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