Die Energie des Social Web

Dieser Artikel erschien 2012. Die Tipps und Techniken können möglicherweise veraltet sein.

Jannis Rudzki-Weise hat seine Bachelorarbeit zu den Potenzialen des Social Web für die Unternehmenskommunikation in der Erneuerbare-Energien-Wirtschaft geschrieben. Für seine Arbeit hat er vier international agierende Unternehmen aus der Branche befragt. Im Interview erklärt er, warum sich der Gang ins Social Web lohnt, was Unternehmen dabei beachten sollten und welche konkreten Handlungsempfehlungen sich daraus ergeben.

 

Jannis, weshalb sollten Unternehmen aus der Erneuerbare Energien Wirtschaft im Web 2.0 präsent sein?

Ein wichtiger Grund ist Aufklärung. Um die Energiewende voranzutreiben, müssen die vorhandenen Wissenslücken, Vorurteile und Auseinandersetzungen auf politischer Ebene, die den Fortschritt erschweren, beleuchtet werden. Da die Themen der Energiewirtschaft oft sehr komplex sind, kann die mediale Vermittlung der Inhalte im Social Web helfen, die Sachverhalte zu erklären und das Verständnis zu steigern. Hier spielen die Unternehmen der Erneuerbare Energien Wirtschaft eine wichtige Rolle.

 

„Social Media ist kein Hype mehr": Jannis Rudzki-Weise im Interview.

„Social Media ist kein Hype mehr": Jannis Rudzki-Weise im Interview.

 

Gilt Deine Empfehlung für alle oder würdest du auch manchen abraten?

Grundsätzlich gilt: Social Media ist längst kein Hype mehr. Das Phänomen des persönlichen Austauschs über soziale Netzwerke wie Facebook bzw. das Teilen von Informationen, Videos und Erfahrungen über YouTube, Twitter und Blogs ist längst Realität von Millionen Menschen weltweit. Grundsätzlich würde ich daher allen Unternehmen empfehlen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Aufgrund ihrer nachhaltigen Ausrichtung haben speziell Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbare Energien wenig zu befürchten. Das hängt aber auch entscheidend davon ab, ob sich die Zielgruppen im Social Web bewegen und sich dort austauschen. Wenn sich ein Unternehmen dazu entschließt im Social Web aktiv zu werden, muss es sich bewusst sein, dass Social Media nicht von allein funktioniert: Man muss auf wöchentlicher bis täglicher Basis relevante Inhalte schaffen und den Kunden somit einen Mehrwert bieten. Social Media funktioniert nur, wenn die Unternehmen offen und transparent kommunizieren und für den Dialog mit ihren Kunden bereit sind. Das bedeutet auch Kritik zuzulassen. Angst braucht man davor aber nicht zu haben. Neben der Chance der Bekanntheitssteigerung kann man mit Social Media noch enger am Kunden sein und durch ihr Feedback die eigenen Produkte und den Service verbessern.

 

Was sollten Unternehmen beachten, bevor sie sich in das Abenteuer Social Media stürzen?

Wichtig ist zu analysieren, ob und wo sich seine Zielgruppen im Social Web bewegen und welcher Nutzen sich daraus für das eigene Unternehmen ergibt. So kommt man überhaupt erst zur Entscheidung, ob es sich lohnt aktiv zu werden.

 

Kannst du etwas konkreter werden?

Es kann z. B. Sinn machen, sich als Experte in einem Spezialforum einen Namen zu machen. Für andere eignet sich eine eigene Facebookseite, um Tipps für Endkunden zu geben oder über den Tag der offenen Tür zu berichten. Für wieder andere, die inhaltlich an Themen arbeiten, kann ein Blog in Kombination mit Twitter das Richtige sein. Da gibt es kein Patentrezept. Um im Web 2.0 erfolgreich zu kommunizieren, muss man sich grundlegende Kenntnisse über die Kommunikationsphänomene des Social Web aneignen. Jeder fängt mal klein an: Daher sollten Unternehmen zunächst nur einen oder wenige Social Media Plattformen wie Twitter oder Google+ haben. Ausbauen geht immer. Profile zu löschen, weil sie einem über den Kopf wachsen, macht hingegen keinen guten Eindruck.

 

Was sind Deiner Ansicht nach die wichtigsten Handlungsempfehlungen?

Eine Erfolgsformel für das Web 2.0 gibt es wie gesagt leider nicht, denn man muss je nach Situation auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Zielgruppen reagieren. Dennoch kann man folgende wichtige Aspekte festhalten:

Die Kommunikation muss offen, ehrlich, authentisch und transparent geschehen. Keiner will dort Hochglanz-Werbeinhalte lesen. Diese stehen schon alle auf den Firmenwebseiten.

Ob Twitter, YouTube, Facebook oder Blog: Der Kanal ist nicht entscheidend. Social Media Kommunikation sollte dort gemacht werden, wo auch die Kunden sind. Nicht andersherum.

Qualität statt Quantität: Lieber nur ein paar relevante aber „gute“ Inhalte kommunizieren, als viele, die die Nutzer nicht interessieren.

Social Media ist nicht nur etwas für Marketing- und Kommunikationsexperten. Ein Fachhandwerker kann Kundenanfragen fachlich viel besser beantworten. Daher: Trauen Sie sich den Schritt ins Social Web. Es lohnt sich.

Bei Social Media sind auch selbsternannte Experten noch Lernende. Fehler passieren und sind nicht schlimm. Man sollte sie nicht vertuschen, sondern offen und ehrlich damit umgehen. Authentizität ist schließlich ein Erfolgsfaktor des Web 2.0.

 

Jannis, vielen Dank für das Gespräch.

 

Jannis Rudzki-Weise arbeitet bei SMA als Werkstudent im Social Media Team und absolviert seinen Master im Fachbereich Dialogmarketing und Kommunikationsmanagement an der Universität Kassel.
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