Auf nach München: Sunny Central im Höhentest

Dieser Artikel erschien 2012
Die Tipps und Techniken können möglicherweise veraltet sein.

Ein LKW beladen mit zwei Sunny Central am Warenausgang der Fertigung ist sicherlich kein ungewöhnliches Bild. Doch die Mission, die diese beiden Zentralwechselrichter verfolgen, ist eine Besondere. Es geht nach München, genauer gesagt in das Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH (IABG) Analyse- und Testzentrum.

In München wird es hoch hinausgehen – zumindest simulativ. Auf ihr Verhalten in 4.000 Meter Höhe sollen die beiden speziell für die Höhenaufstellung entwickelten Sunny Central-Wechselrichter in Bayern getestet werden. Allerdings nicht in den Bergen sondern in einer Prüfkammer im IABG. Dort wird die Bergwelt mit ihren besonderen Anforderungen simuliert. Und wie das genau abläuft, erzählt Jan Wehlmann von der SMA Hardware Entwicklung.

 

Jan, was war der Anlass, diesen Test in München durchzuführen?

Wir haben lange an einer speziellen Lösung für die Aufstellung von Sunny Central-Wechselrichtern in Höhen zwischen 2.000 und 4.000 Metern über dem Meeresspiegel gearbeitet. Nun mussten wir natürlich prüfen, wie sich unsere Entwicklungen unter realen Bedingungen verhalten.

 

Wie kann man sich einen solchen Testablauf vorstellen?

Wir haben den Test mit dem sogenannten V-Loop Verfahren durchgeführt. Hierbei diente ein Sunny Central als Spannungsquelle für den höhenspezifisch konfigurierten Sunny Central. Unter den in der Prüfkammer simulierten Bedingungen konnte der Prüfling dann unter Volllast laufen. Nur dieser Sunny Central befand sich in der Prüfkammer. Durch einen speziellen Kabelkanal wurde dieser mit dem außerhalb stehenden Wechselrichter verbunden – keine leichte Aufgabe, schließlich musste alles dicht sein.

 

Denkt man an 4.000 Meter Höhe, denkt man an Kälte, Schnee und einen geringeren Luftdruck. Was hat Einfluss auf die Leistungsfähigkeit eines Zentral-Wechselrichters?

Genau das sind Faktoren die wir berücksichtigen müssen. Den Faktor Kälte haben wir bereits mit der -40°C Option abgedeckt. Hier werden einige Bauteile besonders geschützt, zum Beispiel durch eine Zusatzheizung. Aber auch die niedrigen Temperaturen reichen nicht aus, um den Wechselrichter ausreichend zu kühlen. Standards wie das aktive Kühlsystem OptiCool sind auch auf 4.000 Metern Höhe notwendig, denn durch den fallenden Luftdruck sinkt der Wärmetransport der Luft und damit auch deren Kühlfähigkeit.

 

Konnten alle im Vorfeld aufgestellten Erwartungen erfüllt werden?

Eins kann ich auf jeden Fall sagen, der Sunny Central hält nicht nur Staub, Erdbeben und Hitze problemlos aus, auch den Bedingungen in einer Höhe von 4.000 Metern trotzt er. In München lief wirklich alles nach Plan. Der fast zweiwöchige Test hat unsere Erwartungen und die Ergebnisse unserer Entwicklungen bestätigt. Die Wechselrichter für Höhenaufstellung können bereits bestellt werden. Besonders interessant ist das für die PV-Märkte in Südamerika, in Asien und im Süden Afrikas.

 

Vielen Dank, Jan, für das Interview.

 

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