Zeitmanagement bei SMA – Gedanken einer Trainerin

Von Dr. Sabine Hoier (Gastbeitrag) am 6. Dezember 2011 in der Kategorie Karriere mit 0 Kommentare

Wann immer ich erzähle, was ich tue, höre ich Sätze, wie „ach ja, da müsste ich ja auch mal ran…“ oder „na, dafür müsste man sich mal Zeit nehmen…“. Grundsätzlich freuen mich ja solch Aussagen. Zeigen sie doch, dass meine Tätigkeit interessant ist und das Thema für den einen oder die andere auch wirklich brennt. Die Antwort ist dann aber doch ganz schön schwierig. Und deshalb gleich vorweg: Es gibt keine Wundermittel und Lösungen von der Stange funktionieren nicht!

Zeitmanagement ist Unsinn. Sie können die Zeit nicht managen – nur Ihr Verhalten.

Michael Kastner

Was ist Zeitmanagement?

Selbst und Zeitmanagement ist etwas ausgesprochen individuelles. Was für den einen prima funktioniert, muss für die andere noch lange nicht das Richtige sein. Und rauszukriegen, was für mich das richtige ist, ist einfach ein Schritt, ohne den es nicht geht. Genauso wenig wie ohne eine echte Bestandsaufnahme. Und umsetzen muss man da dann auch noch.

Wirklich, ich wünschte auch manchmal, es wäre anders – ist es aber nicht.

Er wollte stets ein anderer sein – doch ändern wollte er sich nie.

Michel Ende

An das eigene Selbstmanagement bewusst heranzugehen, ist also eine Investition. Aber müssen wirklich alle Menschen diese Investition machen? Hierzu ein ganz klares: Nö! Zeit- und Selbstmanagement hat doch keinen Selbstzweck. Es geht ja nicht darum, ein toller Zeitmanager zu sein. Worum es eigentlich geht, ist doch, wie kann ich all das, was ich machen möchte, soll und muss, so in den 24 Stunden unterbringen, dass ich glücklich bin und meine Umgebung (Familie, Freunde, Kollegen, Chefs, Haustiere…) auch. Wenn ich das schaffe (zumindest in dem Rahmen, den das echte Leben eben so mit sich bringt), dann gibt es keinen Grund, etwas zu ändern. Punkt!

Und wenn es nicht so ist? Na, dann kann Selbst- und Zeitmanagement helfen.

Wirklich!

Aber eben nicht per Fingerschnippen.

Sondern?

Bestandsaufnahme

Nun, der erste Schritt ist ganz genau hinzuschauen, was ich eigentlich so plane zu tun, und was ich dann so wirklich tue. Und zwar schriftlich, denn unsere Gefühle sind ja ach so trügerisch…

Erst danach kann ich wirklich sehen, was bei mir wirklich schon gut läuft, und wo ich noch Entwicklungspotenziale habe. Und was davon überhaupt durch mich veränderbar ist. Bei allem anderen geht es dann nämlich mehr darum, mit welcher Haltung ich mit dem Unveränderbare umgehe.

Der zweite Schritt ist dann, rauszukriegen, wie ich an diese Entwicklungspotenziale `rangehe. Und bitte, hier nicht gleich wieder in die Falle laufen, alles auf einmal ganz anders machen zu wollen. Sie wissen doch schon, dass das so nicht funktioniert, oder?

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,

 den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,

 und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Reinhold Niebuhr

Und dann die Umsetzung

Es gibt da so eine aufsteigende Reihe der Veränderungswahrscheinlichkeit: Sachen, die ich mir im Stillen Kämmerlein vornehme, setze ich häufig nicht um. Sachen, die ich aufschreibe, schon eher. Sachen, die ich aufschreibe und jemandem unter 4 Augen mitteile, noch eher. Und Sachen, die ich aufschreibe, einer Gruppe mitteile noch wahrscheinlicher. Und wenn ich mich dann auch noch während der Umsetzung regelmäßig mit eben jener Gruppe austausche, dann habe ich schon eine echte Chance.

Und wenn Sie merken, dass Sie das „Veröffentlichen“ nicht wollen? Na, dann ist durchaus die Frage er-laubt, ob Sie die Veränderung denn wirklich wollen… Wenn nämlich nicht, dann ist das zumindest mal entschieden und man kann weg vom ewigen „ich müsste, ich könnte, ich sollte…“

Nun wie schon gesagt, ein Wundermittel ist auch diese Methode nicht. Es kann Ihnen eben niemand die Verantwortung für Ihr Handeln abnehmen. Und das ist ja auch besser so, oder?

Workshops bei SMA

Als ich gefragt wurde, ob ich Lust habe, diesen Blogbeitrag zu schreiben, habe ich erst mal überlegt. Natürlich nicht zuletzt, was diese Aufgabe für mein eigenes Zeitmanagement bedeutet. Ich habe mich aber dann doch dazu entschlossen, weil ich hier mal vielen sagen kann, was ich in den Workshops immer meinen Teilnehmern sage. Nämlich, wie gut es ist, die Workshops bei SMA zu machen. Klar, SMA wächst und zwar wirklich „dynamisch“ und nach der Veränderung ist immer vor der Veränderung und bestimmt gibt es eine Menge Herausforderungen, bei denen es wirklich um die Kunst der Gelassenheit geht.

In den SMA Workshops hat die Veränderung eine echte Chance.

Sabine Hoier

Und doch, was ich in allen (!) Workshops bisher erlebt habe, ist die gelebte Kooperation, die gegenseitige Unterstützung und das ehrliche Bestreben, sich auch um den jeweils anderen zu kümmern. Das fängt an bei der Unterstützung, die ich bekomme, wenn ich mal wieder hilflos vor einem Kaffeeautomat stehe und hört bei der „Du-Kultur“ noch lange nicht auf. Vor allem aber ist es spürbar, wenn es um die Arbeit an den eigenen Entwicklungspotenzialen der Teilnehmer geht. Hier hilft wirklich jeder dem anderen. Nicht nur mit Verständnis und Austausch, sondern ganz oft mit ganz handfesten Tipps und ehrlichem Feedback. So entsteht eine Arbeitsatmosphäre, in der wirklich etwas passieren kann und an der auch ich als „Externe“ immer wieder gerne teilhabe!

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Der Autor

Dr. Sabine Hoier (Gastautor)

Dr. Sabine Hoier Trainerin und bietet Beratung, Trainings und Coaching an.

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