Nach dem Klimagipfel erst recht:
Energieverbrauch radikal senken!

Von Christoph Schösser (Gastbeitrag) am 17. Dezember 2015 in der Kategorie Energiewende mit 1 Kommentar
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Der UN-Weltklimakipfel in Paris hat wieder einmal deutlich gemacht, dass die weltweiten Treibhausgasemissionen drastisch gesenkt werden müssen, um die Folgen der Klimaerwärmung im für Mensch und Natur einigermaßen verträglichen Rahmen zu halten. Hier ein paar Thesen, weshalb Energieffizienz überschätzt wird und warum die psychologische Energieforschung hilfreich sein kann, um Menschen zu einer Verhaltensänderung zu bewegen und was SMA in diesem Zusammenhang unternimmt.

 

Besonders die Transformation des Energiesystems erscheint wichtiger denn je, da die Erzeugung von Energie als eine der Hauptquellen für Treibhausgase gilt. Alleine in Deutschland stellt dieser Bereich mit einem Anteil von 40% die größte sektorspezifische Quelle von Treibhausgasemissionen.

 

Bundesregierung mit ambitionierten Energiekonzept

Die deutsche Bundesregierung verabschiedete daher 2010 ein Energiekonzept mit ambitionierten Zielen, deren tatsächliche Umsetzung zu Einsparungen an Treibhausgasemissionen von 80 bis 95 Prozent bis 2050 gegenüber dem Basisjahr 1990 führen würde. Erreicht werden sollen diese Ziele durch eine enorme Steigerung der Energieeffizienz sowie durch eine Konzentration auf Konsistenzstrategien, sprich den Umstieg auf Erneuerbare Energien. Unterzieht man diese Ziele einer Prüfung mit den tatsächlichen Entwicklungen auf dem Energiesektor, wird deutlich, dass Deutschland in nur wenigen Bereichen im Zielkorridor liegt.

 

Effekte von Energieeffizienz werden überschätzt

Als Grund für dieses Verfehlen kann vor allem das grenzenlose Vertrauen in technische Lösungen wie die Steigerung der Energieeffizienz gesehen werden, denn trotz technischer Innovationen, die enorme Effizienzvorteile gebracht haben, ist der weltweite Gesamtendenergieverbrauch sogar gestiegen. Eine absolute Senkung des Energieverbrauchs kann weder in Deutschland noch weltweit beobachtet werden und in den wenigen Sektoren in denen eine Reduktionen gelungen zu seien scheint, ist diese auf Verlagerungseffekte zurückzuführen, wie die Auslagerung der Schwerindustrie in nicht EU-Staaten. Darüber hinaus werden die Auswirkungen von Wachstums- und Reboundeffekten weder berücksichtig noch mit hilfreichen Strategien adressiert.

 

Diskussionsprozess über Energienachfrage anregen

In Hinsicht auf die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung kommt der absoluten Reduzierung der Energienachfrage jedoch eine besondere Bedeutung zu. Allerdings findet in diesem Bereich lediglich eine recht einseitige Betrachtung der Zielerreichung durch die Steuerung der Angebotsseite statt. Für die Energienachfrage ist kein vergleichbarer öffentlicher Analyse- bzw. Diskussionsprozess zu erkennen. Dabei sollte gerade im Hinblick auf die Treibhausgasemissionen den Verursachern dieser ein verstärktes Augenmerk zuteilwerden. In diesem Rahmen sollten neben den technischen Dimensionen sowie den politischen Rahmenbedingungen, vor allem die notwendigen Verhaltensänderungen der Nutzer diskutiert werden.

 

Wir haben Informationen über die Hintergründe, Ziele und bereits erreichten Einsparungen sowie zehn Spartipps für energiebewusstes Verhalten am Arbeitsplatz in Form einer Leitfadenbroschüre und von Internetpopups bereitgestellt.Nach einer Woche erhalten die Zielpersonen zusätzlich Rückmeldungen über ihr Verbrauchsverhalten.

Wir haben über die Hintergründe, Ziele und bereits erreichten Einsparungen sowie zehn Spartipps für energiebewusstes Verhalten am Arbeitsplatz in Form einer Leitfadenbroschüre und von Internetpopups informiert.Nach einer Woche erhielten die Zielpersonen zusätzlich Rückmeldungen über ihr Verbrauchsverhalten.

Energiesparinitiative bei SMA

Als Akteur der Energiewende möchte SMA die Transformation des Energieversorgungssystems nicht nur mit den eigenen Produkten vorantreiben, sondern auch mit dem eigenen Handeln sowie Werten eine Vorreiterrolle einnehmen. Um dieser Rolle gerecht zu werden, soll neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien und der technischen Verbesserung der Energieverbrauchsreduzierung vor allem der bewusstere Umgang der Mitarbeiter mit Energie in den Fokus rücken, damit die Versorgung des Unternehmens bis 2020 auf hundert Prozent dezentraler und erneuerbarer Energie basieren kann.

Um energierelevantes Verhalten mehr in den Fokus der Mitarbeiter zu rücken, wurde im Sommer 2014 die unternehmensweite Initiative missionE eingeführt. Diese soll die Mitarbeiter durch die positive Vermittlung (Information, Motivation, Aufklärung) von Einsparpotentialen zu einem dauerhaft energiebewussteren Verhalten bewegen. Um dies erfolgreich realisieren zu können, führt SMA seit Mitte November bis Mitte Dezember eine vierwöchige Pilotstudie mit dem Ziel der Überprüfung ausgewählter Maßnahmen zur Verhaltensänderung durch. In diesem Rahmen wird in einem Bürogebäude auf zwei Etagen jeweils eine Interventionsform getestet und mit einer Referenzetage ohne Intervention sowie den Daten vor der Einführung der Maßnahmen verglichen. Die Interventionsform mit dem höchsten Einsparungen und Veränderungen des Nutzerverhaltens soll anschließend auf das gesamte Unternehmen ausgeweitet werden.

 

Motivation zur Umsetzung für weitere Unternehmen

Mit der sukzessiven Reduzierung des absoluten Energieverbrauchs (konjunkturell bereinigt) kann SMA seinen Anteil der Erneuerbaren Energien am eigenen Stromverbrauch deutlich schneller erhöhen und dadurch noch besser veranschaulichen, dass eine auf hundert Prozent Erneuerbaren Energien basierte Versorgung auch im industriellen Kontext ohne weiteres zu realisieren ist. Darüber hinaus sind aus unternehmerischer Sicht auch die finanziellen Einspareffekte nicht zu verachten, die durch die Umsetzung von Energiesparinitiativen leicht zu hebeln sind.

Besonders verhaltensorientierte Veränderungen sind mit bereits geringen finanziellen Mitteln zu realisieren und können zu Einsparungen von bis 20 Prozent der Energiekosten führen. Darüber hinaus sind die Initiativen eine optimale Ergänzung zu bereits vorhandenen oder in der Planung befindlichen Energiemanagementsystemen und können im Rahmen der unternehmerischen Verantwortung positiv nach außen getragen werden. Gründe, die neben dem primären Ziel der Einsparung von klimaschädlichen Treibhausgasemissionen, weitere Unternehmen zu einer Umsetzung ähnlicher Programme ermutigen sollten.

 

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Der Autor

Christoph Schösser (Gastautor)

Christoph studiert in Kassel Nachhaltiges Wirtschaften und verfasst aktuell seine Masterarbeit zum Thema „Verhaltensänderungen als Schlüssel zur Energieeinsparung“ bei SMA. Er versucht die Energiewende auch aus verhaltenstheoretischer Sicht zu betrachten, da eine rein technische Betrachtungsweise bislang nicht den erwünschten Erfolg bringt. Er sieht vielmehr die Ergänzung der bisher angewendeten Effizienz- und Konsistenzstrategien um die Komponente Suffizienz als Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Transformation des Energiesystems.

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1 Kommentar

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    Peter Jensen

    20. Januar 2016 um 23:15

    Nach dem ersten Satz dieses Artiekls kann man mit dem Lesen aufhören. Denn wenn schon die Grundthese faslch ist, sind alle Erklärungen zu dieser These danach nur noch Humbug!

    Antworten »

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