Bewerbungstipp Nr. 1: Das Anschreiben

Von Svenja Hackenbroich (Gastbeitrag) am 10. August 2012 in der Kategorie Karriere mit 5 Kommentare
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Für die meisten Bewerber ist es wirklich der schwierigste Teil einer Bewerbung: das Anschreiben. Darin habt Ihr die Möglichkeit, all das zu schildern, was weder im Lebenslauf noch in Zeugnissen zu finden ist. Hier erklärt Ihr, was Euch von anderen Bewerbern unterscheidet. Denn Bewerben ist gewissermaßen Selfmarketing. Informiert Euch vorher, was dem Unternehmen wichtig ist (z.B. auf der Homepage), bevor Ihr mit dem Anschreiben beginnt und hebt Eure Stärken genau in diesen Bereichen hervor.

Adressat und Betreff

Klingt banal, wird aber trotzdem manchmal falsch gemacht. Achtet darauf, dass Ihr den richtigen Adressaten anschreibt. Ein falscher Empfänger im Adressfeld lässt Rückschlüsse auf Eure Sorgfalt zu. Ein ebenso großes No-Go ist es, das falsche Berufsbild in die Betreffzeile zu schreiben (z.B.: Bewerbung in einem Kindergarten: Bewerbung um die Stelle als Medizinisch technische Assistentin).

„In der Kürze liegt die Würze“

Versucht, das Anschreiben kurz, prägnant, aber trotzdem informativ zu halten (max. eine Seite). Der Leser möchte etwas erfahren, das ihn überzeugt, dass Ihr genau der oder die Richtige für diesen Ausbildungsplatz seid. Beschreibt deshalb Eure Motivation für das angestrebte Berufsbild. Vermeidet unnötige Redundanzen: Ein Anschreiben soll nicht den gesamten Lebenslauf wiedergeben. Interessant ist hingegen Eure persönliche Einschätzung, welche Eigenschaften Ihr mitbringt, die Euch für den Beruf qualifizieren. Verwendet keine „Klischee-Adjektive“ wie „ich bin teamfähig, kreativ und organisiert“. Behaupten kann das jeder, aber glaubhaft vermitteln könnt Ihr das, indem Ihr Eure Eigenschaften anhand konkreter Situationen und Erfahrungen beschreibt.

Mein Tipp: Vermeidet typische Floskeln aus jedem Bewerbungsratgeber – die kennen die Leser schon. Seid kreativ!

Ich drücke Euch die Daumen für Eure Bewerbung!

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Der Autor

Svenja Hackenbroich (Gastautor)

Svenja ist Senior Manager Vocational Training und kümmert sich um die kaufmännische Ausbildung bei SMA.

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5 Kommentare

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    Artur Kawa

    6. Oktober 2012 um 00:42

    Sie haben oben gesagt: es reicht ein Simplifizierung einer Bewerbung. Schreiben Sie nicht, was sie so tun… das glaubt Ihnen sowieso kein Mensch. Das prüfen dann die Spezialisten. Leute, die explizit dazu ausgebildet worden sind, ein perfektes Auswahlverfahren zu gewährleisten, wo unterm Strich wieder mal die MINIMAX Regel in der Betriebswirtschaft gilt.

    Der bestmögliche Bewerber mit entsprechender Laufbahn ist der Garant dafür dass wir unsere Marktführerschaft unsere Klasse unsere SMA Kultur weiterhin unbeschwert leben können. Oder anders: jeder muß auf gut deutsch entsprechend seine Qualifikation eingesetzt werden.

    Worauf will ich wirklich hinaus… Nun ja. Ich kann mich den Eindruck nicht erwehren, dass wen unsere Firmengründer die SMA gar nicht gegründet hätten, aber sich jetzt mit bahnbrechenden Ideen bei der SMA beworben hätten, da wären sie nicht angenommen. Und dummerweise ist das völlig normal!

    Warum? Weil man Andersdenkende (oder generell Denkende – unabhängig davon ob richtig oder falsch – mit der ganzer Regelungswut ) diskriminiert. Weil man im Prinzip neuen Ideen nicht aufgeschlossen ist. Weil man sich vormacht, dass wenn man alle Regeln befolgt unterm Strich Gold rauskommt. Schließlich habe man darum immer gekämpft.

    Und so kommt es, dass man bei uns über bestimmte Dogmen (wie Kaizen zum Beispiel) überhaupt nicht kritisch nachdenkt. Aber wenn man das nicht tut, wie soll man sich denn überhaupt erst in die Lage versetzen jemals wieder der BESTE zu sein?

    Denken Sie darüber nach BITTE!. Ich kann nur jedem dazu aufrufen die Regeln zu brechen! Schreibt die Bewerbung, auf die Stelle die Euch gefällt! Wenn man es beherscht andere zu inspirieren, schickt man diese Inpirierte auf den Weg in die Unschlagbarkeit ZUMINDEST zeitweise entwickeln sie ungeahnte Dynamik. Und diese Dynamik. Diese Faszination, diese Bereitschaft alles auf die Waage zu werfen, kann die entscheidenden Früchte abwerfen die wir uns so sehr wünschen!

    MfG. Artur Kawa

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    Artur Kawa

    6. Oktober 2012 um 00:24

    Zu selber Zeit habe ich geheiratet. Aber wenn ich ganz ehrlich sein soll, die größte Enttäuschung die ich hier – an der Uni Kassel erlebt habe – das war die allererste Vorlesung unseres – na wie heißt der MEnsch dort am Pult – ja richtig, Professor. Er behauptete nämlich, man kann die Entwicklung der Menschheit in einer Kurve darstellen, die dann mit der mathematischer Präzsion ergibt, dass das Populationswachstum gegen unendlich strebt und dabei die Zeiten des Populationswachstums gegen unendlich verkürzt werden. Dann gab es noch einen Prof. der uns alle zwang sein Skript zu kaufen. Rechnungswesen. Sein Skript kostete 20 DM. Ich habe sein Skript gekauft, weil er sagte – es wäre die Voraussetzung, das ich seine Prüfung bestehe. Da stand aber NICHTS drin, was wirklich wichtig war.

    Dann habe ich irgendwann erfahren, dass dieses Script von einem Onkel von meinem Prof gedruckt worden ist. Wie soll ich es sagen. Mein VWL Prof. hat mit einer simpler Rechnung widersprochen, dass ungebrenztes Wachstum möglich ist. Ein Individuum hat immer eine Wahlmöglichkeit. Sie können nich mit irgendwelchen statischen Blödsinn irgendjemandem bewerten, wozu er in der Lage wäre, wenn man ihn nur liesse. Vielleicht wäre unsere MTA aufgrund ihrer Berufsausbildung und psychologischer Ausrichtung die perkteste, einfühlsamste Kinderkrankenschwester und Erzieherin.

    Man habe Stundenten der Medizin und Sozialwissenschaft mal so ein Fall vorgestellt.
    Zitat Klammer auf 😉
    „Stellen sie sich vor, eine Frau hat bereits acht Kinder, fünf davon sind behindert, drei sind taub, zwei blind, der Vater ist ein Trinker, die Mutter hat Syphilis und ist in Erwartung eines weiteren Kindes. Würden sie zu einer Abtreibung raten?“ Viele der Studenten dachten, dass in solch einem Fall medizinische und soziale Indikationen eine Abtreibung rechtfertigten. Der Arzt sagte dann: „Meine Damen und Herren, ich gratuliere Ihnen! Sie haben soeben Ludwig von Beethowen umgebracht…“ 😉

    Und zum letzten Teil:

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    Artur Kawa

    5. Oktober 2012 um 23:56

    Fortsetzung: Wenn jemand etwas VERÄNDERN WILL (hat den unserer Firmengründer das etwa nicht gewollt, als er seinen ersten Wechselrichter entworfen hat?) WILL ER EINFACH WEITERE ERFAHRUNGEN SAMMELN. Es zeugt einfach immer noch davon, dass er diesen Findungsweg… was will ich was inspiriert mich… noch nicht VOLLENDET HAT!. Folglich kann diese Person nicht das sein, was sie wirklich glücklich und zufrieden macht, weil sie noch nicht einmal richtig weiß, was sie will!

    Verstehen Sie? Ich kann Ihnen das anhand meiner Person belegen. Ich bin mit 15 aus wirklich fatalen familiären Verhältnissen nach Deutschland gekommen. Ich geriet in das Auswahlverfahrenzirkus unseres Bildungssystems und alle wollten mir sagen wozu ich im Stande bin und was ich lieber hätte sein lassen. Wortwörtlich: da ich ja aus Polen komme, wird für mich das Beste sein ich mache Berufsausbildung und schustere irgendeinen Mist zusammen, wofür ich mein Geld bekomme.

    Es hat keine Sau interessiert, wo ich wirklich hin will, und warum. Was bin ich? ja ich bin in meinem Alter von 42 leicht entflammbar. Ich bin immer noch begeisterungsfähig. Es hat in meinem Leben so gut wie noch nie so etwas wie AUFGEBEN gegeben. Wenn ich etwas liebte mußte ich daran solange kleben, bis ich eine befriedigende Antwort auf alle meine Antworten wußte. Woher kam die Inspiration und solche Ausrichtung? Familiäre Verhältnisse. Da ich immer rebelliert habe (innerlich) mußte ich alles genau wissen. Und heute kann ich von mir behaupten… das was ich außerhalb meines Beruflebens gemacht habe hat mir es ermöglicht für mich einen Sieg nach dem anderen zu feiern. Gut es gab auch eine Phase ständiger Niederlagen.

    In Polen waren ich begeisterter Fan der Chemie. Ich hatte eine Lehrerin, ich sage es mal so… wenn sie gesprochen hat, war meine Kinnlade ganz unten. In Deutschland hatte ich einen Chemielehrer, den kann man in die Tonne kloppen. Entsprechend das Ergebnis. Ich bin nach Kassel gekommen, und studierte hier zu Anfang Wiwi.

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    Artur Kawa

    5. Oktober 2012 um 23:38

    Frau Hackenbroich!

    Verzeihen Sie mir bitte den Einwand, aber ich wüßte kaum einen anderen Weg, mich bei der SMA zu bewerben, als eben aus meiner ganzer Basis zu schöpfen. Wofür ich mich interessiere, weswegen und was mich inspiriert genau das zu tun was ich mache. Wenn ich Ihren Kurztipps zur Bewerbung lese, habe ich offen gesagt den Eindruck, sie interessieren sich nicht für den Bewerber, sondern Sie interessieren sich ausschließlich für seine Zeugnisse. Sie wollen es nach irgendwelchem Kauderwelch bewerten, was gestern absolut out als Bewertungskriterien galt, heute Top ist und morgen wieder als totaler Unsinn wieder abgestellt wird. Ich habe mal einen Test bei der SMA mitgemacht. Ich konnte mich nicht den Eindruck erwehren, dass ich in diesem Test noch Mensch bin. Ich war eher so eine Art Wissenssmaschine die auf Knopfdruck falsche oder richtige Antworten ausspuckt. In Fachkreisen nennt man das das Assessment-Center. Es entstammt in übrigen aus den Reihen der US-Army da habe man
    Offiziere selektiert. Mit Verlaub! Für meine Wenigkeit, die weitaus mehr an sich zweifelt, als alle anderen ist das Assessment-Center absolutes NO GO!. Es kann durchaus ja sein, dass ich über dieses Test nicht zu beurteilen bin. Merke ich nämlich, das man mich bewertet – werde ich alles tun, um den Prüfer auf die falsche Fährte zu locken. Es hat auch einen handfesten Grund warum ich das so handhabe. Ich will als Bewerber angesehen werden und nicht als Material oder Mittel zum Zweck.

    Nur so ein Beispiel: Sie schreiben „… es sei absolutes No-Go sich im Kindergarten als MTA zu bewerben. Für mich ist das klischeenhaftes Denken. Vielleicht hat sich unsere Bewerberin einfach mal in dem Auswahl ihres Berufes total geirrt (aufgrund unseres Bildungssystems und der Macht den man Lehrern zuteilt). Und will jetzt ihre Nähe zu Kindern und Erziehung geniessen. Und da passt MTA Ausbildung fast wie Faust aufs Auge. Und solche Bewerbung zeugt von Veränderungswillen. Fortsetzung folgt.

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      Ralf

      11. Oktober 2012 um 15:45

      @ Artur Kawa :

      Frau Hackenbroich möchte den Bewerbern doch nur Tipps geben, die zu einer besseren Bewerbung verhelfen. Dass die Anschreiben kurz und aussagekräftig gestaltet werden müssen. Man sollte natürlich für eine gute Bewerbung keine Mustervorlage verwenden, sondern kreativ sein, wie Frau Hackenbroich es schon beschrieben hat.
      Ergänzend möchte ich nur noch erwähnen, dass eine Kontrolle von anderen Personen unbedingt nötig ist. Man kann dies auf bestimmten Webseiten auch überprüfen lassen.

      Antworten »

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