Plusenergiehaus: das bessere Passivhaus

Von Alois Gruber (Gastbeitrag) am 15. Januar 2015 in der Kategorie Energiemanagement mit 2 Kommentare
Passivhaus

In Zeiten steigender Energiekosten rücken energiesparende Gebäude immer mehr in den Fokus der Käufer. Das Passivhaus zeichnet sich durch ausgezeichnete Energienutzung und Dämmung aus. Doch es geht noch besser mit einem Plusenergiehaus. Beiden Häusern gemein ist eine ausgezeichnete Gebäudedämmung.

 

Wie funktioniert ein Passivhaus?

Das Passivhaus bleibt dank Dreifachverglasung und Luftdichtheit mit weniger Heizkosten im Winter warm. Im Sommer heizt es sich durch direkte Sonneneinstrahlung weniger stark auf. Die gesamte Temperatur wird zentral über die Zuluft gesteuert. Diese wird mit Hilfe von Wärmetauschern durch die Abluft erwärmt oder im Sommer gekühlt.

Die erwärmte Luft wird üblicherweise im Wohnbereich in das Haus geleitet und in Bädern wieder abgesaugt. Dies ermöglicht außerdem sehr genau kontrollier- und bestimmbare Luftfeuchtigkeitswerte.

 

Warum heißt es Passivhaus?

Der Name Passivhaus kommt von der Besonderheit, dass das Haus überwiegend den Wärmebedarf aus passiven Quellen deckt. Dazu zählen die Sonneneinstrahlung, welche durch Fenster einfällt, die Körperwärme und die Wärmeentwicklung von technischen Geräten im Haus. Das Passivhaus ist keine Bauweise sondern ein Baustandard der unabhängig von Haustyp, Architektur und Ökologie erreicht werden kann. Durch Umbauten kann man auch bestehende Häuser zu Passivhäusern umrüsten.

Der Primärenergiebedarf eines Passivhauses darf laut Definition nicht über 120kWh pro m² pro Jahr betragen. Trotz der großen Wärmeeffizienz verfügt ein Passivhaus über eine kleine Heizungsanlage, welche die zugeleitete Luft zentral verteilt, mit maximal 15 kWh pro m² pro Jahr. Die Form der Heizungsanlage ist dabei egal. Ob Gas, Öl, oder Elektro spielt keine Rolle sofern die jährliche 15kWh-Grenze nicht überschritten wird.

Dem Plusenergiehaus, sowie dem Passivhaus gemein ist eine sehr gute Wärmedämmung. Dach, Kellerwände, Fundamente, Fenster sowie Außenwände bieten eine weitgehend durchgängig dichte Gebäudehülle. Dies vermeidet Transmissionsverluste, also den Wärmeübergang durch die Gebäudehülle.

 

Plusenergiehaus: die Weiterentwicklung des Passivhauses

Das Plusenergiehaus verbindet die bereits sehr guten Eigenschaften des Passivhauses nun mit mindestens einer Form regenerativer Energiegewinnung. Dabei werden in der Regel Photovoltaikanlagen auf dem Haus installiert, die Strom generieren und so das Haus und seine Bewohner mit Energie versorgen. Zusätzlichen finden Geothermie- sowie Solarthermie Anlagen Verwendung, über die das Haus beheizt und mit weiterer Energie versorgt werden kann.

Ziel ist es, durch das sparsame und durchdachte Konzept des Passivhauses, zusammen mit der Strom- und Wärmegewinnungskomponente, auf eine positive Energiebilanz zu kommen. Um dies zu erreichen, werden komplexe Schaltungen und Energiespeicher eingesetzt, die den Stromverbrauch sowie die Stromgewinnung regulieren.

Hausbaufirmen bieten häufig verschiedene Ausbaustufen von Häusern an. Wie bereits angedeutet, ist das Passivhaus kein eigener Haustyp. Das Gleiche gilt für das Plusenergiehaus. Man kann mittlerweile beinah jedes Haus so ausstatten und dämmen, dass es mehr Energie erzeugt, als es verbraucht.

 

Energiemanagement im Plusenergiehaus

Der Hauptproduktionszeitraum einer Photovoltaik- sowie Solarthermie-Anlage liegt tagsüber bei idealem Sonnenstand. In der Regel braucht man um diese Zeit allerdings kein Licht und ist eventuell nicht einmal zu Hause. Die Energie würde ungenutzt bleiben und verschwendet werden. Hier setzt das Energiemanagement des Hauses an. Ein solches System kann die selbst erzeugte Energie für steuerbare Haushaltsgeräte wie Waschmaschine, Trockner oder Geschirrspüler nutzen, auch wenn man nicht daheim ist. Verbaute Batterien können außerdem zu dieser Zeit geladen werden und können nachts  für elektrische Abnehmer genutzt werden.Verfügt man neben dem Plusenergiehaus außerdem über ein elektrisches Fahrzeug, wird dieses über die Mittagszeit als zusätzliche Speicherkapazität für das Haus genutzt und aufgeladen.

Erst nachdem alle Energiespeicher im Haus gefüllt sind, wird überschüssige Energie an das Stromnetz abgegeben. Dort können andere Abnehmer den Strom dann verwenden. Dies generiert im Idealfall also sogar Nebeneinnahmen für das Plusenergiehaus.

 

Plusenergiehäuser: ein Schritt in die unabhängige Zukunft

Insgesamt wird man durch ein Plusenergiehaus also unabhängiger vom Strom- und Heizenergiepreis. Außerdem belastet man die Umwelt durch die Nutzung von regenerativen Energien weniger. Des Weiteren erhöht sich der Wohnkomfort durch ganzjährig ideale Raumtemperatur, sowie Luftfeuchtigkeitsgehalt, welche elektronisch überwacht und gehalten werden.

 

Mehr Infos

Falls ihr euch konkret für Häuser interessiert, könnt ihr euch auf unserer Website Anregungen holen. Hier findet ihr z.B. alle Passivhäuser auf einen Blick, hier alle Plusenergiehäuser. Diese können nach persönlichem Wunsch konfiguriert werden. Dabei stehen oftmals Komplettpakete zur Verfügung, die man in einzelnen Punkten individualisieren kann.

 

Bildquelle: JoeInSouthernCA

 

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Der Autor

Alois Gruber (Gastautor)

Alois Gruber arbeitet im Online Marketing des regionalen Hausbauportals HausXXL. Zuvor hat er als freier Redakteur für verschiedene Online Magazine und Zeitungen hauptsächlich über die Themen Bauen, Wohnen und Energie berichtet.

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2 Kommentare

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    Frank Dzaebel

    18. Januar 2015 um 11:54

    Hier unser Beispiel für ein Plus-Passiv-Haus per Selbstbau inkl. Energieoptimierung über diverse SMA Komponenten: http://www.plus-passiv-haus.de

    Wir sind absolut zufrieden mit diesem Konzept.

    Antworten »
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    Caner

    16. Januar 2015 um 19:37

    Servus,

    das hört sich sehr gut an! Wie sieht es denn mit zusätzlichen Kosten aus? Wie viel zahlt man gegenüber einem „normalen“ Haus drauf?

    Danke im Voraus!

    Antworten »

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