Neuer Effizienzleitfaden: Darauf solltet ihr bei Speichersystemen achten

Von am 6. Juli 2017 in der Kategorie Energiemanagement mit 0 Kommentare
Effiziente Speicherloesungen von SMA

Wer den Eigenverbrauch im eigenen Haushalt optimieren will, sollte vorab dringend die Effizienz des Speichersystems prüfen. Denn die Effizienz und die Qualität der am Markt verfügbaren Systeme unterscheiden sich gewaltig. Bisher war es nahezu unmöglich, die verschiedenen technischen Angaben der einzelnen Hersteller zu vergleichen. Damit soll jetzt Schluss sein. Warum, das lest ihr hier.

 

Eigentlich ist das kein Geheimnis: Solange es keine einheitlichen Regeln für technische Angaben gibt, macht nahezu jeder Hersteller das, was für ihn am günstigsten ist. Das gilt auch für die immer größer werdende Auswahl an Energiespeicherlösungen für den Haushaltsbereich. Viele Hersteller nutzen jeweils ihre eigenen Messverfahren, so dass sich die Angaben zum Beispiel zu Wirkungsgraden, Standby-Verbrauch oder Regelungseffizienz der verschiedenen Systeme nicht sinnvoll vergleichen lassen. Das ist schon für fachkundige Installateure nicht wirklich transparent und nachvollziehbar – geschweige denn für Otto-Normalverbraucher.

Das, was auf dem Papier zunächst als günstig erscheint, kann in der Praxis schnell teuer werden. Wenn sie nicht das für ihre Anwendung effizienteste System nutzen, können Hausbesitzern jährliche Verluste von 250 Euro entstehen. Über die gesamte Anlagenlaufzeit von 20 Jahren summiert sich der mögliche Verlust also auf 5000 Euro.

 

Einheitliche Messungen für objektiven Überblick

Der „Effizienzleitfaden für PV-Speichersysteme“, vom Bundesverband Energiespeicher (BVES) und Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) in Zusammenarbeit mit wichtigen  Herstellern sowie Prüf- und Forschungsinstituten entwickelt, lichtet nun endlich mit einheitlichen Mess- und Datenblattanforderungen für Speicher den Dschungel an technischen Daten und Angaben – für Verbraucher ebenso wie für Hersteller:

  • Vergleichbare und reproduzierbare Prüfbedingungen für alle Systemkonstellationen
  • Einheitliche Datenblattangaben für eine bessere Vergleichbarkeit der Systeme untereinander
  • Freiwillige Selbsterklärung zur Veröffentlichung der Effizienzdatenblätter der wichtigsten Hersteller

 

Systemeffizienz, was ist das eigentlich?

Der Wirkungsgrad gibt die Effizienz eines Geräts wie etwa eines Wechselrichters bei der Energieumwandlung an. Er beschreibt den Verlust bei der Umwandlung des Gleichstroms (DC) der Module und Batterie zu haushaltsüblichem Wechselstrom (AC). Beträgt der Wirkungsgrad beispielsweise 96 Prozent, heißt das, dass 4 Prozent der Energie durch die Umwandlung verloren gehen. Je größer der Effizienzverlust, desto weniger Energie kann im Haushalt genutzt werden. Die Systemeffizienz beschreibt den Wirkungsgrad des Systems nach Abzug der Umwandlungsverluste aller beteiligten Geräte. Für Speichersysteme sind vier unterschiedliche Wirkungsgrade entscheidend:

    1. „PV2AC“ gibt an, wie hoch der Wirkungsgrad für die zeitgleich zur Erzeugung verbrauchte PV-Energie und die ins Netz eingespeiste Energie ist. Wie für gute PV-Wechselrichter üblich, sollten die Wirkungsgrade hier schon bei 5 Prozent der Nennleistung größer als 90 Prozent und bei 50 Prozent und 100 Prozent der Nennleistung größer als 96 Prozent sein.
    2. „PV2BAT“ gibt an, wie hoch der Wirkungsgrad für die Ladung der Batterie aus PV-Energie ist. AC-gekoppelte Systeme sollten hier in einem Leistungsbereich von 20 bis 75 Prozent besser als 90 Prozent sein. DC-gekoppelte Systeme sollten in diesem Pfad 2-4Prozentpunkte besser sein.
    3. „BAT2AC“ gibt an, wie hoch der Wirkungsgrad der Leistungselektronik beim Entladen der Batterie ist. Hier haben AC-gekoppelte Systeme Wirkungsgradvorteile und sollten in einem Leistungsbereich von 10 Prozent bis 100 Prozent einen Wirkungsgrad von mehr als 90 Prozent erreichen und bei möglichst geringen Leistungen von ca. 20 Prozent schon einen Wirkungsgrad größer 94 Prozent aufweisen. Hochvolt-Wechselrichter erreichen hier bis zu 97 Prozent. Bei diesem Pfad sind DC-gekoppelte Systeme in der Regel vor allem im kleinen Leistungsbereich ca. 2 – 4 Prozentpunkte schlechter.
    4. BAT gibt den Wirkungsgrad für die Zwischenspeicherung in der Batterie an. Dabei fließen nicht nur die Verluste der Batteriezellen selber, sondern auch die Verluste des Batteriemanagementsystems mit ein. Für gute Li-Ionen Batterien mit 48V sollte dieser Wert zwischen 94 und 96 Prozent liegen. Hochvolt-Li-Ionen-Batterien mit einem integrierten Hochsetzsteller werden hier mit 91-93 Prozent etwas schlechter sein.
Sunny Boy Storage bereits nach Effizienzleitfaden vermessen

Der Sunny Boy Storage 2.5 wurde bereits nach den neuen Richtlinien vermessen.

 

Vergleichbarkeit von SMA Batterie-Wechselrichtern

SMA hat als erster Hersteller bereits drei Batterie-Wechselrichter von einem unabhängigen Prüfinstitut nach dem neuen Regelwerk vermessen lassen:

  • Sunny Island 4.4M
  • Sunny Boy Storage 2.5
  • Sunny Boy 5000 Smart Energy

Weitere Geräte werden in Kürze folgen. Damit wollen wir sowohl Installateure als auch Anlagenbetreiber dabei unterstützen, unsere Systeme mit denen anderer Hersteller objektiv nach Qualitätsmerkmalen zu vergleichen. Eigenverbrauchsoptimierung ist schließlich nur dann sinnvoll, wenn sie auch wirtschaftlich ist.

 

Die gemessenen Werte der SMA Wechselrichter findet ihr hier.

Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, findet hier den Effizienzleitfaden für PV-Speichersysteme

 

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Alles zum Thema Text im Bereich netzferne Anlagen.
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Alles rund um Off-Grid Solutions.
Was selbst meine Kollegen nicht von mir wissen:
Ich hab mal „Manowar“ interviewt.

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