Intelligente Hausgeräte vernetzen für optimalen Eigenstromverbrauch

Von am 25. Juli 2017 in der Kategorie Energiemanagement mit 7 Kommentare
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In der internationalen EEBUS-Initiative haben sich namhafte Hersteller zusammengeschlossen, um einen einheitlichen Kommunikationsstandard für alle elektrischen Geräte im Haushalt zu entwickeln, damit Energieverbrauch zukünftig umweltfreundlich und kostengünstig aufeinander abgestimmt werden kann. Wir haben mit dem Vorstandsmitglied Frank Blessing über Erfolge und Herausforderungen gesprochen und darüber, was ihn persönlich antreibt, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

 

EEBUS als international einheitlicher Kommunikationsstandard

EEBUS als international einheitlicher Kommunikationsstandard

Das Ziel der EEBUS-Initiative ist, einen einheitlichen Kommunikationsstandard für Energie zu entwickeln. Wie wichtig ist es, dafür alle Player an einen Tisch zu holen? 

Wenn es um die Einführung neuer Kommunikationsstandards geht, sind Partner unerlässlich. Denn um übergreifende Inhalte und funktionierende Anwendungen zu definieren, müssen alle Beteiligten zusammenarbeiten. Ohne diese Zusammenarbeit kann kein Standard funktionieren. Die EEBUS-Initiative bietet Unternehmen die Möglichkeit zum Netzwerken und zum Austausch. Das wird gerade im Zuge der Vernetzung von intelligenten Geräten – Verbrauchern und Erzeugern – immer wichtiger. Die führenden Unternehmen der Energiebranche haben das erkannt und nutzen das Netzwerk für die Entwicklung neuer Anwendungsszenarien. Sie haben verstanden, wie wichtig Zusammenarbeit ist, damit sie ihren Kunden interessante und branchenübergreifende Lösungen anbieten können.

 

Was kannst du zum aktuellen Stand sagen?

Gerade in den letzten zwei Jahren gab es sehr große Fortschritte und erfolgreich abgeschlossene Meilensteine; Wegbereiter für die Sektorenkopplung der Bereiche Strom, Wärme und Verkehr. Der Verband der Automobilindustrie VDA ist der EEBUS-Initiative beigetreten und das erste Plugfest zur Integration von Elektrofahrzeugen wurde erfolgreich absolviert. Die führenden Hersteller von Heizungssystemen wie Vaillant, Viessmann und Wolf Heiztechnik arbeiten ebenfalls mit Hochdruck an der Umsetzung von Heizungsanwendungen mit EEBUS-Standard und sind bereits kurz vor der Serieneinführung. Darüber hinaus hat das Unternehmen Bosch Siemens Hausgeräte gemeinsam mit SMA bereits den ersten Anwendungsfall zur Anbindung von Haushaltsgeräten (Waschmaschinen) realisiert und in die Serie gebracht.

Diese Beispiele zeigen: EEBUS ist nicht mehr nur Theorie, sondern längst marktreif. Die kurzen Umsetzungszeiträume neuer Anwendungsfälle sind großartig und der guten Zusammenarbeit der Unternehmen im Rahmen der EEBUS-Initiative zu verdanken.

 

Wie geht es weiter? 

2017 liegt der Fokus auf der Integration von Heizungssystemen, zum Beispiel Wärmepumpen, in ein intelligentes Energiemanagement. Bis zum Ende des Jahres werden voraussichtlich erste serienverfügbare Systeme verschiedener Hersteller über den EEBUS kommunizieren und können dann beispielsweise für die Optimierung des Eigenverbrauchs von Solarstrom berücksichtigt werden. Folgen werden Anwendungsfälle zur Integration von Elektrofahrzeugen in das öffentliche Netz. Deren Verbreitung wird hinsichtlich der Sicherung der Netzstabilität größere Herausforderungen aber auch Chancen und Mehrwerte mit sich bringen.

 

Der SMA Sunny Home Manager 2.0 als Verbindung von Strom, Wärme und Verkehr

Der SMA Sunny Home Manager 2.0 steuert die Energieflüsse von Verbrauchern und Erzeugern im Haus.

Welchen Beitrag leistet SMA? 

SMA ist als Gründungsmitglied ein wesentlicher Treiber für Anwendungen im Bereich des intelligenten Energiemanagements im EEBUS und ist in allen weiter oben genannten Anwendungsfällen im Zuge des Energiemanagements mit dabei. Mit dem Sunny Home Manager 2.0 und zukünftig mit dem SMA Data Manager M beweist SMA, dass Lösungen zur Sektorenkopplung zwischen den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr bereits im Markt angekommen sind. Die standardisierte Integration von Elektrofahrzeugen in das Energiemanagement ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Verbreitung und Akzeptanz der Elektromobilität und ein entscheidender Schritt zu einer „all electric society.“

 

Auf welche Anwendung freust du dich persönlich am meisten?

Ich persönlich finde den Gedanken sehr spannend, künftig die Energie meines Elektrofahrzeuges auch bidirektional nutzen zu können um damit viele neue Anwendungen zu ermöglichen. Überschüssige Energie aus dem öffentlichen Netz kann dann zum Beispiel in mobilen Speichern gepuffert werden, Energiebedarf kurzfristig aus eben diesen Speichern gedeckt werden. Genau genommen sind es aber nicht nur einzelne Anwendungen, von denen wir künftig sprechen werden. Mit dem Trend zu einer „all electric society“ geht es mehr und mehr darum, dass alle Verbraucher und Erzeuger miteinander vernetzt sind und so ein gesamtes Ökosystem entsteht.

 

Vielen Dank für das Interview, Frank.

 

Über die Person

Frank Blessing ist Senior Business Development Manager Energy Services bei SMA. Seit Mai 2017 ist er Mitglied des Vorstands der EEBUS Initiative.

 

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Der Autor

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Meine Aufgaben:
Social Media Managerin bei SMA.
Meine Themen:
Unternehmensnews, Photovoltaik, Energiewende.
Was selbst meine Kollegen nicht von mir wissen:
Als Teenager war ich Beifahrerin bei Orientierungsfahrten (Schnitzeljagd mit Auto) und habe immer die Pokale als beste weibliche und jüngste Teilnehmer nach Hause getragen – was nicht so schwierig war.

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7 Kommentare

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    H.-J. Hübner

    25. August 2017 um 19:20

    Im Zusammenhang mit meinem hoffentlich bald eintreffenden Home Manager 2.0 bitte ich um Beantwortung der Frage, ob Geschirrspüler der Firma Miele mit Home Connect zusammenarbeiten. Wenn Nein, ist in Zukunft damit zu rechnen?

    Mit freundlichen Grüßen

    Hans-Jürgen
    erdachse2016

    Antworten »
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      rheaterlinden

      28. August 2017 um 11:44

      Hallo Hans-Jürgen,
      die proprietären Gerätetreiber von Miele@home werden nicht mehr unterstützt, weil der Fokus bei der Kommunikation mit Hausgeräten auf dem neuen EEBus-Standard liegt. Auch Miele wird in Zukunft auf den EEBus-Standard umsteigen.
      Viele Grüße
      Rhea

      Antworten »
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        Hans-Jürgen Hübner

        15. September 2017 um 08:53

        Nachdem der Einbau meines Home Managers 2.0 für nächste Woche angekündigt ist, rückt der Kauf eines neuen Geschirrspülers immer näher. Nunmehr behauptet der Fachhändler, seine Gespräche mit Handelsvertretern von Bosch und Siemens hätten ergeben, dass Geschirrspüler beider Firmen (noch) nicht mit dem Home Manager 2.0 zusammenarbeiten. Auf der Homepage von Home Connect werden allerdings kompatible Geschirrspüler von Siemens und Bosch vorgestellt.
        Was soll ich nun glauben und welche Firma bietet überhaupt kompatible Geschirrspüler an? Habe ich die Steckdose von Edimax umsonst gekauft?
        Ich bitte um baldige Antwort.

        Mit freundlichen Grüßen
        H.-J. Hübner

        Antworten »
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    Henning

    8. August 2017 um 16:16

    Hallo,

    verstehe ich das richtig, der Homemanager ist mit der aktuellen Frimware schon EEBUS-fähig?
    Gilt das dann auch für den Homemanger 1 ?

    Grüße
    Henning

    Antworten »
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      Carolin Rost

      9. August 2017 um 08:15

      Hallo Henning,
      ja es ist richtig, dass der Sunny Home Manager bereits EEBUS unterstützt. Dies gilt auch für den klassischen Sunny Home Manager mit Bluetooth.
      Viele Grüße,
      Carolin

      Antworten »
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    Matthias

    26. Juli 2017 um 00:39

    Hallo zusammen

    Im Bezug auf folgende Aussage.
    —————–
    Darüber hinaus hat der BSH gemeinsam mit SMA bereits den ersten Anwendungsfall zur Anbindung von Haushaltsgeräten (Waschmaschinen) realisiert und in die Serie gebracht.
    —————–

    Gibt es eine Liste mit aktuellen Geräten von Bosch Siemens Hausgeräten die EEBUS fähig sind?

    Gruß Matthias

    Antworten »

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