Frischer Schub für Erneuerbare Energien im südkoreanischen Seoul

Dieser Artikel erschien 2013. Die Tipps und Techniken können möglicherweise veraltet sein.

von Jung-Hee Hong (Gastbeitrag), , 0 Kommentare
Solar ad in subway station of Seoul

Die Stadtverwaltung von Seoul hat eine Kampagne gestartet, die dem Ausbau von Kernkraftwerken Einhalt gebieten soll – eine Modellkampagne für mehr Bürgerbeteiligung.

Demnach strebt die südkoreanische Hauptstadt an, in Seoul den Anteil Erneuerbarer Energien an der gesamten Energieversorgung zu erhöhen und gleichzeitig die Bürgerbeteiligung auf freiwilliger Basis zu verstärken. Die im Mai 2012 gestartete Kampagne verfolgt zwei Hauptziele:

    1. Bis 2014 Verringerung des Energieverbrauchs um eine Menge, die der Leistung eines Kernkraftwerks (der 1-GW-Klasse) entspricht.

  • Bis 2020 Steigerung der Eigenverbrauchsquote auf bis zu 20 Prozent.

 

Hintergrund

Im Jahr 2011 betrug der Energieverbrauch in Seoul 49.565 GWh, was einem Anteil von 10,9 Prozent am Verbrauch des gesamten Landes entspricht. Demgegenüber kann Seoul eine Eigenversorgungsquote von ca. 2,8 Prozent aufweisen. Problematisch ist jedoch die fortschreitende Erhöhung des Energieverbrauchs, da dies zu Versorgungsengpässen führen kann.

Energieverbrauch von Seoul und Südkorea im Vergleich.

Energieverbrauch von Seoul und Südkorea im Vergleich. Quelle: Stadtverwaltung Seoul

Beispielsweise fielen die vorgehalten Stromreserven aufgrund des steigenden Bedarfs im Jahr 2011 auf unter 1 Prozent, während sie 2010 noch 5,5 Prozent betrugen. Der extrem erhöhte Strombedarf während einer spätsommerlichen Hitzewelle illustrierte deutlich die schwerwiegenden Folgen solcher Versorgungsengpässe: In weiten Teilen Seouls kam es am 15. September 2011 zum Stromausfall, woraufhin die Stadtverwaltung entschied, der autarken Energieversorgung höhere Priorität zukommen zu lassen.

 

Die wichtigsten Strategien

Die Stadtverwaltung hat Strategiepläne für die folgenden zehn Bereiche entwickelt:

Erneuerbare Energien-Mix 2011

Erneuerbare Energien-Mix 2011, Quelle: Stadtverwaltung Seoul

  1. Photovoltaik,
  2. Brennstoffzellen,
  3. Erhöhung der Energieeffizienz von Gebäuden,
  4. intelligente Beleuchtung & LEDs,
  5. das Konzept „kompakte Stadt“ (auf die Senkung des Energieverbrauchs abzielende Neustrukturierung städtischer Gebiete),
  6. strengere Normen bezüglich der Architektur neuer Gebäude,
  7. Car Sharing,
  8. Schaffung von Arbeitsplätzen im Umweltbereich,
  9. eine von den Bewohnern angeführte Energiesparkampagne sowie
  10. die Verwaltung der Seoul Energy Foundation zur Unterstützung der Kampagnen.

Im Bereich Solarenergie hat die Stadtverwaltung vor, Seoul in eine „Solar City“ zu verwandeln. Hierzu ist geplant, die durch Solarkraftwerke bereitgestellte Leistung von 60 MW (im Jahr 2012) bis zum Jahr 2014 auf 320 MW zu erhöhen und zur Information der Bevölkerung eine Art Solar-Stadtplan zu entwerfen.

 

Die Stadt bewirbt ihre Kampagne durch Werbeplakate, die überall im ganzen Stadtgebiet zu sehen sind.

Die Stadt bewirbt ihre Kampagne durch Werbeplakate, die überall im ganzen Stadtgebiet zu sehen sind.

Förderung kleiner Solaranlagen

Außerdem gab die Stadt vor kurzem die Einführung einer eigenen Einspeisevergütung bekannt, in deren Rahmen kleine PV-Anlagen mit weniger als 50 kW Leistung mit einem Förderbetrag von 50 KRW pro Kilowattstunde (entspricht etwa 3 Eurocent) unterstützt werden sollen. Diese Förderung wird fünf Jahre lang ab Inbetriebnahme einer Anlage gezahlt. Auf diese Weise wird der Betreiber entsprechend der Höhe der Energie-Erträge unterstützt.

Weiterhin wurde ein Konzept für „Mini-PV-Anlagen“ eingeführt, das die Installation von PV-Anlagen mit Modul-Wechselrichtern auf Balkonen an Wohnungen oder auf dem Dach von Stadtvillen zum Inhalt hat. Im ersten Schritt dieses Vorhabens werden ab Mai 2013 Testanlagen an einhundert Wohnungen und Häusern installiert. Die Anlagen sind in den Leistungsklassen 160 W und 250 W verfügbar.

Wenn sich dieses Wirtschaftsprojekt als erfolgreich erweist und entsprechend ausgebaut werden kann, wird sich auf dem südkoreanischen Markt die Nachfrage nach Modul-Wechselrichtern erhöhen.

 

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