Eco Safari: Sonne tanken statt Diesel schlucken

Der Serengeti-Nationalpark in Tansania, Afrika, ist UNESCO-Weltnaturerbe und Touristen-Magnet. Hier leben Löwe, Leopard, Elefant, Nashorn und Büffel noch in ihrem natürlichen Lebensraum. Um die natürliche Umgebung zu erhalten, setzt Tanganyika Expeditions für den Betrieb seiner Unterkünfte in Tansania auf Photovoltaik und für die Safaris auf Elektromobilität.

ElefantTanganyika Expeditions betreibt im nördlichen Tansania seit 1989 Safari-Lodges und Camps. Acht der inzwischen zehn Lodges können auch künftig nicht an das Tansanische Stromnetz angeschlossen werden.

„Mit unseren Safari-Touren beschäftigen beschäftigen wir allein in Tansania 300 Mitarbeiter, sagt Denis Lebouteux, Leiter Tanganyika Expeditions. „Sie sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, den wir für alle Beteiligten so nachhaltig wie möglich gestalten wollen.“

Der Unternehmer setzte von Anfang an auf eine autarke Stromversorgung mit Solarstrom. „So bieten wir unseren Gästen einmalige Einblicke in das natürliche Leben der Tier- und Pflanzenwelt und Erlebnisse im Einklang mit der Natur.“ Am größten Standort gibt es mittlerweile sogar zwei SMA Inselnetze mit jeweils 55 Kilowatt Peak Photovoltaik-Leistung, die sowohl die Unterkünfte sowie die angeschlossene Wäscherei rund um die Uhr mit Solarstrom versorgen. Die Wäscherei beliefert dann weitere Camps und Lodges in der Nähe mit frischer Wäsche. Das Konzept für diese nachhaltige Energieversorgung erarbeiteten in enger Zusammenarbeit der Systemintegrator Asantys Systems und die Energieberatung Olk. Das Ergebnis geht weit über die reine Nutzung der elektrischen Geräte hinaus.

LöweDas Ziel: 100 Prozent Solarstrom

Der Solarstrom wird außerdem zur Erwärmung des Duschwassers in den Lodges genutzt. Das ist sogar noch ressourcenschonender und komfortabler als die Warmwassererzeugung mit Solarthermie. Denn in den Boilern steht das warme Wasser sofort bereit und muss nicht erst über lange Leitungswege in die Badezimmer transportiert werden. Das spart Wasser und erhöht zugleich den Gästekomfort.

Seit 2018 stellt der Betreiber auch seine Safari-Wagen auf Elektromobilität um. Toyota Landcruiser Safari- und Servicefahrzeuge werden von Diesel auf Elektromobilität umgerüstet. Diese Fahrzeuge werden hochwertig aufgearbeitet und bekommen so eine zweite Lebens-, Nutzungsdauer. Geladen werden die Wagen dann ebenfalls mit Photovoltaik-Strom über das SMA Inselnetz.

Mittlerweile fahren neun Safari-Wagen elektrisch. Mit einer Reichweite von 130 bis 140 km je nach Fahrzeugmodell sind sie ideal für Nacht-Safaris und kleinere Tagesausflüge geeignet. Teilweise werden sie auch für Transfer-Fahrten eingesetzt. Das spart Kraftstoffkosten, schädliche Emissionen und letztendlich auch wertvolle Zeit und schont dabei die natürliche Umgebung der Tiere.

Zuvor mussten allein für die Fahrten zur Tankstelle bis zu 60 Kilometer gefahren werden. Nun ist zusätzlich auch der Aufwand für die Wartung der Elektrofahrzeuge geringer, weil der Verschleiß geringer ist. Der besondere Clou: Die Safari-Wagen sind auf der Kühlerhaube mit Photovoltaikmodulen ausgestattet. Das erhöht die Lebensdauer der Batterien signifikant.

Fast wie auf Samtpfoten schleichen die Wagen bei den Pirschfahrten nun durch die einmaligen Naturreservate – und ermöglichen den Touristen unvergleichliche Safari-Erlebnisse. Die Tierwelt bleibt dabei ungestört und die Luft sauber.

 

 

 

SMA SolarAnlagensteckbrief Grumeti Hills

 

Tanganyika Expeditions: Vorreiter im nachhaltigen Safari-Tourismus

1. Elektromobilität: 2nd Life für Verbrenner

Toyota Landcruiser

Erste Elektro-Safaris Ostafrikas

Fahrzeugtyp: Toyota Landcruiser, Verbrenner, 20 Jahre
Reichweite: 100–150 km
Nutzung: Nachtsafaris, Tagesausflüge, Flughafentransfers, Transportfahrten zwischen einzelnen Standorten
Ladeinfrastruktur: Autarke Photovoltaik-Batterie Stromversorgung, 6 x SMA Sunny Island 8.0, Multicluster Box 6 und 60 kWp mit SMA Sunny Tripower
Nachhaltigkeitsfaktor: Kraftstoffeinsparung, Emissionen vermeiden, Vermeidung von Öl-, Ölfilter, Luftfilter, deutlich reduzierte Abnutzung von Kupplung und Bremsen.

2. Solarstrom zur Erwärmung von Duschwasser

Tanganyika Expeditions nutzt seit 2018 als erster Safari Lodge-Betreiber in Ostafrika Photovoltaikstrom zur Erwärmung von Duschwasser.

Die Warmwasserboiler mit einem Fassungsvermögen von 50 Litern werden direkt hinter der Dusche installiert. Dadurch ist das warme Duschwasser sofort verfügbar und erhöht den Komfort für die Nutzer. Bei solarthermischen Anlagen muss das Wasser zunächst 10 bis 20 Meter lange Leitungswege bis zur Dusche zurücklegen.

Nachhaltigkeitsfaktoren:

Vermeiden → Keine Wasserverschwendung durch kurze Wege bei der Warmwasserleitung zu Dusche und Handwaschbecken. Im Vergleich: Bei der Wassererwärmung durch Solarthermie wird oft 0,5 bis 1 Minute Wasser laufen gelassen/verschwendet, bis warmes Wasser von den Kollektoren da ist.
Reduzieren → Weil das Duschwasser die gewünschte Duschtemperatur hat, muss weniger Kaltwasser beigemischt werden.
Wiederverwenden → Die Warmwasserboiler werden tagsüber direkt mit überschüssigem Solarstrom erwärmt.

3. Brunnenwasser zu Trinkwasser aufbereiten: Plastikmüll vermeiden

Brunnenwasser zu Trinkwasser aufbereitenUm auf Plastikflaschen zu verzichten, nutzen die Lodges und Camps eigenes Brunnenwasser, das über eine Filteranlagen und Umkehrosmose auf Trinkwasserqualität gebracht wird.

4. Regenwassernutzung: Grundwasser schonen

In Auffangflächen und Tanks fängt Tanganyika Expeditions Regenwasser auf und schont so den Grundwasserspiegel.

Die Flächen zur Regenwassersammlung werden zu großen Teilen
gleichzeitig als Installationsfläche für Photovoltaik verwendet.

5. Batterie-Recycling: Wertvolle Rohstoffe weiter nutzen

Die Lebensdauer der verwendeten Blei-Gel-Batterien liegt bei rund 8-10 Jahren. Erreichen die ersten Batterien in den Jahren 2028-2030 ihr Lebensende, plant Tanganyika Expeditions die Batterien an Batterieaufbereitungsunternehmen zu geben, wo sie nach internationalen Standards recycelt werden. Bei einem durchschnittlichen Gewicht von 7 Tonnen je Batteriebank ist der recycelbare Rohstoffwert beachtlich hoch. Eine Blei-Gel-Batterie enthält rund 80 % Blei. Die eingesetzten Batterien mit einem Gesamt Gewicht von 7,5 Tonnen enthalten rund 5,6 Tonnen Blei. Diese Batterien haben einen Schrottpreis von ca. 3.500 €. Bei gutem Recycling hat das Blei einen Wert von ca. 5.000 €. Diese Zahlen und Größenordnungen verdeutlichen, dass Recycling nicht nur sinnvoll ist, sondern auch finanziell interessant ist.

 

Bildquelle: Tanganyika Expeditions

 

Tipps für Nachahmer:

  1. Frühzeitigen Austausch vermeiden: Batterieräume mit natürlicher Belüftung verlängern die Lebensdauer einer Batterie.
  2. Ressourcen reduzieren: Alle Komponenten im Inselsystem sind ideal auf den Bedarf abgestimmt.
  3. Batterien recyceln: Am Ende der Lebensdauer werden die Solarbatterien recycelt. Ausgediente Batterien der E-Autos können noch als stationäre Solarbatterie verwendet werden.

 

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4 Kommentare
  1. Albrecht Herbert
    Albrecht Herbert sagte:

    Hallo,
    sieht ja gut aus aber sind die Sunny Islands auch nach Installationsanleitung angeschlossen? Hatte erst in Sambia wieder nicht nach Installationsanleitung verlegte Batteriekabel.

    Antworten
    • Harald Olk
      Harald Olk sagte:

      Hallo Herr Herbert,
      danke für die positive Rückmeldung.
      Ja, es wurde nach Anleitung installiert.
      Wenn Sie im selben Bereich tätig sind, wollen wir uns mal telefonisch austauschen? Evtl. Facebook zur Kontaktherstellung?

      Grüße, Harald Olk

      Antworten
  2. Henk Bronkhorst
    Henk Bronkhorst sagte:

    Yep nice only problem you have the animals well they dont have a problem with you i hope
    this is Africa because of the power cuts they all have a generator also inside the Serengeti
    lodges and here in Mwanza town, you can make a eco story that is bull they making every
    time fires that is making your good intensions down the drain i can agree with you if this
    landcruisers would drive electric only then a few solar panels do nothing bud is only nice
    play ground for the monkeys, be good!

    Antworten
    • Harald Olk
      Harald Olk sagte:

      Dear Mr. Bronkhorst,

      I have to admit that I don’t get your point 100%.
      These PV-Installations provide 24/7 electricity and the e-cars drive frequently and they are charged 100% by sunlight.
      At this particular place there are no, very few monkeys and so far they don’t disturb at all.
      If you want to discuss details, please send your contact to the blog administrator and I get back to you.
      Greetings, Harald

      Antworten

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