So vernetzen Audi und SMA E-Mobilität und Solarstrom

Die Elektromobilität ist ein wichtiger Meilenstein der Energiewende. Heute schon haben die meisten Autohersteller Elektromodelle im Angebot. Ein wichtiger Aspekt ist das Laden der E-Fahrzeuge. Für die Autofahrer sollte das so einfach und flexibel wie möglich sein und wenig kosten. Der Autobauer Audi und SMA als Solar- und Energieexperte bündeln jetzt Kompetenzen in den Bereichen E-Mobilität und Energiemanagement. So  wird der neue Audi e-tron mit dem Ladesystem Connect ins intelligent vernetzte Haus eingebunden. Wie das technisch funktioniert, erläutern Gerhard Paris und Axel Vogel von der AUDI AG.

 

Welche Anforderungen an die Elektromobilität stellen Kunden heute? Und was wird in der Zukunft wichtig?

Der schnelle Ladevorgang ist eine wichtige Anforderung von Kunden.

Der schnelle Ladevorgang ist eine wichtige Anforderung von Kunden.

Axel Vogel: An erster Stelle stehen Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit des E-Autos. Es muss genau so nutzbar sein, wie ein Fahrzeug mit konventionellem Antrieb – ohne  Kompromisse. An zweiter Stelle kommt das Thema Ladevorgang. Die Autofahrer wollen ihr Fahrzeug schnell, zuverlässig und natürlich möglichst günstig laden. Idealerweise mit nachhaltig erzeugtem Grünstrom. Solaranlagenbesitzer legen darüber hinaus Wert auf eine optimale Nutzung des selbst erzeugten Stroms  mit hohem Eigenverbrauch. Kurz gesagt: Sie wollen den selbst erzeugten, kostenlosen Strom direkt für das Laden ihres Autos einsetzen.

Gerhard Paris: Eine zukünftige Herausforderung ist das Thema Netzstabilität, getrieben durch einen höheren Anteil erneuerbarer Energien und die steigenden Zahl von Elektroautos. Dafür braucht es ein intelligentes Energiemanagement entlang des aktuellen und planbaren Bedarfs. Als Puffer können beispielsweise Batteriespeicher dienen, die Schwankungen zwischen Erzeugung und Verbrauch ausgleichen und die Netzfrequenz stabilisieren, indem sie kurzfristig kleinere Mengen Energie stationär zwischenspeichern. Eine Überlastung des Netzes kann so vermieden werden. [Der Blogbeitrag „Elektroautos: Chance für das Stromnetz statt Gefahr“ erklärt dieses Szenario, Anm. der Redaktion]

 

Mobil einsetzbar: Das Ladesystem für den Audi e-tron.

Mobil einsetzbar: Das Ladesystem für den Audi e-tron.

Ladesäulen für Elektrofahrzeuge gibt es bereits. Was ist das Besondere am Ladesystem Connect?

Axel Vogel: Im Gegensatz zur Ladesäule, die an einem festen Ort steht, ist das Ladesystem Connect mobil einsetzbar. Der Audi e-tron kann damit dank der serienmäßigen Netzanschlusskabel an allen konventionellen Haushalts- und Drehstromsteckdosen mit bis zu 22 kW laden. Für so genannte Caravan-Steckdosen (dreipolige CEE-Steckdosen) oder landesspezifische Steckdosen gibt es austauschbare Stecker.  Mit dem Ladesystem Connect verfolgen Kunden ihre individuelle Ladestatistik und den Ladeverlauf im myAudi Portal, in der myAudi App oder auf dem eingebauten Touch-Display. Neben den Ladezeiten und der geladenen Strommenge sind auch die entsprechenden Kosten detailliert aufbereitet. Wenn es das Home Energy Management System (HEMS) unterstützt, sieht der Kunde zudem, wie hoch der Verbrauch an eigenerzeugtem Solarstrom für das Auto ist. Software-Updates werden online eingespielt. Das Ladesystem ist gegen unbefugte Nutzung geschützt und wird erst beim „Anstecken“ des Fahrzeugs freigeschaltet.

 

Wovon profitieren Nutzer, wenn sie das Ladesystem Connect mit dem Home Energy Management System (HEMS) von SMA nutzen?

Gerhard Paris: Die Nutzer profitieren von einer Vielzahl intelligenter Funktionen, mit denen sich das Auto nahtlos ins smarte Eigenheim integriert. Das HEMS beeinflusst den Ladevorgang so, dass erstens das E-Auto dann geladen wird, wenn günstige Stromtarife zur Verfügung stehen. Dabei werden Abfahrtszeit und der aktuelle Energiebedarf berücksichtigt. Zweitens wird kostenloser Solarstrom bevorzugt geladen, wenn eine Solaranlage vorhanden ist. Das Energiemanagement-System von SMA berücksichtigt dabei auch die prognostizierten Sonnenstunden. Und drittens wird immer mit der maximal verfügbaren Leistung geladen, die Hausanschluss und Auto ermöglichen. Dabei wird der Bedarf der anderen Verbraucher im Haushalt berücksichtigt und eine Überlastung des Hausanschlusses vermieden.

 

Live-Test mit dem neuen Audi e-tron beim SMA Technology Day.

Live-Test mit dem neuen Audi e-tron beim SMA Technology Day.

Ab wann können Kunden den Audi e-tron über das Ladesystem Connect ins HEMS von SMA einbinden?

Gerhard Paris: Wir biegen mit unserem Projekt auf die Zielgerade ein und haben auf dem Weg viel erreicht. Unsere Kunden profitieren von dem gemeinsamen Kommunikationsstandard EEBus, über den alle im System vernetzen Geräte miteinander sprechen können. Auf zwei so genannten Plugfesten (SMA Energiemanagement im Internet-of-Things und Wenn die Heizung mit dem Auto spricht) wurde dieser erfolgreich getestet. Jetzt befindet sich das Projekt in der Endtestphase und in den nächsten Wochen starten die ersten Feldtests. Für Mitte 2019 ist die Markteinführung geplant – nur wenige Monate nach Marktstart des Audi e-tron.

 

Welche Chancen für die Elektromobilität ergeben sich aus der Zusammenarbeit von  Audi und SMA?

Gerhard Paris: Durch die Zusammenarbeit zwischen Automobilindustrie und Solar- und Energieexperten treiben wir nachhaltige Mobilität voran. Mit dem Audi e-tron wandelt sich Audi vom reinen Automobilhersteller zum Systemanbieter für Premium-Mobilität. Denn bei der Elektromobilität reicht eben das reine Auto nicht mehr aus, unsere Kunden erwarten ein ganzheitlich gedachtes Ökosystem. Ein wichtiger Baustein ist dabei das heimische Laden. Das sollte leistungsstark, vollvernetzt und am besten nachhaltig sein. Für diesen Anspruch ergänzen sich unseren beiden Unternehmen perfekt. SMA ist Spezialist in Sachen Energiemanagement und Audi der Experte im Automotive-Bereich.

Vielen Dank für das Gespräch. 

 

Zur Person:

Axel Vogel ist Fachreferent bei der AUDI AG und zuständig für die Entwicklung im Themenfeld Smart Charging. Vorher hat er bei Audi als Entwickler für Offboard-Ladetechnik gearbeitet und war für die Elektronik-Absicherung tätig. Als Betreiber von zwei PV-Anlagen ist er ein bekennender Befürworter der Energiewende und der erneuerbaren Energiegewinnung durch Sonne und Wind.

„E-Mobilität macht einfach nur Spaß. Wer es einmal versucht, kommt schwer wieder davon los. Zusammen mit einem guten Systemangebot, wie z.B. einem flächendeckenden Zugang zu öffentlichen Ladesäulen und einem Ladesystem, dass sich auch mit der PV-Anlage verbindet und die Eigenverbrauchsquote erhöht, ist die E-Mobilität für die meisten Nutzer uneingeschränkt alltagstauglich.“

 

Gerhard Paris ist Funktionsentwickler bei der AUDI AG und zuständig für die Entwicklung im Bereich Smart Charging. Er hat vorher an der OTH Regensburg seinen Master in Elektromobilität und Energienetze  absolviert.

„Der Siegeszug der E-Mobilität kann nur gelingen, wenn alle Bereiche, auch außerhalb des Fahrzeugs, wie Energiemanagement-System-Anbieter, Netzbetreiber und Energieversorger eng zusammen arbeiten und der Kunde bereit ist, seine alten Gewohnheiten hinter sich zu lassen und offen für Neues zu sein.“

Beide waren mit dem neuen Audi e-tron zu Gast bei SMA, um das neue System live zu testen.

 

 

Das sagt SMA:

„Die Elektromobilität und die Erneuerbaren Energien können gemeinsam einen großen Schritt nach vorne machen. Der SMA Data Manager verbindet intelligente Ladetechnologie und zukunftssicheres Energiemanagement zu einer integrierten Lösung für die eigenen vier Wände. Der Data Manager steuert alle Verbraucher intelligent und macht sämtliche Energieflüsse sichtbar. Über das Monitoring-Portal Sunny Portal powered by ennexOS haben Nutzer den Stromverbrauch und die Betriebsdaten ihrer Haushaltsgeräte jederzeit im Blick und erkennen Einsparpotential.“

Bo Lonborg Mueller von SMA

 

Solltet ihr Fragen zum Thema SMA HEMS und Ladetechnologie haben, schickt eine E-Mail an Bo.Mueller@SMA.de.

 

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