Gewerbebetriebe: Stromkosten senken mit Photovoltaik liegt im Trend

event sma commercial day 2018

Volles Haus bei SMA: Anfang März trafen sich rund 200 PV-Experten aus 20 Ländern zur Konferenz „Gewerbliche Photovoltaik- und Speicherlösungen: Connecting Energy“. Andreas Gast, Head of Sales Central Europe bei SMA, über Highlights und Trends in der gewerblichen Photovoltaik (PV). 

Andreas, gewerbliche PV-Anwendungen sind ein Thema, das auf großes Interesse stößt. Die SMA Veranstaltung war dementsprechend schon zwei Wochen vor Beginn ausgebucht. Was macht Photovoltaik für Gewerbebetriebe so attraktiv? Und was tut sich gerade auf dem Markt?

Die Systemkosten für gewerbliche PV-Anlagen und Speicherlösungen sind mittlerweile so stark zurückgegangen, dass die PV-Erzeugungskosten in vielen europäischen Ländern deutlich unter den Strombezugskosten der Betriebe liegen. Dementsprechend lohnt es sich für Unternehmen immer mehr, mit Photovoltaik selbst Strom zu erzeugen und zu nutzen. So senken sie erheblich ihre Stromkosten. Zusätzlich gibt es aktuell auf dem Gebiet der Sektorenkopplung spannende neue Entwicklungen. Dabei geht es insbesondere um die Einbindung von Gewerbe-Speichern, Blockheizkraftwerken, Wärmepumpen, Kühl- und Klimatechnik sowie E-Mobilität in ein gezieltes Energiemanagement. Dadurch können insbesondere kleine und mittlere Gewerbebetriebe noch mehr Stromkosten sparen. SMA hat dafür die Plattform ennexOS entwickelt, die die intelligente Steuerung der Erzeuger und Verbraucher über sämtliche Sektoren hinweg ermöglicht.

 

Cornelia Daniel, TausendundeinDach

Wie überzeugt man Gewerbetreibende davon, auf Solarstrom zu setzen? Cornelia Daniel, österreichische Solar-Pionierin von „1001 Dach“, gab hilfreiche Tipps. Zum Beispiel: Mit Stromgestehungskosten argumentieren statt mit der Amortisationszeit.

Was waren deine persönlichen Highlights der Veranstaltung?

Ein besonderes Highlight war für mich schon vor der Veranstaltung die große Resonanz, die wir nicht nur aus Deutschland sondern aus vielen anderen europäischen Ländern, wie z.B. Belgien, Niederlande, Österreich, Italien, Spanien, Finnland und Schweden bekommen haben. Während der Veranstaltung hat mich der Vortrag von Cornelia Daniel zu Vertriebsinnovationen und zukünftigen Geschäftsmodellen mit PV im Gewerbe besonders gefesselt. Sie hat das Thema noch einmal aus einer ganz neuen Sichtweise betrachtet und dadurch viele gute Denkanstöße vermittelt. Eine ganz wichtige und erfreuliche Erkenntnis für mich war, dass Speicherlösungen für Gewerbebetriebe schon sehr gut funktionieren. In diesem Bereich werden schon viele neue Projekte umgesetzt.

 

Stromkosten senken ist nur ein Aspekt. Welche Trends und Entwicklungen siehst du für die kommenden Jahre in der gewerblichen Photovoltaik?

Der Trend zur Dezentralisierung und Eigenstromerzeugung wird weitergehen, und der europäische Markt für gewerbliche PV-Anlagen vor dem Hintergrund ihrer zunehmenden wirtschaftlichen Attraktivität weiter wachsen. Mit der Digitalisierung werden zusätzlich neue Geschäftsmodelle für Unternehmen entstehen, die selbst Strom erzeugen. Das spannende hierbei ist, dass die Komplexität kontinuierlich steigen wird und Kooperationen zwischen verschiedensten Marktteilnehmern aus unterschiedlichen Bereichen und verschiedenen Wertschöpfungsstufen erforderlich sind, um diese Herausforderungen bewältigen zu können. Mit unserer neuen Energiemanagement-Plattform ennexOS sowie den Energielösungen, die wir über unser Tochterunternehmen coneva in den Markt bringen, wird SMA den gewerblichen PV- und Speichermarkt für unsere Kunden technologisch öffnen und Kooperationen ermöglichen. Somit sind wir in der Lage dieses Marktsegment zusammen mit unseren Kunden und Geschäftspartnern in den kommenden Jahren auszubauen und zu erschließen. Dabei wird in Deutschland auch die Direktvermarktung von überschüssigem Strom weiter eine wichtige Rolle spielen. Hier haben wir gemeinsam mit unserem Partner MVV Energie AG mit SMA Spot eine einfache und unkomplizierte Lösung entwickelt.

 

Andreas, vielen Dank für das Gespräch.

 

 

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