Aus alt mach neu: Was bringt Repowering von Solaranlagen?

Kommt die Solaranlage in die Jahre und bringt nicht mehr die gewünschte Leistung, kann ein „Repowering“ Sinn machen, also die Modernisierung oder Erweiterung einer Photovoltaikanlage z.B. um ein Speichersystem. Wir haben mit dem SMA Repowering-Experten Michael Plöchl darüber gesprochen, wann sich Repowering für Anlagenbetreiber rechnet.

 

Ab wann lohnt sich Repowering für Anlagenbetreiber?

Michael Plöchl: Eine Anlagenmodernisierung  lohnt sich besonders, wenn die Anlage mit einem alten Trafo-Wechselrichter ausgestattet ist und noch eine gewisse EEG-Restlaufzeit hat. Betreiber profitieren hier besonders von den höheren Erträgen, die ihnen ein Neugerät bringt. Auch Anlagen, die eine leichte Serviceanfälligkeit zeigen, sollten modernisiert werden: Denn nach dem Repowering gilt ja wieder die fünfjährige SMA Werksgarantie, die mit einer Garantieverlängerung noch ausgedehnt werden kann.

 

Was macht SMA Repowering so besonders?

Michael Plöchl: Wir bieten besonders individuelle Lösungen an. Dafür haben wir vier Repowering-Pakete geschnürt, die auf den jeweiligen Bedarf des Anlagenbetreibers zugeschnitten sind. Vom einfachen Ersatz des Altgeräts bis zum Umbau in eine zukunftsfähige Speicherlösung ist alles möglich. Jeder Betreiber kann für sich entscheiden, wie seine Modernisierung aussehen soll und was er sich leisten kann und möchte. Unser Repowering kann der erste Schritt Richtung Energiemanagement sein oder einfach nur der Austausch eines alten Wechselrichters gegen ein neues und effizienteres Gerät. Damit Anlagenbetreiber schnell und unkompliziert nachschauen können, welcher Wechselrichter für ihre Anlagen in Frage kommt, haben wir die die SMA Repowering App entwickelt. Sie liefert ohne unnötige Angaben schnell eine individuelle Empfehlung.

 

Michael Plöchl, Head of Service Team Installed Base

Michael Plöchl, Head of Service Team Installed Base

Was sollte der Anlagenbetreiber beim Repowering alles beachten?

Michael Plöchl: Wer seine Anlage repowern möchte, sollte immer auch das EEG beachten. Demnach kann man den Wechselrichter tauschen, die Module aber aufgrund der EEG-Vorschriften nicht. Für das private Eigenheim ist unsere SMA Repowering App ein guter Indikator. Sie zeigt an, welche modernen Geräte zur Anlage passen. Mit dieser Empfehlung suchen Anlagenbetreiber dann am besten ihren Installateur auf. Für größere Anlagen sollte man unser Auslegungstool Sunny Design verwenden. Wenn man die Kommunikation anpassen oder ändern möchte, sucht man am besten gleich den Installateur seines Vertrauens auf.

 

Vielen Dank, Michael, für das Interview. 

 

Entwicklung Solarenergie in Deutschland

Deutschland zählt zu den ältesten Solarmärkten Europas. Im September 1990 starteten Bund und Land das 1000-Dächer-Programm und förderten so die Photovoltaik in Deutschland nach einer festgelegten Quote. Sie bezuschussten die Anlagen- und Installationskosten zu 70 Prozent (50 % Bund, 20 % Länder). Über 2.000 Anlagen wurden auf diese Art gefördert. Die Kosten für die Systemtechnik lagen damals bei mehreren zehntausend D-Mark.

Einspeisevergütung per Gesetz

Als die Bundesregierung dann ab April 2000 per Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine attraktive Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Energien festlegte, löste das einen Boom der Solar- und Windenergie in Deutschland aus. Je mehr Anlagen ans öffentlichen Netz gingen und fleißig Strom erzeugten, desto teurer wurde auch die Förderung. In sonnen- und windintensiven Zeiten wurde auch deutlich, dass die bestehenden Netze nicht dafür ausgelegt waren. Die damalige Bundesregierung aus Union und FDP novellierte 2012 das EEG und kappte die Einspeisevergütung drastisch – mit verheerenden Folgen für die Branche. Viele Anbieter verschwanden vom Markt. Anlagenbetreiber fragten sich, ob sich Solarstrom überhaupt noch lohnt.

Trendwende Speicher

Aber die Technik entwickelte sich glücklicherweise weiter. Inzwischen ist Solarstrom sogar deutlich günstiger herzustellen als Strom in konventionellen Kraftwerken. Solaranlagenbetreiber setzen mit intelligentem Energiemanagement und Speichern auf die kostengünstige und dezentrale Stromerzeugung. Heute nehmen Speichersysteme in Eigenheimen wie auch in großen Kraftwerken überschüssigen Solarstrom auf und speichern ihn als Reserve für sonnenschwächere Zeiten zwischen. Das entlastet die öffentlichen Netze. Und privaten Anlagenbetreibern entstehen viele neue Möglichkeiten für die Vermarktung ihres selbst erzeugten Solarstroms. Mittlerweile ist in Deutschland eine Gesamtleistung von 43 Gigawatt Solarleistung installiert. Die Energiewende kommt bestimmt.

 

Interessiert?

Mit der SMA Repowering-App findet ihr ganz leicht raus, welcher Wechselrichter zu eurer Anlage passt.

Seid ihr Installateur? Auf unserer Seite erfahrt ihr mehr über die SMA Registrierungsvergütung für Neugeräte.

 

Ihr habt Fragen an Michael? Dann schreibt uns gerne in die Kommentare.

 

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