Wie nachhaltig ist die Digitalisierung wirklich?

SMA Digitalisierung

Der gesamte Digitalverkehr im Internet verbraucht so viel CO2 wie der Flugverkehr. Diese Meldung hat mich doch sehr erstaunt. Denn eigentlich hören wir doch immer, dass uns die Digitalisierung bei der effizienteren Nutzung von Ressourcen hilft. Also ist die Digitalisierung nun nachhaltiger oder etwa doch nicht?

Wenn man nur auf die Effekte von bestimmten Lösungen wie beispielsweise Smart Home Systemen schaut, ist Digitalisierung ganz sicher ein großes Plus – ganz besonders beim nachhaltigen Einsatz von Energie. Zudem sparen wir ja derzeit durch den Einsatz von web-basierten Meetings eine Menge Fahr- und Flugmeilen und damit CO2.

Aber machen wir uns nichts vor. Die fortschreitende Digitalisierung führt auch dazu, dass jeder von uns eine Menge Daten anhäuft und verschickt. Gerade durch das Cloudcomputing ist das bequem und praktisch grenzenlos möglich: Mails mit Anhang, Fotos, Filme und vieles mehr teilen wir mit unseren Freunden und Arbeitskollegen. Nur in Deutschland werden täglich über eine Milliarde E-Mails versendet. Dabei werden auch Dateien beigefügt, die sich dadurch immer wieder vervielfachen und riesige Mengen von Speicherplatz benötigen. Wir bekommen davon nur nichts mit, da dies ja alles bequem an einem anderen Ort, nämlich in riesigen Rechnenzentren passiert.

 

IT-Anwendungen und -Geräte sind verantwortlich für 800 Millionen Tonnen CO2

Alleine die Bitcoin Währung verbraucht so viel Energie wie das Land Dänemark.

Alleine in den letzten zehn Jahren ist der Energieverbrauch von Rechenzentren um 40 Prozent gestiegen. Denn die Rechenzentren benötigen Strom für die Millarden an Daten. Außerdem wird eine große Menge an Energie zum Kühlen dieser Server verbraucht. Für IT-Anwendungen und Geräte werden dadurch järlich ca. 800 Mio Tonnen CO2 emittiert. Alleine die Bitcoin Währung verbraucht soviel Energie wie das Land Dänemark.

 

CO2 Fußabdruck der Mediennutzung

 

Und was macht SMA?

Unternehmen sind bei diesem Thema an mehreren Stellen gefragt. Größere Unternehmen betreiben oft eigene Rechenzentren. Diese sollten eine möglichst hohe Effizienz besitzen und mit erneuerbaren Energien versorgt werden.

SMA hat bereits bei dem Bau seines Rechenzentrums auf eine ressourcenschonende Lösung gesetzt. Mit einem Power Usage Effectiveness -Wert von 1,25 (die Power Usage Effectiveness (PUE) ist eine technische Kennzahl, mit der sich die Energie-Effizienz von Rechenzentren darstellen lässt) haben wir 2013 den Deutschen Rechenzentrumspreis für Energie- und Ressourceneffizienz gewonnen. Zudem basiert die Stromversorgung bei SMA schon länger auf einer CO2 neutralen Basis, mit einem ständig wachsenden Anteil an regionalem, dezentralen erneuerbaren Energien. In jüngster Zeit wurde mehr und mehr Serverleistung reduziert. Hierdurch konnten alleine in den letzten zwei Jahren ca. 38% an Energie eingespart werden.

SMA setzt immer mehr auf Cloud-basierte Lösungen, also im Grunde auf den outgesourcten Energieverbrauch. Aber SMA hat sich hierbei für einen Anbieter entschieden, dessen Rechenzentren mit einem noch effizienteren PUE-Wert betrieben werden, als im SMA eigenen Rechenzentrum. Zudem sind diese Rechenzentren natürlich auch CO2 neutral.

 

Ecosia sucht nachhaltig und pflanzt Bäume

Mit den Suchanfragen bei SMA würden durch Ecosia jährlich über 125.000 Bäume gepflanzt.

Unternehmen haben aber noch weitere Möglichkeiten, einen Beitrag für einen nachhaltigen Einsatz von digitalen Medien zu leisten. Nehmen wir das Beispiel „Google-Suchanfrage“. Wenn man bedenkt, dass jede Suchanfrage 2g CO2 verbraucht, hört sich das erst einmal nicht viel an. Aber hochgerechnet auf alle Mitarbeiter und in einem Jahr sind das bei täglich je fünf Suchanfragen bereits fast elf Tonnen CO2.

SMA führt derzeit einen neuen Browser für die Nutzung aller Mitarbeiter ein. Die Suchmaschine Ecosia soll Standardsuchmaschine bei SMA werden. Diese Idee wurde von mehreren Kollegen eingebracht, die zuhause bereits Ecosia nutzen.

Ecosia

Ecosia betreibt nicht nur seine Rechenzentren mit erneuerbaren Energien und minimiert daher die Auswirkungen der Suchanfragen, sondern pflanzt kostenlos jeweils einen Baum mit den generierten Einnahmen aus mehreren Suchanfragen. Zudem wird bei Ecosia deine Privatsphäre geschützt.

Diese Lösung zeigt, dass man sogar am Schreibtisch sitzend mit einem Klick das Klima gleich doppelt schützen kann. CO2 einsparen und CO2 speichernde Bäume pflanzen.

 

Wie du digitale Medien nutzen und dabei energiebewusst handeln kannst

Alleine das Streamen von Filmen verbraucht ca. 300 Mio. Tonnen CO2 im Jahr, das entspricht einem Prozent der weltweiten CO2-Emissionen.

Das richtige Verhalten scheint so einfach zu sein, doch machen wir uns nichts vor. Wir sehen die Auswirkungen der Digitalisierung nicht, die Emissionen entstehen weit weg von uns. Aber einen einfachen Beitrag kann jeder von uns leisten. Hier ein paar Anregungen:

  1. Seht euch mal eure einzelnen Medien an. Wie voll ist Euer E-Mail-Postfach? Wie viele Fotos schlummern auf Endgeräten, bzw. irgendwo in einer Cloud? Einmal ausmisten, das befreit. Und wer etwas archivieren möchte: Die effizienteste Lösungen sind immer noch die altbewährten Speichermedien wie CDs, DVDs oder externe Festplatten.
  2. Genauso ungern wie Werbebriefe erhält man Werbe-Mails. Also, einfach mal schauen, welche Newsletter regelmäßig so reinkommen und dann konsequent abbestellen.
  3. Weniger Musik und Filme streamen. Ein Film verbraucht fast 1,5 kg CO2. Weltweit sind das ca. 300 Mio Tonnen CO2 pro Jahr. Das entspricht einem Prozent der weltweiten CO2 Deshalb: Vielleicht einfach mal wieder eine CD oder DVD einlegen. Und wenn doch Streaming, dann reicht sicherlich auch eine geringere Auflösung.
  4. Achtet bei der Wahl eures Cloud-Anbieters darauf, dass dessen Rechenzentren mit erneuerbaren Energien betrieben werden.
  5. Stellt auch zuhause eure Suchmaschine auf Ecosia ein. Dann kann man in seiner eigene Statistik sehen, wie viele Bäume schon durch die eigenen Klicks gepflanzt wurden.

Das hört sich alles doch sehr einfach an. Also, warum nicht einfach starten? Denn jeder kann auf seine Art und Weise einen Beitrag leisten, den nächsten Generationen eine lebenswerte Zukunft zu sichern.

 

Über Mission N

Matthias Schäpers SMA

Matthias Schäpers ist SMA Nachhaltigkeitsbeauftragter und Klimaschutzbotschafter für Kassel des hessischen Umweltministeriums

Seit Jahren wird der Wandel hin zu einer nachhaltigen Entwicklung gefordert, um die beschlossenen Klimaziele noch erreichen zu können. Wissenschaftler bestätigen dabei in großer Übereinstimmung, dass je länger wir warten, die korrektiven Schritte umso extremer ausfallen werden.

Es geht bei dieser Forderung um nicht mehr und nicht weniger als eine Selbstverständlichkeit: Unseren nachfolgenden Generationen die gleichen Lebensbedingungen zu hinterlassen, die wir vorgefunden haben. Zurecht fordern wir von der Politik, die entsprechenden Rahmenbedingungen hierfür zu schaffen. Aber passt das auch zu unserem eigenen Verhalten? Oft handeln wir nämlich genau entgegengesetzt, manchmal bewusst, aber oft unbewusst und aus Gewohnheit. So hat unser Lebensstil oft Auswirkungen, die wir gar nicht erkennen.

Auch Unternehmen müssen ihren Beitrag leisten und mehr Verantwortung übernehmen. Sie haben Einfluss auf die Bedingungen innerhalb ihrer Produktion, auf die Lieferkette und auf die Nutzung ihrer Produkte – während des Gebrauchs und danach. Sie können ihre Mitarbeiter zu einem nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen ermutigen und umgekehrt das Potential der Mitarbeiter nutzen. Für viele Mitarbeiter ist es bereits eine Grundvoraussetzung, sich für ein Unternehmen zu entscheiden, das nachhaltiges Verhalten ernst nimmt und fördert.

In meinem Blog MissionN möchten wir Euch wertvolle Informationen und motivierende Anregungen rund um das Thema nachhaltiges Verhalten am Arbeitsplatz und privat geben. Dabei werde ich auch aktiv über das Nachhaltigkeitsengagement im Unternehmen SMA berichten.

Erfahre mehr über Nachhaltigkeit bei SMA auf unserer Website.

 

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