Sibirien: Die Sommersonnenwende begrüßen mit Photovoltaik

Dieser Artikel erschien 2014. Die Tipps und Techniken können möglicherweise veraltet sein.

Unser Kollege Jan Stottko ist schon viel rumgekommen. Jetzt betreute er ein ganz besonderes Projekt – und bekam so die Möglichkeit, beim jakutischen Neujahrsfest dabei zu sein.

3 SMA Sunny Island sorgen für die intelligente Steuerung des Systems

3 SMA Sunny Island sorgen für die intelligente Steuerung des Systems

Toyon-Ary ist ein kleines Dorf in Ost-Sibirien mit nicht viel mehr als 100 Einwohnern. Hier, 120 Kilometer südlich von Jakutsk, der Hauptstadt der Republik Sakha, gestaltet sich der Zugang zum öffentlichen Stromnetz schwierig. Der hiesige Energieversorger Yakutskernergo setzt daher konventionell auf Dieselgeneratoren, die die Stromversorgung der Einheimischen sicherstellen.

Doch der Dieselpreis wird auch in Russland teurer, der Transport zu den entlegenen Orten in Sibirien ist schwerfällig und aufwändig. Yakutsenergo beschloss daher, sein Dieselsystem in Toyon-Ary zu erneuern: In Kombination mit Photovoltaik.

Hierzu ließ der Stromversorger 80 Solar-Module mit einer Leistung von 20 kW installieren, die in Verbindung mit drei SMA Sunny Island, einer ca. 2000Ah Batterie und zwei 40kW Dieselgeneratoren agieren und so den Dieselverbrauch signifikant senken.

 

Die Einweihung führte Jan nach Toyon-Ary
Die feierliche Inbetriebnahme mit musikalischer Begleitung

Die feierliche Inbetriebnahme mit musikalischer Begleitung

Jan Stottko, Sales Manager bei SMA, war bei der offiziellen Einweihung des Hybrid-Systems vor Ort und berichtet: „Mich haben natürlich besonders die Weite des Landes und die Menschen die hier leben beeindruckt. Sehr gefreut hat mich, dass die für die Installation verantwortliche Firma ElectroConcept wirklich gute Arbeit geleistet hat und die Einwohner von Toyon-Ary zufrieden sind.“

Die Anlage wurde am 18.06.2014 offiziell in Betrieb genommen, pünktlich zum jakutischen sommerlichen Neujahrsfest zur Sonnenwende. Dieser längste Tag des Jahres blieb Jan ganz besonders in Erinnerung: „Die traditionellen Kleider in allen denkbaren Farben und dass Jung und Alt zusammen kommen um die Inbetriebnahme zu feiern – das fand ich einfach toll!“

Unser Kollege Jan Stottko bei einer Bootsfahrt auf der Lena

Unser Kollege Jan Stottko bei einer Bootsfahrt auf der Lena

Doch nicht nur die Inbetriebnahme führte Jan nach Ost-Sibirien. Er besuchte in Yakutsk die “Renewable Energy In Isolated Systems Of The Far East Of Russia”. Auf der internationalen Konferenz in der Hauptstadt hielt Jan einen Vortrag über den Nutzen von leistungsstarken Batterie-Wechselrichtern in Netzen und welche unterschiedlichen Batterietypen in Kombination mit den SMA Wechselrichtern für die jeweiligen Anwendungen am geeignetsten sind.

Weit über 300 weitere Dieselgenerator-Stationen gibt es in Jakutien. Das Potenzial für Kraftstoffeinsparungen durch die Einbindung von Photovoltaik ist groß und so freut sich Jan schon auf weitere Reisen in die Russische Föderation und auf die vielen spannenden Momente, die ihn dort erwarten.

 

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2 Kommentare
  1. Rainer Jacob sagte:

    Interessanter Beitrag.

    Toll natürlich die Fotos von den Jakuten.

    Der Beitrag zeigt für mich, daß in speziellen Situationen PV-Module die Wahl sind – ohne Subventionen oder Zwangsabnahme des PV-Stroms. Allerdings ist auch die Siedlungsdichte in Jakutien eine sehr, sehr viel niedere als in D. Und selbst die Hauptstadt Jakutsk ist nicht ganzjährig auf dem Landweg erreichbar.

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    • Kurt Lowinski sagte:

      Hallo Rainer,

      da hast Du recht. Es gibt Gegenden, in denen eine sichere Stromversorgung auch ohne große Kraftwerke funktionieren muss. Mit heutiger Technik ist das problemlos möglich.

      Vorteil in diesen Regionen ist, dass die Versorgung nicht durch einige große Monopolisten für kleinere Teilnehmer blockiert ist. Schaue man sich nur mal die lächerlichen Regeln zur Erbringung von Regelleistung bei uns an. Wenn ich mit meinen Batteriespeicher daran teilnehmen wollte, würde ich schon an den Zugangsbarrieren dieses Marktes scheitern. Deshalb ist es wichtig, dass diese Hürden für Kleinanbieter entfernt werden. Der Einspeisevorrang ist dazu ein passendes Mittel, das hervorragend funktioniert.

      Antworten

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