Photovoltaik wird weltweit zur günstigsten Stromquelle

SMA_Solarfeld

Weniger als 25 US-Dollar pro Megawattstunde Solarstrom – solche Preise sind in sonnenreichen Regionen keine Seltenheit mehr. Die Erzeugungskosten neuer Kohle- und Atomkraftwerke liegen dagegen bei über 60 bzw. 110 US-Dollar. Mit ihren immer weiter sinkenden Kosten ist die Photovoltaik auf dem besten Weg, weltweit zur preisgünstigsten Stromquelle zu werden. Es ist also ökologisch und ökonomisch absolut sinnvoll, neue Solarstromanlagen zu bauen, statt weiter auf konventionelle Kraftwerke zu setzen.

Internationale Experten sind sich einig: In den kommenden zehn bis 15 Jahren wird die Photovoltaik zur weltweit kostengünstigsten und in der Folge wichtigsten Stromquelle. Bloomberg New Energy Finance (BNEF) konstatierte in seinem im Juni veröffentlichten New Energy Outlook 2019, dass neu zugebaute Solar- und Windkraftanlagen bereits heute in zwei Dritteln aller Länder zu geringeren Kosten Strom erzeugen als neu zugebaute konventionelle Kraftwerke. In zehn Jahren werden sie fast überall auch die Erzeugungskosten bereits bestehender Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke unterbieten. Die International Renewable Energy Agency (IRENA) veröffentlichte erst kürzlich neue Zahlen, die diesen Trend ebenfalls untermauern: Laut ihrem Future of Solar Photovoltaic Report fallen die durchschnittlichen Erzeugungskosten (Levelized Cost of Electricity, LCOE) für PV-Strom dank weiterer technologischer Entwicklungen und Skaleneffekte bis 2050 auf 0,014 bis 0,05 US-Dollar pro Kilowattstunde.

Bis 2050 können in der Solarindustrie über 18 Millionen Arbeitsplätze entstehen

MA_Infografik-PV-Kosten

Während also die Preise für Solarstrom, und auch für Batteriespeicher, die diesen rund um die Uhr verfügbar machen, immer weiter sinken, ist die Tendenz bei Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken eher gegenläufig. Die Schere wird noch viel größer, wenn man die Umwelt-, Gesundheits- und Entsorgungskosten hinzurechnet, die durch den Betrieb konventioneller Kraftwerke entstehen. Vor diesem Hintergrund könnte die weltweit installierte Photovoltaik-Kapazität laut IRENA bis zur Mitte des Jahrhunderts von heute rund 500 Gigawatt auf über 8.500 Gigawatt wachsen, PV könnte 25 Prozent des globalen Strombedarfs decken, und die Zahl der weltweit in der Solarindustrie beschäftigten Menschen von rund 1,4 Millionen auf über 18 Millionen steigen.

Die internationale Politik muss klar Position beziehen

Um dieses Wachstum zu ermöglichen und das Potenzial der Photovoltaik voll auszuschöpfen, brauchen wir jedoch die Unterstützung der Politik. Sie muss die geeigneten Rahmenbedingungen für das Energiesystem der Zukunft schaffen, um Hindernisse auf verschiedenen Ebenen zu beseitigen. Dazu gehören etwa Themen wie Netzintegration, Finanzierung oder internationale Industriestandards. Nicht nur die Experten der IRENA fordern daher ein entschlossenes Handeln der Politik für den Umbau unseres Energiesystems, sondern auch die den erneuerbaren Energien gegenüber eher konservativ eingestellte International Energy Agency.

Ich denke, es ist höchste Zeit für nationale Regierungen und supranationale Organisationen, hier klar Position zu beziehen, und Worten endlich Taten folgen zu lassen – insbesondere auch, damit sie ihre eigenen Klimaziele erreichen. Subventionen für die fossile und atomare Erzeugung müssen gestrichen und die regulatorischen Rahmenbedingungen auf einen fairen Wettbewerb und ein kostengünstiges, klimafreundliches und sicheres dezentrales Stromerzeugungssystem ausgerichtet werden. Dafür sprechen schließlich nicht nur ökologische Gründe, sondern auch die ökonomische Vernunft.

 

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