Kriege und Konflikte – Erneuerbare Energien sind ein Teil der Lösung

CEO Blog, Energiepolitik, Energiewende, Nachhaltigkeit

Nationale Gedenktage wie der Veterans Day (USA), der Remembrance Day (Commonwealth-Staaten) oder der Volkstrauertag (Deutschland) haben kürzlich in vielen Ländern der Welt an die Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft erinnert. Auch aktuell ist unser Planet alles andere als ein friedlicher Ort. 358 Kriege und Konflikte gab es 2019 weltweit. Häufig involviert sind Staaten, aus denen wir Öl, Gas und Kohle beziehen. Neben dem Kampf gegen den Klimawandel ein weiterer wichtiger Grund, die Welt so schnell wie möglich unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu machen.

Fossile Energien machen abhängig …

58 Prozent ihres gesamten Energieverbrauchs haben die Länder der Europäischen Union 2018 importiert. In Deutschland lag der Anteil sogar bei rund 64 Prozent. Hauptlieferant der EU für Rohöl, Erdgas und Kohle war Russland. Zu den weiteren Lieferanten zählten unter anderem Irak, Saudi-Arabien, Nigeria, Libyen und Aserbaidschan. Alles Länder, die in Kriege oder Konflikte verwickelt sind, in denen größtenteils instabile oder autoritäre politische Verhältnisse herrschen und die teilweise sogar mit EU-Sanktionen belegt sind. Energieimporte aus solchen Staaten sind nicht nur fragwürdig hinsichtlich der Einhaltung von Menschenrechten, Umwelt- und weiterer elementarer Standards, sondern auch riskant, was die Versorgungssicherheit betrifft. Denn um eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten, müssen die EU-Staaten kontinuierlich neue Brennstoffe importieren – und machen sich damit in ihren Handlungsoptionen dauerhaft von den Exporteuren abhängig.

… und bergen hohes Konfliktpotenzial

Zusätzlich zeigen die seit Monaten schwelenden Konflikte zwischen Griechenland, der Türkei und weiteren Staaten in der südöstlichen Mittelmeerregion um die Ausbeutung von Gasreserven vor Zypern und den Transport von Öl und Gas nach Europa, welch hohes Konfliktpotenzial der Hunger der Industriestaaten nach fossilen Brennstoffen für ohnehin schon instabile Regionen birgt. Der Kampf um Ressourcen, bei denen es sich größtenteils um Öl und Gas handelt, war 2019 der vierthäufigste Grund für Kriege und Konflikte.

Ein schneller Umstieg auf erneuerbare Energien trägt also nicht nur zur Lösung der immer bedrohlicher werdenden Klimakrise bei, sondern auch zur Eindämmung von Konflikten in Krisenregionen und zur Schwächung von autoritären Regimen – allerdings nur, wenn dabei nicht erneut zu großen Teilen auf Energieimporte aus diesen Regionen gesetzt wird. Genau das ist aber der Plan der Bundesregierung im Rahmen der grünen Wasserstoffstrategie. Anstatt einen schnelleren Zubau von erneuerbaren Energien im Inland zu fördern, stößt die Bundesregierung Projekte zum Import von grünem Wasserstoff aus Ländern wie Marokko oder der Demokratischen Republik Kongo an. Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Wuppertal Instituts zeigt, dass diese Strategie nicht nur für die Länder, aus denen der grüne Wasserstoff importiert werden soll, nachteilig ist, sondern auch für die deutsche Volkswirtschaft.

Wir brauchen einen hohen Anteil von Erneuerbaren vor Ort

Ein hoher Anteil erneuerbarer Energiequellen in Nähe der Verbraucher ist für mich der richtige Weg zu einer sicheren und nachhaltigen Energieversorgung. Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern auch auf EU-Ebene und darüber hinaus. Und übrigens nicht nur für die Industriestaaten: Die Elektrifizierung mit Inselstromsystemen auf Basis erneuerbarer Energien kann auch die Situation in vielen Krisen- und Konfliktregionen entschärfen. Denn der Zugang zu nachhaltiger und kostengünstiger Energie ist die Voraussetzung für Bildung, Entwicklung und Wohlstand.

SMA CEO Blog

Hier schreibt SMA Vorstandssprecher Jürgen Reinert über Themen, die ihn bewegen.

 

1 Antwort
  1. Avatar
    Ulrike Schäfer sagte:

    Fossile Energien machen abhängig… und bergen hohes Konfliktpotenzial

    Und wir befinden uns bereits bei einer durchschnittlichen globalen Erwärmung von 1,2 Grad!

    Und leider wird eine kleine, aufgeklärte Minderheit mit einzelnen Konsumentscheidungen keine Klimakatastrophe verhindern können, wenn die gewählten, politischen Akteure sich mutlos und zuverlässig weigern, dringend erforderliche Schritte für die enkeltaugliche Zukunft endlich anzugehen.

    Hier sei dennoch ein erfolgversprechender Baustein für Klimaaktivist*innen im privaten Kampf gegen die Klimakrise aufgezeigt: Divestment.

    SMA als großer Arbeitgeber überweist Monat um Monat Löhne und Gehälter –
    sicher auch auf Konten der Sparkassen / Volksbanken (gelten gemeinhin als engagiert in der Region, gemeinwohlorientiert), Deutscher Bank und Commerzbank.

    Diese Banken investieren leider sehr viel Geld in Geschäftsfelder, die die Klimakatastrophe am zuverlässigsten befeuern: in fossile Energien!

    Im Juni 2020 haben 16 Akteure des deutschen Finanzsektors, mit Aktiva von mehr als 5,5 Billionen Euro und über 46 Millionen Kundenverbindungen in Deutschland, eine Selbstverpflichtung unterzeichnet, ihre Kredit- und Investmentportfolien im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens auszurichten.

    Wie ernsthaft sich das jeweilige Kreditinstitut tatsächlich um Klimaschutz bemüht, können interessierte Verbraucher*innen auf den folgenden Seiten überprüfen:

    fairfinanceguide.de und urgewald.org

    Unter Umständen finanzieren Kund*innen über Ihre Kreditinstitute direkt in die Klimakrise und in Waffengeschäfte.

    Kund*innen, (insbesondere SMA-Mitarbeiter*innen), die für die dringend notwendige Energiewende brennen und bei SMA zukunftsfähige, großartige Produkte entwickeln und verkaufen, können von Ihren Banken fordern, dass diese:

    1.
    ihre Geschäfte konsequent am Pariser Klimaziel ausrichten, die Erderwärmung auf 1,5°C zu begrenzen. Dafür braucht es einen Kohleausstiegspfad, der sofort mit starken Einschnitten der
    Finanzierung von Kohleunternehmen beginnt und sie spätestens 2030 beendet.

    2.
    die Finanzierung von Firmen stoppen, die Atomwaffen herstellen oder Rüstungsgüter und Waffen an kriegführende Staaten liefern oder an solche, in denen die Menschenrechte verletzt werden.

    Herzliche Einladung an alle SMA-Mitarbeiter*innen zu prüfen, ob das eigene Kreditinstitut in eine lebenswerte Zukunft investiert, die Banken direkt zu kontaktieren und diese an Ihre Versprechen zu erinnern, Ihre Geschäftsfelder konform zum Pariser Klimaabkommen zu wählen.

    Herzlicher Wunsch an SMA als Arbeitgeber, diese Zusammenhänge aktiv zu kommunizieren.

    Klimakrise ist ausgeforscht, wir müssen handeln (Harald Lesch)
    Los geht’s mit dem #divestment!
    Hier können alle Klima-Aktivist*innen werden, alle machen mit!
    Für nachhaltige Banken!
    Für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen!

    Weiterhin viel Power wünscht
    Ulrike Schäfer (Ehefrau eines SMA-Mitarbeiters)

    Filmtipp:
    https://www.youtube.com/watch?v=LRQWXFCaOGs&list=LLTK1mjhogNlGBlz8GSQUezQ&index=275

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