Kassel-Kultur im Dunkeln

Dieser Artikel erschien 2011. Die Tipps und Techniken können möglicherweise veraltet sein.

Lore Klipp

Samstagabend war ja wohl wie geschaffen für die Museumsnacht. Unser Startpunkt war der Kulturbahnhof, am frühen Abend war dort außer der offiziellen Einweihung noch nicht viel zu sehen, also war zuerst mal das Motto: lass mal was schauen, was du noch nicht kennst. So kam ich zum ersten Mal in meinem Kasseler Leben ins (frisch sanierte) Ständehaus (am Ständeplatz) und bekam dort prompt eine kurzweilige Führung. Weiter gings über den Scheidemannplatz zur Treppenstraße, ein paar Blicke über die Aussteller der Handwerkskammer, ein paar jungen, begeisterten Stukkateuren bei ihrer Arbeitsdemo über die Schulter geschaut, bei der Siegerin des „Ahle Wurscht“ Wettbewerbs eine solche erstanden (leider ging ein großer Teil davon heute Morgen schon wieder mit meinem Sohn auf Klassenfahrt), weiter über den Friedrichsplatz zur documenta-Halle.

Vorgeschmack auf documenta 13

Dort stellte die neue documenta-Leiterin Teile ihres Konzepts fürs nächste Jahr vor. Das wird eine richtig kreative Suchbewegung auf den alten Spuren Kassels. Erste Vorschläge für das neue logo lagen aus und Unterstützer des Stadtmuseums hielten leckere Kleinigkeiten für Besucher bereit. Als ich dann in der Abendsonne vor dem Cafe saß und auf die Orangerie schaute und die ersten nicht-deutschen Stimmen in angeregte Kunstdebatten vertieft hörte, schlich sich die erste Vorfreude aufs nächste Jahr und 100 Tage Kunst mit internationalem Besuch ein. Dann Kontrastprogramm, wir stellten fest, dass wir das Marmorbad gar nicht richtig kannten. Also Filzpantoffeln an und eine kleine Führung durch den spätbarocken Kunstspaß des Landgrafen. Wieder draußen lockten angenehme Temperaturen und die schöne Abendstimmung vor der Orangerie zu Getränk und Pause.

Junge Kunst im Bahnhofsviertel

Jetzt sollte es um junge Kunst in Kassel gehen. Zuerst die Galerie Loyal, da gab eher zu hören als zu sehen, war auch eindeutig das falsche Alter. Trotzdem kurz zum Hoffest des ARM geschaut, auf dem +67 Spielplatz mit dem Rollatorkreisel gefahren und an den gemütlichen Tischen im Hof die nächste Pause eingelegt, dann ging es weiter zum Schillerviertel, zwei neue Galerien angeschaut und das Brandthaus. Hier soll ein Kulturnetzwerk und vor allem Raum und Platz für Künstler entstehen. Die Lokalität sieht dafür wie gemacht aus . Wir drücken alle Daumen für das Projekt. Das stattfindende Fest hatte leider „geschlossene Gesellschaft“. Also konnten wir uns keinen näheren Blick verschaffen aber das, was wir sehen konnten, hat auf jeden Fall neugierig gemacht.

Die inzwischen platten Füße konnten sich beim Konzert der Blassportgruppe im Kulturbahnhof kurz ausruhen, still halten konnten wir sie aber nicht, die Aufführung war zu gut und ging in die Beine.

So oder so, ich freue mich auf die nächste Museumsnacht in Kassel.

Nächstes Jahr ist mal wieder der Bergpark dran…

2 Kommentare
  1. Avatar
    Michael Kühnel sagte:

    Ja, ist schon praktisch, dass das Hoffest des ARM, Lolitabar, Galerie und Club Loyal immer zeitgleich zur Museumsnacht stattfindet. Da ist wirklich für jeden was dabei : ]

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    • Leonie Blume
      Leonie Blume sagte:

      Wie wahr, wie wahr. Ich hoffe ja, dass das Schillerviertel durch das Brandthaus endlich zu neuem Leben erweckt. Die Location „Fenster zum Hof“ war für mich übrigens auch eine absolute Entdeckung.

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