Innovative Energielösungen mit coneva

Vom Wechselrichter-Produzenten zum Energiedienstleister – SMA nutzt die Chancen der Digitalisierung. Jochen Schneider hat gemeinsam mit Frank Blessing und Frank Reichenbach die Tochtergesellschaft coneva aufgebaut. Mit innovativen digitalen Energiedienstleistungen weist das Start-up seinen Kunden den Weg in die digitale und vernetzte Energieversorgung der Zukunft.

 

Jochen, wie wird sich die Energieversorgung in den kommenden Jahren verändern?

Energielösungen mit coneva

coneva-Geschäftsführer Jochen Schneider entwickelt seit über zehn Jahren Geschäftsmodelle mit Fokus auf erneuerbaren Energien, dezentralem Energiemanagement und digitalen Technologien.

Jochen Schneider: Die dezentrale Energiewelt wird weiter stark wachsen, und in letzter Konsequenz wird die Energieversorgung in Zukunft nicht mehr von wenigen Unternehmen gewährleistet, sondern von vielen Millionen Energieproduzenten, die oft gleichzeitig auch Konsumenten sind, also Prosumer. Für eine sichere, nachhaltige und effiziente Stromversorgung wird es entscheidend sein, die verschiedenen Elemente der dezentralen Energiewelt zu vernetzen. Das heißt, Stromerzeuger wie Photovoltaik- oder Windkraftanlagen müssen mit Verbrauchern und Speichern gekoppelt werden. Die traditionellen Geschäftsmodelle der Energieversorger werden in Frage gestellt, neue Wettbewerber werden in den Markt eintreten und diesen Prosumern innovative Angebote zur effizienten Nutzung und Vermarktung ihres selbst erzeugten Stroms machen. Die klassischen Energieversorger werden an diesem Markt nur teilhaben, wenn sie ihren Kunden eigene Lösungen für Energiemanagement, Energieeffizienz, Stromkostensenkung und Direktvermarktung anbieten können. Genau hier setzen die Leistungen der coneva GmbH an.

 

Inwiefern?

Jochen Schneider: Wir entwickeln genau diese Lösungen etwa für Stadtwerke, Wohnungsbaugesellschaften oder Telekommunikationsunternehmen. Diese bieten sie dann wiederum als White Label-Lösungen unter ihrem eigenen Namen ihren Endkunden an. Dazu gehören unter anderem auch Konzepte für die Eigenverbrauchsoptimierung oder „Community-Modelle“. Außerdem sprechen wir Unternehmen, wie etwa Supermarkt- und Hotelketten oder Krankenhäuser, direkt mit unserem Angebot zu Energiemonitoring, Energiesteuerung und Energiemanagement an. Sie können mit unseren Lösungen erheblich Energiekosten sparen und am Energiehandel teilnehmen.

 

Wie kann man sich dieses Angebot konkret vorstellen?

Energielösungen mit coneva.

Frank Reichenbach (l.) verantwortet das Leistungsportfolio für gewerbliche Anwendungen, Frank Blessing (r.) die Lösungen für private Endkunden.

Frank Blessing: Für jeden dieser Bereiche schnüren wir Lösungspakete, die die Hard- und Software mit den passenden Dienstleistungen verknüpfen. Die Pakete folgen einer einfachen Logik. Im ersten Schritt werden alle Energieströme im Haus oder Betrieb in einem Energiemonitoring erfasst. Dadurch wissen die Kunden der Stadtwerke beziehungsweise die direkt von uns bedienten Unternehmen, wie und wo sie Energie verbrauchen. Unsere Handlungsempfehlungen helfen ihnen anschließend dabei, ihren Energieverbrauch zu optimieren. Die nächste Stufe besteht aus einem intelligenten Energiemanagement. Dabei steuern wir die Energieerzeuger und –verbraucher auf lokaler Ebene vollautomatisch so, dass zum Beispiel selbst erzeugter Strom effizient genutzt wird und die Kosten deutlich sinken. Wir koppeln aber nicht nur die klassischen Stromverbraucher im Haus oder Betrieb miteinander, sondern integrieren auch Wärme- und Klimatechnik, Elektromobilität und Speicher. Auch die Einbindung in den Strommarkt darf nicht fehlen. Dafür entwickeln wir eine Plattform, auf der wir die Kundensysteme miteinander vernetzen und ihnen die Möglichkeit geben, auf einem digitalen Marktplatz überschüssigen Strom zu handeln oder Netzdienstleistungen anzubieten und damit Geld zu verdienen.

Frank Reichenbach: Wichtig ist dabei, dass die Prosumer, ob Privathaushalte oder Unternehmen, und ihre Bedürfnisse immer im Mittelpunkt stehen. Die neue Energieversorgung mit ihren vielen Akteuren klingt nicht nur komplex, sie ist es auch. Das sollte aber von den Endkunden so zu keiner Zeit wahrgenommen werden. Wir möchten, dass alle Interessengruppen möglichst direkt und unkompliziert von den Möglichkeiten der dezentralen Energieversorgung profitieren können. Die Lösungen für sie müssen daher einfach, komfortabel und sicher sein. Das alles können wir mit unseren Energiedienstleistungen jederzeit gewährleisten, denn sie basieren auf der ennexOS-Plattform von SMA. Dort ist unter anderem das umfassende Know-how im Energiemangement und Netzmanagement eingeflossen, über das SMA seit vielen Jahren verfügt. Übrigens wurde ennexOS auf der Intersolar in München mit dem smarter E Award ausgezeichnet.

 

Welche Bedeutung hat SMA für coneva?

Jochen Schneider: Gerade im Bereich der Energiedienstleistungen treten zurzeit sehr viele Start-ups in den Markt ein. Sie bringen zwar neue Ideen mit, haben aber kaum Erfahrungen im Markt und mit der Technologie. Für uns ist es daher ein großer Vorteil, dass wir auf der langen Erfahrung, der ausgereiften Technologie und den Daten von SMA aufbauen und gleichzeitig unabhängig vom Mutterkonzern sehr eigenständig und dynamisch agieren können. Zusätzlich gibt die finanzielle Stärke von SMA unseren Kunden die Sicherheit, dass es coneva auch in einigen Jahren noch geben wird. Coneva ist sozusagen ein Start-up mit Standing.

 

Frank, du bist nach vielen Jahren als Produktmanager bei SMA zu coneva gewechselt.

Frank Blessing: Richtig. Schließlich bekommt man nicht jeden Tag die Gelegenheit, ein innovatives Start-up mit aufzubauen, das mit ganz neuen digitalen Energiedienstleistungen maßgeblich die Energieversorgung der Zukunft mitgestaltet. Und durch den Wechsel kann ich meine bei SMA gemachten Erfahrungen und meine Expertise im Austausch mit Experten aus anderen Bereichen optimal einbringen.

Frank Reichenbach: Genau das ist das Spannende bei coneva; die mittlerweile 14 Kollegen kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen wie Energiewirtschaft, Telekommunikation oder Automotive und verschiedenen Fachrichtungen, wie Energiehandel, Datenmanagement, Systemarchitektur und IT. Sie bringen eine Mischung aus langjährigen Erfahrungen, neuen Ideen und ganz viel Begeisterung mit. Außerdem kommen noch externe Partner aus weiteren Branchen dazu, die wiederum ganz neue Blickwinkel eröffnen. Alles zusammen fließt in unsere Lösungen ein.

Jochen Schneider: Bei unseren Gesprächen mit den unterschiedlichen Stakeholdern lernen wir jeden Tag Neues dazu, das uns dabei hilft, unser Angebot weiterzuentwickeln und noch besser auf die Bedürfnisse unserer Kunden auszurichten. Die positive Resonanz bei Partnern und Kunden aus allen Bereichen zeigt uns, dass unser ganzheitliches Angebot für Energieeffizienz und Energiemanagement genau zum richtigen Zeitpunkt kommt. Schließlich schreitet der Wandel zu dezentralen Energieversorgungsstrukturen weltweit rasant voran. Ein Highlight war in diesem Zusammenhang auch unser erster öffentlicher Auftritt auf der Messe E-World in Essen. Das Interesse, das uns dort entgegenschlug, war wirklich überwältigend.

 

Nach diesem erfolgreichen Start – was sind eure nächsten Ziele?

Jochen Schneider: Seitdem hat sich natürlich schon wieder einiges getan. Inzwischen haben wir eine ganze Reihe von Pilotprojekten mit Stadtwerken, Stadtwerksverbänden und Supermärkten gestartet beziehungsweise sind in der Planung. Gemeinsam mit unserem Partner Danfoss, mit dem wir auch ein Joint Venture im Bereich Supermärkte planen, sind wir zum Beispiel dabei, einen Supermarkt in Oldenburg mit unseren Lösungen auszustatten. Nach dem Start in Deutschland ist die Internationalisierung ein wichtiges strategisches Ziel für uns. Als nächsten großen Zielmarkt haben wir die USA fest im Blick. Gutes Potenzial sehen wir aber auch in den anderen europäischen Märkten und Australien. Außerdem möchten wir unser Partnernetzwerk in den kommenden Monaten weiter vergrößern und gemeinsam mit diesen externen Experten unsere Angebote für Energiemanagement und Energieeffizienz weiter ausbauen. Wir entwickeln zum Beispiel erste mobile Anwendungen, also Apps, in den Bereichen Energieberatung und Community, die wir auf der E-World 2019 vorstellen wollen.

 

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Mehr Infos: www.coneva.com

 

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