Blick nach vorn nach einem schwierigen Jahr

Heute haben wir die Ergebnisse der SMA in 2018  veröffentlicht. Einem sehr herausfordernden Jahr, in das wir anfangs mit einem hohen Auftragsbestand und einem positiven Ausblick gestartet waren. Doch in den folgenden Monaten mussten wir mit einer anhaltenden Bauteileknappheit kämpfen. Deshalb konnten wir unsere Kunden insbesondere bei gewerblichen Photovoltaikanlagen im ersten Halbjahr nur eingeschränkt beliefern. Ende Mai senkte die chinesische Regierung dann völlig überraschend und mit sofortiger Wirkung ihre PV-Ausbauziele und die Solarförderung drastisch. Dass führte zu einem Einbruch des chinesischen Solarmarkts. In der Folge drängten die chinesischen Anbieter verstärkt auf die internationalen Märkte und verursachten in allen Segmenten einen hohen Preisdruck.

In Erwartung noch weiter sinkender Preise verschoben Projektentwickler und Investoren die Umsetzung von Photovoltaikprojekten. Zusätzlich wurde das Speichergeschäft beeinträchtigt, weil die Speicherproduzenten nicht genügend Batterien liefern konnten. In dem schwierigen Umfeld verkaufte SMA mit rund 8,5 Gigawatt zwar genauso viel Wechselrichter-Leistung wie im Vorjahr, unsere ursprünglichen Umsatz- und Ergebnisziele haben wir aber nicht erreicht. Bei einem Umsatz von 761 Mio. Euro mussten wir einen Verlust von 69 Mio. Euro (EBITDA) verbuchen, der durch zahlreiche Sondereffekte beeinflusst war.

Maßnahmen zur Kostensenkung und Umsatzsteigerung liegen im Plan

Um SMA schnell und nachhaltig wieder profitabel zu machen, haben wir Maßnahmen eingeleitet, mit denen wir unsere Kosten senken und den Umsatz steigern werden. Bei der Umsetzung kommen wir gut voran. Wir haben unsere chinesischen Gesellschaften an das dortige Management verkauft. Damit senken wir unsere Fixkosten und können unsere Einkaufs-, Entwicklungs- und Produktionskapazitäten in Deutschland besser auslasten. Leider müssen wir aber auch in Deutschland rund 100 Vollzeitstellen abbauen. Ich bin sehr froh, dass wir es geschafft haben, den Abbau durch ein Freiwilligenprogramm sozialverträglich zu gestalten. Auch die Reduzierung unserer Produktplattformen wird zur Kostensenkung beitragen. Durch sie können wir die Entwicklungszyklen verkürzen und den Anteil von Bauteilen, die über das gesamte Portfolio genutzt werden, erhöhen.

Gleichzeitig wollen wir uns noch stärker auf die Bedürfnisse unserer Kunden ausrichten. Dafür führen wir die Business Units, den Vertrieb und den Service enger zusammen und bauen unsere strategischen Partnerschaften weiter aus. Die Maßnahmen werden großteils schon 2019 wirksam. Das wird uns dabei helfen, dem hohen Preisdruck zu begegnen, den wir weiterhin in allen Segmenten erwarten.

Gut positioniert für die zukünftige Energieversorgung

Die sinkenden Preise in der Solarbranche sind für uns aber nicht nur eine Herausforderung. Sie sorgen auch dafür, dass die Photovoltaik wettbewerbsfähiger mit anderen Energiequellen wird. Ich bin fest davon überzeugt, dass Photovoltaik und andere erneuerbare Energiequellen weltweit schon bald einen erheblichen Anteil an der  Energieversorgung haben werden. Um die schwankende Einspeisung aus erneuerbaren Quellen auszubalancieren und eine nachhaltige, sichere und kostengünstige Stromversorgung zu gewährleisten, brauchen wir umfassende Speicherkapazitäten, genaue Erzeugungs- und Verbrauchsdaten für zuverlässige Prognosen und ein intelligentes Energiemanagement über alle Sektoren hinweg.

Genau hier liegen unsere Stärken. Wir verfügen über langjährige Erfahrung und umfassendes Wissen in der Systemintegration von Batteriespeichern aller Größen und Anwendungsbereiche. In unserem Monitoring Portal Sunny Portal sind weltweit mehr als 1,5 Millionen Geräte registriert. Sie liefern wertvolle Daten, die – professionell aufbereitet und wirksam anonymisiert – genaue Einspeiseprognosen erlauben. Die entsprechenden Lösungen bieten wir unseren Kunden aus der Energiewirtschaft im Rahmen der SMA Energy Data Services an. Unser Sunny Home Manager ist das meistverkaufte Energiemanagement-System für Haushalte am Markt, und mit der Energiemanagement-Plattform ennexOS haben wir die Basis geschaffen, um unser Angebot in den Bereichen Energiemanagement und Energiemarktintegration von Haushalten und Unternehmen ständig weiterzuentwickeln. Darauf bauen auch die digitalen Energiedienstleistungen unsere Tochtergesellschaft coneva auf.

Wechselrichter bleiben unser Kerngeschäft

Unser Kerngeschäft ist und bleibt aber die Entwicklung und Produktion qualitativ hochwertiger Solar-Wechselrichter mit innovativer Technik und Funktionalität. Sie sind die Basis, auf der unsere Systeme und Lösungen aufbauen. Daher werden unsere Entwickler auch zukünftig daran arbeiten, unsere Wechselrichter mit einem Fokus auf Kostenreduzierung, Zuverlässigkeit, hoher Qualität und Lebensdauer weiterzuentwickeln. In den kommenden Monaten werden wir neue Sunny Boys, Sunny Tripower und den neuen Sunny Central UP mit integrierter Anbindungsmöglichkeit an Großspeicher an unsere Kunden ausliefern.

SMA wird Marktchancen nutzen

Außerdem werden wir verstärkt in Zukunftsfelder wie Energiemanagement, Speicherintegration, Repowering und digitale Geschäftsmodelle vordringen. Ich bin sicher, dass SMA in diesem Jahr von der Marktkonsolidierung sowie dem erwarteten Wachstum im Utility- und Speichersegment sowie in den Regionen EMEA und Americas profitieren wird. Im Vorstand erwarten wir 2019 ein Umsatzwachstum auf 800 Mio. Euro bis 880 Mio. Euro und ein positives EBITDA von 20 Mio. Euro bis 50 Mio. Euro. Damit werden wir bei Abschreibungen von ca. 50 Mio. Euro bestenfalls ein ausgeglichenes EBIT erreichen.

Auch für die weitere Entwicklung der SMA bin ich optimistisch. Die Digitalisierung und Dezentralisierung der Energieversorgung schreitet weltweit voran und findet angesichts des Klimawandels immer stärkere politische Unterstützung. Auch wenn es in dem dynamischen Umfeld, in dem wir uns bewegen, immer wieder Herausforderungen geben wird, bin ich davon überzeugt, dass wir die Chancen nutzen können, die sich aus dem Wandel ergeben.

Hier schreibt SMA Vorstandssprecher Jürgen Reinert über Themen, die ihn bewegen.

Hier schreibt SMA Vorstandssprecher Jürgen Reinert über Themen, die ihn bewegen.

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