„Wir für Kassel“: SMA fördert Kinderprojekt

Von Nicolas Mezou (Gastbeitrag) am 20. Dezember 2012 in der Kategorie Karriere mit 0 Kommentare

httpv://youtu.be/cq5rQaERcnQ

 

In Kassel-Helleböhn leben überdurchschnittlich viele Jugendliche unter 14 Jahren, von denen 43% nach deutschen Maßstäben als „arm gelten“. Viele Haushalte mit alleinerziehenden Elternteilen beziehen Hartz IV, wodurch den Kindern oft von vornherein viele Möglichkeiten verwehrt bleiben.

Der Verein „Jumpers – Jugend mit Perspektive“ setzt sich dafür ein, den Kindern und Jugendlichen bessere Perspektiven zu ermöglichen und sie in ihrem Selbstwert zu fördern. Im Rahmen der Aktion „Wir für Kassel“ unterstützt SMA die Arbeit von „Jumpers – Jugend mit Perspektive e.V.“. Nun haben die Mitarbeiter des Vereins zusammen mit den Kindern aus Kassel-Helleböhn ein Video gedreht, das das Thema Kinderarmut behandelt. Wir haben Thorsten Riewesell, den Gründer und Vorsitzenden des Vereins, zu diesem Projekt befragt.

 

Bei dem Video "Hoffnung" zu Kinderarmut haben Kinder aus Helleböhn tatkräftig mitgearbeitet.

Bei dem Video „Hoffnung“ zu Kinderarmut haben Kinder aus Helleböhn tatkräftig mitgearbeitet.

Thorsten, Ihr macht mit dem Video auf ein Problem aufmerksam, das in den letzten Jahren häufig Bestandteil politischer Diskussionen war. Was genau war der Hintergrund für dieses Projekt?

Wir engagieren uns schon seit längerem für die Kids in Kassel und erleben ihren Alltag, ihre Sorgen und Ängste, aber auch ihre Hoffnungen und Träume. Es ist spannend zu erleben, welch ein Potenzial in ihnen schlummert und wie es durch das echte Interesse von Erwachsenen geweckt werden kann. Als wir von der Ausschreibung „Wir für Kassel“ hörten, kamen uns sofort diese Kids in den Sinn und ihr Leben. Dabei sollte nicht die Not im Mittelpunkt stehen, sondern die Hoffnung und die Sehnsucht nach Erwachsenen, die Hoffnungsträger werden.

 

Wieso habt ihr euch bei dem Video auf das ernste Thema „Hoffnung und Kinderarmut“ konzentriert? 

Die Tatsache, dass in einem Deutschland im Jahre 2012 ca. 2,5 Millionen Kinder als „arm“ gelten, ist eine ernste Not und Herausforderung an unsere Gesellschaft. Während die hohe Zahl anonym klingt, wird sie im einzelnen Schicksal von Kindern in Kassel plötzlich sehr persönlich. Wir erleben, was Kinderarmut bedeuten kann und wie Familien zu kämpfen haben. Aber wir sehen auch tapfere kleine Menschen, die Träume und Wünsche haben und ganz viel Potenzial. Und es wird deutlich: Kinderarmut ist kein lebenslanges Schicksal, es entscheidet sich aber oft daran, ob es Menschen gibt, die sich für die Kids einsetzen und ihnen echte Chancen und Perspektiven eröffnen.

 

Wie sind die Kinder mit diesem ernsten Thema umgegangen, von dem sie ja teilweise auch selbst betroffen sind? Auf welche Weise konnten sie an der Gestaltung des Videos teilhaben?

Die Kinder haben zum Teil mitentwickelt, gedreht und natürlich die Hauptrollen gespielt. Für die Kids war es natürlich ein Spaß das Video zu drehen und mitzugestalten. Diese Freude nahm dem Thema ein wenig den Ernst. Nur abseits der Kamera und natürlich im täglichen Miteinander in unserer Arbeit in Kassel-Helleböhn spüren wir, wie sehr das Thema das Leben der Kids belastet. Dabei ist es weniger die materielle Armut, sondern die leider oft daraus resultierende emotionale Armut. Kinder fühlen sich allein gelassen und werden oft zur Seite geschoben. Vielfach sind die Familien nicht in der Lage ihnen die Aufmerksamkeit und Liebe zu vermitteln, die sie so dringend benötigen, um sich gesund zu entwickeln und Selbstwertgefühl aufzubauen.

 

Wie sieht nun das weitere Vorgehen aus? Was passiert jetzt mit dem Film?

Zum einen findet der Film schon jetzt weite Verbreitung und viele Freunde über das Internet. Sehr viele sehen es auf YouTube und Vimeo bzw. auf den Internetseiten und verbreiten es weiter. Zum anderen wird es allen Schulen in Kassel zur Verfügung gestellt, inklusive eines Arbeitspapiers. So können Klassen über das Thema „Kinderarmut und Hoffnung“ ins Gespräch kommen. Aber es wird auch an Persönlichkeiten und Verantwortungsträger in Kassel versandt. Ich denke, der Film wird seinen Weg machen und weit über Kassel hinaus Menschen berühren und bewegen.

Thorsten Riewesell, Gründer und Vorstand von Jumpers e. V.

Thorsten Riewesell, Gründer und Vorstand von Jumpers e. V.

 

Haben die Kinder den Film auch schon sehen können? Wie waren die Reaktionen?

Der Film wurde bisher nur von ein paar Kids gesehen. Die größere Präsentation folgt noch. Natürlich finden sie den Film und besonders ihre Szenen lustig und toll. Ich glaube, sie sind auch ein wenig stolz darauf, so verantwortlich an diesem Film mitgearbeitet zu haben, nicht nur als Darsteller, sondern auch als Kameraleute, Kabelträger und Texter.

 

Thorsten, herzlichen Dank für das Interview. Und weiterhin viel Erfolg und viel Öffentlichkeit für den Film.

 

 

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Der Autor

Nicolas Mezou (Gastautor)

Nicolas hat Afrikanistik, Französisch und Soziologie studiert und arbeitet zurzeit als Praktikant im Team Corporate Social Responsibility. In seiner Freizeit ist er leidenschaftlicher Fußballfan und füllt als DJ die Tanzflächen in Düsseldorf.

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