Wie viel Speicher braucht die Energiewende?

Von am 17. September 2014 in der Kategorie Energiewende mit 49 Kommentare
Windkraft-und-Solar-fuer-die-Energiewende

Wind- und Solaranlagen liefern günstigen und sauberen Strom und es gibt noch viele Dächer und Felder, auf denen wir weitere Anlagen bauen können. Doch leider schwankt die Leistung der beiden Energiequellen häufig. Nun ist es glücklicherweise so, dass der Wind oft dann weht, wenn die Sonne nicht scheint, und umgekehrt Sonne scheint, wenn der Wind nicht weht. Beide Energiequellen ergänzen sich oft hervorragend – und trotzdem muss zu jeder Zeit genau so viel Strom zur Verfügung stehen, wie gerade verbraucht wird. Ohne Speicher geht es nicht – die Frage ist aber: wie muss so ein Speicher beschaffen sein?

Die Speichergröße für Solar- und Windstrom abschätzen

Ideal wäre ein Speicher dann, wenn er alle Schwankungen des Wind- und Solarstroms aufnehmen, und so gleichmäßig wie möglich den Strom wieder abgeben würde. Dann würde der Speicher sich verhalten wie ein heutiges konventionelles Kraftwerk, das konstant immer mit der gleichen Leistung durchläuft.

Die benötigte Speicherkapazität kann man also ermitteln, indem man über den gesamten Betrachtungszeitraum – hier zwei vollständige Jahre von Anfang 2012 bis Ende 2013 – die durchschnittliche Erzeugung abfließen lässt, und gleichzeitig die komplett erzeugte Leistung in den Speicher einfließen lässt, wie sie gerade kommt. Die mindestens benötigte Speicherkapazität ist dann der Abstand zwischen tiefstem und höchstem Füllstand.

 

Speicherbedarf zur Verstetigung von Solarstrom

Genau das habe ich einmal mit den Leistungswerten des Solarstroms simuliert – der Speicherfüllstand entspricht der gelben Linie in der Grafik unten. Man sieht hier gut, dass im Winter mehr Energie aus dem Speicher entnommen als eingefüllt wird. Der Füllstand sinkt. Im Sommer überwiegt die Solarstrom-Erzeugung und der Füllstand steigt wieder. Betrachtet man nun den Abstand zwischen niedrigstem und höchstem Füllstand, kann man ablesen, dass knapp 9 Terawattstunden Speicherkapazität gebraucht werden.

Wenn man den Verlauf des Speicherfüllstandes genauer betrachtet, fällt auch sofort auf, dass sich die Schwankungen über mehrere Monate hinziehen. Einen Speicher, der blitzartig von 0 auf 100% geladen und wieder entladen werden kann, wird schon mal nicht gebraucht. Statt dessen braucht es hier einen Speicher, der sich über 6 Monate langsam auflädt, und dann über 6 Monate genau so langsam wieder entlädt. Das merken wir uns mal für später 😉

 

 

Speicherbedarf zur Verstetigung von Windstrom

Das selbe habe ich auch für den Windstrom getan. Wieder fließt die durchschnittliche Erzeugung konstant ab, während die tatsächliche Erzeugung in den Speicher gesteckt wird, wie sie gerade kommt. Windstrom ist in der Grafik unten blau dargestellt. Für Windstrom ist der Speicherbedarf sogar noch größer, nämlich bei etwa 10 Terawattstunden. Aber Moment mal – wenn man die gelbe und die blaue Linie anschaut fällt auf, das sie sehr gut zusammen passen. Wenn der Solarspeicher leer ist, ist der Windspeicher voll. Und wenn er Windspeicher voll ist, ist der Solarspeicher leer. Erstaunlich, wie gut die beiden Energiequellen sich gegenseitig ergänzen 😉

 

 

Dream Team: Wind und Solar

Wenn sich Wind und Solar so prima ergänzen liegt es doch nahe, statt einem Speicher für jede Energiequelle lieber einen gemeinsamen Speicher zu verwenden. Das ist in der Grafik unten mit der Schwarzen Linie dargestellt. Nutzt man für Wind- und Solarstrom nur einen einzigen gemeinsamen Speicher, benötigt man plötzlich nur noch etwa 6,3 Terawattstunden.

 

 

Heute leer, morgen voll? Braucht es einen schnellen Speicher?

Wenn man die schwarze Linie verfolgt, stellt man fest, dass die Schwankungen nur sehr gering sind. Ein großer Teil der Speicherfüllung und -leerung findet über Monate hinweg statt. Genau betrachtet ist der gemeinsame Bedarf für einen Speicher aus Wind und Sonne von Januar bis November 2012 sehr gering. Bis März 2013 entleert sich der Speicher dann deutlich, um sich bis Dezember 2013 wieder kontinuierlich aufzuladen.

Wenn man sich das so anschaut stellt sich die Frage, ob hier überhaupt ein Speicher im herkömmlichen Sinne gefragt ist. Schnell reagierende Batteriespeicher oder Pumpspeicher werden hier offensichtlich gar nicht benötigt. Wenn das so ist, könnte man auch in der Periode von November 2012 bis März 2013 kontinuierlich 2 Gigawatt zuliefern, und von April 2013 bis August 2013 kontinuierlich 1 Gigawatt entnehmen. Dadurch sinkt der Bedarf an Speicherkapazität bereits auf nur noch 3 Terawattstunden, was in der folgenden Grafik visualisiert ist.

 

Interessant: Ein Großteil des Speicherbedarfs erübrigt sich durch das gute Zusammenspiel

Es reicht aus, einfach von November 2012 bis März 2013 mehr zu erzeugen, und von April 2013 bis August 2013 den Verbrauch zu steigern oder die Produktion insgesamt etwas zu verringern. Wie gering diese Leistungen von 1 und 2 Gigawatt sind, wird deutlich, wenn man sich bewusst macht, dass allein der Verbrauch in Deutschland täglich zwischen etwa 40 und 70 Gigawatt hin und her pendelt.

 

 

Nun bleiben also drei Terawattstunden an Speicherbedarf übrig, um Solarstrom und Windstrom genau so kontinuierlich und zuverlässig fließen zu lassen wie aus fossilen Kraftwerken. Aber drei Terawattstunden sind immer noch sehr viel! Zum Glück gibt es viele verschiedene Erzeuger und Verbraucher im Stromnetz. Und wenn diese intelligent koordiniert werden, sind auch die restlichen drei Terawattstunden gar kein Problem mehr.

 

Woher die drei Terawattstunden nehmen, die noch benötigt werden?

Alle deutschen Pumpspeicherkraftwerke zusammen haben etwa 0,085 Terawattstunden Speicherkapazität. Ein weiterer Ausbau dieser Kapazität ist unrealistisch, da entsprechende Flächen Fehlen und eine Umsiedlung, wie sie zum Beispiel beim Braunkohle-Tagebau praktiziert wird, nicht gewünscht ist. Pumpspeicherkraftwerke sind also zum Ausgleich solcher Energiemengen völlig ungeeignet. Also müssen andere Speicher gefunden werden.

Fälschlicherweise wird oft angenommen, dass ein Speicher an einem Punkt Energie einlagern und auslagern muss. Eben wie ein Pumpspeicherkraftwerk, das Energie aufnehmen und wieder abgeben kann. Daneben gibt es aber auch die Möglichkeit, im Systemverbund Speichereffekte durch Einsatz von Erzeugern und Verbrauchern zu erreichen, wie die folgende Grafik zeigt:

 

Speicherung vs Speicherfunktion

 Kombikraftwerk 2: Intelligenz statt Masse

In dem Forschungsprojekt „Kombikraftwerk 2“ haben viele Partner zusammen mit SMA untersucht, wie eine Stromversorgung aussehen kann, die nicht nur zu einem Teil, sondern vollständig aus erneuerbaren Energien besteht. Wie das genau funktioniert kann man auch in dieser Simulation schön sehen. Speicher im eigentlichen Sinne spielen hier nur eine kleine Rolle. Im Wesentlichen geht es um den intelligenten Einsatz aller Energiequellen und sogar der Verbraucher – oder kurz gesagt: Intelligenz statt Masse.

Eine sichere und stabile Stromversorgung Deutschlands aus 100% erneuerbaren Quellen ist also zukünftig technisch möglich, wenn erneuerbare Erzeugung, Speicher und Backupkraftwerke mit erneuerbarem Gas intelligent zusammenwirken.

Ein Klick auf die erklärende Grafik führt zu einer Simulation, mit der jeder sehr leicht selbst eine Stromversorgung mit 100% erneuerbaren Energien ausprobieren kann:

Erklärung Kombikraftwerk 2 Simulation

 

Außerdem zeigt dieses Video sehr schön die Funktionsweise einer Vollversorgung aus erneuerbaren Energien:httpv://www.youtube.com/watch?v=JqaeYaSAnFE

 

Hier noch ein aktueller Artikel zum Thema:

Größte deutsche Batterie geht ans Netz (Quelle: Umspannen)

 

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Ich leite die Entwicklung der SMA Fuel Save Solution und sorge mit meinem großartigen Team dafür, dass Solarstrom in die entlegensten Winkel der Welt kommt
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49 Kommentare

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    Hans Petry

    12. Januar 2015 um 16:13

    Zum Geschäftsmodell Fraunhofer IWES Kosten der Energiewende):

    Es gibt ein falsches Bild, wenn in der Darstellung die Investitionskosten nicht berücksichtigt werden.

    Bei den grün gezeichneten Gutschriften ist zu berücksichtigen, dass sie vorhandene Investitionen in Milliardenhöhe betreffen, die noch einige Jahrehnte nutzbar sind, durch die Energiewende aber in Kürze beseitigt werden müssen (Vernichtung von Volksvermögen).

    Im Vergleich dazu sind für die Positionen unterhalb der Nullllinie Neuinvestionen in Milliardenhöhe erforderlich, deren Kosten, über die Lebensdauer von etwa 20 Jahren verteilt, zu berücksichtigen sind.

    Ein derartiger Vergleich wird dann zeigen, dass Kosteneinsparungen kein Argument für die Energiewende sind, sondern nur die Angst vor einem GAU und vor dem Klimawandel.

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      Christian Höhle

      10. Juni 2015 um 13:48

      Sehr geehrter Herr Petry,

      wenn sie die Studie zur Finanzierbarkeit der Energiewende aufmerksam lesen, werden Sie feststellen, dass die Investitionskosten für den Aufbau der benötigten EE-Kapazität durchaus eingepreist sind.
      https://www.fraunhofer.de/content/dam/zv/de/forschungsthemen/energie/Studie_Energiewende_Fraunhofer-IWES_20140-01-21.pdf

      Was die bereits getätigten Investitionen in den konventionellen Kraftwerkspark angeht sehe ich das als unternehmerisches Risiko. Wenn sie Landwirt sind und in einen Vorrat eines Insektizids investieren, das kurz darauf wegen seiner gesundheitsschädlichen Eigenschaften verboten wird, ist dies ein unternehmerisches Risiko. Die Frage ist, ob ein so großer Vorrat überhaupt erforderlich ist.

      So stellt sich auch im Rahmen der Energiewende die Frage: sind große Kraftwerke heute überhaupt noch erforderlich, wenn jeder Bürger selbst an der Stromerzeugung teilnehmen kann?
      Eine Antwort liefert das Projekt „Kombikraftwerk 2“ (http://www.kombikraftwerk.de/). Dort wurde in einer Simulation nachgewiesen, dass eine 100% Versorgung deutschlands aus erneuerbaren Energien möglich ist. Fossile Kraftwerke finden dort nur Einsatz, um zuvor aus EE-Strom erzeugtes Gas wieder zu verstromen.

      Sonnigen Grüße,
      Christian Höhle

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    Hans Petry

    12. Januar 2015 um 15:40

    Ergänzung meines Kommentars vom 9.1.2015:

    Die Zeitachse der Darstellungen des Speicherbedarfs sollte stark gedehnt werden.

    Dann würde es sich herausstellen, dass es mehrere Tage hintereinander gibt, an denen in Deutschland fast kein Strom aus Wind und Sonne erzeugt wird.

    Welcher Speicherbedarf oder Kohle- bzw. Gas-Kraftwerkseinsatz ist dann erforderlich?

    Können durch die von mir vorgeschlagenen Lastverschiebungen auch in solchen Fällen den Speicherbedarf und den CO2-Ausstoß sowie die Gesamtkosten verringern?

    Ich finde ja; dies sollte in einer Zusatzstudie untersucht werden.

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      Christian Höhle

      10. Juni 2015 um 13:51

      Hallo Herr Petry,

      der errechnete Speicherfüllstand basiert auf Daten im 15-Minuten-Takt. Die Linien bilden die Schwankungen vollständig ab. Auch wenn sie das Diagramm strecken werden die Ausschläge nicht größer.

      Was die Wirtschaftlichkeit angeht verweise ich nach wie vor auf die oben genannte Fraunhofer Studie.

      Sonnige Grüße,
      Christian Höhle

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    Hans Petry

    9. Januar 2015 um 10:20

    Die erforderliche Speicherkapazität kann durch Lastverschiebungen mit entsprechenden Preisangeboten an die Verbraucher zusammen mit intelligenten Steuerungen stark reduziert werden.

    Vor allem kann der zeitweise überschüssige Wind- und Solarstrom für Heiz- und andere -Zwecke verwendet werden. In Zeiten hohen Speicherbedarfs braucht man dann keinen Strom für diese großen Stromverbraucher und spart somit Speicherkapazität.

    Infrage kommen hierfür beispielsweise Wärmepumpen, Speicherheizungen, Kühlhäuser und Prozesswärmeanlagen.

    Solche wirtschaftlich interessante Möglichkeiten vermisse ich in der Studie im Vergleich zu Gaskraftwerken, die mit teuren Power-to-Gas-Methoden betrieben werden sollen.

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      Christian Höhle

      10. Juni 2015 um 13:57

      Hallo Herr Petry,

      Sie haben völlig recht: die Nötige Speicherkapazität kann durch Lastverschiebung reduziert werden. Das stellt auch Prof. Dr. Volker Quaschning in seinem sehr sehenswerten Vortrag vom diesjährigen PV Symposium in Bad Staffelstein dar:
      https://www.youtube.com/watch?v=I0TSmqtETn8

      Tatsächlich ist es bedauerlich, dass ein solches netzdienliches Verhalten heute noch nicht in Form von dynamischen Stromtarifen nutzbar ist. Technisch wäre es kein Problem, Haushaltslasten und auch viele industrielle Lasten entsprechend eines dynamischen Tarifs zu verschieben. Es fehlt lediglich eine Marktanbindung, sodass diese Möglichkeiten auch genutzt werden.

      Sonnige Grüße,
      Christian Höhle

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    Hans Diehl

    15. November 2014 um 19:19

    Hallo Herr Höhle..
    Das Folgende aus dem PV Forum, hat mich als technischer Laie beeindruckt.

    http://www.photovoltaikforum.com/pv-anlage-ohne-eeg-f156/eeg-freie-pv-anlage-mit-speicher-in-betrieb-genomm-t102178.html

    Antworten »
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    Christian Höhle

    27. Oktober 2014 um 13:02

    Zu den Kosten einer Systemumstellung auf erneuerbare Energien wird viel spekuliert. Auch hierzu hat das Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik eine wissenschaftliche Studie durchgeführt.

    Fazit: langfristig spart die Energiewende bares Geld – je schneller sie umgesetzt wird, desto früher sparen wir.


    Quelle: Fraunhofer IWES – Geschäftsmodell Energiewende: Eine Antwort auf das „Die-Kosten-der-Energiewende“-Argument

    Oberhalb der Zeitachse sind in grün die Ersparnisse durch vermiedene Brennstoffkosten aufgetragen. Unterhalb der Zeitachse in den jeweiligen Farben die Kosten der erneuerbaren Energien und der nötigen Speicher.

    Die rot gestrichelte Linie zeigt, ab wann und wie viel die Energiewende gegenüber dem heutigen System an Geld spart.

    Sonnige Grüße,
    Christian

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      Peter Jensen

      27. Oktober 2014 um 15:51

      Toll, Herr Höhle, ganz toll! Preise für das Jahr 2050! 😀

      Blöd nur, dass schon der Zeitraum 2010 bis 2015 mit der Realität nichts mehr zu tun hat. Die Preise für Importkohle fallen seit 2011, die für Rohöl und Erdgas seit 2012.

      http://www.ag-energiebilanzen.de/20-0-Berichte.html

      Quelle dafür ist der Quartalsbericht der AGEB Q2 2014. Also viel aktueller geht es nicht.

      Prognosen sind eben schwierig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen.

      Antworten »
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        Christian Höhle

        27. Oktober 2014 um 17:26

        Hallo Herr Jensen,

        ich denke sie spielen auf diese Grafik an:

        Quelle: AG Energiebilanzen – Energieverbrauch in Deutschland – Daten für das 1. Halbjahr 2014

        Natürlich geht es bei den Kostenabschätzungen um den langfristigen Trend – nicht um kurzfristige Schwankungen. Daher werden die Szenarios der Studie unter verschiedenen Annahmen gerechnet:

        * Kosten- und Erlösbetrachtung ohne Zinsen bei gleichbleibendem Preisniveau für Primärenergie
        * Kosten- und Erlösbetrachtung bei einem inflationsbereinigten Zinssatz von 2% und bei gleichbleibendem Preisniveau für Primärenergie
        * Kosten- und Erlösbetrachtung bei einem inflationsbereinigten Zinssatz von 2% und bei steigendem Preisniveau für Primärenergie gemäß NEP 2014
        * Kosten- und Erlösbetrachtung bei einem inflationsbereinigten Zinssatz von 2% und bei steigendem Preisniveau für Primärenergie gemäß Klimaschutzszenario 2050

        Ich zitiere aus dem Fazit der Studie:
        „Das Ergebnis erster Betrachtungen zeigt, dass eine Finanzierbarkeit des Gesamtprojekts Energiewende auch unter sehr konservativen Annahmen möglich ist (d.h. ohne steigende Brennstoffpreise und C=2 Schadenskosten).“

        „Bei Preissteigerungen für Öl und Erdgas erhöht sich die Rentabilität.“

        „Bei Verlängerung des Betrachtungszeitraums über 2050 hinaus erhöht sich die Rentabilität deutlich.“

        Sonnige Grüße,
        Christian Höhle

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    Markus Trapp

    21. Oktober 2014 um 20:54

    Hallo Christian,

    SUPER JOB. Ein wirklich sehr guter Beitrag. Bitte so umsetzen. Danke 😉

    Grüße,
    Markus Trapp

    Antworten »
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    Hans Holland

    21. Oktober 2014 um 00:21

    Es gibt gar keinen Energiemangel.

    Die Sonne sendet in einer Stunde mehr Energie auf die Erde, als die gesamte Menschheit zur Zeit in einem ganzen Jahr verbraucht, hat Prof. Eike Weber Leiter des Fraunhofer Institutes, ausgerechnet. Die Politik muss nur wollen aber nicht so, wie die SPD-Leute, die mit der Kohle verheiratet sind. Nach zu Lesen in der Photon 8/2014, Editorial: Raus aus der Kohle von Frau Anne Kreutzmann. Ferner könnt Ihr meinen Leserbrief darin lesen: Echtes Erz-Gaunerstück 2014

    Ein Energiegedicht ist mir eingefallen.
    Die Ressourcen gehen so bald zu Ende,
    brauchen dringend die Energiewende,
    brauchen auf jeden Fall der Sonne Feuer,
    dafür aber auch keine neue Sonnensteuer.
    Strahlende Atomkraft brauchen wir nie,
    denn die Sonne liefert uns die Energie.
    Sie liefert für alle die Energie unendlich,
    die Ressourcen können es gewiss nich.
    Das nun schon seit unendlichen Zeiten,
    das wird auch ewig so unendlich bleiben.
    Politiker können Energie nicht erneuern,
    können sie aber ganz drastisch verteuern.
    Machen über erneuerbare Energie ein Gesetz,
    halte ich für ganz, ganz dummes Geschwätz.
    Die Energie kann man aber nur Umwandeln,
    Sonne tut das Licht in Energie verwandeln.
    Dann heißt der Sonnenstrom Photovoltaik,
    ist eine ganz wichtige wunderbare Technik.
    Solarmodule liefern aber einen Gleichstrom,
    Wechselrichter sorgen für den Wechselstrom.
    Wechselstrom speist man in das Stromnetz ein.
    Ohne Strom können Menschen nicht mehr sein.
    Blinki

    Wer kann helfen? Habe in meiner 12 V-Anlage, im Ausgang vom Laderegler ein Relais, das die Verbraucher Umschalten soll, wenn Solarspannung, zu niedrig für den Pufferakku, auf ein Netzteil.
    Leider flattert das Relais. Diode ist natürlich parallel zur Relaisspule.

    Antworten »
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      Leonie Blume

      21. Oktober 2014 um 13:10

      Hallo Hans,
      danke für das Gedicht 🙂
      Zu deiner Frage: Besteht deine Lösung aus SMA Produkten wie dem SMA Laderegler oder Sunny Island? Dann können dir meine Kollegen sicherlich weiterhelfen. Wenn es eine Bastellösung, dann wäre es super, wenn jemand anderes helfen kann.
      Evt. auch im Photovoltaikforum?
      Viele Grüße
      Leonie

      Antworten »
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        Hans Holland

        21. Oktober 2014 um 22:30

        Hallo Leonie,

        danke für die Antwort. Problem ist wohl nicht so leicht zu lösen. Tritt immer bei trüben Wetter auf, wenn wenig Sonne auf Module fällt, in der Dämmerung. Morgends besonders, aber auch in der Abenddämmerung. Warum das so ist, konnte mir noch keiner erklären. Vielleicht haben Deine Kollegen eine Erklärung. Will auch noch weiter eigene Versuche machen, mit Vorwiderständen, mit Goldcapkondensatoren, mit speziellen iC, wie TCA 965 (Schwellwertschalter), oder mit Transistorschaltungen. Die Entwickler der Wechselrichter kennen das Problem.

        Mit sonnigen Grüssen

        Hans

        Antworten »
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    Peter Jensen

    26. September 2014 um 16:10

    Das Dilemma dieses Beitrags geht ja schon beim ersten Satz los. 😀

    „Wind- und Solaranlagen liefern günstigen und sauberen Strom…“

    Günstig ist falsch (er kostet zur Zeit so etwa zwischen 8,83 und 62,5 ct/kWh und das ist NICHT GÜNSTIG!) und sauber ist ein Adjektiv, dass mit Strom gar nichts zu tun hat. Strom ist Strom, der kann nicht sauber oder dreckig sein. Strom ist farblos, man kann ihn nicht sehen oder riechen. Fühlen kann man ihn, aber auch beim Fühlen hinterlässt sog. EE-Strom dieselben Spuren wie konventionell erzeugter Strom.

    Antworten »
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      Christian Höhle

      26. September 2014 um 17:40

      Hallo Herr Jensen,

      “sauberer Strom“ dürfte mittlerweile in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen sein. Es ist die Kurzform von “Strom, bei dem zu seiner Herstellung und insbesondere bei der Bereitstellung keine schädlichen Nebenprodukte entstehen oder Schäden verursacht werden“.

      Sonnige Grüße,
      Christian Höhle

      Antworten »
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        Peter Jensen

        26. September 2014 um 19:15

        Ja, so mancher Unsinn schafft es in den modernen Gesellschaften in den allgemeinen Sprachgebrauch. 😀

        Genauso wie „Erneuerbare Energien“. Gibt’s ja auch nicht.

        Und diesen sprachlichen Unsinn mit „sauberem Strom“ kriegt man auch nur hin, wenn man selektiv die Herstellung der Erzeugungsanlagen weg lässt. Und die Speicher. Und die Leitungen. Und die immer notwendigen Backup-Kraftwerke.

        Unter diesen, völlig weltfremden Umständen wäre der Strom dann „sauber“. Im allgemeinen Sprachgebrauch. Sonst nicht! 😀

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        Hans Becker

        20. Oktober 2014 um 16:44

        Sehr geehrter Herr Höhle,
        hat sich im Absatz „Speicherbedarf zur Verstetigung von Solarstrom“ und in der Grafik ein Fehler eingeschlichen? Da ist mehrfach von gW die Rede, gemeint dürften tW sein?
        Die leiden- und feindschaftliche Diskussion von Befürwortern und Gegnern verfolge ich mit Belustigung, erst recht, wenn von gegnerischen Experten vorgetragen wir, dass man für die Methanisierung ausländisches Gas braucht, sehr viel Meinung, unflätige Wortwahl und ganz wenig Ahnung paaren sich wohl gerne.
        Ihre „große“ Vision ist selbstverständlich technisch machbar, sie scheitert auch nicht an der Technik sondern einstweilen an der mächtigen gegnerischen Lobby. Natürlich müssen die großen Gedanken gedacht werden, man sollte sie aber nicht mit den Kleingeistern diskutieren wollen. Persönlich halte ich mich da an Willy Brandt: „es ist besser, die kleinen Dinge zu machen, als über die Großen nur zu reden“.
        So habe ich meine „kleine“ Freude an meiner kleinen PV- und großen ST-Anlage, die seit 07.2013 jetzt ca. 60 mWh Ertrag geliefert hat und auch ohne jede Einspeisevergütung (Freiland) in 7 Jahren bezahlt sein wird. Die Solarthermie ist zwar nicht Ihr Thema, sie sollte aber immer mal wieder ins Bewusstsein gerückt werden, weil sie eine wichtige Komponente beim Umbau der Energieerzeugung ist und sich im Bereich > 3 Haushalte (BAFA-Innovationsförderung) für den kleineren Betreiber mit Abstand am schnellsten amortisiert.

        Beste Grüße

        Antworten »
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        Peter Jensen

        27. Oktober 2014 um 15:07

        Herr Becker schreibt: „Die leiden- und feindschaftliche Diskussion von Befürwortern und Gegnern verfolge ich mit Belustigung, erst recht, wenn von gegnerischen Experten vorgetragen wir, dass man für die Methanisierung ausländisches Gas braucht, sehr viel Meinung, unflätige Wortwahl und ganz wenig Ahnung paaren sich wohl gerne.“

        Ein Glück, dass der Herr Becker da mit leuchtendem Beispiel vorangeht. 😀

        Sucht sich selektiv eine missverständliche Formulierung raus, lässt dann unter den Tisch fallen, dass ich das Missverständnis mit dem ausländischen Gas beseitigt habe und vesteckt dann seine unflätigen Gedanken hinter vermeintlich sachlichen Worten. Nun ja… Fakten zum Thema jedenfalls bringt er nicht. Prpaganda-Geschwafel paart sich auch auffällig oft mit Ahnungslosigkeit. 😉

        Antworten »
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      Hans Diehl

      29. September 2014 um 23:31

      Peter Jensen sagt:
      Das Dilemma dieses Beitrags geht ja schon beim ersten Satz los. 
      “Wind- und Solaranlagen liefern günstigen und sauberen Strom…”
      Günstig ist falsch (er kostet zur Zeit so etwa zwischen 8,83 und 62,5 ct/kWh und das ist NICHT GÜNSTIG!)

      @ Herr Jensen, Sie scheinen ja ein „Allrounder“ zu sein, wenn es gegen die Energiewende geht.
      Trotz dem erlaube ich mir Sie darauf hinzuweisen, dass günstig so falsch gar nicht sein kann.
      Wenn jemand von den niedrigen Börsenpreisen, die von den EE ausgelöst werden profitiert, ist das doch günstig, oder ??
      Das habe ich Ihnen in einem anderen Thread doch gerade erst gepostet.
      Zitat: Zusätzlich profitieren Privathaushalte und Betriebe aber endlich verstärkt von sinkenden Strompreisen an der Börse. “Wir sehen ein sehr niedriges Preisniveau am Großmarkt, das mindestens stabil bleiben und möglicherweise weiter sinken wird”, sagt Stromexperte Tobias Kurth vom Analysehaus Energy Brainpool. Diese Entwicklung – befeuert von einem Überangebot an Elektrizität durch den Ausbau erneuerbarer Energien – hatte schon Anfang 2014 die steigende EEG-Umlage zum Großteil kompensiert und könnte nun mit Verzögerung erstmals voll durchschlagen. Zitat Ende.

      Übrigens wollen Sie wieder mal mit spektakulären Zahlen aufwarten.
      Der EEG Strom wird mit zwischen 8,83 und 62,5 Cent „Vergütet“ Wenn Sie von „Kosten“ sprechen, das sind in 2014 13,1 Cent.
      Siehe hier:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Erneuerbare-Energien-Gesetz

      Antworten »
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        Peter Jensen

        1. Oktober 2014 um 00:01

        Tja, Herr Diehl, man wird tatsächlich zum „Allrounder“, wenn man sich intensiv mit allen Bereichen des Energiemarktes beschäftigt. Nicht so wie sie, der sich nur auf den M-O-Effekt stürzt und dabei das Gesamtbild nicht sieht und den zweifellos vorhandenen Effekt in einen völlig falschen Zusammenhang setzt.
        Aber das habe ich ihnen ja in einem anderen Thread schon mehrfach gesagt, offensichtlich erfolglos.
        Naja…

        Und was die „spektakulären Zahlen“ angeht: die denke ich mir nicht aus, um damit irgendwie Stimmung zu machen, sondern die stehen so im Gesetz. Dagegen ergibt sich ihr Durchschnittswert nur rechnerisch. Er ist nicht falsch, aber er verschleiert, wie teuer die sog. EE tatsächlich sind. Sie kosten nämlich zwischen etwa 9 und 62 ct/kWh.
        Und selbst ihr Durchschnittswert von etwa 13 ct (andere Quellen sprechen von 17 ct) ist immer noch mehr als dreimal so teuer als der durchschnittliche Strompreis aus konventionellen Kraftwerken.
        Also was wollen sie eigentlich?

        Antworten »
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    Christian Höhle

    24. September 2014 um 20:31

    Hallo Herr Jensen,

    schön, dass Sie sich auch noch einmal dazu zu Worte melden.

    Sie schreiben: „Und vor allem sind die Anlagen nach 20 Jahren reif zum Austausch. WKA noch früher.“
    Das hat mich sehr amüsiert. Dazu war mir noch ein Artikel ihres Lieblingsblogs EIKE in Erinnerung, der da titelte: „Windräder halten im Schnitt nur 12 Jahre!“ – um gleich in der nächsten Zeile dann die Wahrheit zu schreiben: „Eine Studie … in UK … zeigt, dass sie bereits nach nur 12 Jahren Anzeichen von Verschleiß aufweisen.“ Das ist Journalistische Qualität wie wir sie aus diesem Medium gewohnt sind. Nichts desto trotz stellen sich mehrere Fragen:
    1) Sind deutsche Windkraftanlagen von gleicher Qualität wie die in UK?
    2) Ist der Standort und die Witterungsbedingungen identisch oder zumindest vergleichbar?
    Denken Sie mal an ihr Auto – das könnte auch 12 Jahre halten. Aber scheint es nicht sehr wahrscheinlich, dass es bereits nach 6 Jahren „Anzeichen von Verschleiß“ aufweist? 😀

    Ihre Aussage zum Erdgas verstehe ich nicht. Sie schreiben: „Gleichzeitig will er Erdgas methanisieren … Wie er das schaffen will ohne ausländisches Gas?“
    Bitte erklären Sie mir diesen Zusammenhang, damit ich auch etwas dazu lernen kann.

    Sie schreiben: „Außerdem ist dieses “Unabhängigkeitsgeschwafel” auch nur ahnungsloses Geschwätz.“
    Ich würde mich über einen konstruktiven Diskussionsstil freuen. Äußerungen dieser Art zeigen lediglich, dass die Argumente an der Stelle bereits ausgegangen sind. Sehr schade, wenn Sie dann so dumm da stehen 😉

    Zur Rohstoffabhängigkeit schreiben Sie: „Deutschland ist als relativ rohstoffarmes Land so gut wie von allen Rohstoffen abhängig… Hat es Deutschland geschadet? Nein!“
    Also mich macht das schon sehr nachdenklich, wenn ich zu einer Krise weit von Deutschland entfernt solche Pressemeldungen lesen muss, in denen irgendein dahergelaufener Möchtegern mal eben eine der wichtigsten Energiequellen abstellen möchte. Mehr Unabhängigkeit würde uns aus Sicherheitsaspekten und auch finanziell ausgesprochen gut tun.

    Weiter schreiben Sie: „Aufgrund unserer klimatischen Bedingungen sind wir auch ziemlich abhängig vom Ausland, was Orangen, Bananen und Ananas usw. angeht.“
    Dabei vergessen Sie, dass es einen Unterschied zwischen grundlegend erforderlichen und nur wünschenswerten Gütern gibt.

    Sonnige Grüße,
    Christian Höhle

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      Martin

      25. September 2014 um 07:02

      Hallo Herr Höhle,

      leider sehe ich die Energiewende genauso wie vorher auch….;)

      Ich beziehe mich dabei expliziet auf das von ihnen angeführe „Kombikraftwerk 2“
      http://www.kombikraftwerk.de/100-prozent-szenario/szenarienkarte.html

      Zu den von ihnen angesprochenen „windarmen“ Jahren.
      – Das ist eine unwahre Behauptung, wie sie sehr leicht hier nachlesen können, die Quellen sind angegeben und fern jeden Verdachtes der Voreingenommenheit.
      http://www.windwahn.de/index.php/wissen/hintergrundwissen/volllaststunden-als-mass-fuer-die-wirtschaftlichkeit-von-wka

      – Seit 2004 erreichen sie im Bundesdurchschnitt gerade einmal 1547 Volllaststunden, woher der „Experte“ in dem Video oder sie die Gewissheit nehmen, das nun in den nächsten 10 Jahren mehr Wind wehen wird, das kann ich leider nicht nachvollziehen, das ist wohl eher das Prinzip Hoffnung. Die Erfahrungen der letzten 10! Jahre sehen anders aus. Die letzten beiden Jahre waren vollkommen „normale“ Windjahre, in „windschwachen“ Jahren kommen sie auf ca.. 1400 Volllaststunden, in guten Jahren auf 1785, aber nie auch nur Ansatzweise auf 3000.
      Damit ist aber schoneinmal eine der Grundanahmen ihrers Kombikraftwerkes falsch, sie benötigen beinahe doppelt soviele WKAs. Also anstatt der Angegebenen 21300 WKAs so 42000.
      Auf die On/Offshore Unterschiede gehe ich hier mal nicht ein, das ändert Grundsätzlich wenig an der Problematik.
      Wie sie, in dem schon von mir verlinkten Beitrag http://www.vernunftkraft.de/dreisatz/ entnehmen können, würden 42000 WKAs bedeuten, das sie alle 10! Km in ganz Deutschland einen Windpark mit 10 WKAs benötigen, davon mal ganz abgesehen, das sie da selbstverständlich in den Volllaststunden nocheinmal weniger herausbekommen, da sie ja auch sehr Windschwache Gebiete bebauen müssten.

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        Christian Höhle

        25. September 2014 um 09:53

        Hallo Martin,

        deine Links zu Vernunftkraft.de stellen soweit ich das beurteilen kann die Meinung genau eines Menschen, nämlich die des Herrn Detlef Ahlborn, dar. Auch der bunte Mix unterschiedlicher Quellen, wie ihn die Seite Windwahn.de nutzt, um den gewünschten negativen Effekt zu erzielen, scheint mir nicht besonders seriös. Letztendlich stellen beide Quellen ja in ihrem Namen bereits klar, dass es hier mehr um Emotionen als um Fakten geht.

        Kannst Du deine Aussagen denn auch mit seriösen Quellen belegen? Ich führe hier gerne eine Studie des Umweltbundesamtes aus 2013 an, die zwei Kernaussagen trägt:

        1) Windkraftanlagen entwickeln sich weiter – je neuer die Anlagen, desto größer die Anzahl der Volllaststunden (siehe auch die Agora Studie zur Windkraft)

        2) Aus der BMU Studie: „Heute liegt der Bundesdurchschnitt aller Anlagen bei 1.700 Volllaststunden“. Unter Annahme heutiger Technologie „können im
        bundesweiten Mittel 2.440 Volllaststunden pro Jahr erreicht werden“.

        Nach seriösen Quellen sind also die Zahlen des Kombikraftwerks 2 nachvollziehbar und absolut realistisch.

        Sonnige Grüße,
        Christian

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        Martin

        25. September 2014 um 14:40

        Herr Höhle,

        ob der Link die Meinung eines Menschen oder der gesamten Menschheit darstellt, ändert leider nichts and der Mathematik. Sie verwenden hier ein Argument „Ad Hominem“ um sich nicht mit dem Sachverhalt auseinandersetzen zu müssen.

        Ansonsten bleiben mir nur 2 Kommentare….

        ich poste Links mit real erhobenen Daten über 10 Jahre, die 1527 Volllaststunden ausweisen, sie posten „Studien“, die 1700 besagen, das muss ich wohl nicht weiter kommentieren.

        Ansonsten sagen sie, „Studien“ besagen, man könnte bis auf 2500 Volllastunden kommen.

        – Dann fehlen ihnen immer noch 20% um auf 3000 Stunden zu kommmen.
        – Sie bekommen mit solchen Anlagen auch den Durchschnitt nicht wesentlich näher an die vorrausgesetzten 3000 Vollllaststunden, außer sie reißen die alten Anlagen alle wieder ab.
        Und selbst wenn sie dann auf „nur“ 30.000 Anlagen kommen, finden sie für solch eine gewaltige Anzahl von WKAs niemals Standorte, die genügend Windhöfigkeit bieten, von dem Landschafts und Resourcenverbrauch einmal ganz abgesehen.

        Sie sehen also, schon die erste Grundanahme ihres „Kombikraftwerkes“ ist so falsch, das man sich den Rest garnicht mehr ansehen muss…

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        Christian Höhle

        25. September 2014 um 21:45

        Hallo Martin,

        Bei Vernunftkraft.de und auch bei Windwahn.de geht es ganz offensichtlich darum, die Windkraft schlecht zu reden. Dass dabei keine objektive Bewertung stattfindet, kann man leicht anhand seriöser Daten nachweisen. Denn wenn man zum Beispiel die Daten des BDEW ansetzt und über einen größeren Zeitraum betrachtet, wird schnell offensichtlich, dass es sich bei der Anzahl der Volllaststunden um einen tendenziell steigenden Wert handelt.
        Wenn man die Daten des BDEW vollständig (von 2000 bis 2013) zugrunde legt und statt eines Mittelwertes wie geboten eine Tendenz anlegt, bekommt man ein völlig anderes Bild:

        Noch dazu besteht heute der weitaus größte Anteil der Anlagen, auf denen diese statistischen Daten beruhen, aus Onshore Anlagen. Die Offshore Anlagen, die zukünftig verstärkt eingesetzt werden sollen, haben grundsätzlich eine höhere Anzahl Volllaststunden.

        Sonnige Grüße,
        Christian

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      Peter Jensen

      25. September 2014 um 11:34

      Herr Höhle, das war missverständlich ausgedrückt von mir. Zur Methanisierung von Wasserstoff brauchen sie natürlich kein Erdgas. Sie werden nicht so viele Methan kostengünstig produzieren können, wie sie benötigen. Sie werden regelbare Gaskraftwerke benötigen, die den Anteil Methangas mit verarbeiten. Ohne die Gaskraftwerke kommen sie nicht aus, auch wenn ihr Beitrag und die -zweifellos beeindruckende- Spielpräsentation der Kombikraftwerker uns weismachen wollen.
      Und ihren methanisierten Wasserstoff müssen sie dann ins Gasnetz einspeisen und von konventionellen Gaskraftwerken in Strom umwandeln müssen. Und da dann unser gesamtes Versorgungs-Backup auf Gaskraftwerken beruht, sind wir nachher genauso abhängig vom Ausland wie vorher. Und wenn alle anderen Länder mitmachen sollen, dann wird erst recht nicht genug Methangas zur Verfügung stehen. Für ihren volatilen Energieerzeuger Wind und Sonne brauchen sie aber die am flexibelsten regelbaren Gaskraftwerke.
      Und was ihre Sorgen bzgl. des „dahergelaufenen Möchtegerns“ (so nennt ein kleines Licht bei SMA den russischen Präsidenten 😀 ) angeht: wenn Putin den Gashahn abdreht, dann ist es eh zu spät. Denn das ist das allerletzte, was er machen wird. Denn wenn er zudreht, kann er auch kein Gas verkaufen und kriegt kein Geld. Und wenn er sein Gas dann woandershin verkauft, na dann kaufen wir es eben auch woanders ein.
      Und wenn Putin den Hahn zumachen sollte, dann geht es mit Sicherheit danach nur mit Waffen weiter und da helfen uns dann Wind und Sonne auch nicht mehr.
      Die Kombikraftwerk-Studie ist nichts anderes als ein gutgemachtes Computerspiel. Dort kann ich auch gegen Vettel, Messi oder Klitschko gewinnen.
      Und zu ihrem eigenen Beitrag ist schon alles gesagt.

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        Christian Höhle

        25. September 2014 um 14:27

        Hallo Herr Jensen,

        sie haben recht – es muss genügend Gaskraftwerke oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen geben, die einen Teil des EE-Gases zum rechten Zeitpunkt und mit ausreichender Leistung wieder verstromen können. 2013 waren Gaskraftwerke mit 27,24GW installierter Leistung am Netz. Im Szenario des Kombikraftwerk 2 werden insgesamt 53,8GW installierter Leistung benötigt. Das ist eine knappe Verdoppelung der installierten Leistung, was als Größenordnung nicht unrealisisch erscheint.

        Sicher wird man sich in Zukunft Gedanken machen müssen, wie man solche Gaskraftwerke mit dem Fokus auf Kapazitätsvorhaltung günstig betreiben kann. So kann ich mir kaum vorstellen, dass sich bei 828 Volllaststunden jemand vor Ort befinden muss. Immerhin fahren in Deutschland auch Millionen von Heizungen und BHKWs ohne Personaleinsatz (von Wartungsintervallen einmal abgesehen).

        Bezüglich der Putin-Äußerung entschuldige ich mich – das war auch von mir nicht sachlich. Letztenendes ging es mir darum zu zeigen, dass politische Auseinandersetzungen leicht zu einer unsicheren äußeren Gasversorgung führen können – insbesondere wenn das politische Selbstverständnis so extrem weit voneinander entfernt ist. Das selbe betrifft übrigens auch den Strom aus Wüstengegenden.

        Sonnige Grüße,
        Christian Höhle

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        Hans Becker

        20. Oktober 2014 um 17:21

        Hallo Herr Jensen:
        Zu: „Und wenn Putin den Hahn zumachen sollte, dann geht es mit Sicherheit danach nur mit Waffen weiter und da helfen uns dann Wind und Sonne auch nicht mehr.“

        Wenn eine erstmal technisch eingeleitete Diskussion dann in solche weltpolitischen Desaster-Diskussionen abdriftet, sollten Sie nicht vergessen, dass das rohstoffarme DE über (derzeit nicht wirtschaftlich abbaubare) Stein- und Braunkohlereserven verfügt, die unseren aktuellen Primärenergiebedarf für ca. 400 Jahre decken können, wir werden sie aber hoffentlich nicht mehr brauchen. Sicher ist allerdings, das bis dahin alle Öl-, Gas- und Uran-Reserven schon lange aufgebraucht sein werden. Deshalb müssen wir das heute machbare sachlich diskutieren und mit breitestem Konsens umsetzen, vielleicht haben wir ja in 80 Jahren tatsächlich die Kernfusion und unsere Enkel werden dann sagen „Schau mal, wie sich Opa wegen solcher Peanuts in Rage geredet hat :-).

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        Peter Jensen

        27. Oktober 2014 um 15:42

        Herr Becker schreibt: „Sicher ist allerdings, das bis dahin alle Öl-, Gas- und Uran-Reserven schon lange aufgebraucht sein werden.“

        So so, das ist also sicher. So sicher wie die Prophezeiungen aus den 60ern und 70ern, dass nach 2000 Öl und Gas auch schon alle sein sollten und die Produktion ihren Höhepunkt dann überschritten hat. Nun ja, die Realität sagt uns da was anderes. Aber wenn sie meinen… okay. Ist bestimmt so sicher wie die Preisschätzung der fossilen Brennstoffe bis zum Jahr 2050 (!!!) die Herr Höhle in seinem neuesten Beitrag oben veröffentlicht hat. 😀

        Herr Becker schreibt: „Deshalb müssen wir das heute machbare sachlich diskutieren und mit breitestem Konsens umsetzen, vielleicht haben wir ja in 80 Jahren tatsächlich die Kernfusion und unsere Enkel werden dann sagen “Schau mal, wie sich Opa wegen solcher Peanuts in Rage geredet hat :-).“

        Na immerhin endlich mal jemand, der Kernenergie nicht pauschal ablehnt. Oder war das nur Ironie? Und die Kernspaltung sollten Sie besser auch nicht aus den Augen verlieren. Das dafür benötigte Uran oder Thorium sind in 400 Jahren ganz sicher nicht alle. Und auch wenn es durch die deutsche Öko-Brille so aussehen mag: die Kernspaltung ist nicht am Ende. Die ganze Welt arbeitet an den nächsten Generationen kleiner und großer Kernkraftwerke. Nur eben Deutschland nicht. Wir bauen Windmühlen. Aber auch das wird bald vorbei sein. Bei PV geht der Rückgang ja schon los.

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    Christian Höhle

    24. September 2014 um 20:08

    Hallo Martin,

    gerne beantworte ich deine Fragen.

    Bezüglich der veralteten Zahlen vor allem zu Volllaststunden von Windkraftanlagen in deinem Link empfehle ich die Kurzstudie zur Windenergie in Deutschland.

    Zu deinem Video findet der Experte im Interview genau die richtigen Worte: „Gemach, gemach, nach zwanzig Jahren wird abgerechnet – nicht nach 10 Jahren. Wir hatten relativ viele schwache Windjahre in den letzten Jahren. Das muss nicht so bleiben.“ Den Einbruch in der Windenergieerzeugung auf Grund von ungünstigen Großwetterlagen sieht man auch sehr eindrucksvoll in meinem Diagramm (Windspeicher vs. Solar, Winter 2012 / 2013).

    Deine Kritik an der Speicherkapazität verstehe ich nicht. Du schreibst: „das Kombikraftwerk geht von 15000 GWh Speicherkapazität aus, Godesthal hat 8,5 GWh und ca. 600 Millionen Euro gekostet, den Dreisatz sollten sie beherschen“. Bitte erkläre in diesem Zusammenhang, wie Du die beiden Speichermengen miteinander vergleichst und wie du hier den Dreisatz anwenden möchtest.

    Zum Schluss schreibst du: „versprechen sie hier gerade Strom für umsonst“ – das tue ich definitiv nicht. Ich sage nur, dass er sehr günstig sein wird, wenn nach 20 Jahren so sicher wie das Amen in der Kirche kein Cent Förderung mehr an die bis heute installierten Anlagen geht.
    Das ergänzt du um die Aussage: „was aus mindestens drei Gründen nicht eintreten wird. Pacht, Versicherung, Personal, Wartung“
    Dann stelle ich dir die Frage: In welchem Verhältnis stehen denn deine Punkte zur erzeugten Strommenge? Ist das wirklich relevant?
    Wie hoch ist denn die Pacht und Versicherung im Vergleich zum Ertrag? Wie viel Personal braucht man denn, um einen Solarpark oder einen Windpark am Laufen zu halten? Wenn Du dich mal in Windparks und Solarparks umschaust, wirst Du überrascht fest stellen, dass Du dort kein Geschäftiges Treiben von vielen Arbeitern sehen wirst. Du wirst eher Glück haben, wenn du in einem Windpark mal einen Servicetrupp triffst. In einem Solarpark oder auf einer Hausdachanlage wirst Du sehr lange vergeblich suchen.
    Ich gehe sehr stark davon aus, dass diese Kostenpunkte umgerechnet auf die kWh im unteren einstelligen Centbereich liegen werden.

    Ich hoffe, ich konnte mit den Antworten einige deiner Irrtümer aufklären, sodass du nun mit frischen Informationen gestärkt ein besseres Bild von der Energiewende hast 😉

    Sonnige Grüße,
    Christian

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      Martin

      25. September 2014 um 08:14

      Was die von mir angesprochenen Betriebskosten betrifft,
      da finden sie hier eine Auswertung:
      http://www.et-energie-online.de/Zukunftsfragen/tabid/63/NewsId/548/Betriebskosten-als-Werttreiber-von-Windenergieanlagen–aktueller-Stand-und-Entwicklungen.aspx

      – neue WKAs haben Betriebskosten von 2,5 Cent die KWh, die zu 1,5 Cent aus Pacht und Wartung bestehen.
      Die Pachtkosten werden auch nach 20 Jahren nicht geringer werden, die Wartungskosten aber überproportional steigen, was bei Industrieanlagen nach einer Verwendung von 20 Jahren ja auch leicht nachvollziehbar ist.
      Da der Strom aus EE selbtst heute noch nichteinmal diese Kosten einspielen würde, gäbe es Vorrangeinspeisung, Zwangsvergütung und sogar Geld für bei Abregelung für Nichtproduktion, sind alle diese Anlagen nach Wegfall dierser Privilegien nicht mehr rentabel zu betreiben.

      Oder in anderen Worten, die Betreiber sind Pleite, und haben, wie in den von mir verlinkten Videos zu sehen, schlimmstenfalls noch nichteinmal wärend der ersten 20 Jahre Geld verdient. Von Rückstellungen für den Rückbau mal ganz abgesehen.

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    Martin

    24. September 2014 um 07:05

    Zu ihrem tollem Kombikraftwerk…

    da steht folgendes unter Annahmen:
    56 594 GWh Über­schuss aus Wind­ener­gie
    126 410 MW in­stal­lier­te Wind­leis­tung
    3000 Jahresvolllaststunden
    21 349 Wind­energie­anlagen insgesamt
    3928 Wind­energie­anlagen auf hoher See
    4594 Wind­energie­anlagen im Wald
    12 827 Wind­energie­anlagen auf Feldern und Wiesen

    Wo bitte haben wir 3000 Stunden Vollastleistung von WKAs?
    Wie sie den von mir verlinkten Präsentationen entnehmen könnnen, sind die Betreiber froh, wenn ihre Anlagen 1500 Volllaststunden liefern, die meisten liegen selbst noch darunter.
    Und das Kombikraftwerk geht von 15000 GWh Speicherkapazität aus, Godesthal hat 8,5 GWh und ca. 600 Millionen Euro gekostet, den Dreisatz sollten sie beherschen, was werden dann wohl die Speicher kosten?
    So kann ich mir die Energiewende auch schön rechnen.

    …Was den Rest ihres Beitrages betrifft.
    Schon heute machen WKAs überwiegend Verlust, können sie selbst hier nachschauen:
    http://youtu.be/6DQFToMfpLk

    Und wie es um die Solarbranche bestellt ist, das muss ich ihnen ja nicht erklären.

    Davon abgesehen, versprechen sie hier gerade Strom für umsonst, was aus mindestens drei Gründen nicht eintreten wird.
    – Pacht
    – Versicherung
    – Personal
    – Wartung

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      Peter Jensen

      24. September 2014 um 10:49

      Und vor allem sind die Anlagen nach 20 Jahren reif zum Austausch. WKA noch früher. Aber vielleicht haben die Hersteller ja beim ersten Mal so viel verdient, dass die zweite Runde Windmühlen und Solaranlagen „auf’s Haus geht“. Ach nee, die sind ja fast alle pleite…

      Herr Höhle träumt auch von einer Unabhängigkeit von ausländischen Energieträgern. Gleichzeitig will er Erdgas methanisieren und zwar in großem Maßstab. Wie er das schaffen will ohne ausländisches Gas? Hm…

      Außerdem ist dieses „Unabhängigkeitsgeschwafel“ auch nur ahnungsloses Geschwätz. Deutschland ist als relativ rohstoffarmes Land so gut wie von allen Rohstoffen abhängig, die wir in unserer modernen Industriegesellschaft brauchen. Hat es Deutschland geschadet? Nein!
      Aufgrund unserer klimatischen Bedingungen sind wir auch ziemlich abhängig vom Ausland, was Orangen, Bananen und Ananas usw. angeht.
      Da könnte man doch auch mal über eine Eigenversorgung nachdenken. Solarbetriebene Gewächshäuser in ganz Deutschland. Natürlich kostet die Ananas dann 12 Euro, aber wir sind unabhängig. Und wir könnten dem Rest der Welt auch noch ihr CO2 aus deren fossiler Energieversorgung abnehmen und es zum besseren Wachstum in die Gewächshäuser pumpen. Dann tun wir noch gleichzeitig was gegen die nicht stattfindende globale Erwärmung. 😀

      Oh Mann… Willkommen in Herr Höhles Traumwelt! 😀

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        Martin

        24. September 2014 um 15:35

        Aus gutem Grund wird auch nirgendwo im „Kombikraftwerk“ auch nur Ansatzweise mal geschrieben, was der Spaß den dann kosten soll.
        Nicht nur, dass dafür die ganzen Windmühlen, Biogasanlagen, Power2Gas Anlagen etc. gebaut werden müssen, auch der komplette Netzausbau wird unterschlagen, von den Speicherkosten mal ganz abgesehen.

        Würde man das mal Bilanzieren, müsste man eigentlich in 20 Jahren noch Geld für den Stromverbrauch bekommen, weil die gigantischen Anlaufkosten ja verzinst zurückkommen müssten, um daraus einen finanziellen Gewinn zu ziehen.
        Und Autarkie ist die kleine Schwester der Fremdenfeindlichkeit, ich habe noch nie verstanden, was daran so besonders erstrebenswert sein soll, zumal in einer vollkommen globalisierten Welt.
        Schliesslich lebt Deutschland ja nicht zuletzt vom Export.

        Am besten finde ich aber das Abschlussstatement, Herr Höhle ist überzeugt, dass das in 20 Jahren auch ein finanzieller Erfolg sein wird. Sowas finde ich, bei der Finanzlage von SMA und den von mir verlinkten Beiträgen über die defizitären WKA Betreiber sowie mit Blick auf die Pleiten der Solarbranche schon ziemliich gewagt.

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        Peter Jensen

        24. September 2014 um 16:56

        „Autarkie ist die kleine Schwester der Fremdenfeindlichkeit“

        Den Spruch werde ich mir merken. Der bringt es auf den Punkt.

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          Christian Höhle

          25. September 2014 um 14:00

          Hallo Herr Jensen,

          das sehe ich deutlich anders. Import ist durchaus gern gesehen, solange dies keine signifikanten Nachteile bringt.
          Geht es aber um einen so wichtigen Rohstoff wie Erdgas, gibt es konkrete Gründe ihn selbst zu produzieren statt zu importieren:

          1) die Liefersicherheit hängt offenbar von politischen Befindlichkeiten ab
          2) aufgrund des fossilen Ursprungs wirkt sich das Verbrennen schädlich auf unsere Umwelt aus
          3) Kontinuierlich steigende Kosten des fossilen Rohstoffs legen auch wirtschaftlich die eigene Produktion nahe

          Sonnige Grüße,
          Christian Höhle

          Antworten »
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    Martin

    23. September 2014 um 11:01

    Ansonsten führen sie an, das der Verbund der Erneuerbaren dazu in der Lage ist.
    Und hier muss ich ihnen leider wiedersprechen.

    WKA sind offenbar nicht einmal in der Lage, die notwendige Energiemenge zu erzeugen, wie der von mir verlinkte Beitrag nachweist.
    PV liefert so wenig Energie und so wenige Volllaststunden, da werden sie ebenfalls Speicher benötigen, und die Energiemenge ist, bedingt durch die geringen Volllaststunden, ebenfalls sehr gering.
    Biomasse ist kaum noch ausbbaubar, ebenso Wasserkraft, da sind alle vorhandenen Standorte schon lange ausgebaut.
    Bleibt bei ihnen übrig Batteriespeicher, ich verweise da auf den hier verlinkten Beitrag eines Batteriespeicherwerkes, was 5 MWh Speichern kann. Damit liegen sie 2! Grössenordnungen unter den Erfordernissen, daraus ergibt sich sofort, das solche Speichersysteme ungeignet sind.
    Das Problem von Power2Gas habe ich oben verlinkt, sie weichen aus, wenn sie behaupten, das man mit dem erzeugten Methan auch z.B. heizen kann, ich muss ja ersteinmal meinen Strombedarf decken. Auf die Kosten wiederrum gehen sie überhaupt nicht ein.
    Das Pumspeicherwerke in der Grössenordnung unrealistisch sind, haben sie selber so geschrieben, und da wiederspreche ich ihnen nicht.

    Mein Fazit lautet daher.
    Ja 100% Energie aus EE ist machbar, wenn ich mich damit abfinde, gelegentlich im dunkeln zu sitzen, der Strom überwiegend aus dem Ausland kommt, und ich trotzden die höchsten Strompreise der Welt haben werde, so ca. Faktor 5 bis 10 höher als heute.

    Die schlichte Frage warum drängt mir sich da auf, da keines der Ziele der Energiewende so erreicht werden.

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      Christian Höhle

      23. September 2014 um 11:29

      Hallo Martin,

      es ist müßig, ständig wieder Teilbetrachtungen und Irrtümer als solche anzuprangern zu wiederlegen. Dazu fehlt mir leider die Zeit.

      In der Simulation des Kombikraftwerks sind die Erkenntnisse des Projekts spielerisch erfahrbar. Zeige mir einfach einen Zeitpunkt in dem simulierten Jahresverlauf, an dem wir im Dunkeln sitzen würden 😉 Wenn du den PV- und Windseitig schlechtesten Zeitpunkt des Jahres gefunden hast, siehst Du auch, wie der Konflikt aufgelöst wird.

      Bezüglich der Strompreise kannst du dir ja mal selbst Gedanken machen, was aus all den vielen PV- und Windkraftanlagen wird, wenn in 20 Jahren die Förderung ausläuft.
      Wird jemand die Anlagen einstampfen? Entsorgen? Abschalten?
      Oder wird nicht doch jeder Betreiber versuchen, den Strom meistbietend zu verkaufen?
      Und für welchen Preis kann Strom aus einer EE-Anlage verkauft werden, wenn dem gegenüber steht:
      – geringe Wartungskosten
      – keine Rohstoffkosten
      – fast keine Personalkosten
      – keine Finanzierungskosten

      Und welche Rolle spielen bei diesem geringen Preisniveau noch Verluste?

      Ich denke, dass das Szenario 100% EE nicht nur realistisch, sondern auch in finanzieller Hinsicht langfristig äußerst attraktiv sein wird. 😉
      Nebenbei verringert sich deutlich die Abhängigkeit äußerer Rohstofflieferungen, was gerade in der Russlandfrage einen sehr aktuellen Aspekt bekommen hat.

      Sonnige Grüße,
      Christian

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    Martin

    23. September 2014 um 10:47

    Hallo Herr Höhle,

    Sie sehen sich also die von mir verlinkten Beiträge an, sehr schön, sie sind tatsächlich in der Lage mal über den Tellerrand zu sehen.

    Ich habe mir den Abshchlußbericht tatsächlich durchgelesen, da findet man aber leider wenig zu den Speichern und vorallem zu den Kosten eben dieser, was aber genau eines der beiden Entscheidenden Probleme der Energiewende ist.
    Das erste Problem ist die Erzeugung von genügend elektrischer Energie.
    Das zweite die Bedarfsgerechte Produktion, was, wie sie selber in ihrem Beitrag ja beschreiben, nur über Speichertechnologie funktionieren kann.
    Ich denke, bis hierhin stimmen wir noch in unserer Bewertung überein.

    Dann aber führen sie auf:
    Stromverbrauch (Flexibilität durch Orientierung des Verbrauchs an der Erzeugung)
    -> Sie gehen in ihrerem Beitrag schon von der Einsparung von 2GW fehlender Leistung von November bis März aus, und jetzt soll zusätzlich noch Leistung eingespart werden?
    Leider bleiben sie da die Grössenordung schuldig.
    Sehe ich mir die Daten von Agora Energiewende von Heute Morgen an, dann stellen sie fest:
    WKA -4GW, PV 0 GW, Leistung von Laufwasser und Biogas konstant ca. 7 GW.
    Bedarf aber 54 GW, da fehlen ihnen 54 – 7 – 4 = 43 GW. Wie wollen sie die „Einsparen“? Egal welche finanzielle Anreize sie geben, die erzeugt Leistung der Erneuerbaren reicht nicht einmal für das Kaffeekochen zum Frühstück. Davon abgesehen, haben sie ja schon in ihrer Berechnung der Speichergröße ein flexibles Lastmanagement vorausgesetzt, um die notwendige Speichergröße zu verringen, und jetzt soll nochmal zusätzlich Last in dieser Grössenordnung eingespart werden?

    Antworten »
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    Martin

    18. September 2014 um 07:46

    Herr Höhle,

    wenn sie so freundlich wären, uns ihre Speicher den dann auch vorzustellen?

    Selbst wenn man ihren Annahmen folgt, was dann im übrigen in keinem weiterem Zubau von PV und WKA resultiert, nur mal am Rande angemerkt ;=)
    Sie gehen ja von realen Daten aus, für ein Zielszenario 80% EE würde mich ihre Modelrechnung mal interessieren, was da wohl an Speicher benötigt würde.
    Und selbst wenn man ihre „2GW“ und „1GW“ Zahlenspiele nicht hinterfragt, dann kommen sie immer noch auf 3TWh Speicherkapazität.
    Und sie gehen dabei sogar noch von idealen Speichern aus, in der Realität landen sie bei so ca. 40% Verlust, 20% beim Einspeisen, 20% beim verstromen…

    Egal, nehmen wir alles mal als gegeben hin, dann bleiben 3TWh notwendige Speicherkapazität wohlgemerkt für den derzeitigen Stand des Ausbaus der „Erneuerbaren“ aus PV und WKA.

    Goldistahl, Deutschlands grösstes Pumpspeicherwerk kann gerade mal 8,5 GWh Energie Speichern, und hat auch nur preiswerte 623 Millionen Euro gekostet.
    Grob Überschlagen benötige ich dann für 3TWh oder 3000GWh nur 350 solcher Anlagen.
    Die dann auch nur schlappe 220 Milliarden Euro Kosten würde, vom Platzbedarf mal ganz abgesehen.

    Also Herr Höhle, wo und wie wollen sie 3TWh Energie Speichern?
    Und wieviel Speicher benötige ich wohl bei 80% EE?

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      Christian Höhle

      18. September 2014 um 18:30

      Hallo Martin,

      vielen Dank für deine Frage. Ich habe sie zum Anlass genommen, das Missverständnis direkt im Artikel zu erklären. Tatsache ist, dass man im Wesentlichen den Speichereffekt benötigt, nicht unbedingt Speicher in Form einer Einheit, die Energie zwischenlagern kann.

      Das “Kombikraftwerk 2“ zeigt auf, wie das sogar für 100% erneuerbarer Energien in der Stromversorgung geht – sowohl in Bezug auf die benötigten Energiemengen als auch in Bezug auf Netzdienstleistungen und Netzstabilität.

      Den Link dazu findest du am Ende des Artikels.

      Sonnige Grüße,
      Christian Höhle

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      Peter Jensen

      18. September 2014 um 21:36

      Schön, Herr Höle, dass sie dieses Missverständnis schon mal geklärt hätten. Tatsächlich klang es in ihrem Beitrag so, als würde man irgendwo in Deutschland einen Speicher für alle Wind- und Solaranlagen stehen haben, in den vorne der Strom reinkommt und hinten nach Bedarf wieder raus. Da hätte mich doch sehr interessiert, was das für ein Speicher sein soll.
      Die Frage ist aber nach wie vor interessant, denn auch viele Speicher müssen ja irgendwie gebaut werden. Es müssten übrigens sehr viele sein. Wir reden da nicht über 20 oder 200. Es geht in die Tausende!
      Es gibt aber noch ein paar Missverständnisse in ihrem Beitrag. Sie sagen, es muss im Netz immer so viel Strom vorhanden sein, wie gebraucht wird. Da Sonne und Wind nur sporadisch vorhanden sind, braucht man Speicher. Das klingt nach Speichern, die die Volatilität ausgleichen, also immer dann einspeisen, wenn Sonne und Wind nicht produzieren können.
      Danach sagen sie aber, der ideale Speicher würde die Volatilität von Sonne und Wind glätten. Also wo hinten ein geichmäßiges Band aus dem Speicher kommt.
      Nun, beides sind aber verschiedene Ansätze.
      Wenn sie die Volatilität ausgleichen wollen, also die fehlende Produktion zum Bedarf, dann nützt ihnen ein gleichmäßiges Band nichts, denn der „Restbedarf“ ist niemals genauso hoch wie das gleichmäßige Band.
      Wollen sie ein gleichmäßiges Band produzieren, können sie nicht die Lastspitzen ausgleichen, denn auch dort gehen Bedarf und Band im Betrag auseinander.
      Ich nehme an, sie meinen letztlich einen Speicher, der aus der volatilen Einspeisung eine gleichmäßige Strommenge macht.
      Das Band soll die durchschnittliche Erzegung darstellen, schreiben sie. Wie hoch ist das? wieviel MW oder GW hat dann dieses Band? Und woher kommt dann die Deckung des Restbedarfs?

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        Peter Jensen

        18. September 2014 um 21:45

        Und noch etwas zur Kapazität des Speichers. Sie schreiben, die notwendige Kapazität wäre die Differenz zwischen „Mindest- und Höchstfüllstand“.
        Das verstehe ich nicht. Die notwendige Kapazität muss doch zwangsläufig der „Höchstfüllstand“ sein.

        Und noch eine Frage: haben sie in ihrer Berechnung auch die Umwandlungsverluste einbezogen? Die können schon mal 50% betragen. Wo soll die viele Energie aus Sonne und Wind herkommen, um den Speicher vorne mit 200% zu befüllen, damit hinten 100% des benötigten Stroms rauskommt? Und wenn vorn so viel Strom aus Sonne und Wind produziert werden kann, wozu dann noch ein Speicher, der daraus ein gleichmäßiges Band macht? Da wäre doch eine Technologie besser, die den Restbedarf irgendwie decken kann statt eines gleichmäßigen Bandes.
        Und noch eine Frage: wenn sie am 01.01. eines Jahres anfangen wollen: womit wird der Speicher erstmalig befüllt?

        Fragen über Fragen… ich hätte noch mehr, will sie aber für den Anfang nicht überfordern.

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          Christian Höhle

          18. September 2014 um 22:44

          Hallo Herr Jensen,

          da der Speicher in diesem Fall seinen Mindestfüllstand simulationsbedingt bei 0 TWh hat stimmt ihre Annahme, dass der benötigte Speicherbedarf dem Höchstfüllstand entspricht.

          In den Grafiken zur Entwicklung sehen Sie trotz 15-Minuten-Auflösung keine signifikanten kurzfristigen Schwankungen. Das liegt daran, dass sich die relevanten Schwankungen längerfristig abspielen. Zum Ausgleich dieser längerfristigen Schwankungen können Technologien zum Einsatz kommen, die mit geringen Verlusten behaftet sind als reale Speicher – so zum Beispiel .

          Darüber hinaus muss der theoretische Speicher nicht unbedingt gleichmäßig entladen werden. Auch eine Entladung mit einem typischen Tagesprofil des Lastgangs würde in dem betrachteten Zeitraum kaum einen Unterschied machen.

          Hier gibt es einen schönen Videobeitrag, der das Funktionsprinzip erklärt:
          https://www.youtube.com/watch?v=JqaeYaSAnFE

          Sonnige Grüße,
          Christian Höhle

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        Christian Höhle

        18. September 2014 um 22:24

        Hallo Herr Jensen,

        ich freue mich, dass Sie all diese Fragen stellen.

        Die Betrachtung der Speicherkapazität ist eine theoretische, wie sie auch Herr Sinn in seinem Vortrag „Energiewende ins Nichts“ zur Hälfte angestellt hat. Leider war ihm der Unterschied zwischen realem Speicher und der Wirkung eines Speichers ebenfalls nicht klar, sodass er sich ausschließlich auf reale Speicher bezogen und damit natürlich ausgesprochen Realitätsfern argumentiert hat.

        Antworten auf alle übrigen gestellten Fragen finden sie anschaulich dargestellt in der Simulation des „Kombikraftwerks 2“ sowie ausführlich beschrieben im Abschlussbericht des Projekts.

        Sonnige Grüße,
        Christian Höhle

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        Peter Jensen

        19. September 2014 um 09:33

        Hm…
        Da steh ich nun, ich armer Tor
        und bin so schlau als wie zuvor.

        Ich hoffe, sie haben diese kleine Excel-Spielerei in ihrer Freizeit gemacht, Herr Höhle, und nicht während der Arbeitszeit.

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      Martin

      22. September 2014 um 12:27

      Herr Höhle,

      vieleicht lesen sie mal folgenden Beitrag, der erklärt sehr schön, welchen Bedarf an WKA Anlagen wir so hätten
      http://www.vernunftkraft.de/dreisatz/

      Zu den von ihnen angesprochenen „Power2Gas“ Anlagen:
      http://www.vernunftkraft.de/power-to-gas/

      Zum Thema Speicher, falls ihnen das alles zu viel Text ist, hier nochmal ausführlich als Präsentation, auch für den technischen Laien leicht verständlich:
      https://www.youtube.com/watch?v=pVOdfYvA0y0

      Mit sonnigen Grüßen,

      Martin

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        Christian Höhle

        23. September 2014 um 00:12

        Hallo Martin,

        leider betrachtet der Autor nicht die Gesamtheit der erneuerbaren Energien, sondern selektiv nur die Windkraft. Dass diese Betrachtungsweise zu keinen sinnvollen Ergebnissen kommt, zeigt sein Beitrag sehr gut.

        Im Abschlussbericht des Projekts „Kombikraftwerk 2“ findest Du in der Szenariobeschreibung unter Kapitel 2 eine Auflistung der Energiequellen, die zusammen – nachgewiesen durch eine Simulation eines gesamten Jahres – für eine sichere Versorgung Deutschlands aus 100% erneuerbaren Energien sorgen können. Dabei geht es nicht nur um die Windkraft, sondern um:
        – Stromverbrauch (Flexibilität durch Orientierung des Verbrauchs an der Erzeugung)
        – Windenergie
        – Photovoltaik
        – Bioenergie
        – Methankraftwerke
        – Wasserkraft
        – Geothermie
        – Power-to-Gas
        – Pumpspeicher
        – Batterien
        – Leistungsimporte und –exporte

        Details zum Einsatz dieser Flexibilitätsoptionen findest Du in den entsprechenden Kapiteln des Abschlussberichts.
        Viel Spaß beim Lesen 😉

        Auch bezüglich der Bewertung der Power2Gas Technologie unterliegt der Autor erneut dem Fehler, sich nur auf einzelne Energiequellen der EE zu stützen und kommt somit zu falschen Schlussfolgerungen.

        Mit dem Umwandlungswirkungsgrad liegt er allerdings richtig. Der Wirkungsgrad der Erzeugung von Methan aus EE-Strom liegt bei 60%. Genauso wie die Rückverstromung von EE-Gas bei 60% liegt. Dementsprechend kann man aus 100kWh EE-Strom nach der Methanisierung in einem modernen Gaskraftwerk wieder 36kWh Strom in das Netz einspeisen. Nun hat der Autor leider zwei wichtige Fakten vergessen:

        1)
        Nach der Methanisierung von 100kWh EE-Strom liegen im Stromnetz 60kWh EE-Gas vor, das dort hervorragend auch zur Deckung des Primärenergiebedarfs genutzt werden kann – mit einem Wirkungsgrad von 60%.

        2)
        Rückverstromt werden muss davon nur eine kleine Menge – nämlich an den Tagen, an denen alle oben genannten Quellen zusammen den Bedarf nicht decken können

        Die selben Fehlannahmen setzen sich auch in dem von dir verlinkten Video fort.

        Mein Fazit:
        Ich bin überzeugt, dass der Autor dieser Abhandlungen unter Berücksichtigung aller Rahmenbedingungen ebenfalls zu dem Ergebnis kommen würde, dass 100% EE möglich und sinnvoll sind. Leider ist die klare Sicht auf offensichtliche Fakten oft getrübt durch das Gefühl, nicht gerne auf solche Anlagen zu schauen. Ich persönlich denke, es gibt immer wieder Minderheiten, die „dagegen“ sind – völlig unabhängig davon um welchen Fortschritt es gerade geht. Man sollte ihnen wenig Gewicht beimessen und statt dessen die Fakten für sich sprechen lassen.

        Sonnige Grüße,
        Christian Höhle

        Antworten »

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