Teuer war gestern

Von am 20. Februar 2012 in der Kategorie Energiewende mit 9 Kommentare
Photovoltaik-Leistung in Deutschland am 6.02.2012

6. Februar 2012. Klirrende Kälte. Der Himmel über uns stahlblau. Winter in Deutschland. Der Stromverbrauch steigt. Die im ganzen Land installierten Photovoltaikanlagen liegen derweil im Winterschlaf – so steht es jedenfalls immer wieder in der Presse: Photovoltaik ist teuer, ineffizient, und versagt im Winter nahezu komplett den Dienst. Stimmt das? Ein Blick auf die Photovoltaik-Leistungskarte der SMA Solar Technology AG zeigt: Satte 8,6 Gigawatt Leistung am Mittag. Von Deutschlands Photovoltaikanlagen. Am 6. Februar 2012. Im Winter. In Deutschland. Mehr als die kumulierte Leistung der acht Atomkraftwerke, die im vergangenen Jahr vom Netz genommen wurden.

 
Photovoltaik macht unabhängig

„Die Energiewende ist in vollem Gange. Und ohne Photovoltaik undenkbar“, sagt SMA Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon. „Denn der Strom aus der Sonne wird direkt dort erzeugt, wo er verbraucht wird – auf Haus- und Fabrikdächern oder Freiflächen, etwa in Gewerbegebieten. Zusätzlich bringt Photovoltaik die größte Leistung dann, wenn der Stromverbrauch am höchsten ist, in der Mittagszeit.“ Teurer Ausbau von Stromnetzen? Fehlanzeige. Strom, der direkt verbraucht wird, muss schließlich erst gar nicht transportiert werden. Und sorgt für Unabhängigkeit bei der Energieversorgung. Denn Photovoltaik macht Stromverbraucher zu Erzeugern.

Solarstromanlagen seit 2006 mehr als 58 Prozent billiger

Quelle: BSW Solar

 
Und was ist mit den Kosten?

Die sinken so schnell wie in kaum einem anderen Bereich. Zur Förderung der erneuerbaren Energien zahlen die Verbraucher mit der Stromrechnung die sogenannte EEG-Umlage. Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt liegt die Umlage derzeit bei ca. 13 Euro im Monat. Mit dem Geld werden alle erneuerbaren Energien, also neben der Photovoltaik auch Wind- und Wasserkraft sowie Bioenergie und Geothermie gefördert. Dabei sinken die Fördersätze kontinuierlich: Bekamen Betreiber von Photovoltaikanlagen vor fünf Jahren in Abhängigkeit von der Anlagengröße noch 38 bis 49 Cent pro eingespeister Kilowattstunde, sind es heute gerade noch 18 bis 24 Cent. Und spätestens nach der nächsten Vergütungsabsenkung, die in Kürze ansteht, wird der Strom vom Dach günstiger als der Strom aus der Steckdose sein.

 
Fossile Brennstoffe werden bald verbraucht sein

Solarstrom wird also immer preiswerter. Die Kosten für Kohle- und Atomstrom steigen dagegen weiter an. Denn Uran und fossile Brennstoffe müssen nicht nur aus politisch unsicheren Regionen nach Deutschland importiert werden, sondern sie werden auch immer knapper – und in einigen Jahrzehnten gänzlich verbraucht sein. Die Lösung für die zuverlässige Energieversorgung der Zukunft sind die erneuerbaren Energien.

 
Unendlich viel Energie

Allein die Sonne schickt viel mehr Energie auf die Erde, als wir weltweit zu unserer Versorgung brauchen. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen diese schier unerschöpfliche Energiequelle für ihre Stromversorgung nutzen – und zunehmend unabhängig von den großen Energieversorgern werden.

SMA Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon

SMA Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon

 
Wohnhäuser werden zu Energiemanagement-Zentralen

Die Technologie dafür liefern ihnen deutsche Unternehmen, die in diesem Bereich Vorreiter sind. Sie machen aus ganz normalen Wohnhäusern „Smart Homes“, in denen Energie nicht nur selbst aus Sonnenlicht erzeugt, sondern auch besonders effizient genutzt wird. Das schont nicht nur das Klima, sondern auch den Geldbeutel der Bewohner. „Der Sunny Home Manager von SMA analysiert und erlernt das Verbrauchsverhalten im Haushalt und kombiniert diese Informationen mit Wetterprognosen zur Vorhersage der Solarstromerzeugung. Auf dieser Basis steuert er die Elektrogeräte im Haushalt“, erklärt Pierre-Pascal Urbon die Technologie. Konkret heißt das, die Waschmaschine läuft dann, wenn die Solaranlage auf dem Dach am meisten günstigen Strom produziert. Wird zusätzlich ein Speichersystem eingebunden, kann überschüssiger Solarstrom zwischengespeichert und später genutzt werden – so steht der Strom von der Sonne rund um die Uhr zur Verfügung. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum „Smart Grid“, dem intelligenten Stromnetz der Zukunft. Und ein bedeutender Baustein der Energiewende.

 
Verlässliche Rahmenbedingungen

Dass diese ein Erfolg wird und dabei bezahlbar bleibt, haben sich die Unternehmen der Erneuerbaren Energien Branche auf die Fahnen geschrieben. „SMA investiert dafür allein in diesem Jahr mehr als 100 Millionen Euro in die Technologieentwicklung“, unterstreicht Pierre-Pascal Urbon. Damit die Zukunftsbranche jedoch nicht auf der Zielgeraden ins Straucheln gerät, brauchen Unternehmen, Investoren und Verbraucher laut Urbon weiter verlässliche politische Rahmenbedingungen. Seien diese gegeben, so werde Deutschland die Energiewende gelingen. Und damit die Schaffung weiterer Arbeitsplätze in einer Zukunftsbranche, die ihre Spitzenprodukte in alle Welt exportiert. Andere Länder schauen gespannt nach Deutschland und folgen unserem Beispiel. Denn zum Umbau der Energieversorgung hin zu erneuerbaren und dezentralen Energiequellen gibt es keine Alternative.

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Meine Aufgaben:
Ich bin bei SMA Ansprechpartnerin für die Presse.
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Alles rund um das Unternehmen SMA.
Was selbst meine Kollegen nicht von mir wissen:
Im Rahmen von „Jugend trainiert für Olympia“ bin ich als Teenager mit dem Rennrodel durch Eiskanäle geflitzt.

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9 Kommentare

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    […] 5. Seit dem Jahr 2006 haben sich die Kosten für Photovoltaikanlagen halbiert […]

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    Susanne Henkel

    23. Februar 2012 um 15:03

    Vielen Dank für die Angregungen zur Energiemenge, die dei Sonne auf die Erde schickt. Ich habe die entsprechende Passage geändert und nun etwas allgemeiner gefasst.

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      Christian Blome

      24. Februar 2012 um 17:59

      Schön, dass Sie hier auf Kritik und Anregungen eingehen *IRONIE AUS

      1. Ich sehe immer noch 10,3 (ganz kurz sogar 10,4) GW am 6.2.
      2. Wie ist es heute (24.2.), laufen alle Anlagen auf Halbmast aus Trauer?

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    Markus Kohler

    21. Februar 2012 um 18:37

    Unendlich viel Energie
    Allein die Sonne schickt in jedem Jahr fast viermal so viel Energie auf die Erde, wie wir weltweit zu unserer Versorgung brauchen.

    Die Sonne schickt doch in jeder Stunde und nicht in jedem Jahr soviel Energie auf die Erde wie weltweit gebraucht wird oder habe ich da etwas falsch in Erinnerung?

    Sonnige Grüsse
    Markus

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      Joachim Theiner

      22. Februar 2012 um 16:13

      Hallo Frau Henkel,

      Kompliment für diesen schönen Bericht. Aber auch ich weise Sie hiermit auf den Fehler der jährlichen Sonneneinstrahlung hin:

      Die Sonne liefert das etwa 10.000-fache pro Jahr, was wir benötigen, und nicht das lediglich 4-fache. Bitte dringend anpassen!!!

      Wenn das mal hoffentlich unser Wirtschaftsministerium in die Finger gekriegt hat…

      Beste Grüße

      Joachim Theiner

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    Christian Blome

    21. Februar 2012 um 16:30

    Mit den inzwischen ca. 25 GW installierter Leistung (im Bild im Artikel sind es noch 20,68 GW) zeigt die Leistungskarte tatsächlich schon 10,3 GW für den 6.2. an.
    http://www.eeg-kwk.net/de/Solarenergie_Hochrechnung.htm zeigt 9,9 GW an.
    Die Mittagsspitze (mit Grund- und Mittellast) kann im Sommer sonntags auch mal bei „nur“ 50-60 GW liegen. Sieht man sich bei eeg-kwk.net noch die Windenergie an, z.B. am 19.06.2011 (ca. 15 GW), ist absehbar, dass in wenigen Jahren die Mittagsspitze schon mit Erneuerbaren abgedeckt werden könnte (zusammen mit Laufwasser und Biomasse). Das ist schon ein enormer Erfolg – und stellt Grundlastkraftwerke (Braunkohle/KK) in Frage.

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    Marco Haakmeester

    21. Februar 2012 um 15:11

    „Allein die Sonne schickt in jedem Jahr fast viermal so viel Energie auf die Erde, wie wir weltweit zu unserer Versorgung brauchen“.
    Stimmt aber nicht. Besser passt dass die Sonne pro Tag dass vielfache an Energie auf die Erde niederlasst! (Bisschen abhangig von die daten aber vielleicht dass nur 20 minuten bis zu 60 minuten schon reichen fuer ein volles Jahr!)

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    Christian Höhle

    21. Februar 2012 um 10:05

    Hallo Susanne,

    danke für den schönen Artikel!

    Wenn es um die bereit gestellte PV-Leistung geht, bekomme ich oft zu hören, dass diese Leistung doch immer nur um die Mittagszeit zur Verfügung steht. Wenn man sich diesen Tag aber mal in der Leistungskarte anschaut, kann man folgendes feststellen:

    Selbst an einem Wintertag wie dem 06.02. stehen von morgens um 9:45 Uhr bis nachmittags um 15:45 Uhr durchgängig mehr als 4 GW zur Verfügung – das sind 6 Stunden in der Zeit des größten Bedarfs.

    In der Zeit von 11:15 Uhr bis 14:15 Uhr – und damit für mehr als 3 Stunden – sind es sogar dauerhaft mehr als 8 GW!

    Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, liegt die Grundlast in der Mittagsspitze etwa bei 60-70GW. Davon deckt die Solarenergie demnach schon mal eine ordentliche Portion 🙂

    Viele Grüße,
    Christian

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    Thomas Burger

    21. Februar 2012 um 09:45

    …endlich mal wieder eine kurze und knackige Zusammenfassung der Fakten, für die wir seit Jahren in der Branche aktiv sind. Danke Frau Henkel, ich wünsche Ihnen und der Branche möglichst viele Veröffentlichungen für diese sehr schöne Pressemitteilung. Ich werde es auf facebook „sharen“.

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