Sechs Gründe, Montag auf die Straße zu gehen

Von am 1. März 2012 in der Kategorie Energiewende mit 5 Kommentare
SMA Protestaktion am 23.02.2012

Der Protest gegen die geplante radikale Senkung der Einspeisevergütung für Solarstrom in Deutschland geht weiter. Am kommenden Montag, den 5. März, findet vor dem Brandenburger Tor eine geplante Großkundgebung statt. Zu dem Protest gegen das „Solarausstiegsgesetz“ der Bundesregierung rufen diverse Verbände wie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Industriegewerkschaft Metall (IG Metall), die Deutsche Umwelthilfe (DUH)  sowie der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW) auf. 
 

Sechs Argumente, weshalb es sich lohnt, am Montag in Berlin zu demonstrieren

 

1. Eine massive Kürzung der Solarstromförderung gefährdet 100.000 Jobs

Zahlreiche Arbeitsplätze in Forschung, Produktion, Installation und dem Handel stehen laut BSW Solar auf dem Spiel. Eine Absenkung der Förderung ja, aber bitte mit Augenmaß!

 

2. Die Energiewende kann nur durch einen Mix aus Erneuerbaren Energien gelingen

Insbesondere zur Mittagszeit, wo der Verbrauch am höchsten ist, tragen Photovoltaikanlagen erheblich zu einer sicheren und sauberen Stromversorgung bei.

 

3. PV bedeutet eine Dezentralisierung und Demokratisierung der Stromversorgung

Denn durch den Einsatz von Solarstromanlagen werden Bürger selbst zu Stromproduzenten. Der Transport über weite Strecken ist nicht notwendig, da der Strom dort entsteht, wo er auch verbraucht wird. Es ist und bleibt die bürgernahe Energieform.

Emnid-Umfrage: Zwei Drittel der Bürger halten Solarkürzung für falsch

 
 
4. Die Pläne richten sich gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung

65 Prozent der befragten Bundesbürger finden es laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid falsch, den jährlichen Ausbau der Solarstromerzeugung mehr als zu halbieren.

 

5. Seit dem Jahr 2006 haben sich die Kosten für Photovoltaikanlagen halbiert

Schon in diesem Jahr wird Solarstrom nur noch so teuer sein wie Haushaltsstrom. Es ist davon auszugehen, dass Solarstrom ab 2017 dann vollständig wettbewerbsfähig mit allen konventionellen Energieerzeugungsarten sein wird. Aus diesem Grund wäre es fatal, kurz vor dem Ziel die Förderung zu kappen.

 

6. Die Kürzungen bei der EEG-Umlage entlasten den Strompreis um 0,5 Prozent

Demgegenüber steht ein geschätzter Markteinbruch von 75 Prozent, der in keinem Verhältnis zu den erzielten Einsparungen steht.

 

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!?

Die Kundgebung findet am Montag, den 5. März 2012, in Berlin vor dem Brandenburger Tor auf dem Platz des 18. März statt. Offizieller Beginn der Veranstaltung ist 13 Uhr. Die Kundgebung wird ca. bis 16 Uhr dauern.

P.S.: Ein ähnlicher Protest formiert sich unterdessen auch auf internationaler Ebene. In einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel appellieren 18 internationale Photovoltaik-Verbände, die geplanten Kürzungen nicht umzusetzen, da Deutschland international als Vorbild bei der Solarenergie fungiert.

 

Weitere Informationen

Hier geht’s zur Protestwebsite des BSW Solar

Hier gibt es Infos zur Anreise

 

Dokumente

BSW-Aufruf Grossdemo am 05.03.12

BSW-Positionspapier – 02/12

BSW-TNS Emnid-Umfrage

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Meine Aufgaben:
Social Media, Online-Marketing und interaktive Markenkommunikation für die Division Medium Power Solutions.
Meine Themen:
Produktlösungen für kleine bis mittlere PV-Anlagen, Elektromobilität, Sunny Home Manager, SMA Apps, Sponsoring, Events und Messen rund um erneuerbare Energien.
Was selbst meine Kollegen nicht von mir wissen:
Ursprünglich wollte ich mal den Beruf des Grafik-Designers ausüben.
Gerrit arbeitet mittlerweile nicht mehr bei SMA.

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5 Kommentare

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    Katarina

    5. März 2012 um 17:17

    Mich interessiert, ob die Demo was bewegen kann, bewegt hat!? Wann wird bekanntgegeben, ob dieser ganze Demo-Kram etwas gebracht hat? Hätte nicht das bereits vorliegende Schreiben bei Frau Merkel ausgereicht? Was hat diese Demo den einzelnen Unternehmen pro Kopf gekostet? Waren die Demo-Teilnehmer von ihrer Arbeit freigestellt, haben Sie als Arbeitszeit verbuchen können oder war alles Freizeit, wie ich doch hoffe?!

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      Leonie Blume

      6. März 2012 um 10:13

      Hallo Katarina,
      der Atomausstieg in Deutschland kam nicht nur wegen der furchtbaren Katastrophe in Fukushima sondern auch weil es über Jahre hinweg eine starke Anti-AKW-Bewegung gab. Gesellschaftlicher Druck bringt also was! Die Ankündigung gestern, dass die Kürzungen auf Anfang April verschoben wird, ist natürlich nicht ausreichend, aber ein Anfang und zeigt dass es sich lohnt für seine Rechte auf die Straße zu gehen. Der Brief an Merkel alleine hätte das m. E. nicht bewirkt.

      Meiner Ansicht nach sollte man es aber nicht bei einer Demo belassen, sondern noch mehr Öffentlichkeitsarbeit für die Photovoltaik und die Energiewende machen. Ich denke aber, dass da auch von den Verbänden noch einiges kommen wird in den nächsten Tagen. Wir werden in jedem Fall auf diesem Blog nachlegen 😉

      Wie die einzelnen Betriebe das mit den Kosten geregelt haben, wissen wir nicht. Bei uns haben wir in Abstimmung mit dem Betriebsrat eine Regelung gefunden, wie wir möglichst vielen Kollegen die Mitfahrt ermöglichen können und gleichzeitig den Betrieb nicht komplett lahmlegen.

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    Andy

    4. März 2012 um 21:54

    Sind Morgen Vertreter der PR-Abteilung und des Blogs in Berlin vor Ort? Ich werde dort sein, twittern (@energynet) und für meinen Blog Stimmen sammeln.

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      Leonie Blume

      4. März 2012 um 23:03

      Wir werden in jedem Fall da sein! Es wäre toll, wenn wir uns auch „analog“ austauschen könnten. Die Schwierigkeit wird wahrscheinlich eher darin bestehen, uns in den Massen zu finden. Vielleicht gelingt es ja über Twitter 😉

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    Wowiri

    2. März 2012 um 09:46

    „Du arbeitest also für die Natur und damit die sauber wird!“

    Meine Tochter Hannah (6 Jahre) stellt dies staunend fest, als sie mich am Arbeitsplatz zum ersten Mal besucht. Recht hat Hannah: Ich arbeite mit meinen Kollegen für die Photovoltaik.

    Hannah hat mit ihren sechs Jahren erkannt, was einigen Erfüllungsgehil fen der großen Strommonopolist en völlig gleichgültig ist. Es geht um unsere nahe Zukunft, um die Zukunft auch kommender Generationen.Und nun betonieren Rösler & Röttgen die ambitionierten Ziele der Lobbyisten von RWE, EON & Co. Sie versuchen es zumindest.

    Rücktritt, Herr Röttgen! Räumen Sie Ihren Platz für jemanden, der sich wirklich für den Schutz der Umwelt einsetzt!

    http://www.photon.de/solarfeindnr1.pdf

    Ich schließe mich voll und ganz der Forderung von PHOTON an – auch im Namen von Hannah, meiner Tochter.

    Antworten »

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