Plus-Passiv-Haus dank SMA

Von Frank Dzaebel (Gastbeitrag) am 25. Juli 2014 in der Kategorie Energiemanagement mit 4 Kommentare
Passivhaus dank der Smart Home Lösung

Im Jahr 2009 entschlossen sich meine Frau und ich zum Bau unseres Hauses. Da für uns Begriffe wie Ökologie und Ökonomie sehr wichtig sind, war uns relativ schnell klar, dass unser beider Wunsch ein Passivhaus sein würde. Wikipedia definiert ein Passivhaus u.a. folgendermaßen:

Die Häuser werden „passiv“ genannt, weil der überwiegende Teil des Wärmebedarfs aus „passiven“ Quellen gedeckt wird, wie Sonneneinstrahlung und Abwärme von Personen und technischen Geräten. Das Ergebnis ist eine positive Raumwahrnehmung, gekoppelt mit einem niedrigen Energieverbrauch. Dabei ist das Passivhaus keine neue Bauweise, sondern ein Baustandard, der besondere Anforderungen bezüglich Architektur, Technik und Ökologie festlegt und nicht auf einen bestimmten Gebäudetyp beschränkt ist.

 

Abenteuer Selbstbauhaus

Die Entscheidung war also schnell getroffen. Einzig die Frage der Finanzierung beschäftigte uns sehr, da Passivhäuser aufgrund der speziellen Anforderungen an Wärmedämmung und Luftdichtigkeit höhere Anforderungen als andere Häuser stellen. Im Rahmen unserer Recherche waren wir damals auf einen Architekten gestoßen, über den der Bau des Hauses in Eigenregie möglich sein sollte. „Eigen“ bedeutet in diesem Fall wirklich „selbst machen“, beginnend mit dem Rohbau über steckbare Schalungssteine, die später einfach mit Beton ausgegossen werden. Optimistisch wie wir sind, starteten wir also im Mai 2009 in das Abenteuer Selbstbauhaus und konnten nach einer spannenden, lehrreichen aber auch zugegebenermaßen anstrengenden Zeit im Dezember 2010 in unser Haus einziehen.

 

Unser Smart Home System mit Sunny Home Manager, Sunny Tripwer-, Sunny Island-Wechselrichter und dem Batteriespeicher (v.l.n.r.)

Unser Smart Home System mit Sunny Home Manager, Sunny Tripwer-, Sunny Island-Wechselrichter und dem Batteriespeicher (v.l.n.r.)

Vom Passiv- zum Aktivhaus

Sämtliche Wärme im Haus – von der warmen Wohnraumluft bis zum Warmwasser – wird dabei von einer energiesparenden Luft-Wärmepumpe erzeugt. Abhängigkeit von Öl und Gas gehören für uns damit der Vergangenheit an. Da unser selbstgebautes Passivhaus auch nach mehreren Wintern hielt, was uns energetisch versprochen wurde, stellten wir uns die Frage, inwieweit wir unseren Strombedarf für das Haus selbst erzeugen könnten. Im Jahr 2013 fiel daher unser Entschluss zur Installation einer Photovoltaik-Anlage mit Eigenverbrauch. Auch hier recherchierten wir wieder Möglichkeiten und Anbieter am Markt. Unsere Wahl fiel am Ende auf eine 6,72kWh Anlage mit Solarmodulen von Aleo und einem SMA Tripower Wechselrichter.

Die Entscheidung für SMA war seinerzeit schnell getroffen, da SMA den Gedanken der Eigenversorgung bereits weit voraus gedacht hatte. Das Mittel zum Zweck ist der Sunny Home Manager und wurde damals inkl. einer Funksteckdose gleich mitgekauft. Unser erstes funkferngesteuertes Gerät war die Spühlmaschine. Die Installation der Funksteckdose und das automatisierte Einschalten per Home Manager funktionierten schnell und problemlos, so wie hier bereits mehrfach in Blog-Beiträgen beschrieben. Inzwischen arbeiten insgesamt drei Funksteckdosen in unserem Haus, um Spühl- und Waschmaschine und bei Bedarf auch einen Heizstab für Warmwasser über Solarstrom zu betreiben.

 

Steigerung der Autarkiequote durch Sunny Island und Batteriespeicher

Die Anfänge für unsere möglichst autonome Energieversorgung waren dank der SMA Konzepte also schnell gemacht. Im Ergebnis kamen wir mit diesen ersten Investitionen für das Jahr 2013 auf eine Autarkiequote von 33%, sprich 1/3 des Gesamtstrombedarfs unseres Hauses für Wärme und Lüftung aber auch Hausstrom wurde direkt über unseren selbst erzeugten Strom abgedeckt. Da unser Bedarf an Strom auch in der Nacht im Vergleich zu anderen Häusern aufgrund der Lüftungsanlage höher ist, lagen nun im nächsten Schritt Überlegungen nahe, den tagsüber erzeugten Strom auch in der Nacht verfügbar zu haben.

Vergleich der Monate April 2013 ohne Batterie und April 2014 mit Batterie

Vergleich der Monate April 2013 ohne Batterie und April 2014 mit Batterie

 

Und jetzt? …

Im Herbst 2013 erweiterten wir daher unsere Anlage um den Sunny Island 6.0H in Kombination mit einer Blei-GEL-Batteriebank von BAE. Beide Komponenten erfüllen die Förderungsbedingungen der KfW und arbeiten nun seit einigen Monaten in unserem Haus. Im Winter ist unsere Quote für die Eigenversorgung zwar sehr schlecht, da zum einen kaum die Sonne scheint und zum anderen unser Energiebedarf der Lüftungsanlage relativ hoch ist, von März bis Oktober wendet sich dieses Blatt aber deutlich. Im Jahresdurchschnitt rechnen wir daher mit einer Steigerung unserer Autarkiequote auf 60% – 70%. Aktuell sind wir recht optimistisch, dieses Ziel zu erreichen. Unsere Quote für April 2014 lag bspw. bereits bei 72%.

 

… kommt der Carport dran

Unsere Reise in die Möglichkeiten der Photovoltaik ist damit aber noch nicht zu Ende. Wie es eben so ist, wenn einen das Fieber erst mal angesteckt hat: Aktuell planen wir eine Erweiterung unserer Photovoltaik Leistung durch Installation einer zweiten Anlage auf unserem Carport. Dieses Projekt wird sicherlich wieder sehr spannend werden, da wir dieses Mal die Solarmodule und auch den Wechselrichter – soweit wie erlaubt – in Eigenregie installieren werden. Ein SMA Sunny Boy ist dafür bereits fest eingeplant…

 

Weitere Details zu Hausbau, Photovoltaik-Anlage und aktuelle Verbrauchswerte können jederzeit über unsere Homepage eingesehen werden: http://www.plus-passiv-haus.de

 

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Der Autor

Frank Dzaebel (Gastautor)

Frank hat sein Haus selbst geplant und mitsamt Familie gebaut. Als Informatiker war für ihn besonders wichtig, Konzepte eines Smart Home umzusetzen. Eine Beschreibung seines Projekts ist auch im Internet zu finden: www.plus-passiv-haus.de

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4 Kommentare

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    Kurt Lowinski

    7. August 2014 um 09:22

    Hallo Frank, gefällt mir super, was du da auf die Beine gestellt hast.

    Interessant in deinen Grafiken ist auch, dass der Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr um über 25% gesunken ist. Glückwunsch! Wie habt ihr das geschafft?

    Antworten »
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    Jürgen

    25. Juli 2014 um 12:37

    Gute Sache,
    welche Luftwasser-Wärmepumpe ist im Spiel?
    LWZ von Stiebel-Eltron über ISG?

    Antworten »
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      Frank Dzaebel

      30. Juli 2014 um 21:04

      Hallo,

      danke für die Blumen. Wir haben eine passivhaustaugliche Luft-Wärmepumpe von Nilan im Einsatz.

      Antworten »
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        DUC750

        8. November 2015 um 18:19

        Hallo Frank,

        wir haben in unserem Passivhaus ebenfalls eine Nilan Luft-Wärmepumpe (VP18C) in Betrieb. Leider passt Sie sich mit Ihrer ganz eigenen Passivität sehrsehr gut an das Haus an ☺. Um sie jetzt etwas aktiver zu gestalten möchten wir Sie gerne in das Smarthome integrieren. Bei meiner Recherche bin ich dann auf Deinen Artikel hier gestoßen. Da dachte ich mir, ich frag einfach mal nach, ob Du Deine Nilan Anlage in Dein Smarthome eingebunden hast und wenn ja, wie?

        Gruß
        Mirko

        Antworten »

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