Plugfest E-Mobilität: Wenn die Heizung mit dem Auto spricht

Von am 10. Oktober 2017 in der Kategorie Energiemanagement mit 2 Kommentare
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Auf das 1. Plugfest zum Thema E-Mobilität der EEBUS-Initiative im Juni folgte jetzt das zweite. Auf dem Prüfstand: Eine vernetzte Kommunikation aller Erzeuger und Verbraucher im Haushalt über Energiemanagement-Plattformen wie zum Beispiel ennexOS von SMA. Denn Photovoltaikanlagen, Heizungen, Haushaltsgeräte und E-Auto-Ladestationen müssen optimal miteinander vernetzt sein, um Energie in allen Anwendungsbereichen optimal zu nutzen.

 

Ein modernes Wohnhaus kann mit einer Photovoltaikanlage heute deutlich mehr Energie produzieren, als es selbst verbraucht. Gerade die immer zahlreicher werdenden Elektroautos lassen sich mit dem überschüssigen Strom besonders günstig laden. Nicht zuletzt deshalb werden Elektroautos zu über 80 Prozent an privaten Ladestationen aufgeladen.1

Im heimischen Netzwerk organisiert eine Steuerzentrale, wie etwa die Energiemanagement-Plattform ennexOS die Kommunikation.

frank blessing„Wir binden mit den EEBUS-Spezifikationen über die Sektoren Strom, Wärme und Elektromobilität hinweg alle Energieerzeuger, Verbraucher und Speicher in das System ein und sorgen vollautomatisch und ohne Komfortverlust dafür, dass Energie effizient genutzt wird. So können Haushalte und Unternehmen erheblich Stromkosten sparen.“

Frank Blessing

 

Vernetzung mit EEBUS vermeidet Konflikte in der Stromversorgung

Der Strombedarf von Elektroautos kann im Haus mit anderen Verbrauchern konkurrieren. Die EEBUS Initiative entwickelt die gemeinsame, standardisierte Sprache, die eine Kommunikation über alle Energie-Sektoren hinweg möglich macht.

matthiasgroene„Beim Plugfest haben wir gesehen, dass die Arbeit auf dem Papier der letzten Monate dazu geführt hat, dass ganz verschiedene Geräte tatsächlich miteinander sprechen können. Die Elektromobilität und die Erneuerbaren Energien können damit gemeinsam einen großen Schritt nach vorne machen.“

Matthias Gröne

 

In der Praxis definieren die EEBUS-Spezifikationen für die E-Mobility drei Kernbereiche, über die Energiemanager und Ladeeinrichtungen kommunizieren:

  • Effizienz-Steigerung – möglichst viel selbst erzeugter Strom wird für die E-Auto-Ladung eingesetzt.
  • Entlastung der öffentlichen Netze: Der Ladevorgang wird mit dem Netzbetreiber abgestimmt.
  • Überlastsicherung: Das E-Auto und seine Ladetechnik berücksichtigen stets das gesamte Haus. Schaltet sich etwa ein Durchlauferhitzer ein, wird der Ladestrom gedrosselt, um eine Überlastung zu verhindern.

kevinmeyers„Es war spannend zu sehen, wie Wettbewerber aktiv und branchenübergreifend gemeinsam an einem einheitlichen Kommunikationsprotokoll im Hinblick auf die Entwicklung des zukünftigen Netzes gearbeitet haben. Was mit der EEBUS-Initiative erreicht und auf den Plugfests unter Beweis gestellt wird, ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, was sich durch gemeinsame Anstrengungen und durch Normung im Bereich automatisierter EMS-Steuerlogik erreichen lässt.“

Kevin Myers

 

Die Vernetzung auf Basis von EEBUS ermöglicht somit einen schnellen Infrastrukturausbau in der Ladetechnik. Die notwendige Leistung von Ladesäulen übersteigt bereits heute in vielen Fällen die verfügbare Kapazität des Stromnetzes. Intelligentes Energiemanagement vermeidet Eingriffe in das Netz, teure Baumaßnahmen könnten eingespart werden.

bolonborgmueller„Für die Entwicklung des Frameworks für das Energiemanagement und die E-Mobilität von morgen ist ein einheitlicher Ansatz unerlässlich und genau diesen Ansatz konnte ich auf dem E-Mobility-Plugfest miterleben. Akteure aus unterschiedlichen Segmenten sind dort zusammengekommen, um gemeinsam diese einheitliche Infrastruktur zu entwickeln – und zwar zum Nutzen aller, nicht zuletzt der Verbraucher.“

Bo Lonborg Mueller

 

Impressionen vom 2. Plugfest E-Mobilität

 

Weiterlesen

Intelligente Wohnungen: Steckerfest in der VW-Manufaktur Dresden (Dresdner Neue Nachrichten)

Pressemitteilung der EEBUS-Initiative

 

1 Erhebungen der Nationalen Plattform Elektromobilität, Stand September 2017

 

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Zuständig für PR und Produkte rund um PV-Kraftwerke und gewerbliche PV-Anlagen.
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Im Winter stricke ich meine Socken selbst.

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2 Kommentare

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    ASK

    17. Oktober 2017 um 13:02

    Hallo Dagmar,
    ein hoch interessanter Beitrag. Es ist wirklich spannend, wenn man die Entwicklungstrends im Bereich Energieeffizienz beobachtet. Ich überlege jedes Mal nach so einem Beitrag wie ich meine Steuerkanzlei optimieren könnte. Also echt super und anregend, weiter so.
    Grüße aus Hannover
    Michael

    Antworten »
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      Annika Linke

      19. Oktober 2017 um 07:29

      Hallo Michael,
      vielen Dank für das positive Feedback und viel Erfolg fürs Optimieren.
      Schöne Grüße von der Fulda an die Leine,
      Annika

      Antworten »

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