Mit welchen Abschlägen muss ich eigentlich für eingespeisten und bezogenen Strom rechnen?

Von Matthias Röschinger (Gastbeitrag) am 16. Februar 2015 in der Kategorie Energiemanagement mit 4 Kommentare
Solaranlage

Durch eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) mit Eigenverbrauch ergeben sich unter Umständen erhebliche Unterschiede in den Abschlägen für bezogenen und eingespeisten Strom.

Die Energieversorger sind  auch hier immer auf ihren  Vorteil bedacht, wenn sie die Abschläge festlegen. Diese können aber auch vom Anlagenbetreiber korrigiert werden.

Hier zeig ich euch, wie man an die Sache ran geht, damit ihr nicht zu hohe bzw. geringe Abschläge zahlt oder bekommt.

 

So bestimmt ihr euren Eigenverbrauch

Falls ihr von eurem Installateur mit dem Angebot der PV-Anlage eine Wirtschaftlichkeitsberechnung bekommen habt, findet ihr dort den spezifischen Ertrag der PV-Anlage für euren Standort.

In meinem Fall sind das 1006 kWh/kWp:

 

spez. Ertrag    x    installierte Anlagenleistung     =  Gesamterzeugung im Jahr

1006               x     4,7                                         =  4728 kWh/Jahr

 

Man rechnet im Groben einen natürlichen Eigenverbrauch von ca. 20-30% der jährlichen Erzeugung.

Als natürlichen Eigenverbrauch bezeichnet man den Eigenverbrauch, den man ohne weitere Hilfsmittel wie Speicher oder ein Energiemanagement erreichen kann. Da ich einen Speicher besitze, liegt mein Eigenverbrauch deutlich höher, nämlich etwa bei 70%.

 

Hier könnt ihr nach Eingabe der Daten sehen, wieviel Strom ins Netz geht und wieviel ihr selbst verbraucht habt.

Hier könnt ihr nach Eingabe der Daten sehen, wieviel Strom ins Netz geht und wieviel ihr selbst verbraucht habt.

 

Ist euch das zu ungenau oder habt ihr keine Wirtschaftlichkeitsberechnung bekommen, könnt ihr anhand eures Angebotes mit dem Sunny Design Web eure Anlage berechnen.

Hier werden dann Verbrauchsprofile in Kombination mit dem Jahresenergiebedarf, der eventuellen Nutzung von Sunny Home Manager und Speicher mit in den Eigenverbrauch berechnet.

Durch diese Faktoren kann ziemlich genau euer Eigenverbrauch ermittelt werden.

 

So berechnet ihr eure Abschläge

Nachdem der Eigenverbrauch abgeschätzt wurde, ist die Berechnung der Abschläge kein Problem mehr.

In meinem Fall sieht das Ganze dann so aus:

Jahresverbrauch                6500 kwh

PV-Ertrag                               4728 kwh

Eigenverbrauchsquote              70 %

 

Rechnung Abschlag Netzbezug:

((Jahresverbrauch – PV-Ertrag x Eigenverbrauchsquote) x Stromtarif)/12 Monate

((6500 kWh – 4728 kWh x 70%) x 0,25€) / 12 Monate = 66,50€ /  Monat

 

Rechnung Abschlag eingespeister Strom:

((PV-Ertrag – Eigenverbrauch) x EEG-Vergütung) / 12 Monate

((4728kwh – 3177 kWh ) x 0,1873€ ) / 12 Monate = 24€ / Monat

 

Abschläge automatisch errechnen lassen

Für wen das zu kompliziert ist, gibt es hier auch die einfache Variante. Einfach eure Werte eintragen und auf „Berechnen“ klicken.

 

Abschlagsberechnung
Jahresverbrauch: kWh
PV-Ertrag pro Jahr: kWh
Eigenverbrauchsquote: %
Stromtarif (Kosten pro kWh):
Einspeisevergütung:

 

Ich hoffe ich konnte etwas Klarheit in das Thema „Abschläge“ bringen. Bei Fragen einfach melden.

 

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Der Autor

Matthias Röschinger (Gastautor)

Matthias arbeitet als Industriemechaniker bei einem Automobilzulieferer und taucht gerne in seiner Freizeit. Sein Haus hat er mit einer Solarstromanlage und einem Speicher zu einem Smart Home aufgerüstet. Er ist aktiv im Photovoltaikforum und teilt dort seine Erfahrungen mit anderen Usern – so wie auch hier im Blog.

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4 Kommentare

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    Frank Donath

    13. März 2017 um 12:20

    Hallo
    Wir haben eine Anlage wo nur Einspeist (13 Jahre ) in gut 7 Jahren läuft der Vertrag mit der höchsten Einspeisvergütung aus (58 ,5 cent.) 3.3 KWP -Anlage welchen Speicher mit welcher Leistung sollen wir dann verbauen, der Eigenbedarf. 2 Personen liegt bei ca. 2000 KW im Jahr und was braucht man.alles zusätzlich zu unserem jetzigen Wechselrichter (kommplette Technik inkl.Batterie) und wie viel Speicherkapazität.muss die Batterie haben und was wird das alles kosten, man nimmt an das die Speicher bis.dahin ca. 50% günstiger sind und muss man für seinen gespeicherten und selbst verbrauchten Strom nacher auch noch Steuern zahlen da wir unsere Anlage selber finanzieren und kein Zuschüsse wollen ,da wir es damals auch so gehandhabt haben und die Einahmen heute steuerfrei sind ( Grundfreibetrag -Jahreseinkommen nicht überschritten wird zb. als Rentner) .So wissen wir was wir von den Einahmen (Stromverkauf) in den nächsten Jahren zurück.legen müssen.

    Dank mal für die Antwort

    Antworten »
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      Viktoria Mai

      15. März 2017 um 08:23

      Hallo Frank,

      leider können wir über diesen Weg keine detaillierten Antworten geben. Unser Vorschlag wäre es, dass du dich an deinen Installateur wendest, dort wirst du spezifisch zu deinen Fragen beraten. Über unsere Fachhandwerkersuche kannst du einen Installateur in deiner Nähe finden.

      Viele Grüße,
      Viktoria

      Antworten »
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    Matthias Röschinger

    17. Februar 2015 um 12:35

    Hi Ingo

    Genau dafür soll es sein. Um schnell und unkompliziert seine Abschläge ausrechnen zu können.

    gruss

    Matthias

    Antworten »
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    Ingo

    16. Februar 2015 um 22:20

    Hallo Matthias

    Deine Abschlagsberechnung finde ich sehr interessant.
    Demnach zahle ich ca 20 Euro/Monat zuviel an meinen Energieversorger.
    Ich kann mich also nächstes Jahr wieder auf eine gute Rückzahlung freuen.
    Mein Netzbetreiber zahlt mir aber immer noch ca 15 Euro/ Monat zuviel für die Einspeisung.
    Diese habe ich erst im Januar nach der Abrechnung neu angepasst und um 20 Euro gesenkt.
    Da muß ich dann wohl nächstes Jahr wieder was zurück zahlen.

    Da mein Speicher noch kein komplettes Jahr läuft kann ich meine Eigenverbrauchsquote aufs Jahr gesehn allerdings nur schätzen.
    Aktuell liege ich knapp über 50% aber ich denke das dürfte noch auf ca 60% ansteigen.

    sonnige Grüße
    Ingo

    Antworten »

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