Mit der Sonne liften

Von am 17. Dezember 2012 in der Kategorie Energiewende mit 1 Kommentar
"Solarskilift" Tenna im Graubündner Safiental

Während man für Unterkünfte in Wintersportgebieten wie Berghütten und Hotels schon etwas länger die Vorteile einer eigenen Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien erkannt hat, blieben diese in Bezug auf die Möglichkeiten des Transportwesens von Ski- und Snowboardfahrern bis dato weitestgehend unbeachtet.

 

Doch diese Ansicht hat sich seit 2008 und vor allem noch einmal in diesem Jahr 2012 in eine erfreuliche Richtung entwickelt. Mittlerweile gibt es in einigen wenigen Skigebieten in Österreich und der Schweiz die Möglichkeit per Solarlift den Berg hinaufbefördert zu werden.

 

Der „Sonnenlift“ im Brixental in Tirol

„Sonnenlift“ SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental

So etwa im österreichischen Brixental in Tirol, wo bereits seit 2008 der so genannte „Sonnenlift“ in Betrieb genommen wurde. Dieser 205 Meter lange Seilzug-Kleinskilift wird ausschließlich mit Solarenergie betrieben und kann rund 900 Personen pro Stunde befördern, ohne dabei CO2 zu produzieren. Die rund 60.000 Euro teure Photovoltaik-Anlage mit einer 113 Quadratmeter großen Kollektorfläche erzeugt pro Jahr circa 12.000 Kilowattstunden, wovon der Schlepplift im Winter nur etwa 9.000 verbraucht. Der Rest wird in das öffentliche Stromnetz gespeist. Auch im Falle von Schlechtwetter hat die Anlage genug Energie gespeichert um ausschließlich solar betrieben zu werden.

„Solarskilift“ Genossenschaft Tenna

In Tenna, einem kleinen Dörfchen auf 1.650 Metern Höhe im Graubündner Safiental arbeitet ein Skilift seit 2011 ebenfalls mit Sonnenenergie. Rund 90.000 kwh Strom pro Jahr produziert der etwa 460 m lange Schlepplift mithilfe einer raffinierten Konstruktion direkt auf der Liftanlage. Die über dem Zugseil angebrachten Solar-Wings, richten sich nach dem Lauf der Sonne aus. Und weil sie beweglich sind, stört auch Schneefall nicht: Ein Kippen per Fernbedienung, und der Schnee rutscht einfach ab. Dafür gab es übrigens den Schweizer Umweltpreis.

 

Die neue „Hüttenkopfbahn“ mit PV-Modulen

Erste Photovoltaik-Sesselbahn der Welt

Seit 2012 hat Österreich einen zweiten von Photovoltaik gespeisten Skilift in Betrieb. Die so genannte „Hüttenkopfbahn“ im Ski- und Wintersportgebiet Golm in Vorarlberg hat sich die günstige Ausrichtung des Berges und die vielen Sonnenstunden am Golm zu Nutze gemacht. An Stelle des seit 1986 bestehenden 2-er Sesselliftes wurde in knapp 4 Monaten Bauzeit eine neue kuppelbare 6-er Sesselbahn mit integrierter Photovoltaik-Anlage errichtet. Die Talstation, die Bergstation sowie der so genannte Sesselbahnhof der Hüttenkopfbahn sind mit 312 m2Photovoltaik-Modulen und drei SMA-Wechselrichtern (2x SunnyBoy 5000 und 1x SunnyBoy 3000) ausgestattet. Die 1.341 m lange Sesselbahn verbraucht bei rund 1.000 Betriebsstunden im Jahr ungefähr 180.000 Kilowattstunden Strom. 60.000 Kilowattstunden liefert in Zukunft die integrierte Photovoltaikanlage, was in etwa dem Jahresverbrauch von 15 Einfamilienhäusern entspricht. Somit wird auf der neuen Hüttenkopfbahn jeder dritte Gast mit Sonnenenergie befördert.

 

Illwerke Tourismus Geschäftsführer Werner Netzer: „Mit diesem weltweit einzigartigen Projekt können wir am Golm einen wichtigen Beitrag und Impuls zum klimafreundlichen und nachhaltigen Energieeinsatz im alpinen Tourismus leisten.“

 
Erster Skilift der Welt war auch ein Öko-Lift

Neben den aktuellen Beispielen, soll aber auch der erste Skilift der Welt nicht unerwähnt bleiben: Die so genannte „kontinuierliche Drahtseilbahn mit Anhängevorrichtung für Rodler und Skiläufer“ wurde nämlich schon damals ganz umweltfreundlich mit Wasserkraft über ein Mühlrad angetrieben. Robert Winterhalder (* 26. September 1866; † 1932), Bauer und Gastwirt, nahm sie am 14. Februar 1907 in Schollach bei Eisenbach im Hochschwarzwald in Betrieb. Sie maß eine Länge von 280 m über eine Höhendifferenz von 32 m. Zwischen die zwei Umlaufräder an Tal- und Bergstation spannte er über fünf Holzmasten hinweg ein Endlosseil, an das speziell geformte Zangen mit Aufzugsvorrichtungen für die Fahrgäste geklemmt waren. Leider wurde die Liftanlage im Verlauf des Ersten Weltkrieges zum Zwecke der Rohstoffgewinnung abgebaut.

 

Eine Signalwirkung

Die umweltfreundlichen Skilifte sind zwar nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung – aber einer mit großer Signalwirkung, vor allem in Hinblick auf nachhaltigen Tourismus. Natürlich handelt es sich hierbei nur um einen geringen Anteil des Verbrauchs eines großen Liftnetzes oder gar eines ganzen Skigebietes, aber die aufgezeigten Lösungen zeigen einen möglichen Weg in die Zukunft. Gerne auch für andere Skigebiete.

 

Weiterführende Links

http://www.skiwelt.at

http://www.skilift-tenna.ch

http://www.golm.at

 

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Meine Aufgaben:
Social Media, Online-Marketing und interaktive Markenkommunikation für die Division Medium Power Solutions.
Meine Themen:
Produktlösungen für kleine bis mittlere PV-Anlagen, Elektromobilität, Sunny Home Manager, SMA Apps, Sponsoring, Events und Messen rund um erneuerbare Energien.
Was selbst meine Kollegen nicht von mir wissen:
Ursprünglich wollte ich mal den Beruf des Grafik-Designers ausüben.
Gerrit arbeitet mittlerweile nicht mehr bei SMA.

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