Madagaskar – Ein Azubi am indischen Ozean

Von Doreen Austermühl (Gastbeitrag) am 19. Juni 2012 in der Kategorie Karriere mit 0 Kommentare
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Anfang des Jahres las ich die Anzeige für die Auszubildendenstelle für das Hilfsprojekt Madagaskar im Intranet, auf gut Glück bewarb ich mich. In dem darauf folgendem Bewerbungsgespräch erfuhr ich dann, dass die Stelle im Rahmen des SMA Engagements, welches sich auch auf Projekte in Entwicklungsländern bezieht, ausgeschrieben war. Bei SMA werden in solchen Projekten immer Azubis integriert, damit wir die Möglichkeit haben, die Produkte von SMA im Einsatz kennenzulernen.

Vorbereitung in Deutschland
Das SMA Team ist bereit für den Einsatz in Afrika.

Das SMA Team ist bereit für den Einsatz in Afrika.

Dieses Mal hatte sich Herr Jüncke im Auftrag des SES an SMA gewandt und nach Unterstützung gefragt, welche sich neben der Anlagenplanung vor allem auf die Spende von Wechselrichter und weitere Komponenten bezog. Das Projekt klang von Anfang an sehr interessant, so dass ich mich sehr darüber gefreut habe, als ich die Zusage – und somit die Chance als Auszubildende mit nach Madagaskar fliegen zu dürfen – bekam.
In weiteren Treffen lernte ich dann die weiteren fünf SMAler des insgesamt siebenköpfigen Teams kennen, die im Rahmen dieses Mitarbeiterprojekts mit nach Madagaskar reisten, um in ihrer Freizeit die Anlagen zu installieren.

Doreen macht die Arbeit im Team viel Spaß.

Doreen macht die Arbeit im Team viel Spaß.

Die Reise beginnt

Meine Reise nach Madagaskar begann am 11. Mai mit einer gesunden Portion Nervosität, ganz viel Vorfreude und Spannung auf das, was mich dort erwarten würde. Vor Ort angekommen, nahm uns Herr Jüncke am Airport in Antananarivo, der Hauptstadt, in Empfang. Er war vor drei Monaten nach Madagaskar gereist und hatte dort bereits alles an den drei Standorten vorbereitet. Mit dem Auto ging es dann zum indischen Ozean und von dort aus mit dem Motorboot weiter zu unserer ersten Station auf der Insel Nosy Faly. Mein Eindruck vom Wasser aus, war wie ein Bild aus einem Werbespot: Fast weißer Sand umringt von Palmen und exotisch aussehen Pflanzen und dazu das klare Wasser des indischen Ozeans.

Solarstrom für Madagaskar
Diesen Lemur traf Doreen im National Park.

Diesen Lemur traf Doreen im National Park.

Das erste Projekt war die Installation einer PV-Anlage für ein kleines Krankenhaus. Ich half mit, wo ich konnte, unter anderem half ich beim Dachhaken setzen, Schienen montieren und der Ausrichtung und Installation der Solarmodule. Aus Diego, unserer noch bevorstehende zweiten Station, waren fünf Studenten angereist, um zu sehen wie alles funktioniert, damit sie ihre PV-Anlage in der Universität selbstständig aufbauen können. Schnell merkte ich, dass dort die Uhren anders ticken als im hektischen Deutschland, man nahm sich für jede Sache Zeit und immer wieder hörte man den Satz: „MORA-MORA“ was so viel heißt wie „langsam-langsam“ oder „Immer mit der Ruhe“.

Nachdem die PV-Anlage funktionierte, ging es weiter nach Diego. Auf dem Weg besuchten wir einen National Park. Dort sahen wir Lemuren, Fledermäuse, gut getarnte Chamäleons und zahlreiche Krabbeltiere.

Nächste Stationen Diego und Antalaha
Die Schulkinder in Antalaha freuen sich auf Solarstrom.

Die Schulkinder in Antalaha freuen sich auf Solarstrom.

In Diego an der Universität hatten die Studenten im Vorfeld schon fast alles vorbereitet, so dass wir nur noch verkabeln und die Anlage in Betrieb nehmen mussten.
Unsere letzte Station war an einer Schule, in einem ehemaligen Lepradorf, in der Nähe von Antalaha. Hier konnte ich mein – in den letzten Tagen durch zusehen und selbst erlerntes – Wissen zum Einsatz bringen. Ich bereitete die AC-Verkabelung vor, ich half mit, die Geräte an der Wand zu befestigen, verlegte Kabelrinnen und schloss die Batterien an. Es machte mir sehr viel Spaß mitzuhelfen die PV-Anlage aufzubauen, da dies viele verschiedene Tätigkeiten beinhaltet und die Zusammenarbeit mit diesem Team einfach klasse war. Obwohl ich vor der Abreise alle anderen Teilnehmer nur von ein paar Treffen kannte, hatte ich nie das Gefühl, dass ich nicht dazu gehören würde. Alle waren immer nett und hatten immer ein offenes Ohr für Fragen.

Freizeit in Afrika
Weißer Sand auf der Insel Nosy Faly

Weißer Sand auf der Insel Nosy Faly

Nach Feierabend gab es auf der Insel viel zu sehen, besonders für mich, da ich noch nie zuvor in Afrika gewesen war. Wir besuchten z. B. ein ehemaliges Lepradorf und sahen uns an, unter welchen einfachen Umständen die Menschen dort leben, ließen uns durch einen naturbelassenen Wald führen oder entdeckten mit dem Schnorchel die einzigartige Unterwasserwelt des indischen Ozeans.
Die 18 Tage vergingen wie im Flug. Es war eine tolle Erfahrung mit einem klasse Team in einem fremden Land PV-Anlagen aufzubauen und dadurch den Menschen dort ihren Lebensalltag ein bisschen zu erleichtern.

Mein Fazit für mich: Ich würde es jeder Zeit wieder machen! Und ich finde es toll, dass Azubis bei SMA die Chance bekommen, an solchen Projekten teilzunehmen.

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Der Autor

Doreen Austermühl (Gastautor)

Doreen macht eine Ausbildung zur Industrie-Mechanikerin bei SMA.

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