Jetzt geht es ins Detail – Wie geht es weiter mit dem Klimaschutz? #COP 21

Von am 19. Mai 2016 in der Kategorie Energiewende mit 0 Kommentare
COP21-climate-change-conference-December2015

Vielbeachtet, vielversprechend, ein historischer Durchbruch  –  so wurde der Abschluss des Weltklimagipfels in Paris im Dezember 2015 gefeiert. Dass in dieser Woche in Bonn die konkrete Ausgestaltung der formulierten Ziele ansteht, wird in den deutschen Medien derzeit wenig beachtet. Dabei sind die Ergebnisse entscheidend. Wir zeigen euch, worum es gerade in Bonn geht.

 

Zunächst ein kurzer Rückblick: In Paris hatten die 196 UN-Mitgliedsstaaten beschlossen, dass das Weltklima deutlich weniger als zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter ansteigen dürfe. Ein Anstieg um nur 1,5 Grad Celsius wurde als wünschenswert erklärt. Wie die Staaten aber konkret die dafür notwenigen CO2-Ziele definieren, wurde nicht klar dargelegt, problematische Einzelfragen ausgeklammert, um die Verhandlungen nicht zu erschweren.

Immerhin – eine Rekordzahl von 175 Staaten unterzeichnete im April 2016 das Abkommen während einer feierlichen Zeremonie bei den Vereinten Nationen (UN) in New York. Bis Mitte Mai haben 17 Staaten das Abkommen ratifiziert, berichtet die Deutsche Welle auf ihrer Online-Seite. Das bedeutet, dass die Parlamente (oder die Bevölkerung per Volksabstimmung) dieser Länder ihre Zustimmung gegeben haben und das Staatsoberhaupt den Vertrag mit seiner Unterschrift bestätigt hat. 2020 soll das Abkommen dann in Kraft treten.

Nun treffen sich Vertreter der Staaten zu einer elftägigen Konferenz in Bonn und beraten, wie die Vereinbarungen vom Dezember konkret ausgestaltet und umgesetzt – also in klare Regelungen gegossen werden können. Die Verantwortlichen zeigen sich optimistisch.

 

Viele Fragen, heikle Punkte

Viele Fragen gilt es in den kommenden Tagen zu klären: Als einer der heikelsten Punkte gilt laut Deutscher Welle aber die bisher unzureichende finanzielle Unterstützung für die armen Länder, die die Folgen des Klimawandels allein nicht bewältigen können. 100 Mrd. US-Dollar haben die Industriestaaten den Entwicklungsländern ab 2020 jährlich versprochen, um ihnen beim Klimaschutz und bei der Anpassung an den Klimawandel zu helfen. Für das Hauptinstrument, den Grünen Klimafonds, waren laut der Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. bis Ende 2015 insgesamt etwa 10 Mrd. US-Dollar für die nächsten Jahre zugesagt worden und 1,6 Mrd. US-Dollar tatsächlich auf den Konten des Fonds eingegangen. Daher muss grundsätzlich geklärt werden, wer das Geld zahlen muss und was konkret als Klimafinanzierung gilt. Strittig sind etwa Kredite ohne Zinsnachlass.

 

Große Lücke zwischen Zusagen und Notwendigem

Zudem müssen die Staaten nachjustieren. Denn die selbst definierten Klimaziele für die Zeit nach 2020, die sie vor Paris als sogenannte Intended Nationally Determined Contributions (INDCs) eingereicht haben, könnten die Versprechen des Paris-Vertrags nicht einlösen, so  Klimaschutzexperten. „Die Klimaschutzbeiträge der Länder müssen noch stärker werden – es gibt bisher eine große Lücke zwischen den Zusagen und dem Notwendigen“, wird Alden Meyer von der US-Organisation Union of Concerned Scientists in einem Bericht auf Klimeretter.info zitiert.

Ein weiteres Problem: Bei der Abgabe der INDCs gingen die Staaten noch von einem Zwei-Grad-Ziel aus, das Abkommen verspricht aber eine Begrenzung der Erderwärmung auf „deutlich unter zwei Grad“ gegenüber vorindustriellen Zeiten, sogar „möglichst unter 1,5 Grad“. Und: Die derzeitigen INDCs reichen, selbst wenn sie komplett eingehalten werden, allen Berechnungen zufolge ohnehin nur für eine Drei-Grad-Grenze, ist auf klimaretter.info zu lesen. Dass viele Länder ihre NDCs anpassen, gilt als unwahrscheinlich. Allerdings haben sie im Paris-Vertrag zugestimmt, ihre Pläne im Jahr 2018 erstmals zu überprüfen.

 

Stimmung gut, Ausgang offen

Bei allem, was derzeit über das derzeitige Treffen in Bonn zu lesen ist, scheint aber die Aufbruchsstimmung aus dem Dezember weiter anzuhalten. Die Staaten seien bereit einander zuzuhören, heißt es. UN-Klimachefin Christiana Figueres ist laut klimaretter.info überzeugt, dass die Gespräche in Bonn von Erfolg gekrönt sein werden. „Große, politische Entscheidungen“ werde es aber nicht geben.

Wir sind gespannt, ob wir in etwa zwei Wochen mehr erfahren.

 

Weiterführende Infos

UN-Konferenz will Pariser Klimaabkommen konkretisieren (Deutsche Welle)

Klimaverhandler pflanzen Optimismus (Klimaretter.info)

Klimakonferenz in Paris 2015 (Energieheld)

 

Bild oben: U.S. Secretary of State John Kerry sits with his fellow delegates during a plenary session of the COP21 climate change conference on December 11, 2015, at LeBourget Airport in Paris, France.

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