Interesse an PV-Anlagen steigt trotz unklaren Wahlausgangs

Von Robert Doelling (Gastbeitrag) am 18. September 2013 in der Kategorie Energiewende mit 5 Kommentare
Solarcontact-Index August 2013

Noch 5 Tage bis zur Bundestagswahl. Einen klaren Favoriten scheint es allerdings am kommenden Sonntag nicht mehr zu geben, denn die FDP kämpft nach ihrer Pleite bei der Bayernwahl mit der 5%-Hürde im Bund und auch die Grünen scheinen der SPD alleine nicht mehr ins Kanzleramt verhelfen zu können. Trotz des ungewissen Wahlausgangs und damit auch einer für die Fortführung der Energiewende unklaren Zukunft, hat das Interesse an PV-Anlagen in Deutschland noch einmal deutlich zugenommen.

 

Interesse an PV-Anlagen zieht an

Laut SolarContact-Index, einem Maß für die Anfragehäufigkeit nach PV-Anlagen im Internet, zog das Interesse im August merklich an und erreichte im Vergleich zu den zurückliegenden 12 Monaten mit 119 Punkten nahezu einen Rekordwert. Das überrascht insofern, da zum einen das Interesse an PV-Stromspeichern in diesem Zeitraum zurückgegangen ist und wir uns zum anderen erst am Anfang eines Kürzungs-Turnus befanden. Sowohl das Motiv des Eigenverbrauchs als auch das reine Renditemotiv scheiden damit als Ursache für dieses Anfragehoch aus. Doch kann die nahende Bundestagswahl wirklich als Erklärung herhalten?

 

Bundestagswahl als Erklärung?

Eigentlich jedem Mitbürger mit einem halbwegs gesundem Menschenverstand müsste in den vergangenen Monaten aufgefallen sein, dass die Energiewende im Wahlkampf nicht besonders gut weggekommen ist. Dass viele Deutsche sich diese Stimmung nicht zu eigen machten und sich trotzdem weiterhin für eine PV-Anlage auf ihrem Dach interessierten, spricht für sich und lässt nur zwei Schlussfolgerungen zu: Entweder erwarten viele mit einem Wahlsieg von Schwarz/ Gelb ein Ende der PV-Förderung und wollen vorher noch in eine eigene Anlage mit fester Einspeisevergütung investieren oder aber, die Diskussion um die steigenden Strompreise hat die Deutschen derart sensibilisiert, dass sie sich aktiv selbst um Stromlösungen bemühen.

 

Fazit: Energiewende geht weiter!

Beide Motive sind wohl letztlich aber mehr Spekulation denn empirisch belegbar. Trotzdem bleibt die erstaunliche Tatsache, dass sich die Deutschen wohl offensichtlich weit weniger um die öffentliche Mobilmachung gegen die Erneuerbaren scheren als man gemeinhin befürchten mochte. Und das macht Mut für die Zeit nach der Wahl. Denn unabhängig von der Energiewendepolitik, die dann herrschen wird, scheint es in Deutschland offensichtlich eine starke Bürgeropposition zu geben, die ihre eigene Energiewende im Kleinen unbeirrt fortsetzt. Wer also immer die Wahl gewinnen mag, die Energiewende geht weiter!

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Der Autor

Robert Doelling (Gastautor)

Robert leitet die Social Media-Aktivitäten bei der Deutschen Auftragsagentur DAA GmbH in Hamburg und betreut unter anderem die Portale www.solaranlagen-portal.com, www.heizungsfinder.de und das internationale Portal www.solarcontact.com. Privat schreibt er für die Webseite www.energie-experten.org und engagiert sich als Energieblogger für eine dezentrale und nachhaltige Energiewende.

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5 Kommentare

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    Peter Jensen

    1. Dezember 2013 um 21:05

    Fein, wie sich hier alle Subventionsabzocker gegenseitig in die Tasche lügen!

    Ich will euch alle mal sehen, wieviel Geld ihr spart, wenn ihr eure 7 kWp-Anlage für 10.000 bis 15.000 Euro Anschaffungskosten ohne Einspeisevergütung betreiben müsst.

    Dann produziert eure schöne 7kWp-Hausanlage zwar etwa 5.000 kWh Strom im Jahr, nur leider nicht zu euren Bedarfszeiten. Mehr als die Hälfte der 5.000 kWh werden sinnlos zu Zeiten produziert, wo ihr diesen Strom gar nicht braucht. Und ohne die Einspeisevergütung bekommt ihr dafür keinen Cent. Ihr spart also vielleicht für 2.000 kWh im Jahr. Macht bei einem Strompreis von 0,30 Euro 600 Euro im Jahr. Dann habt ihr ja nach 20 Jahren, wenn alles mit der Anlage auf dem Dach ideal läuft, eure Anschaffungskosten wieder rein. Na die Investition hat sich ja wohl richtig gelohnt…

    Ohne die staatlich garantierte Ausplünderung aller anderen Bundesbürger würde kein normaler Mensch auf die sinnlose Idee kommen, sich bei seinem Strombezug für teures Geld von den Launen der Natur abhängig zu machen.

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    Den brysomme Mannen

    23. September 2013 um 13:40

    Wartet mal ab wenn der Strompreis die magischen 30 Cent für Privatverbraucher überschreitet, (nächstes Jahr)
    weil Energiekonzerne und Staat den Hals nicht voll genug bekommen können.

    Ausserdem lohnt das inzwischen sogar ohne Förderung. :-p

    Mfg

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    Engelke

    23. September 2013 um 08:04

    nun – dann ist es ja erfreulich, dass der größte „Sunblocker“ nicht mehr dabei ist.
    Im Übrigen habe ich es nie so empfunden, dass die Energiewende noch gewählt werden muß.
    Sie war und ist beschlossen.

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    Robert

    18. September 2013 um 15:28

    Hallo Ruedi, da bin ich voll und ganz Deiner Meinung. Ich denke, die Fülle an Optionen macht es Vielen aber einfach noch zu schwer, sich die Energiewende und auch eine Zeit „nach“ der Einspeisevergütung vorzustellen.

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    Ruedi

    18. September 2013 um 14:35

    Vielleicht sollte SMA Kunden darauf hinweisen dass sie auch heute schon nicht auf Vergütungen angewiesen sind. Warum?
    Aktuell gibts 14 Cent/kwh, die müssen aber noch versteuert werden nachdem Abschreibung und Kosten abgezogen wurden. Je nach Grenzsteuersatz kann das einiges an Abzug bedeuten.
    Auf der anderen Seite hat jemand der mit Heizöl heizt und Warmwasser bereitet auch jetzt schon Kosten von 12 Cent/kwh Wärme (Wirkungsgrad 70-80% bei Öl o.H.).
    Einen billigen el. Heizstab im Warmwasserbehälter und gut ist, denn übersch. Strom der gerade nicht eigenverbraucht wird kann fürs Warmwasser verwendet werden. Später kommen evtl noch Stromspeicher und E-Auto dazu.

    Aus diesem Grund wird kaum noch jemand die Vergütung die in 1-2 Jahren gilt noch haben wollen, also lange vor dem 53GWp-Deckel.

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