Erfolgreiche Blogparade beendet:
Blockchain bestimmendes Thema

Von am 20. Dezember 2016 in der Kategorie Energiewende mit 1 Kommentar
Das Keyvisual könnt ihr gerne in euren Beiträgen verwenden.
Im Nachgang des Barcamp Renewables 2016 startete die Blogparade zum Thema Digitalisierung in der Energiewende. Innerhalb eines Monats sind 14 Energieblogger dem Bloggeraufruf gefolgt und haben Beiträge veröffentlicht. Das Thema, das die meisten beschäftigt, ist die Blockchain. Ist sie die disruptive Innovation, die der Energiewende zum Durchbruch verhilft?

 

Blockchain, was’n das?

Euch sagt die Blockchain so viel wie meiner Großmutter Snapchat? Dann lege ich euch den Artikel von Robert Doelling (Energiedienst) ans Herz, der eine gute Einführung ins Thema gibt. Anhand eines Pilotprojekts in Brooklyn erklärt der Energieblogger, wie mithilfe der Blockchain-Technologie eine dezentrale Stromversorgung aufgebaut werden kann, die sowohl den Verbraucher als auch die Erneuerbaren Energien stärkt.

Hintergrund: Was bedeutet „Blockchain“?

„Blockchain ist eine neuartige Technologie für den sicheren Austausch und die Speicherung von Daten. Transaktionen können auf Basis der Technologie verifiziert, validiert und zu Blöcken zusammengefasst werden. Blockchain-Datenbanken gelten als manipulationssicher, da die einzelnen Informationsblöcke aufwändig verschlüsselt und dezentral gespeichert werden. Die wohl bekannteste Nutzung ist die digitale Währung Bitcoin.“ (aus Robert Doelling: Kann die Blockchain der Energiewende und dem Strommarkt helfen?)

Bedeutung für die Energiewende

Überträgt man das Prinzip der vollautomatisierten Abwicklung von Transaktionen ohne zentrale Instanzen auf die Energiewende, könnten einerseits Kosten gespart und andererseits echte variable Stromtarife durchgesetzt werden. Konsumenten würden zu Produzenten und könnten ihren selbst erzeugten Solarstrom z.B. an den Nachbarn (bzw. den Toaster des Nachbarn) verkaufen.

 

Die Blockchain hat ein Marketingproblem

Robert Doelling stellt in einem weiteren Beitrag  die These auf, dass die Blockchain vor allem eins hat: nämlich ein Marketingproblem. Das Prinzip der „Peer-to-Peer-Netzwerke“ und „Smart Contracts“ sei für den Otto-Normal-Verbraucher ohne IT-Studium nur schwer zu durchschauen. Und was man nicht versteht, kann man auch nicht unterstützen. „Ein Interessent (muss) nicht die Technik dahinter verstehen, sondern – um die Allegorie des Autos zu bemühen – […] sich einfach reinsetzen und losfahren.“ 

Ein Beispiel, anhand dessen man die Blockchain veranschaulichen könne, sei die Initiative StromDAO, die der Energieblogger Thorsten Zörner ins Leben gerufen hat. „DAO“ ist ein Begriff aus der Blockchain-Welt und bedeutet „Dezentrale Autonome Organisation“. Das Unternehmen StromDAO basiert auf Schwarmfinanzierung und hat sich zum Ziel gesetzt, mit Hilfe der Blockchain einen innovativen Stromanbieter zu entwickeln.

„[…] die StromDAO denkt u.a. darüber nach, das z. B. Elektrogeräte direkt mit den nötigen Kilowattstunden verkauft werden. Eine Waschmaschine von Mediamarkt gibt es dann inklusive Stromvertrag für den Betrieb der Waschmaschine.“

Digitale Energiewende: StromDAO sucht Killer-Blockchain

 

Produkt „Strom“ durch die Blockchain neu erfinden

Thorsten Zörner, der Gründer des eben beschriebenen Start-ups, hat sich ebenfalls an der Blogparade beteiligt. Er beschreibt drei Handlungsfelder, in denen die Blockchain helfen kann, die Energiewende nach vorne zu bringen: in punkto Demokratisierung, Produktentwicklung und Adaption in der Energiewirtschaft.

Er skizziert, wie der Kunde tatsächlich zum König werden kann, wenn nicht wie bisher nur „von der Versorgerseite“ aus gedacht würde. So könne die Blockchain dazu dienen, individuelle Stromkonten zu entwickeln, die Microabrechnungen ermöglichen.

Zu den ersten beiden Ebenen gäbe es bereits eine Reihe von Pilotprojekten, zur Adaption in der Energiewirtschaft sieht Zörner allerdings noch einen weiten Weg. Zu viele „Fürsten“ mit eigenen Interessen würden einer echten Dezentralisierung und Demokratisierung des Energiemarktes entgegen stehen, schreibt der Experte für Stromhandel und Netze.

 

Blockchain als Ressourcenschleuder?

Während Stephan Hiller in seinem Artikel „Energiewende mit der Blockchain: Schlüssel zum Smart Grid“ die Chancen für die E-Mobilität beschreibt, wirft Ajaz Shah (beide energyload.eu) einen eher kritischen Blick auf die Technologie. Er schreibt, schon jetzt sei das Bitcoin-System völlig überlastet und verbrauche eine Transaktion das 1,6 fache des Tagesbedarfs eines durchschnittlichen US-Haushalts.

„Dieses Problem mit der Effizienz ist aber auch keins, dass durch bessere Hardware gelöst wird. „It´s not a bug, it´s a feature“ – Es ist systemimmanent, dass die Berechnungen im Zeitablauf immer komplizierter werden. Ajaz Shah: Blockchain in der Energiewende: Don’t believe the Hype?

Ein anderes Problem sieht Shah im Bereich der Sicherheit. Gerade durch die Anonymität der Bitcoin Währungen, werfen Skandale und dubiose Geschäftspraktiken aus dem Darknet die berechtigte Frage auf, ob „die Blockchain in legalen wirtschaftlichen Prozessen wirklich die versprochene Sicherheit bietet.“

 

Disruptiv kommt später?

Es gibt eine Vielzahl an spannenden Pilotprojekten und Geschäftsideen rund um die Blockchain, die es wert sind, medial begleitet zu werden. Eine wichtige Aufgabe für uns Energieblogger, der wir uns stellen sollten. Allerdings scheint der Weg noch weit und steinig.

„Die Idee ist gut, aber die Welt noch nicht bereit“, sang bereits 1995 die deutsche Indie-Band Tocotronic. In eine ähnliche Richtung tendiert Hubertus Grass, wenn er auf Dialog.Energie.Zukunft schreibt: „Am Anfang wird Digitalisierung in der Nische geübt. Disruptiv kommt später.“

 

Diese Beiträge sind im Rahmen der Blogparade erschienen:

@EnergieDienst: Kann die Blockchain der Energiewende und dem Strommarkt helfen?

@Solaranlagen-Portal: Ein Beitrag zur Energiewende: Der Angebotsvergleich

@EnWiPo: #digiEwende Was bringt die Digitalisierung der Heizung

@Der Energiesparmeister: Digitalisierung der Energiewende

@Sustainment’s Blog: Digitalisierung: Hirn der Energiewende oder Big Business?

@energie-experten.org: Digitale Energiewende: StromDAO sucht Killer-Blockchain

@energynet.de: Wo die Digitalisierung die Energiewende unterstützt

@Sunny Blog: Digitalisierung der Energiewelt: 5 Thesen zur zukünftigen Bedeutung der Photovoltaik

@blog.stromhaltig.de: Drei Ebenen der Blockchain für die Energiewirtschaft

@energyload: Blockchain in der Energiewende: Don’t believe the Hype?

@energyload: Energiewende mit der Blockchain: Schlüssel zum Smart-Grid?

@Dialog.Energie.Zukunft: War watt? Wir stehen erst am Anfang der Digitalisierung

@technewable.com: Was meint „Digitalisierung (in) der Energiewende“?

@energieheld: Digitalisierung in der Energiewende und Wärmewende
 
Vielen Dank an dieser Stelle an alle fleißigen Schreiber.

 

#digiEwende #blogparade @dieenergieblogs @SMAsolar

 

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Der Autor

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Meine Aufgaben:
Social Media Managerin bei SMA.
Meine Themen:
Unternehmensnews, Photovoltaik, Energiewende.
Was selbst meine Kollegen nicht von mir wissen:
Als Teenager war ich Beifahrerin bei Orientierungsfahrten (Schnitzeljagd mit Auto) und habe immer die Pokale als beste weibliche und jüngste Teilnehmer nach Hause getragen – was nicht so schwierig war.

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