Energy rocks: The Electric Hotel

Von am 3. Juli 2012 in der Kategorie Energiewende mit 2 Kommentare
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Wer kennt das nicht: man ist auf einem Festival oder einer Messe unterwegs. Schnell mal in die Mails schauen oder ein bisschen im Internet surfen und schon ist der Akku des Smartphones leer. Weit und breit keine Steckdose in Sicht. Was tun? Als Retter in der Not gibt es The Electric Hotel, einen silbernen amerikanischen Wohnwagen mit greller LED-Schrift, Solarpanels und Windkraftanlage. Das Team um den Kassler Gründer Sebastian Fleiter ist auf Großveranstaltungen, wie Festivals, Industriemessen und Volksfesten unterwegs, um müde Akkus wieder munter zu machen und das mit 100% erneuerbarem Strom.

Innenansicht: The Electric Hotel auf dem Melt-Festival

Innenansicht: The Electric Hotel auf dem Melt-Festival

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Das Prinzip ist einfach: nach einer einmaligen Registrierung gibt man sein Handy an der 20er Jahre Rezeption von The Electric Hotel ab. Dieses wird dann in einem der 334 ehemaligen Bankschließfächer aufgeladen. Alle Schließfächer sind mit einer Ladeplatine ausgestattet, die den Strom nutzt, der von der 560 Watt Solaranlage oder den insgesamt 800 Watt Windrädern auf dem Dach des Trailers und des Zugfahrzeugs kommt. Je nach Gerät holt man sein Mobiltelefon nach 1 bis 2 Stunden aufgeladen wieder ab. Wer sein Mobiltelefon nicht aus der Hand geben möchte, kann auf dem Energy Bike Platz nehmen, in die Pedale treten um den Akku so mit Muskelkraft wieder aufzuladen.

 

Damit es während der Wartezeit nicht langweilig wird, bietet die elektrische Insel ein kulturelles Beiprogramm in Form von Animationsfilmen und einem Steckdosen-Sharing am Electric Campfire, wo schon so manch eine festivalüberdauerde Bekanntschaft geschlossen wurde.

 

Woher kommt der Strom, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht?
Einsatz beim Kongress "100 Prozent Erneuerbare Energien"

Einsatz beim Kongress „100 Prozent Erneuerbare Energien“

Auch für diese Situation haben sich Medienkünstler Fleiter und sein Team eine simple Lösung ausgedacht. Zunächst wird der Großteil des Stroms durch Wind- und Solarenergie erzeugt. Zwei erneuerbare Energieformen, die sich perfekt ergänzen: scheint die Sonne, ist es meistens windstill. Ist schlechtes Wetter und die Sonne scheint nicht, ist es oft windig. Für den Fall, dass dennoch wenig Energie durch beide Formen erzeugt wird, hat The Electric Hotel einen Energiespeicher, in Form einer  Batteriebank im Trailer verbaut. Vor jeder Veranstaltung wird diese durch eine stationäre Windkraftanlage der Städtischen Werke Kassel aufgeladen. Der Trailer kann so mehr als 2 Tage das komplette Hotel betreiben.

 

Aber nicht nur der Strom, mit dem The Electric Hotel Elektrogeräte wieder auflädt, ist ökologisch, sondern auch das Hotel selbst: der amerikanische Airstreamtrailer ist Baujahr 1960, ebenso wie die Buchstaben des Schriftzugs alte Bestandteile verschiedener Neonwerbeschriften sind. Sie wurden auf die sparsame LED-Technologie umgerüstet und erzeugen mit der originalen Hotelrezeption der 1920er Jahre eine zukunftsorientierte Retro Atmosphäre. Als Zugwagen dient ein ausgemustertes, aber für sein Alter sehr sparsames Feuerwehrauto, das bei einem Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen gerade einmal 13 Liter auf 100 Kilometern verbraucht.
Somit beweisen Fleiter und sein Team, dass Kunst und Energie ganz und gar nicht gegensätzlich sind, sondern zusammengehören (Link zum d13-Interview „Energy=Art“).

 

Was kosten die Dienste von The Electric Hotel?
The Electric Hotel vor dem Brandenburger Tor

The Electric Hotel vor dem Brandenburger Tor

 Während das eigenständige Aufladen der Mobiltelefonakkus mittels Muskelkraft  oder mit eigenem Ladegerät am Electric Campfire kostenlos ist, wird bei Abgabe eines Mobiltelefons an der Hotelrezeption eine Gebühr von zwei Euro pro Stunde erhoben. The Electric Hotel finanziert sich aber über Sponsoren, die – wie auch die Festivalveranstalter – großes Interesse zeigen.

 

“Perspektivisch sollen die Module stetig erweitert werden. Neu in der Saison 2012 ist der Hydrocharge XXL – das erste mobile Pumpspeicherkraftwerk der Welt. Auch soll es nicht bloß bei einem „Hotel“ bleiben. Die Buchungsanfragen sind bereits jetzt – im zweiten Geschäftsjahr – mit nur einem Trailer kaum zu decken.“

 

Wer The Electric Hotel in Aktion sehen will, kann dies demnächst auf folgenden Festivals tun:

  • Melt!: 13.-15. 07. 2012 in Gräfenhainichen
  • Deichbrand Festival: 20.-22. 07. 2012 in Nordholz
  • Greenville Festival: 27.-29. 07. 2012 in Paaren/Glien bei Berlin
  • Wacken Open Air: 02.-04. 08. 2012 in Wacken
  • SonneMondSterne: 10.-12.08.2012 in Saalburg-Ebersdorf

 

The Electric Hotel wurde 2011 mit dem SMA Sonderpreis im Rahmen des Businessplan Wettbewerbs „promotion nordhessen“ ausgezeichnet

 

The Electric Hotel:

http://www.the-electric-hotel.com/
https://www.facebook.com/ElectricHotel

 

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Der Autor

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Meine Aufgaben:
Brand Communication & Social Media bei SMA.
Meine Themen:
Energieblogger, Photovoltaik, Energiewende weltweit.
Was selbst meine Kollegen nicht von mir wissen:
Bei der Seepferdchen-Prüfung habe ich ein wenig geschummelt: Weil ich nicht tauchen wollte, habe ich mir schnell unbemerkt die Haare nass gemacht und eisern behauptet mein Kopf sei unter Wasser gewesen. Es hat funktioniert.
Jannis arbeitet mittlerweile nicht mehr bei SMA.

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