Die Wahrheit über die EEG-Umlage 2014

Von am 16. Oktober 2013 in der Kategorie Energiewende mit 12 Kommentare
EEG 2014

Jetzt ist es amtlich und Top-Thema in allen Medien: Die EEG-Umlage erhöht sich um 1 Cent pro Kilowattstunde auf 6,24 Cent. So titelt die Bildzeitung auch prompt: „Strompreis auf Rekordhoch“ und spricht von „explodierenden Preisen“ für die Verbraucher. Energie-Experten.org fasst es schön zusammen: „Rezession und Armut. Das scheint nach Bekanntgabe der neuen EEG-Umlage gewiss. Zumindest, wenn man den meisten Massenmedien und Politikern Glauben schenken möchte. Doch das ist Quatsch. Glauben Sie es oder nicht, aber die Erneuerbaren sind nicht Schuld am Anstieg der EEG-Umlage.“

Das finden wir auch und haben deshalb ein paar interessante Fakten, Argumente und Kommentare unterschiedlicher Journalisten und Verbände zum Thema zusammengestellt.

 

Hermann Falk, Geschäftsführer des BEE

Hermann Falk, Geschäftsführer des BEE

BEE: EEG-Umlage kein Preisschild für die Energiewende

So schreibt der Bundesverband Erneuerbare Energien e.V.:

„Der heute veröffentlichte Anstieg der EEG-Umlage auf 6,24 Cent/kWh für 2014 geht nur zu einem geringen Teil auf den Zubau von Anlagen zur Erzeugung von Erneuerbarer Energie (EE) zurück. Der Ausbau hat nur einen Anteil von 15 % oder 0,15 Cent/kWh an dem Anstieg der EEG-Umlage von insgesamt knapp 1 Cent/kWh, erklärt Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE).  Die reinen Finanzierungskosten für EE-Anlagen machen auch an der gestiegenen EEG-Umlage 2014 nur 2,54 Cent/kWh von 6,24 Cent/kWh aus. „Die EEG-Umlage ist also schon lange kein Preisschild mehr für den Ausbau der Erneuerbaren Energien“, sagt Falk.“

Und als Ausblick schreibt der BEE: „Wichtig ist auch die langfristige Perspektive: Die gesamte EE-Vergütung wird ab dem Jahr 2020 nur noch leicht zulegen und ab 2027 deutlich fallen. Dann werden die durchschnittlichen Kosten für EE-Anlagen niedriger sein als die für neue fossile Kraftwerke. Insgesamt rechnet sich die Energiewende für die deutsche Volkswirtschaft. „Bis 2050 können die Einsparungen insgesamt etwa 500 Milliarden Euro betragen“, kalkuliert Prof. Dr. Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer-Instituts ISE in Freiburg. Die Energieeinsparmaßnahmen und die Ersetzung von atomaren und fossilen Kraftwerken kosten bis dahin ca. 300 Milliarden Euro.“

Hier gibt es das Hintergrundpapier des BEE zur EEG-Umlage 2014 zum Download.

 

Tagesschau: Lügen über Erfolgsmodell EEG-Umlage

WDR-Korrespondent Jürgen Döschner warnt auf Tageschau.de davor, das Rad der Energiegeschichte zurückdrehen zu wollen und spricht von Volksverdummung. Er schreibt:

WDR-Redakteur Jürgen Döschner, Quelle: Tagesschau.de

WDR-Redakteur Jürgen Döschner, Quelle: Tagesschau.de

Lüge Nummer eins: Das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) ist hauptsächlich Schuld am steigenden Strompreis. Die Zahlen belegen: dem ist nicht so. In den letzten zehn Jahren stieg der Strompreis für Haushaltskunden um 11,5 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Die EEG-Umlage stieg im gleichen Zeitraum um 4,9 Cent. Außerdem müsste die Umlage nicht so stark steigen, wenn die Politik nicht immer mehr Unternehmen davon befreit hätte.

Lüge Nummer zwei: Steigende Strompreise machen uns arm. Ja, Armut in Deutschland gibt es, aber es gab sie schon lange vor der Energiewende. Armut ist ein Problem der Sozialpolitik, nicht der Energiepolitik. Außerdem werden Privathaushalte von Heiz- und Spritkosten wesentlich stärker belastet – und deren Preise steigen noch schneller als die für Strom.

Lüge Nummer drei: Nur Ökostrom wird so stark subventioniert. Falsch! Die EEG-Umlage ist nicht die einzige Strom-Subvention, auch wenn sie die einzige ist, die auf unserer Stromrechnung auftaucht. Im Gegenteil: EU-weit wurden, wie ein EU-Papier jüngst belegte, Kohle, Gas und Atomstrom mit rund 100 Mrd. Euro jährlich gefördert, die erneuerbaren Energien dagegen nur mit 30 Mrd. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Fakt ist: Das EEG ist ein Erfolgsmodell. Es hat Deutschland einen Ökostrom-Anteil von 25 Prozent und einen technologischen Spitzenplatz in der Welt verschafft. Es wird im Ausland dutzendfach kopiert. Fakt ist auch: Nach über zehn Jahren muss das EEG den heutigen Gegebenheiten angepasst werden. Aber das Rad der Energiegeschichte sollte nicht zurückgedreht werden, nur damit jene Konzerne, die die Energiewende verschlafen haben, wieder auf ihre Kosten kommen.“

 

Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien

Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien

Agentur für Erneuerbare Energien: EEG-Umlage-Anstieg mit Wechsel des Stromanbieters kompensieren

Fakt ist aber auch: Die Strompreise steigen. Ein Durchschnittshaushalt wird in etwa 40 Euro mehr im Jahr zahlen müssen. Allerdings rät z. B. die Agentur für Erneuerbare Energien durch einen Wechsel zu einem Ökostromanbieter die EEG-Umlage-Erhöhung auszugleichen. Sie schreiben:

„Nach Angaben des Verbraucherportals Verivox kann eine dreiköpfige Familie mit einem Verbrauch von jährlich 3.500 Kilowattstunden ihren Strom aktuell schon für etwa 900 Euro im Jahr beziehen, und zwar von namhaften Anbietern. Selbst zertifizierte Ökostromtarife sind oft für nur wenig mehr zu haben. Dennoch zahlen viele Stromkunden einen deutlich höheren Preis. Besonders die knapp 40 Prozent der Haushalte, die noch den Grundversorgungstarif beziehen (Stand 2011): Sie zahlen am meisten, denn nach wie vor stellt die Grundversorgung vielerorts die teuerste Versorgungsart dar, wie das folgende Beispiel zeigt:

 

Musterrechnung: Wechsel zu Ökostromanbieter gleicht EEG-Umlage-Erhöhung mehr als aus

Ein Berliner Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden zahlt im Grundversorgungstarif 1.042 Euro im Jahr. Der Wechsel zu einem zertifizierten Ökostromanbieter wie zum Beispiel Naturstrom, der ausschließlich Strom aus Erneuerbaren Energien liefert, brächte hier eine Einsparung von 45 Euro. Die Differenz zwischen dem Berliner Grundversorgungstarif und dem Ökostrombeispiel beträgt somit 1,3 Cent je Kilowattstunde. „Durch einen Anbieterwechsel lässt sich also oftmals mehr Geld einsparen, als der Anstieg der EEG-Umlage im kommenden Jahr an Kosten verursachen wird. Gleichzeitig bringt die Wahl eines zertifizierten Ökostromanbieters die Energiewende in Deutschland voran“, so Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.“

 

utopia.de: Online-Portal für Nachhaltigkeit und Klimaschutz

utopia.de: Online-Portal für Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Utopia.de: Der Schwindel mit dem steigenden Strompreis

Die Online-Plattform Utopia schreibt außerdem zu dem Argument, dass die Energiewende auffallend oft als „ungerechte Armutsfalle“ bezeichnet wird:

„Selbstverständlich ist Armut ein Problem, auch hier in Deutschland. Aber sie ist eine Frage der Sozialpolitik, nicht der Energiepolitik. Wir halten die Energiewende aber aus einem anderen Grund für ungerecht: Sogenannte stromintensive Unternehmen sind von der Zahlung der EEG-Umlage befreit. Somit werden die Kosten auf viel weniger und vor allem viel kleinere Schultern verteilt. Wir alle zahlen den eigentlichen Anteil der stromintensiven Unternehmen mit. Dabei ist das Motiv der Bundesregierung nachvollziehbar: Sie will vermeiden, dass die Großunternehmen (als wertvolle Steuerzahler) den Industrie-Standort Deutschland aufgrund der verschlechterten Produktionsbedingungen (höhere Stromkosten) verlassen und ins Ausland abwandern. Die Logik hinter der Ausgleichsregelung ist allerdings absurd: Wer am allermeisten Strom verbraucht, muss am allerwenigsten dazu beitragen, dass Öko-Strom trotz der (bösen) Energiewende aus der Steckdose kommt.“

 

Und die Alternative?

Was kann die Politik tun, damit die Energiewende weiter vorangetrieben wird und gleichzeitig bezahlbar bleibt?

Dazu haben mir die drei Punkte des BEE gefallen:

„1.    Internalisierung des Merit-Order-Effektes: Der strompreissenkende Effekt der Erneuerbaren an der Börse muss den Erneuerbaren gut geschrieben werden.

2.    Einsatz für angemessenere CO2-Zertifikate-Preise auf EU-Ebene: Dadurch sinkt automatisch die Differenz zum Preis von Kohlestrom, der zurzeit in großen Mengen billig auf den Markt drängt.

3.    Begrenzung der Ausnahmeregelungen auf wirklich im internationalen Wettbewerb stehende, stromintensive Unternehmen: Dadurch werden die Investitionskosten gerechter verteilt.“

Das Online-Portal für die grüne Wirtschaft: WiWo Green

Das Online-Portal für die grüne Wirtschaft: WiWo Green

Hierzu abschließend noch ein paar letzte Zahlen aus einer Studie, die die Grünen in Auftrag gegeben haben und die WIWO Green in ihrem Artikel zitiert:

„Zu einem Viertel machen die Grünen die Befreiung von Unternehmen von der Umlage verantwortlich. Tatsächlich schultern Haushalte inzwischen 7,2 Milliarden und die Industrie 6,1 Milliarden Euro der Umlage. Nur einen Bruchteil führt die Studie auf neue Wind- und Solaranlagen zurück, die durch die Umlage gefördert werden. Nur rund ein Zehntel des Preisanstiegs ließe sich so erklären. Um den Preisanstieg in den Griff zu bekommen, müsse man die Zahl der befreiten Unternehmen wieder auf das Niveau von 2008  kürzen, so Kirscher. Damals waren 500 Firmen befreit – im kommenden könnten es etwa 2400 werden. Außerdem müsse man den Emissionshandel endlich funktionsfähig machen. So würde sich die Ökostromumlage bei den derzeitigen 5,3 Cent stabilisieren.“

Hier kommt ihr außerdem auf einen Beitrag des pv magazines, der die Sicht der Parteien auf das EEG beleuchtet.

 

Wir hoffen, wir konnten mit dieser Nachlese die Angst vor „explodierenden Preisen“ etwas relativieren und die z. T. sehr emotional geführte Debatte versachlichen.

 

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Unternehmensnews, Photovoltaik, Energiewende.
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12 Kommentare

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    H.P.

    18. November 2013 um 00:49

    CDU und SPD haben erkannt, dass das EEG reformiert werden muss. Wie ein überarbeitetes EEG aussehen soll, weiß noch keiner genau. Konkrete Forderungen mittelständischer Interessensverbändegibt es aber schon jetzt: http://www.marktundmittelstand.de/nachrichten/produktion-technologie/eeg-was-der-mittelstand-fordert/

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    Peter Jensen

    9. November 2013 um 18:41

    …und so faselte Gewissen-Peter ohne Verstand noch fröhlich und ahnungslos weiter vor sich hin und träumte von einer strahenden Zukunft, während die Welt sich weiter drehte und über Deutschland lachte, wo man versuchte, sich von den Launen der Natur abhängig zu machen, nachdem die Menschheit vorher tausende Jahre versucht hat, endlich unabhängig davon zu werden.

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    Peters grünes Gewissen

    5. November 2013 um 12:35

    Da sagte der Kutscher: Mensch, solche Teufelsgeräte werden sich nie durchsetzen. Es wird nie ein flächendeckendes Treibstoffnetz geben. Nie wird es ausreichend glatte Straßen geben. Nie werden diese Fahrzeuge ansatzweise sicher.

    Peter: Wie viele Pferdekutschen siehst Du heute auf den Straßen???

    Das Stromnetz inklusive der Erzeugungstechnik haben bereits einige Jahrzehnte auf dem Buckel. In der Zeit hat sich einiges geändert, und es wird sich noch genauso viel ändern. Ständig auf einer Suboptimalen Vergangenheit zu beharren bringt uns nicht wirklich voran. Die Erneuerbaren dagegen sind Gegenwart und Zukunft der Energieerzeugung. Bin mal gespannt, ob Du das noch irgendwann lernst 😉

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      Peter Jensen

      5. November 2013 um 14:16

      Bla bla… wieder in der Propaganda-Fibel gelesen?

      Du kannst nicht einen einzigen meiner oben genannten Fakten widerlegen. Aber das lernst du auch noch. Wie gesagt, die Australier haben es begriffen, die Franzosen auch, die Engländer fangen auch an und der Rest der Weltlacht uns aus. In Deutschland dauert es eben etwas länger. Sonne und Wind taugen nicht zur Stromerzeugung in einer großen Volkswirtschaft. Das sind Nischenprodukte für ganz eingeschränkte Zwecke…mehr nicht! Wahrscheinlich muss in Deutschland erst der Karren so richtig gegen die Wand fahren, damit der Öko-Spuk ein Ende hat.

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        Peters grünes Gewissen

        9. November 2013 um 00:16

        Tztztz, was für Fakten? Bisher habe ich von Dir noch keine Fakten entdecken können (Beiträge aus pseudowissenschaftlichen Privatveranstaltungen wie EIKE, Science Sceptical usw. zähle ich mal bewusst nicht zu „Fakten“, denn da geht es überwiegend um haltloses EE-Bashing).

        Die Welt schaut gespannt, wie Deutschland sich schlägt. Wird es eine neue, saubere Technologie schaffen, die Herrschaft der Großkonzerne zu beenden? Das wird die Welt beobachten – und nachmachen, wenn es so weit ist.

        Und du irrst Dich: Sonne und Wind sind kein Nischenprodukt. Ganz im Gegenteil. Mehr als 12% unserer Energie kommt bereits aus Wind und Sonne. Und das vielfach zu Zeiten, in denen der Strom am teuersten ist. Dazu kommt noch, dass dieser Strom nicht von Großkonzernen, sondern überwiegend von Privatpersonen erzeugt wird. Zudem werden die zentralen Großkraftwerke immer unwirtschaftlicher. Das alles beweist, dass die Erneuerbaren alles andere als ein Nischenprodukt sind. Und die Zukunft spricht noch eine deutlichere Sprache

        – Höherer Strompreis -> mehr erneuerbare, weil die Bürger ihren Strom immer mehr selbst erzeugen
        – Korrektur des CO2 Handels -> mehr erneuerbare, weil konventionelle Kraftwerke noch unwirtschaftlicher werden
        – Steigende Rohstoffpreise -> mehr erneuerbare, weil konventionelle Kraftwerke noch unwirtschaftlicher werden
        – Berücksichtigung externer Kosten -> mehr erneuerbare, weil konventionelle Kraftwerke noch unwirtschaftlicher werden

        … und so weiter.

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    Peter Jensen

    4. November 2013 um 18:17

    Gewissen-Peter hat wieder seine Propaganda-Fibel raus geholt.

    Dein Pferdekutschenvergleich ist falsch. Richtig rum wäre er: mit sog. EE gehen wir wieder zurück in die Zeit der Pferdekutschen. Wir sind nämlich abhängig von den Launen der Natur.
    Und dann immer dein flexibler Strompreis… der ändert auch nichts daran, dass die Sonne nur etwa 1000 Stunden Stromproduktion in Deutschland im Jahr zulässt. Wind schafft etwas mehr, reicht aber auch nicht für 8760 Jahresstunden.
    Und dann dein Gefasel:
    „Stimmt – zum Beispiel mit Gaskraftwerken, die man mit EE-Gas füttert, das man zu Zeiten von EE-Überschuss (>100% der Last) generiert und einlagert.“

    Was für ein Unsinn!!! Wieviele Tage oder Nächte im Jahr schaffen es Sonne und Wind, den kompletten Bedarf zu decken? Es geht gegen Null! Da kannst du noch Millionen von Windmühlen und PV-Anlagen aufstellen.
    Ich hab hier schon an anderer Stelle ein reales Beispiel gebracht. Dasmodernste PV-Kraftwerk in Templin. 128MW, 204 Mio Euro Kosten, pro Jahr etwa 15 an laufenden Kosten und geplante 120 Mio kWh-Stromproduktion. Bei einem Börsenpreis von 4 ct zur Spitzenlast ergibt das 4,8 Mio Einnahmen pro Jahr. Rechnen kannst du das jetzt aber selbst,oderbrauchst du da auch Nachhilfe?

    Und was soll die dumme Feststellung, dass ich jetzt selbst zugebe, dass der Strompreis an derBörse schwankt. Natürlich tut er das. Das ist völlig normal an einer Börse. Was hat das mit EE zu tun? Ich habe damitklar und deutlich zum Ausdruck gebracht, dass es eine Fehlannahme ist, nur weil der Pries im Schnitt um 1 ct gefallen ist, dass dann alle Einkäufe an derBörse 1ct billiger waren. Das steckt nämlich hinter der vermeintlich schlauen Idee, die Bürger vom gesunkenen Strompreis profitieren zu lassen. Und wo der Profit sein soll, wenn ich statt 7 ct nur 6 ct mehr zahle, zzgl. zum normalen Strompreis, erschließt sich mir nicht sofort.
    Und so einfach, wie du dir das denkst, ist es nur in deiner Traumwelt.

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      Peter Jensen

      5. November 2013 um 11:11

      Und dein EE-Gas-Beispiel zeigt auch wieder mal, dass du im Traumland unterwegs bist. Schon mal was von Wirkungsgradverlusten beim Stromspeichern und zurück gehört. Weißt du, was das heißt? Du musst an einem Tag 150% der benötigten Menge an Strom aus Wind und Sonne produzieren, um den Speicher zu befüllen. Gleichzeitig muss aber auch noch der laufende Bedarf gedeckt werden. Also muss 250 mal mehr Strom aus Wind und Sonne produziert werden. Das heißt, wir brauchen überdimensionierte Speicheranlagen, die weder technisch noch geologisch in den nächsten Jahren umsetzbar sind. Und wenn dann an einem Tag die Speicher leer sind, weil keine Sonne schien und kaum Wind wehte, dann muss am nächsten Tag wieder 250 mal so viel Sonne und Wind zur Verfügung stehen, um den Speicher wieder zu befüllen.

      Du bist echt das perfekte Opfer der EE-Propaganda. Du hörst irgendwas von Methanisierung und posaunst das dann in die Welt wie ein Hund, der dem Stöckchen hinterher rennt. Du machst dir nicht die Mühe, zu überprüfen, was das heißt. Kennst du eine einzige, sereinreife Anlage zur Methanisierung von Strom, die in großem Maßstab läuft und auch bezahlbar ist? Nein, denn so etwas gibt es nicht. Du magst dich auskennen mit Solaranlagen, hast aber keine Ahnung, was es heißt, die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt bedarfsgerecht mit Strom zu versorgen.

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    Peters grünes Gewissen

    4. November 2013 um 14:22

    Hallo Atom-und-Kohle-Peter,

    hier muss ich auch mal wieder das Korrektiv spielen, dass deinen Unsinn wieder gerade biegt 😉

    „Der Rest muss längerfristig über Lieferbänder abgesichert werden“
    Das ist heute so. Früher sind die Menschen mit Pferdekutschen gefahren. Es ist vielleicht nicht unbedingt nötig, dass sie auch heute noch mit Pferdekutschen fahren, oder Peter?
    Je flexibler der Strompreis, desto mehr Sinn machen flexible Stromtarife für alle Stromverbraucher – für Haushaltsverbraucher genauso wie für Industrieverbraucher.

    „da wir alle ja … Versorgungssicherheit haben wollen. Gerade der letzte Parameter lässt sich derzeit nur mit fossilen Kraftwerken sicherstellen“
    Stimmt – zum Beispiel mit Gaskraftwerken, die man mit EE-Gas füttert, das man zu Zeiten von EE-Überschuss (>100% der Last) generiert und einlagert.

    „Der tatsächliche Preis schwankt täglich in erheblichen Ausschlägen, in Abhängigkeit von Lastverbrauch und Stromangebot.“
    Aha, jetzt gibst Du’s selbst zu 🙂 Also auf von der Pferdekutsche ins Auto und sauberen Strom bevorzugt dann nutzen, wenn er natürlich zur Verfügung steht. Sonst einfach mehr dafür bezahlen. Wie einfach das alles ist – merkst Du’s auch?

    „Können und wollen Sie sich das für Ihre privaten 3.000 oder 4.000 kWh leisten? Um 1 ct zu sparen?“
    Da es mich keinen Aufwand kostet, und ich damit 30 – 40 € pro Jahr sparen kann: Ja gerne, warum nicht.

    Versuch doch mal, über den fossilen Tellerrand hinaus zu blicken, Peter. Dort befindet sich eine strahlende neue Welt, die ganz anders funktioniert, als ihr das bisher gewohnt wart. Ihr könnt sie unter der ganzen Asche und den vielen Castor-Fässern nur leider noch nicht sehen 🙁

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      Peter Jensen

      4. November 2013 um 18:31

      Und du hörst ja auch wirklich nicht auf mit dem Unsinn…
      Zitat: „Da es mich keinen Aufwand kostet, und ich damit 30 – 40 € pro Jahr sparen kann: Ja gerne, warum nicht“
      Kein Aufwand? Bist du auch EEG-befreit? So wie früher die Solarhersteller auch, als es sie noch gab. Und so wie die Erzeuger von sog.EE-Strom heute noch, also die Verursacher der ganzen Kosten? Oder hast du ne PV-Anlage geschenkt bekommen?
      Also ich sehe auf meiner Stromrechnung sehr deutlich den Aufwand. 7,2 ct je kWh ab nächstem Jahr. Macht bei 1.200 kWh Verbrauch etwa 80 Euro pro Jahr. Und da sparst du dann 40 Euro von. 80 zahlen, 40 wiederkriegen findest du besser als gar nicht erst die 80 zahlen? Oh Mann, hoffentlich macht deine Freundin oder dein Freund die Haushaltskasse.
      Und um mal endlich mit deinem Unwort „sauberer Strom“ aufzuräumen. PV-Anlagen und Windmühlen wachsen nicht am Busch. Die werden hergestellt. Aus Stahl, Beton, Erdöl, Silizium und allen möglichen anderen Stoffen, die auch alle aus der Erde geholt werden. Und sie brauchen einen riesigen Energieaufwand zur Herstellung.
      Schon mal ne Neodym-Mine in China gesehen? Nee, interessiert dich wahrscheinlich nicht. Passt nicht in dein Weltbild. Schon mal den Abbau von Silizium und die Gewinnung von Rohsilizium gesehen? Nein, wahrscheinlich nicht. Passt nicht in dein Weltbild. Schon mal die Schäden gesehen, die Biogasanlagen verursachen? Interessiert dich nicht, passt nicht in dein Weltbild.
      Wind- und Solar-und Biomasse-Strom ist nicht sauberer als andere Energierzeugungsarten auch.
      Aber viel teurer! Und deswegen lacht sich die Welt schlapp über die guten Öko-Deutschen, die von ihrem kleinen Flecken in Mitteleuropa die Welt beglücken wollen. Wieder mal!
      Naja, Australien hat die Umkehr geschafft, Hollande ist gerade mit seiner Ökosteuer am Zorn der Bevölkerung gescheitert und England baut wieder AKW.
      Der Öko-Spuk wird irgendwann vorbei sein. Früher oder später!
      Und dann kannst du die Berge von Windmühlen und PV-Anlagen vorm Kopf wegräumen.

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    Peter Jensen

    17. Oktober 2013 um 15:36

    Nachtrag:
    Der in der Studie genannte Börsenstrompreis ist ein durchschnittlicher Wert über’s Jahr. Der tatsächliche Preis schwankt täglich in erheblichen Ausschlägen, in Abhängigkeit von Lastverbrauch und Stromangebot. Wenn also der durchschnittliche Börsenpreis von einem Jahr auf’s andere um 1 ct sinkt, dann heißt das nicht, dass alle Stromversorger auch für 1 ct günstiger eingekauft haben. Am Donnerstag den 10.10. lag der Preis zur Spitzenlastzeit mittags bei über 7 ct und abends bei über 8 ct. Grund: in der mittäglichen Spitzenlastzeit schien keine Sonne und es wehte kaum Wind. Fast in ganz Deutschland! Daher waren fast nur konventionelle Kraftwerke an der Erzeugung beteiligt.

    Um den Börsenpreis in die EEG-Umlage zu integrieren, benötigt man einen riesigen organisatorischen Aufwand, um am Ende evtl. 1 ct zu sparen. Und zwar nicht am Strompreis, sondern nur an der EEG-Umlage. Da kostet die Umstellung eines bestehenden und funktionierenden Systems wahrscheinlich mehr als man am Ende sparen kann.

    Große Unternehmen mit Strom- und Gasverbräuchen in TWh-Größenordnungen bezahlen Zehntausende Euro pro Jahr an Dienstleister, die die Optimierung des Stromeinkaufs übernehmen. Können und wollen Sie sich das für Ihre privaten 3.000 oder 4.000 kWh leisten? Um 1 ct zu sparen? Ich glaube nicht.

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    Peter Jensen

    17. Oktober 2013 um 15:13

    Hallo Frau Blume, ich hab mir mal die Studie angesehen. Eine erstaunlich gute Arbeit. Noch erstaunlicher finde ich aber, was Sie für Ihren Kommentar aus dieser Studie herausgepickt haben. Die Studie ist etwa 30 Seiten lang und erklärt ausführlich, wie der Anstieg der EEG-Umlage zustande kommt. Auf einer halben Seite wird dann die theoretische Möglichkeit genannt, die Verbraucher von den niedrigeren Börsenstrompreisen profitieren zu lassen. Das ist also Ihre Essenz aus dieser Studie?
    Sie wissen sicherlich, dass die Versorger nur etwa ein Drittel des Stroms über die Börse beziehen. Und den größten Teil auch nur zu Spitzenlastzeiten. Der Rest muss längerfristig über Lieferbänder abgesichert werden, da wir alle ja auch Planungssicherheit hinsichtlich unseres Strompreises und vor allem hinsichtlich der Versorgungssicherheit haben wollen. Gerade der letzte Parameter lässt sich derzeit nur mit fossilen Kraftwerken sicherstellen. Außerdem funktioniert eine Teilhabe am Strompreis natürlich nicht nur in einer Richtung. Wir sind ja nicht in einem sozialistischen Kombinat. Sie können nicht die niedrigen Preise zugunsten der Verbraucher einbeziehen, Preissteigerungen aber nur den Versorgern überhelfen. Niedrige Börsenpreise bedeuten auch weniger oder gar keine Einnahmen der Erzeuger (die teureren Kraftwerke fallen nämlich raus). Keine Einnahmen bedeutet Verluste. Verluste bedeuten höhere Kosten, die dann wieder reingeholt werden müssen. Wollen Sie sich privat bei Ihrer Stromrechnung tasächlich dem Börsenrisiko aussetzen?

    Auf Seite 20 der Studie steht die beste Information aus der ziemlich guten Arbeit. Windeinspeisung lag um 25% (!!!) niedriger als erwartet, Solareinspeisung immerhin noch um 7%. Beides zusammen führte zu niedrigeren Vergütungen iHv 1 Mrd. Euro. Das heißt nun für mich und jeden normal denkenden Menschen: weniger Strom aus Wind und Sonne = weniger EEG-Umlage. Damit sind eigentlich alle Fragen hinsichtlich der Verursachung der Kosten beantwortet.

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    Leonie Blume

    17. Oktober 2013 um 10:58

    Hier noch ein interessanter Link zur Analyse der EEG-Umlage von Agora Energiewende. Nach deren Kurzstudie könnte der Anstieg der Umlage 2014 komplett kompensiert werden, wenn der gesunkene Börsenstrompreis an die Haushalte weitergegeben würde. http://www.agora-energiewende.de/fileadmin/downloads/publikationen/Studien/Kurzanalyse_EEG_2014/Agora_Kurzstudie_EEG-Umlage_2014.pdf

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