d13-Tour: Ökologische Aspekte der documenta

Von Lore Klipp (Gastbeitrag) am 16. August 2012 in der Kategorie Verantwortung mit 0 Kommentare
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In diesem Beitrag gibt Lore Klipp Tipps für eine 45-minütige Tour zum Thema Ökologie. Start ist der Garten des Ottoneums. Unsere Mitarbeiterin ist „Wordly Companion“ der dOCUMENTA (13), zu Deutsch weltgewandte Begleiterin. Die über 130 geschulten Companions sind vornehmlich Kasselerinnen und Kasseler, die Besucher mit Ihrem eigenen Hintergrund und Wissensfeld über die dOCUMENTA leiten.

 

Gartenprojekt AND AND AND

Beet der Künstlergruppe AND AND AND

Großstadtgärten

Zuerst begegnet ihr der Gartenarbeit von  AND AND AND, einer Künstlerinitiative, die sich international sehr weit vernetzt hat und nach Formen sucht, an einem Entwurf für eine moderne, nicht-kapitalistische, gemeinschaftliche und sozial verantwortliche Zukunft zu arbeiten. Dazu werden vielfältige Zusammenkünfte, Diskussionen organisiert und veranstaltet.

Ein konkret sichtbarer Ausdruck ihrer Arbeit ist im Garten vor dem Ottoneum zu sehen. Gezeigt werden u.a. platzsparende Beete, die ökologischen Lebensmittelanbau auch in Großstädten ermöglichen.

AND AND AND arbeitet eng mit der Uni Kassel, Fachbereich Ökologie in Witzenhausen zusammen und lässt ihr Projekt „Gemeinschaftsgärten“  (am Huttenplatz hinter der Stadthalle) zusammen mit den Bewohnern des Huttenplatzes entstehen und durch den den Fachbereich wissenschaftlich begleiten.

 

soil erg

Goldbarren aus getrockneter Erde

Humus, „das neue Gold“

Vom Garten aus geht es direkt weiter zu Claire Pentecost. Hier ist das Thema, mit Hilfe der Kunst neue Impulse zum Thema Landwirtschaft und Umwelt zu geben. Pentecost hat sich dazu den „Soil-Erg“ ausgedacht. In einer ansprechenden Ausstellung werden u. a. Barren in der Form dem Goldbarren, bestehend  nicht aus dem Edelmetall sondern aus Erde, ausgestellt. Sogar Münzen werden ausgestellt, eindrucksvoll sind vor allem die von Pentecost gearbeiteten „Geldscheine“ der Währung soil-erg. Humus sei „das neue Gold“ und sollte als Alternative zum Petro-Dollar etabliert werden, befindet die Künstlerin in einem Interview mit „Titel Thesen Temperamente“.

In den Augen von Pentecost ist die Menschheit auf dem Weg, sich selbst die Lebensgrundlage zu entziehen. Ihre Aktion, die derzeit noch als „Kunst“ angesehen wird, ist auf jeden Fall zeitgenössisch. Oder eigentlich müsste man sagen: dem Zeitgeist voraus.

 

Landschaft zu verkaufen

Von diesem Raum aus geht es weiter (rechts halten) zu Amar Kanwar.

Zu sehen ist „The Sovereign Forest“ (2012), eine Installation mit Filmen, Büchern, Saatgut und einem Video. Dort wird eine Landschaft dargestellt, die in den nächsten Monaten in Reviere aufgeteilt und damit für den Ankauf durch Industrieunternehmer „vorbereitet“ und letztlich ausgelöscht werden wird.

Holzbibliothek

Holzbibliothek von Marc Dion

Die Diskussion über unser Verständnis von Politik, Menschenrechte, Ökologie, Kriminalität soll angeregt werden. Den Rahmen bildet ein fortlaufendes Forschungsprojekt, das die sozialen und umweltschädigenden Auswirkungen des Bergbaus auf die lokale Bevölkerung in Orissa an der Ostküste Indiens untersucht.

 

Bücher aus Beuys-Eichen

Wer jetzt noch Zeit übrig und/oder Lust auf mehr hat, kann entweder:

in den 2. Stock des Ottoneums steigen und sich die Holzbibliothek des Ottoneums, erweitert und in eine neue Räumlichkeit umgesetzt durch Marc Dion, anschauen.  Marc Dion hat einige neue Holzbücher geschaffen, die aus zerstörten Beuys-Eichen (s. Joseph Beuys, 7000 Eichen, 8. documenta) gearbeitet wurden.

orangerie

Entspannter Ausklang an der Orangerie

 

Ausklang

Oder: In den Auepark und dort in der Timebank eine weitere Idee über eine alternative Währung anschauen oder: Zur Orangerie gehen und die Abendsonne genießen.

 

 

 

Ich empfehle außerdem folgende Videos und Links:

8 Minuten Video zur Einstimmung

dOCUMENTA-Special auf hr-online

documenta in 60 Sekunden

Lieblingswerke von Besuchern im Video, mit super-Kartenmaterial zur räumlichen Orientierung

 

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Der Autor

Lore Klipp (Gastautor)

Lore Klipp arbeitet seit 2004 als Personalreferentin bei SMA. Sie ist ausgebildete Kunst- und Religionslehrerin für die Oberstufe und hat zwischendurch als Software-Entwicklerin gearbeitet.

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