Barcamp Renewables 2015: Erneuerbare ausbauen – Fluchtursachen bekämpfen

Von am 17. September 2015 in der Kategorie Energiewende mit 2 Kommentare
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Das vierte Barcamp Renewables war ein voller Erfolg. An zwei Tagen wurde in entspannter Atmosphäre ‚gebrainstormt‘, genetzwerkt und konstruktiv gestritten. Die Frage, die alle bewegte: Wie kann das Mammutprojekt Energieversorgung aus 100 % Erneuerbaren gelingen? Dabei waren sich alle einig, dass wir wieder stärker die großen Fragen thematisieren müssen. Nötig ist eine Vision, die die Menschen begeistert und Lösungen für die drängenden globalen Probleme aufzeigt.

 

Das Niveau der Debatten war dieses Jahr noch höher als letztes Jahr. Ich hatte den Eindruck, dass gerade weil die Energiewende ins Stocken geraten ist, diesmal noch engagierter und entschiedener über Strategien, Forderungen und Kampagnen diskutiert wurde. Nach dem Motto: Krise als Chance, jetzt erst recht!

Neben Energiebloggern, Privatpersonen und Vertretern aus der Branche, beteiligten sich auch verstärkt Vertreter der großen Energieversorger und „Energiewende-Promis“ wie Hans-Josef Fell an der Debatte. Die breite Teilnahme unterschiedlicher Akteure der Energiewende zeigt, dass das Barcamp aus den Kinderschuhen gewachsen ist und als einflussreiches Format ernst genommen wird.

 

Bekämpfung von Fluchtursachen durch den Ausbau Erneuerbarer Energien

Auch die Flüchtlingsdebatte war in vielen Sessions Thema. Dazu Kilian Rüfer, neu gewählter Vorsitzender des „Energieblogger“-Vereins:

„Hans-Josef Fell hat Recht wenn er sagt, dass wir die selbst verschuldeten Flüchtlingsursachen durch Erneuerbare Energien vermeiden können. Je weniger Öl gekauft wird, desto schwächer ist beispielsweise der brutale IS. Das Prinzip ist auf diverse Konflikte dieser Welt übertragbar. Es ist die Zeit gekommen nicht nur kurzfristige Hilfe für Flüchtlinge zu bieten, sondern auch an mittelfristigen Lösungen der Ursachen zu arbeiten.“

 


 

Wieder mehr Klimapolitik statt Klientelpolitik

Auch Cornelia Daniel, stellvertretende Vorsitzende des Energiebloggervereins, schreibt mir im Nachgang der Veranstaltung:

„Für mich war die wichtigste Erkenntnis, dass es entscheidender denn je ist, auch die geopolitischen Themen in den Energiewendediskurs zu nehmen. Die Krisen der Welt haben sehr oft mit dem Klimawandel zu tun und deshalb müsste eigentlich alles getan werden um den Ausbau der Erneuerbaren voranzutreiben. Statt dessen wird er noch immer teilweise behindert und verlangsamt.“

 

Eigenverbrauchsabgabe ersatzlos streichen und in der Verfassung verankern

Neben den geopolitischen Themen wurden auch konkrete Forderungen an die Politik gestellt. Zum Beispiel beim Gespräch mit dem stellvertretendem SPD-Vorsitzenden Thorsten Schäfer Gümbel. Cornelia Daniel dazu:

„Die Eigenverbrauchsabgabe ist hier als die absurdeste staatliche Maßnahme der Welt zu sehen. Jene Investoren, die nicht mal mehr Förderungen beziehen um CO2 zu sparen, werden mit Kosten belegt, während den CO2 emittierenden Energieformen die externen Kosten noch immer nicht angerechnet werden. Entsolidarisierung klingt hier wie eine Verhöhnung. Jene, die ohnehin schon zu CO2 Einsparungen für die Gesellschaft beitragen, müssen noch zusätzlich zahlen, während die anderen munter weiter emittieren.“

 

 

Die Highlights des Barcamp Renewables
  • Wir hatten dieses Jahr 130 Anmeldungen (letztes Jahr waren es noch 100, davor die Jahre 75 und beim ersten Mal kamen 50 Teilnehmer) und 28 Sessionslots, die sich tw. von mehreren Referenten geteilt wurden
  • Das Barcamp war in Deutschland am Freitag bei Twitter unter den Top 5 Trending Topics
  • Wir hatten eine Reihe von „Energiewende-Promis“ zu Besuch: z.B. Matthias Willenbacher (juwi-Gründer), Hans-Josef Fell (Erneuerbare Energien-Experte), Pierre-Pascal Urbon (CEO von SMA) und Thorsten Schäfer Gümbel (stellv. SPD Vorsitzender), der sich abends den z.T. kritischen Fragen der Barcamp Teilnehmer stellte.
  • Große Energieversorger wie EnBW und RWE beteiligten sich auf Augenhöhe an der Diskussion und stellten sich mit eigenen Sessions den Fragen der Teilnehmer
  • Der Zusammenschluss der Energieblogger hat sich als Verein gegründet: ein entscheidender nächster Schritt zur Professionalisierung und Vernetzung der wichtigsten Online-Multiplikatoren
  • Und last but not least: Auch kulinarisch hat das Barcamp dieses Jahr einiges aufgefahren. Mit dem Solar Food Truck und der Schira Café Bar gab es sensationell leckeres Essen und Kaffeespezialitäten. Sogar vegane Mahlzeiten wurden dieses Mal angeboten

 

 
 

Fazit: Das Barcamp ist die (Un-)Konferenz für die Energiewende

Das Barcamp ist das perfekte Format, um engagierte, offene und innovative Akteure der Branche zusammen zu holen, zu vernetzen und neue Herausforderungen zu diskutieren, wie Big Data, „Wärmewende“, neue Vertriebsmodelle für die Photovoltaik oder E-Mobilität. Durch das „Ideen-Pingpong“ und die Bereitschaft Wissen zu teilen, entstehen aus guten Ideen noch bessere – und daraus die Chance für neue Kooperationen, Projekte und Geschäftsideen. Genau davon können die Erneuerbaren aktuell nicht genug bekommen.    
 

 

 

Weitere Stimmen zum Barcamp Renewables

Mein persönlicher Rückblick auf das Barcamp Renewables 2015 (energynet)

Platz für die Wärmewende beim 4. Barcamp Renewables (ecoquent positions)

Fluchtursachen lindern: Ölimporte vermeiden (Sustainment)

Barcamp Renewables – ein persönlicher Rückblick (Energiewende-schaffen.de)    

 

 

 

Vielen Dank an die Sponsoren und das Orgateam, ohne die dieses Event nicht stattgefunden hätte. Danke auch an das Regionalmanagement bzw. Heiko Meyer und Nicole Münziger für die tollen Fotos und an die Medienmanufaktur Hartmann für die super Videos. 

 

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Der Autor

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Meine Aufgaben:
Social Media Managerin bei SMA.
Meine Themen:
Unternehmensnews, Photovoltaik, Energiewende.
Was selbst meine Kollegen nicht von mir wissen:
Als Teenager war ich Beifahrerin bei Orientierungsfahrten (Schnitzeljagd mit Auto) und habe immer die Pokale als beste weibliche und jüngste Teilnehmer nach Hause getragen – was nicht so schwierig war.

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