Photovoltaik stört: Über die wahren Hintergründe der geplanten Förderkürzungen

Von am 24. Februar 2012 in der Kategorie Energiewende mit 73 Kommentare
Photovoltaik stört: Über die waren Hintergründe der geplanten Förderkürzungen und die Pseudoargumente der PV-Gegner

Für die großen Player der konventionellen Energiewirtschaft wird es in Deutschland zunehmend ungemütlich: Sie erleben jetzt schon seit einigen Jahren, dass ihre ehemals sichere Geschäftsgrundlage kontinuierlich schrumpft und auch der bislang erhebliche Einfluss auf die höchsten politischen Ebenen entsprechend kleiner wird. Hätten sie vor elf Jahren auch nur geahnt, dass Photovoltaik und Windenergie in Deutschland mal die heutige Größenordnung und das heutige technologische Niveau erreichen – das EEG und eine wirksame Förderung der erneuerbaren Energien wären bereits im Keim erstickt worden.

Tatsache ist: Die großen Vier und ihre politischen Unterstützer wurden von der rasanten Entwicklung der Erneuerbaren vollkommen überrascht und von der Realität der begonnenen Energiewende überrollt. Dass besonders die Photovoltaik zu ihrem Lieblingsfeind werden würde, liegt dabei auf der Hand: Die PV hat sowohl in Deutschland als auch weltweit das größte Ausbaupotenzial, ihre Kosten sinken von allen Erneuerbaren am schnellsten und sie verfügt durch die Möglichkeit der lokalen Erzeugung mit Eigenverbrauch über das größte Potenzial zur Demokratisierung der Stromversorgung. Andersherum betrachtet: Keine Form der erneuerbaren Stromerzeugung bedroht die wirtschaftliche und politische Machtposition der konventionellen Energiewirtschaft so stark wie die Photovoltaik.

Was wir nun erleben, ist der Versuch einer Notbremsung – und zwar um jeden Preis. Man übt maximalen Druck auf die Politik aus und versucht, Halbwahrheiten und Vorurteile in die Welt zu setzen so gut es eben geht. Denn Bürger, Steuerzahler und Stromverbraucher sollen und müssen von der Sinnlosigkeit der Solarstromförderung überzeugt werden – also genau die Menschen, die letztlich am meisten von der Energiewende und der Demokratisierung der Stromversorgung profitieren. Das Grundprinzip der Kommunikation ist dabei simpel und berücksichtigt eine Binsenweisheit der PR- und Werbebranche: Man kann den größten Unsinn behaupten, wenn man ihn nur oft und nachdrücklich genug wiederholt – irgendwann werden auch die skurrilsten Aussagen von hinreichend vielen Menschen geglaubt.

 

Faktencheck Photovoltaik

Die leicht nachprüfbaren Fakten sprechen allerdings eine andere Sprache. So leistet die Photovoltaik an manchen Tagen schon heute einen erheblichen Beitrag zur Stromversorgung in Deutschland, wie die offiziellen Zahlen der Leipziger Strombörse belegen. Noch viel wichtiger ist aber das beinahe exponentielle Wachstum der photovoltaischen Stromerzeugung – so hat sich die erzeugte Solarstrommenge allein in den letzten drei Jahren mehr als versechsfacht. Gleichzeitig sind die Erzeugungskosten derart rasant gesunken, dass in Deutschland erzeugter Solarstrom bereits heute mit dem Steckdosenpreis von konventionell erzeugtem Strom konkurrieren kann. Und schon seit Jahresbeginn erhält Solarstrom aus PV-Großanlagen weniger Vergütung pro Kilowattstunde als der von den Energiekonzernen bevorzugte Offshore-Windstrom, der nur von ihnen produziert werden kann, jedoch aufwändig vom offenen Meer zum Verbraucher transportiert werden muss. Daraus folgt aber auch: Angesichts der heutigen Preise verursacht die weitere Förderung der Solarstromerzeugung keine nennenswerte Steigerung der EEG-Umlage mehr. Im Gegenteil, genau jetzt könnte man die „Früchte“ der bisherigen Förderung ernten, denn alle weitere Erzeugungsleistung kann zu sehr günstigen Preisen zugebaut werden. Spätestens hier wird klar, dass die tatsächlichen Gründe für die geplanten und drastischen Kürzungen der PV-Förderung anderswo zu suchen sind.

Dies sind gerade mal zwei der vielen Argumente, die für den weiteren Ausbau der Photovoltaik und ihre angemessene Förderung sprechen. Man kann davon ausgehen, dass in den kommenden Tagen wieder viele längst widerlegte Vorurteile in den Medien auftauchen und von den einschlägig bekannten Akteuren aus Politik und Energiewirtschaft* mit großer Ernsthaftigkeit vorgetragen werden. Daher im Folgenden noch einmal die zehn beliebtesten Pseudoargumente gegen die Photovoltaik im Faktencheck.

*RWE-Chef Jürgen Großmann bewies seine Fachkenntnis zuletzt am 18.1.2012 mit Vorurteil Nr. 6 (auf der Handelsblatt-Tagung Energiewirtschaft in Berlin)

 

Vorurteil 1: Solarstrom bringt fast nichts für Deutschlands Energieversorgung
Fakt: Bei gutem Wetter und zur Mittagszeit erzeugen Solaranlagen in Deutschland mehr Strom als sämtliche aktuell betriebenen Atomkraftwerke

Kritiker betonen, dass die Photovoltaik trotz langjähriger Förderung bislang kaum zur Stromversorgung Deutschlands beiträgt. Dabei übersehen sie die enormen Wachstumsraten der vergangenen Jahre, die zu einem enormen Leistungspotenzial geführt haben: Laut Bundesnetzagentur lag die aufsummierte Photovoltaik-Nennleistung Ende 2011 bei rund 25 Gigawatt, unter idealen Einstrahlungsbedingungen entspricht das der Leistung von mehr als 16 konventionellen Kraftwerksblöcken. Schon im März 2011 erzeugten die deutschen Solaranlagen bei gutem Wetter über Stunden hinweg mehr Strom als sämtliche am Netz befindlichen Atomkraftwerke.
Beispiel Pfingsten 2011: An diesem Sonntag im Juni deckte die Photovoltaik zeitweise fast 30 Prozent des Strombedarfs in Deutschland (siehe Grafik). Und selbst für eine Vollversorgung mit Solarstrom werden rechnerisch nur rund 1,1 Prozent der Landesfläche benötigt. Auf der SMA Website lässt sich die hochgerechnete Momentanleistung aller deutschen PV-Anlagen übrigens live verfolgen. Über eine Kalenderfunktion können zudem auch die Daten zurückliegender Tage aufgerufen werden.

 

 

Vorurteil 2: Zu viel Solarstrom überlastet das Netz
Fakt: Solarstromanlagen belasten die Netze vergleichsweise wenig und können sie sogar entlasten

Wie eine Umfrage des Bundesverbands Solarwirtschaft unter Verteilnetzbetreibern vom Herbst 2010 belegt, ist der weitere Ausbau der Photovoltaik für das deutsche Stromnetz vergleichsweise unkritisch. Vor allem in Städten und dicht besiedelten Gebieten reicht die vorhandene Netzinfrastruktur aus. In vielen Fällen wirkt Solarstrom sogar entlastend für das Netz. Die Gründe dafür sind einleuchtend: Zum einen hat Photovoltaik die besondere Eigenschaft, dass der Zeitpunkt der maximalen Energieerzeugung sehr gut mit dem Zeitpunkt des maximalen Energiebedarfs übereinstimmt. Das heißt konkret: Immer dann, wenn Solarstrom erzeugt wird, wird er im Netz auch benötigt. Zum anderen findet die Erzeugung von Solarstrom größtenteils dezentral statt, also direkt an den Orten des Verbrauchs. Durch den Eigenverbrauch von Solarstrom kann jede Hausdach-Solaranlage das Netz entlasten, denn der Solarstrom ersetzt in diesem Fall Netzstrom, der ansonsten extra herantransportiert worden wäre.
Genau aus diesem Grund wird der Eigenverbrauch in Deutschland seit 2009 gesondert gefördert. Moderne, blindleistungsfähige Wechselrichter können zudem die Netzbelastung am jeweiligen Anschlusspunkt deutlich reduzieren oder bei gleicher Netzinfrastruktur fast die doppelte Menge Solarstrom einspeisen. Der Bau leistungsfähiger, neuer Hochspannungsleitungen ist für eine vollständige Energiewende durchaus sinnvoll und notwendig, aber nicht vordringlich auf den Ausbau der Photovoltaik zurückzuführen.

 

Vorurteil 3: Der Bau von Solaranlagen ist Unsinn, weil andere Erneuerbare den Strom viel billiger erzeugen
Fakt: Solarstrom ist für die Energiewende unverzichtbar und wird laufend günstiger

Tatsächlich ist Solarstrom momentan noch teurer als Strom aus Wind- oder Wasserkraft. Doch erstens werden für die angestrebte Energiewende alle erneuerbaren Energien benötigt. Denn nur im Verbund können sich Windkraft, Photovoltaik, Bioenergie und Wasserkraft mit ihren unterschiedlichen Stärken optimal ergänzen. Hinzu kommt, dass die Photovoltaik aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften auf lange Sicht ein nahezu unbegrenztes Potenzial zur Stromerzeugung hat: Solaranlagen funktionieren an nahezu jedem Standort, kommen ohne bewegliche Teile aus und lassen sich in fast jeder beliebigen Größe realisieren. Der dritte Punkt betrifft die Kosten: Zwar ist die Vergütung des Solarstroms noch höher als die der anderen erneuerbaren Energien. Die Kosten in der Solartechnikbranche und in der Folge die Einspeisevergütungen für neue Anlagen sinken jedoch weiter rapide. So sind Solaranlagen seit 2006 um mehr als 58 Prozent im Preis gesunken und werden langfristig vermutlich die günstigste Form der Stromerzeugung darstellen.

 

Vorurteil 4: Solarstrom ist viel teurer als Strom aus Kohle- oder Atomkraftwerken
Fakt: Nur solange deren milliardenteuren Umweltschäden nicht eingerechnet werden

Auch wenn ihre Kosten im Strompreis nicht enthalten sind: Es wäre naiv, die Umwelt-, Klima und Gesundheitsschäden durch konventionelle Energieerzeugung außer Acht zu lassen. Im Jahr 2010 wurden allein durch erneuerbaren Strom rund 120 Millionen Tonnen CO2 eingespart, wobei die geringe bei seiner Herstellung angefallene CO2-Menge bereits eingerechnet ist. Die damit vermiedenen Klima und Umweltschäden haben der deutschen Volkswirtschaft umgerechnet mehr als acht Milliarden Euro erspart – und für 2011 wird diese Summe noch deutlich größer sein.
Hauptverantwortlich für den CO2-Ausstoß sind Stein- und Braunkohlekraftwerke. Bei der Nutzung der Atomkraft fällt zwar deutlich weniger CO2 an, dafür bestehen erhebliche Umweltrisiken beim Uranabbau, dem Betrieb der Anlagen und bei der Lagerung des strahlenden Mülls für bis zu eine Million Jahre. Und im Falle eines schweren Störfalls kann der Schaden schnell schwindelerregende Höhen erreichen, während die Versicherungssumme aller AKW in Deutschland lediglich der Haftpflichtversicherung von 50 Autos auf einem beliebigen Supermarktparkplatz entspricht.

 

Vorurteil 5: Nur Großkraftwerke können die Stromversorgung sicherstellen
Fakt: Die Energieversorgung der Zukunft ist dezentral

Erneuerbare Energien, besonders aber die Photovoltaik, öffnen die Tür zu einem neuen Energiezeitalter: Neben Klimaneutralität und Versorgungssicherheit geht es um den Übergang zu einer dezentralen Energieerzeugung. Was heißt das? Die extrem wichtige Ressource „Energie“ liegt künftig nicht mehr nur in den Händen großer Energieunternehmen, sondern wird von unzähligen Erzeugern verschiedenster Größe vor Ort bereitgestellt. Auch die Abhängigkeit von politisch instabilen Förderländern und angreifbaren Versorgungswegen nimmt damit deutlich ab – ein echter Gewinn für die Gesellschaft. Damit verbunden ist ein Umbau der bisherigen Versorgungsstruktur zu einem modernen Energienetz, das schwankende Energiemengen verlustarm in alle Richtungen verteilen kann und auch Elektrofahrzeuge einbindet (Stichwort: Smart Grid). Und vermutlich schon 2017 werden erste Solaranlagen in Deutschland ganz ohne EEG-Förderung rentabel betrieben werden können, wie die Branche in einer wissenschaftlichen Studie** nachgewiesen hat. Für weltweit rund zwei Milliarden Menschen ohne Anbindung an Energieversorgungsnetze bietet die Photovoltaik darüber hinaus die Perspektive, überhaupt elektrischen Strom zu nutzen: Wo herkömmliche Großkraftwerke und Verteilnetze nicht praktikabel sind, lässt sich mit solaren Inselstromsystemen eine zuverlässige und komfortable Energieversorgung aufbauen. Das geht heute schon günstiger als mit den bislang eingesetzten Dieselgeneratoren – von Umweltaspekten und der Versorgungssicherheit ganz abgesehen. Den betroffenen Menschen bieten diese Systeme eine einmalige Entwicklungschance, verbunden mit allen weiteren Vorteilen der erneuerbaren Energien.

** PV-Roadmap des Bundesverbands Solarwirtschaft vom November 2010

 

Vorurteil 6: In Deutschland scheint die Sonne viel zu wenig
Fakt: Photovoltaik ist auch in Mitteleuropa absolut sinnvoll und lohnenswert

Es gibt Menschen, die die Erzeugung von Solarstrom im „verregneten Deutschland“ für ausgemachten Unsinn halten und allein aus diesem Grund ablehnen. Tenor: Man baue schließlich auch keine Bananen am Nordpol an. Fakt ist jedoch, dass selbst im Norden Deutschlands schon 40 Quadratmeter Solarmodule ausreichen können, um den elektrischen Jahresbedarf eines Durchschnittshaushalts*** zu decken. Belege für diese Zahlen sind übrigens leicht zu finden – zum Beispiel bei den mehr als eine Million Betreibern von Solarstromanlagen in Deutschland. Wer es genau wissen will, kann mit der kostenlosen Planungssoftware „Sunny Design“ von SMA den voraussichtlichen Energieertrag einer beliebigen Solaranlage abschätzen – für nahezu jeden Ort in Deutschland.

*** In Deutschland ist ein mittlerer Energieertrag von 900 bis 1.200 kWh pro Jahr und kW Anlagenpeakleistung realistisch


Vorurteil 7: Von Photovoltaik profitieren nur Hausbesitzer oder Geldanleger
Fakt: Solarstrom schafft viele Jobs mit Zukunft

Die Unternehmen der erneuerbaren Energien beschäftigen inzwischen rund 370.000 Menschen – Tendenz steigend. Die Arbeitsplätze entstehen in Industriebetrieben, mittelständischen Unternehmen und natürlich im Handwerk. Dabei sticht besonders die Photovoltaik hervor: Die meisten Solaranlagen werden von kleineren Handwerksbetrieben installiert, hinzu kommen der Elektrofachhandel, Hersteller von Zubehörteilen und Planungsbüros. Inklusive der großen Solartechnikhersteller beschäftigt allein die deutsche PV-Branche mehr als 100.000 Menschen, die Wertschöpfung bei Solarstromanlagen findet trotz der internationalen Konkurrenz also überwiegend in Deutschland statt.

 

Vorurteil 8: Die Förderung der Erneuerbaren schadet dem Wirtschaftsstandort Deutschland
Fakt: Die Erneuerbaren sparen Milliarden für Energieimporte und kurbeln die heimische Wirtschaft an

Öl aus Norwegen oder Libyen, Gas aus Russland, Uranerz aus afrikanischen Minen: Die konventionellen Energieträger fallen nicht vom Himmel und schon gar nicht kostenlos. Allein 2009 sind für den Treibstoff der konventionellen Kraftwerke etwa 54 Milliarden Euro ins Ausland geflossen – eine Summe, die man sich bei einer erneuerbaren Versorgung vollständig sparen könnte. Die durch den Einsatz erneuerbarer Energien vermiedenen Rohstoffimporte hatten 2010 bereits einen Wert von rund 7,4 Milliarden Euro. Die Ausgaben für die erneuerbare Energien sind dagegen überwiegend im Land geblieben. Hinzu kommt: Die deutsche Industrie hat in vielen Bereichen der erneuerbaren Energieerzeugung einen großen technologischen Vorsprung und kann ihre Produkte gewinnbringend in alle Welt exportieren. So hat im Jahr 2010 allein das Unternehmen SMA Solartechnik im Wert von 860 Millionen Euro ins Ausland geliefert.

 

Vorurteil 9: Besonders die Photovoltaik treibt die Strompreise hoch
Fakt: Besonders Solarstrom senkt massiv die Einkaufspreise an der Strombörse

Tatsächlich wird ein Teil der Förderkosten für erneuerbare Energien auf den Strompreis umgelegt – über die sogenannte EEG-Umlage. Die Umlage berücksichtigt jedoch nicht die kostendämpfenden Effekte der erneuerbaren Energien, obwohl auch sie unbestreitbar vorhanden sind. Bestes Beispiel ist der so genannte Merit-Order-Effekt, zu dem besonders stark die Photovoltaik beiträgt. Was steckt dahinter? Vereinfacht dargestellt beschreibt dieser Effekt einen Preissenkungsmechanismus an der Leipziger Strombörse. Hier wird täglich der Großhandelsstrompreis für den folgenden Tag bestimmt – uhrzeitgenau und abhängig von Angebot und Nachfrage.
Der ins Netz gespeiste Solarstrom senkt diesen Preis nun regelmäßig. Zum Leidwesen der Energiekonzerne fällt er hauptsächlich zur Mittagszeit an – also genau dann, wenn der Börsenpreis am höchsten steigt und das Geschäft am lukrativsten ist. Den Betreibern konventioneller Kraftwerke entgehen durch die Solarstromeinspeisung also regelmäßig Millionengewinne – der Endkunde profitiert theoretisch von einem deutlich sinkenden Börsenstrompreis, der auch die Kosten der EEG-Umlage zum Teil kompensiert. Doch leider bleibt es bislang bei der Theorie: Denn die vier größten Stromanbieter sind – direkt oder indirekt – auch die größten Einkäufer an der Strombörse. An den Endkunden weitergegeben haben sie die Senkung des Börsenpreises bislang aber nicht.

 

Vorurteil 10: Erneuerbare Energien sind nur eine fixe Idee von Ökofreaks
Fakt: Erneuerbare Energien sind alternativlos, weil alle anderen Energieträger endlich sind

Diese Wahrheit ist fast zu simpel, dennoch fällt sie immer wieder unter den Tisch: Fossile Brennstoffe sind endlich, Kernbrennstoffe wie Uran ebenfalls. Hinzu kommt, dass sie bereits weitgehend verbraucht sind und die Erschließung der knappen Ressourcen schon jetzt immer teurer wird. Die Menschheit hat also überhaupt keine Alternative, als andere Energiequellen zu finden und zu nutzen. Dabei ist die Lösung längst greifbar: Erneuerbare Energien sind ebenso unerschöpflich wie umweltfreundlich und stehen nahezu allen Menschen weltweit in riesigen Mengen zur Verfügung. Zudem wird die Technik zu ihrer Nutzung kontinuierlich billiger – nicht zuletzt durch das Erfolgsmodell des deutschen EEG.

 

 

Quellen:
  • Agentur Erneuerbare Energien: Factsheet „Volkswirtschaftlicher Nutzen des Ausbaus Erneuerbarer Energien“. Berlin, Oktober 2010.
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi): Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen 2002. Berlin, 2002.
  • Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE): Jahreszahlen Erneuerbare Energien 2010. Berlin, Februar 2011
  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR); Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES); Ingenieurbüro für neue Energien (IfnE): Entwicklung der EEG-Vergütungen, EEG-Differenzkosten und der EEG-Umlage bis zum Jahr 2030 auf Basis des Leitszenario 2010. Stuttgart, Kassel, Teltow, Juni 2010.
  • Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft: Hintergrundpapier „Billiger Strom aus Atom und Kohle? – staatliche Förderungen 1970 – 2008“. Berlin, Oktober 2010.
  • Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (gws), Institut für ZukunftsEnergieSysteme (IZES), Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW): Einzel- und gesamtwirtschaftliche Analyse von Kosten- und Nutzenwirkungen des Ausbaus Erneuerbarer Energien im deutschen Strom- und Wärmemarkt. Karlsruhe, Osnabrück, Saarbrücken, Berlin, Mai 2010.
  • Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER): Verträglichkeit von erneuerbaren Energien und Kernenergie im Erzeugungsportfolio. Stuttgart, Oktober 2009.
  • Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU), Stellungnahme Nr. 15: 100% erneuerbare Stromversorgung bis 2050. Berlin, Mai 2010.
  • Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU)
  • Wuppertal Institut für Klima, Umwelt Energie: Kurzanalyse zur aktuellen Diskussion um die mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien in der Stromversorgung verbundenen Kosten und Nutzen. Wuppertal, Oktober 2010.


Links:
4.67 avg. rating (92% score) - 15 votes

Der Autor

avatar

Felix arbeitet mittlerweile nicht mehr bei SMA.

Tags

Ähnliche Artikel

73 Kommentare

  • avatar

    Peters grünes Gewissen

    17. Januar 2014 um 03:34

    Hoho, ich bin schon so gespannt auf Peters nächste Märchenstunde! 😀

    Antworten »
  • avatar

    Peters grünes Gewissen

    17. Januar 2014 um 03:32

    Und auch zu dem Vorurteil „Der Bau von Solaranlagen ist Unsinn, weil andere Erneuerbare den Strom viel billiger erzeugen“ weiß Peter etwas zu schreiben: Es ist nämlich völlig egal, ob nun Wind- oder Solar- oder Biomassestrom! Jede Art ist für sich nicht effektiv nutzbar und zu teuer.
    Diese Behauptung ist natürlich auch unsinn, weil PV Großanlagen heute bereits günstiger produzieren können als neue Kernkraftwerke.
    http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/a-915672.html

    Das nächste Vorurteil „Solarstrom ist viel teurer als Strom aus Kohle- oder Atomkraftwerken“ scheint Peter besonders an die Nieren zu gehen: die deutschen AKWs sind selbstverständlich nicht so versichert wie 50 PKW … Stufe 1: Per Gesetz sind die Betreiber verpflichtet, eine Haftpflicht über 256 Mio Euro pro Block abzuschließen.
    Deckungssummen liegen bei PKW-Versicherungen in der Regel zwischen 50 und 100 Millionen €. Ein Block ist also so gut Haftpflichtversichert wie etwa 2 1/2 PKWs. Schon irgendwie lächerlich, oder?

    Dann schreibt Peter weiter: Stufe 2: die Betreiber der deutschen AKW sind Mitglied im internationalen Versicherungspool der Atomwirtschaft. Jedes Mitglied ist dort solidarisch durch alle anderen mit bis zu 2,5 Mrd. Euro (!!!) versichert.
    Aha – da ich keine Belege dazu finden konnte, muss ich also auf den Wortlaut dieser Aussage vertrauen. Zu den 2 1/2 PKWs kommen also noch mal 25 PKWs hinzu. Wow!

    Und weiter geht der Spaß. Peter schreibt: Stufe 3: … haftet auch der Betreiber eines AKW … mit seinem gesamten Vermögen … Und dieses … ist sehr hoch (noch!).
    Dann werfen wir mal einen Blick auf RWE:
    Betriebliches Vermögen:53 Mrd. €
    Schulden: 33 Mrd. €
    Bleiben 20 Mrd. € (ob die einsetzbar sind – evtl angelegt in Gebäuden und Maschinen?)

    Naja, das wären immerhin etwa 227,5 PKW Versicherungen…

    Aber schauen wir mal auf die Kosten:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearkatastrophe_von_Fukushima
    150-187 Mrd. €…

    Ups! Fehlen wohl mehr als 100 Mrd. €!

    Antworten »
    • avatar

      Peter Jensen

      17. Januar 2014 um 17:03

      Deine Tricks ziehen vielleicht bei deinen ahnungslosen EE-Freunden. Bei mir nicht. In Fukushima gab es einen Tsunami und ein Erdbeben und 4 Kernschmelzen, die mit der Bauart der japanischen Reaktoren zusammenhängen. Einzelheiten erspare ich dir, um dich nicht zu überfordern.
      Wenn die Japaner dafür keine Risikovorsorge getragen haben, ist das deren Problem und nicht das Problem deutscher AKW. Tsunamis und solche starken Erdbeben gibt es hier nicht.
      Deine Kostenschätzung kann sein, muss aber nicht, aber dafür haben die AKWs auch jahrzehntelang günstige Energie bereitgestellt und für Wohlstand in Japan gesorgt. Nun, dann muss man eben auch mal bezahlen, wenn was kaputt geht. Bei den sog. EE muss man sogar bezahlen, damit sie überhaupt laufen und zwar viel mehr als für Kernkraftwerke. Weil man nämlich eine zweite Versorgungsstruktur immer nebenbei parat haben muss, wenn Sonne und Wind mal ausfallen oder Speicher, die so gigantisch groß und teuer sein würden, dass man es weder physisch noch finanziell darstellen kann.
      Jedenfalls gab es in fast 60 Jahren friedlicher Nutzung der Kernenergie in Deutschland und dem Rest der Welt bis auf drei Ausnahmefälle keine größeren Probleme. Eine gute Investition! Und die neuen Reaktortypen, die überall auf der Welt entwickelt werden, sind die nächste große Revolution im Energiebereich. Auch das ist gut angelegtes Geld. Und nicht 240 Mrd für Anlagen, die nach 20 Jahren ersetzt werden müssen. Oder früher.

      Antworten »
  • avatar

    Peter Jensen

    15. Januar 2014 um 23:52

    Die Antwort zu Nr. 4 ist im Übrigen eine Ansammlung von selektiver Wahrnehmung und glatten Lügen!!!

    Ich fange mal mit der Lüge an: die deutschen AKWs sind selbstverständlich nicht so versichert wie 50 PKW auf einem Supermarktplatz. Für den offensichtlich ahnungslosen Verfasser dieser Lüge und alle (noch) Mitlesenden der Reihe nach:
    Stufe 1: Per Gesetz sind die Betreiber verpflichtet, eine Haftpflicht über 256 Mio Euro pro Block abzuschließen.
    Stufe 2: die Betreiber der deutschen AKW sind Mitglied im internationalen Versicherungspool der Atomwirtschaft. Jedes Mitglied ist dort solidarisch durch alle anderen mit bis zu 2,5 Mrd. Euro (!!!) versichert. Auch wieder pro Block!
    Stufe 3: Wie jeder Betreiber einer Anlage haftet auch der Betreiber eines AKW nach den normalen Schadenersatzvorschriften des BGB. Und zwar mit seinem gesamten Vermögen in unbegrenzter Höhe. Und dieses Vermögen der AKW-Betreiber ist sehr hoch (noch!). Aber genau das scheint ja hier viele EE-Fans zu stören. Durch die derzeitige Energiepolitik wird u.a. dieses Vermögen zerstört! Und die Kommunen, die über ihre Stadtwerke an den großen 4 Versorgern wesentlich beteiligt sind, erleben diese Zerstörung gerade sehr schmerzlich, da die vorher so sichere und für den Haushalt wichtige Dividende der Großen 4 ausbleibt. Schöne neue Öko-Welt! Straßen, Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser usw. müssen warten… wir bauen lieber Windmühlen und Solaranlagen.

    Und falls jemandem diese Versicherungen nicht ausreichen. 1 ct auf jede kWh als Versicherungsprämie würde jedes Jahr etwa 9 Mrd. Euro bringen. Prämie!!! Nicht Versicherungssume, die wäre dann versicherungsmathematisch viel höher. Da könnte man eine Menge mit versichern. Macht aber keiner. Und warum? Weil es nicht nötig ist! Die Geschichte hat es bewiesen, dass sämtliche Schadenschätzungen von wohlmeinenden Gutachtern oder selbsternannten Experten maßlos überzogen waren.

    Antworten »
    • avatar

      Peters grünes Gewissen

      17. Januar 2014 um 03:04

      Täterättä! Zeit für Peters Gewissen!

      Was ist das denn? Noch so ein Jensen-Auftritt, und das bei einem fast zwei Jahre alten Beitrag…

      Peter schreibt: Zubau ggü 2012: 10,2%. Zuwachs an produziertem Strom ggü 2012: 6,5%
      Peter weiß selbst, dass die Solarstrom-Mengen abhängig von der Sonneneinstrahlung sind und dass das Jahr 2013 unterdurchschnittlich war. Erwähnt er aber nicht zwecks Stimmmungsmache gegen EE.

      Peter schreibt weiterhin, diesmal zum Vorurteil „Solarstrom trägt fast nichts zur Stromversorgung bei“: Das ist nicht ihr Ernst, oder? Ein “paar Stunden im März” und “Pfingsten zeitweise fast 30%”. Und was ist mit dem GANZEN GROSSEN REST???
      Solarstrom ergänzt sich prima mit dem Windstrom. Beide liegen in ähnlicher Größenordnung (Wind: ca 8%, Solar 5,3%). Wind liefert hauptsächlich in der kalten Jahreshälfte, Solar in der Warmen. Alle erneuerbaren zusammen (Wind, Solar, Biomasse, Laufwasser, …) liefern mittlerweile 25,3% der elektrischen Energie in Deutschland. DAS ist mit dem ganzen großen rest – an fast allen Tagen des Jahres mit nur wenigen Ausnahmen.

      Dann schreibt Peter zum Vorurteil „Solarstrom belastet das Netz“: Zusammen mit dem zappeligen Windstrom sorgt der zappelige PV-Strom permanent für Schwankungen im Netz. Die Netzbetreiber mussten im letzten Jahr etwa 1.000 Sicherungseingriffe zur Netzstabilisierung durchführen.
      1.000 Eingriffe – das sind im Durchschnitt 2,7 Eingriffe pro Tag. Huiuiui, dass sich die Operatoren da mal nicht überarbeiten 😉 Richtig ist: Wind und Solarenergie schwanken in ihrer Leistung. Je mehr erneuerbare es im Netz gibt, desto mehr wandelt sich die Aufgabe der konventionellen Kraftwerke – weg von der Stromerzeugung und hin zu einem Ausgleich der Restmengen.

      Antworten »
      • avatar

        Peter Jensen

        17. Januar 2014 um 16:43

        Die Frage war, ob Solarstrom fast nichts zur Stromversorgung beiträgt. Die Frage hab ich nicht gestellt, sondern die steht da ganz oben. Und 5,3% sind FAST NICHTS! Da nützt dein Geschwafel alles nichts. Es ging bei der Frage um Solarstrom und nicht um alle sog. EE (die gar nicht erneuerbar sind).

        Und 25% sind eben nicht der ganze große Rest. 75% im Schnitt und an den meisten Tagen des Jahres noch mehr sind der ganze große Rest.
        Es sei denn, in der neuen deutschen Öko-Republik gelten nun kleine Zahlen als große und umgekehrt. Aber dann würde ich einen Zaun um dieses Land machen, verschließen und Jacken ohne Ärmel verteilen. Und dann könnte der anonyme Schreiberling seine Thesen verkünden.

        Wie sich das mit den wenigen und den vielen Tagen genau verhält, kann man hier schön sehen:
        Zum Beispiel für Oktober 2013:
        http://www.alt.fh-aachen.de/downloads//Allgemeines/Hilfsb%20163%20Wind%20Solarstromeinspeisung%202013.pdf
        Oder für Weihnachten 2013:
        http://www.alt.fh-aachen.de/downloads//Allgemeines/Hilfsb%20163%20Wind%20Solarstromeinspeisung%202013.pdf

        Naja, das interessiert unseren anonymen Träumer aber wahrscheinlich nicht. „Genossen: lasst euch von der Realität nicht beeinflussen!“ 🙂

        Antworten »
  • avatar

    Peter Jensen

    15. Januar 2014 um 23:10

    Zu „Vorurteil“ 1: Solarstrom trägt fast nichts zur Stromversorgung bei.
    Ihre Antwort: „Laut Bundesnetzagentur lag die aufsummierte Photovoltaik-Nennleistung Ende 2011 bei rund 25 Gigawatt, unter idealen Einstrahlungsbedingungen entspricht das der Leistung von mehr als 16 konventionellen Kraftwerksblöcken. Schon im März 2011 erzeugten die deutschen Solaranlagen bei gutem Wetter über Stunden hinweg mehr Strom als sämtliche am Netz befindlichen Atomkraftwerke. Beispiel Pfingsten 2011: An diesem Sonntag im Juni deckte die Photovoltaik zeitweise fast 30 Prozent des Strombedarfs in Deutschland…“

    Das ist nicht ihr Ernst, oder? Ein „paar Stunden im März“ und „Pfingsten zeitweise fast 30%“. Und was ist mit dem GANZEN GROSSEN REST???
    In 2013 produzierten fast 36 GW installierte Leistung gerade mal 5,3% des deutschen Stroms!
    5,3% sind FAST NICHTS!
    Also widerlegt ihre Widerlegung gar nichts, sondern bestätigt das „Vorurteil“ Nr.1 als objektive Tatsache.

    Zu „Vorurteil“ 2: Solarstrom belastet das Netz.
    Das ist richtig: Zusammen mit dem zappeligen Windstrom sorgt der zappelige PV-Strom permanent für Schwankungen im Netz. Die Netzbetreiber mussten im letzten Jahr etwa 1.000 Sicherungseingriffe zur Netzstabilisierung durchführen. Früher waren es im Schnitt DREI IM JAHR!
    Und nur dank der aufmerksamen Fachleute bei den Netzbetreibern merken wir alle bisher nichts von den permanenten Schwankungen bei PV- und Windstrom!
    „Vorurteil“ 2 ist ebenfalls eine objektiv nachprüfbare Tatsache!

    „Vorurteil“ 3 haben sie sich wohl selbst ausgedacht, um auf insgesamt 10 zu kommen. Es ist nämlich völlig egal, ob nun Wind- oder Solar- oder Biomassestrom! Jede Art ist für sich nicht effektiv nutzbar und zu teuer. Die vom Staat festgelegte EEG-Vergütung ist doch kein Marktpreis. Das ist eine willkürklich festgelegte Prämie. Den Marktpreis sehen sie an der Börse. Und wie die EEG-Anbieter mit 4 ct/kWh auskommen wollen, wissen die selbst nicht. Sieht man ja jetzt, wo die Vergütung gekürzt wird.

    Antworten »
  • avatar

    Peter Jensen

    15. Januar 2014 um 15:06

    Also auf diesen Beitrag hier bin ich ja erst jetzt gestoßen. Den muss man sich mal in Ruhe zu Gemüte führen… soviel Propaganda-Unsinn und Verdrehung von Fakten wie hier zu lesen ist.

    Der Artikel ist ja aus 2012. Nun ist 2013 schon vorbei und wir können die Entwicklung der PV sehen. Zubau an installierter Leistung ggü 2012: 10,2%.
    Zuwachs an produziertem Strom ggü 2012: 6,5%.
    Heißt: trotz jahrelanger mehr als hundertmilliardenschwerer Förderung kamen wir 2013 auf 5,3% Solaranteil am Nettostromverbrauch in Deutschland.
    In 2012 waren es etwa 5%. Für die Steigerung von 5 auf 5,3% mussten wir 23 Mrd. Euro bezahlen.

    Lustig auch, wie gegen die bösen Medien und die böse Energiemafia gewettert wird, wo doch fast 90% der Medien in den Chor der ahnungslosen EE-Fans einstimmen und wo die AKW-Betreiber quasi über Nacht gezwungen wurden, ihre AKWs abzuschalten.

    Und natürlich haben kunz und antigreen recht: ohne die staatlich garantierten Subventionen wäre der EE-Unsinn schnell vorbei.

    Antworten »
  • avatar

    kunz

    12. Mai 2013 um 01:34

    Leider wird PV erst marktfähig wenn kein Zubau mehr möglich. Mit Wind (on oder Off-Shore ist es wahrscheinlich ebenso. Es werden irssinnige Kosten generiert PV jetzt schon 400 Millarden für 3% Strom- 100 % sind dann 12 Billionen Euro (glückwunsch) Speicher sind ja nicht in Sicht ausser sie werden noch höher gefördert als EE-Anlagen. Hoffentlich merkts keiner.

    Antworten »
    • avatar

      Christian Höhle

      12. Mai 2013 um 23:36

      Hallo kunz,

      so kann man das zum Glück nicht rechnen 😉

      im Gegensatz zu anderen Energieformen wird PV jedoch nur 20 Jahre lang gefördert. Danach werden aber fast alle Anlagen noch mehr als 80% ihrer ursprünglichen Leistung bringen – dann aber förderfrei.

      Zur Speicherung hofft man natürlich auch bei den Batterien durch die Förderpläne und durch die Nutzung in Verbindung mit der Elektromobilität, dass die Preise ebenfalls weiter zurück gehen. Darüber hinaus gibt es aber auch Bestrebungen, mit Methanisierung eine langfristige Speicherung zu erreichen.

      Ich bin guter Dinge, dass das Geld gut angelegt ist 🙂

      Sonnige Grüße,
      Christian

      Antworten »
      • avatar

        antigreen

        14. August 2013 um 21:37

        Leider hat ‚kunz‘ Recht.
        Hier kann wirklich Niemand rechnen. Ohne Subventionen sprich EEG Gesetz wäre der grünfaschistische Spuk ziemlich schnell zu Ende! Wenn ich schon sogar gegen das Grundgesetz für den quatsch mitzahlen muss!!

        Antworten »
  • avatar

    Photovoltaik Experte

    18. März 2013 um 11:55

    Vielen Dank für den großartigen Artikel. Ich würde diesen auch gerne auf unserem Blog mit Quellenangabe verlinken.

    Antworten »
    • avatar

      Leonie Blume

      18. März 2013 um 12:12

      Hallo,
      das freut uns sehr. Gerne können Sie den Beitrag unter Angabe der Quelle und des Datums verlinken (da er schon ein Jahr alt ist – das sollten die Leser wissen).
      Beste Grüße
      Leonie Blume

      Antworten »
  • avatar

    Marion K.

    12. September 2012 um 15:25

    diesen Post müsste man jedem CDU/FDP-Politiker in die Hand drücken, der noch ernsthaft an die Atomenergie glaubt und kein Geld der Atomlobby bekommt! Ich bin seit kurzem ebenfalls Besitzer einer PV-Anlage und kann nur jeden ermuntern es auch zu erwägen! Es ist wohl auf lange Sicht die effizienteste Energiequelle, die wir haben und sie existiert schon seit Millionen von Jahren ungenutzt! Das Argument „Noch zu teuer!“ lass ich nicht gelten! Man kann einen entsprechenden Kredit aufnehmen (z.B. hier für die Finanzierung einer Photovoltaikanlage) und das Beste ist doch, dass man durch die Rückspeisung der überschüssigen Energie sogar noch Geld verdient!!

    Antworten »
    • avatar

      Christian Höhle

      12. September 2012 um 16:13

      Hallo Marion,

      das stimmt absolut.
      Gerade der Punkt, dass wir diese Energie seit Millionen von Jahren täglich bekommen, aber kaum nutzen, hat mich wieder an dieses wunderschöne Video von der Fa. Solon erinnert:
      http://youtu.be/WfPJn-KPnxA

      Das könnte man den Politikern noch dazu legen, damit sie sehen und verstehen können, wie falsch sie liegen… Gut dass wir es besser wissen 🙂

      Sonnige Grüße,
      Christian

      Antworten »
  • avatar

    Anne

    2. September 2012 um 19:45

    Obd as wirklich die wahren gründe sind? Auf http://www.finanzierungen.net/kfw-foerderungen-und-kredite/kfw-foerderung-photovoltaik/ habe ich ganz andere Gründe gefunden.

    Antworten »
  • avatar

    […] Dir ein Stück Unabhängigkeit […]

    Antworten »
  • avatar

    Michael Stollwerk

    29. Mai 2012 um 09:26

    Sehr geehrter Herr Kever,
    Ihr hervorragend allgemein verständlicher Artikel hat an Aktualität nichts eingebüßt. Auch an dem wunderbaren Pfingstwochenende 2012 (Vgl. Vorurteil 1) konnten wir uns nicht nur an der Sonne, sondern einer hochgradig dezentralen Energieversorgung erfreuen.

    Ich arbeite gerade an einer Kundenmappe für unsere PV Kunden. Sie sind in Ermangelung einer konkurrenzfähigen Medien PR die größte Lobby Ressource unserer Branche.
    Darf ich Ihren inspirierten Artikel daher (unter Verwendung der Quellenangabe) einarbeiten?

    Ihr
    Michael Stollwerk
    Pfarrer D.Min.
    Lück Gruppe
    Referent für Markenbildung und Unternehmenskultur

    Antworten »
    • avatar

      Felix Kever

      30. Mai 2012 um 20:02

      Hallo Herr Stollwerk,

      besten Dank für das Lob. Unabhängig davon können Sie die Inhalte aus dem Artikel gerne in der beschriebenen Weise verwenden!

      Freundliche Grüße

      Felix Kever

      Antworten »
  • avatar

    […] • „PV liefert an sonnigen Tagen mehr Strom als alle AKWs zusammen“ (Quelle: SMA Sunny Blog) […]

    Antworten »
  • avatar

    Zipperer

    15. März 2012 um 09:22

    Hallo,
    ja sehr gute Zusammenfassung.
    FRAGE, ich erhielt vorgestern eine Email von EnBauSan Aktuell, danach sind die Förderkürzungen erst einmal vom Tisch. Wissen Sie was dazu? stimmt das oder ist das eine Ente. Ich finde sonst keine Meldungen dazu.

    einen sonnigen Tag (im Südwesten)
    Volker Zipperer

    Antworten »
  • avatar

    Matthias Gaßmann

    9. März 2012 um 20:54

    Ich möchte dieser Diskussionsrunde – und dem interessierten Leser- noch diesen aktuellen Artikel empfehlen.

    „Die Situationen, die zu Unglücken führen, entstehen auch durch unsere Maßlosigkeit. Wir wollen immer mehr, alles soll besser werden, aber wir wollen keinen höheren Preis dafür zahlen. Im Gegenteil, alles soll billiger werden. “

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/super-gau-in-fukushima-es-wird-verschwiegen-vertuscht-und-beschoenigt-1.1304803

    Antworten »
  • avatar

    wolfgang Hirner

    7. März 2012 um 12:30

    herzliche Gratualtion zu dem hervorragenden Artikel.

    Antworten »
  • avatar

    Energieausweis Bremen

    6. März 2012 um 14:55

    Vielen Dank für diese sehr interessante und ausführliche Zusammenfassung. Man hört eben diese scheinbaren Argumente leider immer wieder und das nervt langsam wirklich. Ihre Zusammenfassung ist kompakt, übersichtlich und verständlich – perfekt zum Weitersagen.
    Beste Grüße aus Bremen sendet die Bremer Energieberatung enerpremium

    Antworten »
  • avatar

    […] in der Bevölkerung. Es sind mehr solche informativen Beiträge notwendig, wie im Sunny-Blog von SMA, der viele Fakten zur Photovoltaik ausführlich erklärt. Diese Beiträge müssen […]

    Antworten »
  • avatar

    (Zitatanfang) +++
    CDAK-Grundsatzpapier

    Aus christlicher Verantwortung: Die nukleare Geisterfahrt beenden!

    Der Betrieb von Atomkraftwerken ist volkswirtschaftliche Idiotie. Ihr Weiterbetrieb bedeutet mit unseren Lebens- und Zukunfts-Chancen russisches Roulett spielen. Die körperliche Unversehrtheit von Menschen (Artikel 2 Grundgesetz) darf nicht weiter auf dem Altar der Profitinteressen einer verschwindend kleinen Minderheit von Betreibern nuklearer Anlagen geopfert werden. Bei der Berechnung von Atomstrom fehlt ein entscheidender Kostenblock. Dies resultiert nach Aussage der Regierung von Dr. Helmut Kohl 1998 im Deutschen Bundestag aus einer Studie der renommierten Baseler PROGNOS AG für das damalige Bundeswirtschaftsministerium (BMWi), aus der hervorgeht, daß bei Berücksichtigung aller Folgekosten die errechneten Versicherungskosten pro Kilowattstunde Atomstrom reell bis zu 2 EURO betragen. Die auf Kosten der Steuerzahler erstellte Grundsatzstudie (Hans Jürgen Ewers und Klaus Rennings, Abschätzung der monetären Schäden durch einen sogenannten Super-Gau, Prognos-Schriftenreihe Bd. Band 2) hat den Titel „Identifizierung und Internalisierung der externen Kosten der Energieversorgung“. – Damit ist die Kilowattstunde Atomstrom um 2000% teurer als Windenergie und die Mehrzahl aller deutschen Atombetriebe extrem unterversichert. Die bisherigen Deckungssummen für die Haftpflichtversicherung von atomaren Anlagen sind durch die vom Gesetzgeber verfügte Obergrenze völlig unzureichend und liegen noch weit unter den erforderlichen Versicherungsprämien. Nur für die umfassende jährliche Risikoversicherung wären mehr als 250 Milliarden EURO auf die Stromrechnung draufzuzahlen. Damit erledigt sich das Thema Atomstrom durch das tägliche Risiko des Totalschadens der deutschen Volkswirtschaft eigentlich von selbst. Zwischen Gefährdungspotential und tatsächlichem Versicherungsschutz bestehen himmelschreiende Mißverhältnisse. Derzeit deckt der Versicherungsumfang nur 0,01 % der möglichen Schadenssumme von über 5 Billionen EURO ab. So kommt es, daß an nuklearen Standorten die Autos der Belegschaft draußen auf dem Parkplatz besser versichert sind, als die gesamte atomare Anlage! Gerade im vereinten Deutschland heißt die wichtigste Energiequelle Energiesparen. Das funktioniert auch ohne Komfortverlust und bringt bei weniger Schadstoffausstoß sogar mehr Lebensqualität, das heißt echten Gewinn! Die Christlichen Demokraten gegen Atomkraft (CDAK) wurden nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl gegründet. Sitz der Organisation ist Mainz. Zu ihnen gehören Abgeordnete und ehemalige Minister, Lehrer und Journalisten sowie hauptamtliche Mitarbeiter aus dem Bereich von Gewerkschaft, Politik und Kirche. Ebenso sind Naturwissenschaftler und Landwirte, Rechtsanwälte und Richter, ja sogar Kriminal- und Polizeibeamte vertreten. Sie haben sich unter dem Motto „Unsere Kinder sollen lachen und nicht strahlen“ zusammengefunden und sind allesamt in CDU, CSU und deren Vereinigungen organisiert. Der CDAK-Vorstand unterhält ausgesprochen freundschaftliche Kontakte zu den in aktiver Gegnerschaft zur Atomenergie erfolgreichen christdemokratischen Volksparteien als Schwesterparteien der Union im deutschsprachigen Ausland.

    Angesichts ihres Gefährdungspotentials und der aus naturgesetzlich zwingenden Gründen unlösbaren Entsorgung ist die weitere Nutzung von Atomenergie nicht mehr vertretbar. Wir sind überzeugte Anhänger und Vertreter der bei Gründung von CDU und CSU geltenden Grundsätze. Deshalb rufen wir die Menschen auf, ihre sich jetzt bietende Chance zu nutzen und durch Engagement auf die Politik der Union einzuwirken. Die unter SPD-Kanzler Helmut Schmidt betriebene Politik des nuklearen Größenwahns durch Unionspolitiker weiter fortzusetzen wäre eine schwerwiegende Fehlentscheidung. Alle Aufsichtsratsmandate und Nebentätigkeiten von Politikern in der Nuklearindustrie sind deshalb offenzulegen.
    Wer jetzt trotzdem noch Atomkraftwerke haben will, soll dies bitte offen und ehrlich mit den ökonomischen Interessen der Atomindustrie begründen, aber nicht mit moralischen Ansprüchen. Atomenergie ist eindeutig a) nicht sozialverträglich b) auch nicht umweltverträglich und c) schon gar nicht nachweltverträglich.

    Die Union wird ihrem Anspruch, Politik auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes zu machen, nur dann gerecht, wenn sie umgehend den Ausstieg aus der atomaren Sackgasse ermöglicht. Deshalb befürworten wir den raschen Ausbau der Nutzung regenerativer Energieträger (Biomasse) und eine dezentrale Energieversorgung in kommunaler Verantwortung. Hierfür bieten sich insbesondere Blockheizkraftwerke an, da diese mittlerweile einen Wirkungsgrad von bis zu 95% erreichen. Weiterhin müssen die Potentiale der Energieeinsparung genutzt werden. Mittelständischen Unternehmen, die sich auf Energiespartechnologien spezialisieren, bieten sich dabei enorme Chancen. Auch die neuen Bundesländer sind wegen ihrer geographischen Lage idealer Standort für eine moderne und zukunftsträchtige Energiepolitik. Sie können eine wichtige Pilotfunktion bei der Umgestaltung des desolaten Energiemarktes in Osteuropa übernehmen, weil dort die erzielbaren Einspargewinne am größten sind. Bei dieser Konzeption ergeben sich mindestens zweihundertmal soviel Arbeitsplätze als die marode Atomwirtschaft je bieten kann. Schon jetzt brachte die Installation von Windenergie nur an der deutschen Nordseeküste soviel Arbeitsplätze wie bei allen am Netz befindlichen deutschen Atomkraftwerken zusammen Personen fest angestellt sind. Diese Arbeitsplätze dürfen uns, auch im Interesse eines raschen und nachhaltigen Aufschwungs nicht länger vorenthalten werden. (Zitatende)

    Mit freundlichen Grüßen

    Ulla Veith
    Vorstandssekretariat
    BUNDESVERBAND CHRISTLICHE DEMOKRATEN GEGEN
    ATOMKRAFT (CDAK), CDU/CSU – Mitglieder für
    die Überwindung der Kernenergie
    Bundesgeschäftsstelle
    Postanschrift: Postfach 42 17 13 D – 55072 Mainz
    Unsere E-Mails werden klimafreundlich und atomstromfrei erzeugt
    Ökostrombezug: http://www.stromrebellen.de
    Verbandskommunikation: 0171-1049920

    Antworten »
  • avatar

    Christian Höhle

    1. März 2012 um 12:47

    Hier das Positionspapier des BSW zu den Förderkürzungen.

    Antworten »
  • avatar

    Herbert Geiger

    1. März 2012 um 12:24

    Hallo Felix,

    ist eigentlich bekannt wie hoch der Anteil der von der EEG-Umlage befreiten Unternehmen in der EEG-Umlage ist?
    Mit anderen Worten: Wieviel € sparen die von der Umlage befreiten Unternehmen und um wieveil hat sich dadurch die Umlage für den Rest der Welt erhöht?

    Antworten »
  • avatar

    Matthias Gaßmann

    29. Februar 2012 um 20:10

    Sehr geehrter Herr Wittich,

    ich vermute das Problem liegt, wie so oft im Leben, in der Pauschalisierung. Sicher gibt es an vielen regionalen Projekten viele Schnittmengen und Synergien. Auch das E.ON Mitte hier investiert – oder wie gern in der Presse verbreitet – von der Verteilung von unten nach oben profitiert, ist lobenswert.
    Wenn ich mir die Verteilung von 2009 (Quelle Wikipedia) ansehen

    48,5 % Kernenergie
    30,9 % Steinkohle
    5,1 % Braunkohle
    6,6 % Gas/Öl
    5,2 % Wasserkraft
    3,7 % Sonstige Energieträger

    kann ich mich dem Eindruck einer Initiative aus Notwendigkeit nicht entziehen.
    Ihre Strategie „cleaner & better“ wurde im November 2010 ausgegeben. Da waren in Deutschland schon einige GW an Solarstromkraftwerken am Netz.
    Übrigens hat der neue Chef bei RWE Peter Terium folgende Schwerpunkte herausgegeben:
    Erneuerbare und dezentrale Energieerzeugung ! – nachzulesen hier:

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/koepfe/neuer-rwe-chef-peter-terium-ist-der-gegen-grossmann/6250040.html

    Neuer Chef neues Motto – natürlich dem Zeitgeist entsprechend.
    ——————————————————————————————————————————————–
    Zudem möchte ich Ihnen folgenden Artikel empfehlen:

    http://www.heise.de/tp/blogs/2/151508

    Antworten »
  • avatar

    Matthias Gaßmann

    29. Februar 2012 um 19:40

    Sehr geehrter Herr Götz (andig),

    wieso erfährt die Solarindustrie eine so große Akzeptanz in der Bevölkerung?
    Ihrer Logik folgend müsste die evolutionäre „Falle“ zu schnappen. Ich spare – der Körper schüttet Dopamin aus – ich bin happy. Millionenfach von der Marketingindustrie umgesetzt ( in manchen Läden kann man Stunden mit dem zählen der „SALE“ Schilder verbringen.
    Ich bin sicher, dass inzwischen die Begriffe „ökologische Rucksack oder Fussabdruck“ – hier hat das Wuppertal Institut sehr umfangreiche Basisarbeit geleistet – oder auch Ressourceneffizienz (inclusive der Idee Cradle to Cradle) Einfluss auf die Entscheidungen nehmen. Ein weitere Punkt ist die Beteiligung der Bürger – auch wenn in den Medien mitunter eine Neidcampagne losgetreten wird – was das Zitat “ Der eigene Fisch stinkt am wenigsten“ ganz gut ausdrückt.

    Antworten »
    • avatar

      andig

      1. März 2012 um 11:29

      Hallo Herr Gaßmann,

      >wieso erfährt die Solarindustrie eine so große Akzeptanz in der Bevölkerung?
      >Ihrer Logik folgend müsste die evolutionäre “Falle” zu schnappen. Ich spare – der Körper schüttet Dopamin aus – ich bin happy. Millionenfach von der Marketingindustrie umgesetzt ( in manchen Läden kann man Stunden mit dem zählen der “SALE” Schilder verbringen.

      Ich kann aus Ihrem Statement in keiner Weise eine Antwort auf meine konkrete Frage ableiten. Wo ist der Zusammenhand? Mit derartigen Platitüden kann man aus meiner Sicht keine seriöse, faktenbasierte Diskussion führen…

      Antworten »
      • avatar

        Matthias Gaßmann

        4. März 2012 um 13:31

        Sehr geehrter Herr Götz,

        >danke für die ehrliche Antwort.

        Wie soll denn bitte Solarstrom “mit dem Steckdosenpreis von konventionell erzeugtem Strom konkurrieren” wenn er mit 28ct je kWh gefördert wird? Wo sind denn die Fakten die das belegen.
        >Wenn Sie nur auf den cent Betrag/kWh fixieren, zum jetzigen Zeitpunkt (noch) nicht.

        Antworten »
  • avatar

    andig

    29. Februar 2012 um 17:19

    Entschuldigt bitte meine Worte- aber so einen tendenziösen und unseriösen Artikel habe ich selten gelesen. Wie soll denn bitte Solarstrom „mit dem Steckdosenpreis von konventionell erzeugtem Strom konkurrieren“ wenn er mit 28ct je kWh gefördert wird? Wo sind denn die Fakten die das belegen.
    Da muss ich selbst als PV-Anlagenbetreiber die Stirn runzeln…

    Antworten »
    • avatar

      Felix Kever

      2. März 2012 um 08:03

      Hallo andig,

      es ist eine leicht nachprüfbare Tatsache, dass die momentan (noch) gezahlte Einspeisevergütung mit 24,43 ct pro kWh auf Augenhöhe mit typischen Endkundenpreisen für private Stromverbraucher liegt. Dieser Wert gilt wohlgemerkt für kleine Hausdachanlagen, bei PV-Großanlagen beträgt die Vergütung 18,33 ct. Der von Ihnen herangezogene Vergütungssatz von 28,74 ct pro kWh für kleine Hausdachanlagen galt lediglich bis Ende Dezember 2011. (http://www.sfv.de/lokal/mails/sj/verguetu.htm)

      Vielleicht wollen Sie jetzt noch eine Diskussion mit mir anfangen, ob auf diesen Wert Umsatzsteuer draufzuschlagen wäre. Das halte ich aus zwei Gründen für Zeitverschwendung: Erstens, weil Sie als Anlagenbetreiber umsatzsteuerlich i.d.R. als Gewerbetreibender gelten und somit keine Umsatzsteuer auf die die vom Netzbetreiber gezahlte Vergütung erhalten (wie Sie sicherlich wissen, müssen Sie die eingenommene USt. an Ihr Finanzamt abführen). Zweitens, weil meine generelle Aussage „PV ist keineswegs mehr teuer und wird zu unrecht ständig wegen ihrer angeblich zu hohen Kosten attackiert“ angesichts der rapide gesunkenen Kosten so oder so stimmt. Und bereits mit der bislang geplanten (und von der Branche akzeptierten) Kürzung um weitere 15 Prozent zum 1. Juli 2012 liegt die Vergütung definitiv unterhalb der Endkundenstrompreise.

      Auf den tatsächlich vorhandenen Fehler im folgenden Satz hat dankenswerter Weise der User Göpfrich in seinem Kommentar hingewiesen: Offshore-Windenergie wird nicht erst demnächst, sondern bereits heute mit einer höheren Einspeisevergütung gefördert als Strom auf PV-Großanlagen. Hinzu kommen zig Millionen Euro für den notwendigen Netzausbau – raten Sie mal, wer das bezahlen wird. Gleichzeitig soll der günstigere Strom aus großen PV-Kraftwerken demnächst überhaupt nicht mehr vergütet werden. Die auf dem heute endenden Photovoltaik-Symposiun in Bad Staffelstein anwesende Frau Dr. Freier vom Bundesumweltministerium hatte auf die Fragen hierzu übrigens auch keine Antwort.

      Wie Sie zu der Gesamtbewertung „tendenziös und unseriös“ kommen, müssten Sie mir noch einmal näher erklären.

      Antworten »
      • avatar

        andig

        2. März 2012 um 11:38

        Hallo Herr Kever,

        tatsächlich findet man auch heute seriöse Ökostromangebote für kleiner 22ct, aber diese Diskussion ist in der tat müßig.

        > Zweitens, weil meine generelle Aussage “PV ist keineswegs mehr teuer und wird zu unrecht ständig wegen ihrer angeblich zu hohen Kosten attackiert” angesichts der rapide gesunkenen Kosten so oder so stimmt. Und bereits mit der bislang geplanten (und von der Branche akzeptierten) Kürzung um weitere 15 Prozent zum 1. Juli 2012 liegt die Vergütung definitiv unterhalb der Endkundenstrompreise.

        Ich stimme Ihnen zu. Aber genau deshalb kann ich die anhaltenden Rufe um die liebgewonnenen Pfründe nicht akzeptieren. Fakt ist doch, dass die Kosten der PV-Erzeugung deutlich gesunken sind- aufgrund der entsprechenden finanziellen Anreize die diesen Markt erst geschaffen haben.

        > Auf den tatsächlich vorhandenen Fehler im folgenden Satz hat dankenswerter Weise der User Göpfrich in seinem Kommentar hingewiesen: Offshore-Windenergie wird nicht erst demnächst, sondern bereits heute mit einer höheren Einspeisevergütung gefördert als Strom auf PV-Großanlagen.

        Stimmt vermutlich auch. Aber _genau_ in dieser Situation war auch die PV bevor durch Regulierungsanreize ein Markt geschafften wurde.

        > Hinzu kommen zig Millionen Euro für den notwendigen Netzausbau – raten Sie mal, wer das bezahlen wird.

        Genau. Analog zur PV. Genau dort liegt die Steuerungsverantwortung des Gesetzgebers. Hier wird ein neuer Markt geschaffen. Leider ist er für Kleinanlagenbetreiber nicht zugänglich – dies ist aber erstmal unabhängig von seinem möglichen ökologischen Nutzen.

        > Im Gegenteil, genau jetzt könnte man die „Früchte“ der bisherigen Förderung ernten, denn alle weitere Erzeugungsleistung kann zu sehr günstigen Preisen zugebaut werden.
        Dann sollten wir als Anlagenbetreiber doch genau das tun – nämlich wirtschaftliche Anlagen zu günstigen Preisen bauen die auch mit gesenkten Vergütungen betreibbar sind. Die Artikel in der Wirtschaftspresse zeigen, dass auch genau das in Zukunft mit Renditen von 8% noch möglich sein sollte.
        Sicher kann man der Bundesregierung Vorwürfe machen- zur Apruptheit der Kürzung, zu fehlenden Steuerungsanreizen für den Handel mit Energie etc. Was mich an der Debatte jedoch stört ist der völlig unausgewogene Lobbyismus der Solarbranche und der damit ausgerufene Untergang des christlichen Abendlandes.

        Antworten »
  • avatar

    Hans-Peter Wittich

    29. Februar 2012 um 13:04

    Als Niestetaler, der bei E.ON Mitte Vertrieb arbeitet und Energie-und Wärmetechnik studiert hat, verursacht Ihre Einleitung zum Bericht einen fast körperlichen Schmerz. Auch wir von E.ON haben längst begriffen, dass den „Erneuerbaren“ eine große Zukunft gehört, weil nur damit die größte gesellschaftliche Herausforderung der Gegenwart, nämlich die Energiewende, zu schaffen ist. Wäre die Photovoltaik unser Lieblingsfeind, dann hätten wir nicht eine der größten Anlagen dieser Art in dieser Stadt auf unserem Firmendach in Kassel. Ganz im Gegenteil, denn wir bieten über unseren Vertrieb Photovoltaikanlagen für Privat-, Gewerbe- und Industriekunden an und auch unsere Ziele sind durch die mögliche Kürzung in Gefahr.

    Es gibt überhaupt keinen Grund zu behaupten, dass die begonnenen Energiewende uns überrollt, weil wir uns nicht nur dazu bekennen, sondern unsere Strategie schon länger cleaner & better heißt und wir uns als einen Teil der Energiewende verstehen.

    Am gesamten E.ON Mitte Netz haben die Kolleginnen und Kollegen tatkräftig mit dazu beigetragen, dass über rund 33.500 Anlagen umweltfreundlich erzeugter Strom eingespeist wird.

    Bei der EEG Kürzung geht es doch nicht um die Wettbewerbsfähigkeit zu konventionellen, sondern um die Vergleichbarkeit bzw. dem Kosten/Nutzenfaktor zu den anderen regenerativen Energien wie Wind, Wasser oder Biomasse.

    Bitte streichen Sie uns von der Liste Ihrer Feindbilder!

    Antworten »
    • avatar

      Felix Kever

      8. März 2012 um 11:52

      Hallo Herr Wittich

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich kann Ihren Unmut gut verstehen und glaube Ihnen auch, dass das regionale Engagement der E.On Mitte in Sachen EE-Ausbau durchaus vorbildlich ist. Umso bedauerlicher ist es, dass auf oberster Ebene bei den großen Energieversorgern eine deutlich andere Politik gefahren wird. Die recht einleuchtenden Gründe hierfür sind ja oft genug genannt worden – übrigens auch in vielen anderen Medienveröffentlichungen (siehe die Verlinkungen am Ende des Blogbeitrags).
      Dass das Kostenargument bei den Kürzungsplänen tatsächlich nur vorgeschoben ist, zeigt die inzwischen schon höhere(!) Vergütung für Offshore-Windstrom, wobei die Kosten für den notwendigen Leitungsbau hier noch nicht mal enthalten sind. Es wurde auch nachgewiesen, dass ein weiterhin kraftvoller PV-Ausbau die EEG-Umlage nur noch marginal erhöhen würde, während die letzten Steigerungen der Umlage nicht zuletzt auf die laufend ausgeweiteten Ausnahmeregelungen für privilegierte Verbraucher zurückzuführen sind.
      Mein Wunsch: Anstatt die entsprechenden Klientel-Politiker zur Radikalkürzungen beim EE-Ausbau zu drängen, sollten die großen Unternehmen der konventionellen Energiewirtschaft die Notwendigkeit der Energiewende tatsächlich anerkennen und auf allen Ebenen konstruktiv daran mitwirken – auch wenn sie durch die Dezentralisierung zwangsläufig Marktanteile und wirtschaftliche Macht einbüßen. Denn die Transformation des Energiesektors in Deutschland ist nicht nur alternativlos, sondern eine Aufgabe, die durchaus groß genug für alle ist und zudem weltweiten Vorbildcharakter hat.

      Solange man aber Betonschädel wie Wolfgang Clement in Talkshows schickt und aus purem Eigeninteresse versucht, die Verbraucher für dumm zu verkaufen, wird es die Feindbilder geben – leider.

      Antworten »
  • avatar

    Sabine

    29. Februar 2012 um 10:52

    Vielen lieben Dank für diese auf den Punkt gebrachten Fakten…
    Nun was soll man dazu noch sagen..?
    Geld regiert die Welt..oder besser schmutziges Geld !!!
    Ich stehe zu meinem Job und mache Ihn mit Herzblut, eine so gute Sache vertreiben zu dürfen und dann so brutal ausgebremst zu werden ist für mich nicht nachvollziehbar…!
    Wenn ich sagen dürfte, was ich nicht sagen darf, würde ich sagen, ich wünschte mir Sie würden erst denken und dann handeln !!!!!!!!

    Antworten »
  • avatar

    […] die Bundesregierung dann auch noch den Anweisungen der großen Energieversorger Folge leisten (wie man es momentan vermuten kann), oder sich wieder der Bevölkerung […]

    Antworten »
  • avatar

    Matthias Gaßmann

    28. Februar 2012 um 21:18

    Solarfeind Nr.1 – Aktion der Zeitschrift Proton

    http://www.photon.de/solarfeindnr1.pdf

    Hier noch die email des Herrn Minister: norbert.roettgen@bundestag.de

    Antworten »
  • avatar

    Matthias Gaßmann

    28. Februar 2012 um 19:03

    Im Blog von Franz habe ich einen interessanten Artikel über Artikel in Manager Magazin und dem Wirtschaftsblatt gefunden. Diesen möchte ich dem interessierten Leser nicht vorenthalten.

    http://www.sonnenseite.com/Aktuelle+News,Verschnaufpause+fuer+E.on++Co.,6,a21543.html

    Damit wird klar, wer im Hintergrund mächtig auf die Bremse tritt (weil größter Profiteur). Meine Vermutung ist, dass auch gewisse Kreise der Finanzwirtschaft ein Interesse an einer solchen Entwicklung haben.

    Antworten »
  • avatar

    Holger Thater

    28. Februar 2012 um 16:43

    Gefällt mir sehr gut; damit kann man sein „Argumentationsvorrat“ aufladen und im persönlichen Umfeld multiplikatorisch tätig werden. Ergänzt um die entsprechenden Links zu den zitierten Informationen wären diese Informationen perfekt geeignet für größer angelegte Aufklärungsaktionen (Flyer, Verlinkung auf den einschlägigen Newssites – macht ihr ja auch zum Teil schon). Um den Verdacht des Revanchismus gar nicht erst aufkommen zu lassen, sollte man dafür rein faktenbasiert argumentieren, sprich Anmerkungen, wie die zu RWE-Chef Jürgen Großmann (so gerechtfertigt diese auch sein mögen), eher weglassen.

    Antworten »
  • avatar

    Burkhardt, Heinz

    28. Februar 2012 um 16:05

    Zur Ergänzung zu Photovoltaik und Windkraft: bisher waren diese Energielieferaten nicht Grundlastfähig. Dies wird sich quasi ab sofort ändern, da es nun eine Stromspeicherlösung, gekoppelt mit einem intelligenten Energiemanagement (EnergieCommander) geben wird, bei dem bis zu 20 kWh Strom im Keller gespeichert werden können. Der Speicher ist etwa so groß wie ein Kühlschrank und modular aufgebaut. Über den EnergieCommander wird intelligent eingespeist: Ist der Speicher voll wird automatisch ins öffentliche Netz eingespeist. Es bleibt spannend.

    Antworten »
    • avatar

      Christian Höhle

      28. Februar 2012 um 16:48

      Hallo Herr Burkhardt,

      Sie haben recht – Batteriespeicher kombiniert mit intelligenten Energiemanagement-Systemen (wie z.B. dem Sunny Home Manager mit Sunny Backup) haben ein großes potential.

      Auch ein Energiemanagement-System allein (ohne Batteriespeicher) könnte sich positiv auf die Netznutzung eines Haushaltes auswirken, da es Preissignale der Energieversorger nutzen kann, und dementsprechend Verbraucher so steuert, dass sie verschiedene Zeiträume bevorzugen oder meiden.

      Damit eine kontinuierliche Energieversorgung aus erneuerbaren Energien stattfinden kann, ist es zum Glück nicht erforderlich, dass eine Energiequelle ununterbrochen zur Verfügung steht. So können Batteriespeicher eine Möglichkeit sein, Lücken zu füllen. Ebenso können dies auch Pumpspeicherkraftwerke im großen und Biogasanlagen im kleineren Maßstab sein. Vielleicht kommt in Zukunft noch das Gaskraftwerk hinzu, wobei der zu Überschusszeiten erzeugte Strom zur Methanisierung des benötigten Brennstoffes verwendet wird.

      Ich stimme ihnen absolut zu: Es bleibt sehr spannend!

      Mit sonnigen Grüßen,
      Christian Höhle

      Antworten »
  • avatar

    Göpfrich

    28. Februar 2012 um 14:51

    Vor weniger als einem Jahr wurde die Vergütung für den von den Energiekonzernen bevorzugten Offshore-Windstrom von 15ct/kWh auf 19ct/kWh!!! erhöht. Zusätzlich betteln die Netzbetreiber (meistens Töchter dieser Energiekonzerne) um Unterstützung bei der kapitalintensiven Anbindung dieser Windparks ans Stromnetz. Warum sollte der Verbraucher also für 19ct+x mit Offshore-Windstrom versorgt werden, wenn direkt beim Verbraucher Solarstrom günstiger erzeugt werden kann? Geht es also wirklich um die Entlastung der Strom-Kunden, dem Schutz der Umwelt? Oder geht eht es veilmehr darum, die Geschäftsmodelle der großen Energiekonzerne vor unliebsamer Konkurrenz zu schützen..?

    Antworten »
  • avatar

    Neo

    28. Februar 2012 um 11:40

    Hallo,

    ich frage mich warum es keine Demonstration gibt, wie wichtig der Solarstrom ist !!!
    Meine Idee wäre, alle PV-Anlagenbetreiber in Deutschland stellen am 29.02.2012 für mehrere Stunden ihre PV-Anlage ab.

    Vielleicht kann damit alle Verantwortlichen zur Umkehr bewegen, mit Argumenten ist dies ja nicht möglich

    Antworten »
    • avatar

      Christian Höhle

      28. Februar 2012 um 16:19

      Hallo Neo,

      Ich finde die Idee super, gegen den politischen Irrsinn aktiv zu werden und selbst etwas zu tun. Den Aufruf, Anlagen abzuschalten halte ich jedoch für sehr problematisch. Das würde den Kritikern des Solarstromes eher in die Hände spielen und uns schaden.
      Damit die PV auch in Zukunft als stabile Säule unserer Energieversorgung gelten kann, ist es absolut wichtig, dass sie ihre Vorteile ausspielt und jederzeit zuverlässig zur Verfügung steht.

      Daher möchte ich Dich, Neo, und alle anderen bitten, die sich mit diesem Gedanken beschäftigen: Schaltet NICHT eure PV-Anlagen ab. Statt dessen stehen bereits viele anderen Möglichkeiten zur Verfügung, dem aufgestauten Frust Ausdruck zu verleihen. Statt unsere Stärke zu beweisen, sollten wir aus meiner Sicht eher dafür sorgen, dass möglichst breit die Fehlinformationen aufgedeckt und richtiggestellt werden, sodass wir insgesamt mehr Rückhalt in der Bevölkerung bekommen und dadurch der Druck auf die Politik wächst.

      Zum Beispiel kann man sich bei einer der vielen Protestaktionen beteiligen, die von Unterschriftensammlungen bis hin zu Demonstrationen reichen.
      Der Bundesverband der Solarwirtschaft organisiert z.B. für den 05.03. eine Großdemonstration in Berlin.
      Viele weitere Protestaktionen findet man bei Google oder Facebook.
      Auch eine interessante Variante ist, die lokale Presse anzuschreiben und über die tatsächlichen Fakten zu informieren (z.B. mit Hilfe dieses Blogbeitrages). Besonders wenn diese Richtigstellungen verbunden sind mit der Geschichte eines lokalen Unternehmens, bringt die lokale Presse so etwas gerne.

      Trotz alldem vielen Dank für die Idee zu diesem Aufruf – das zeigt, wie sehr Du hinter dem stehst, für das viele von uns jeden Tag arbeiten!

      Antworten »
    • avatar

      Peter Jensen

      15. Januar 2014 um 14:29

      Ich habe noch einen viel besseren Vorschlag:

      Alle PV-Betreiber schalten an jedem Tag ihre Anlagen ab. Und zwar rund um die Uhr und für immer! Dann würden alle merken, wie „wichtig“ Solarstrom ist.

      Was soll denn dann eigentlich passieren, wenn alle ihre Anlagen abschalten? Fehlt dann etwa Strom? Wird es dunkel in Deutschland? Bleiben Aufzüge stecken?

      Eigentlich würde außer den Betreibern der PV-Anlagen niemand etwas merken, denn Strom hätten wir trotzdem rund um die Uhr genau so viel, wie wir in jeder Sekunde brauchen. Und viel billiger vor allem. Die Betreiber der PV-Anlagen würden es aber merken, denn dann bekommen sie keine Einnahmen mehr, die per Gesetz zwangsweise von ALLEN Bürgern eingetrieben werden.

      Die Netzbetreiber würden es auch merken, denn sie müssten in Sekundenschnelle Kapazitäten zur Netzstabilisierung hochfahren. Aber das merken die jetzt auch schon, denn dass tausende PV-Anlagen von eben auf jetzt ihren Dienst einstellen, passiert beinahe jeden Tag bei aufziehender Bewölkung.

      Also eigentlich sieht man, dass die PV-Anlagen völig unwichtig zur Stromversorgung unseres Industrielandes sind. Nur für die Betreiber sind sie wichtig, denn sie ziehen damit ALLEN Bürgern das Geld aus der Tasche. Und zwar mehr als die bisherigen Energieversorger und ohne irgendeinen Zusatznutzen. Es wird einfach nur teurer für alle.

      Deswegen nochmal mein Vorschlag: alle PV-Anlagen abschalten. Sofort! Für immer!

      (Man wird ja wohl noch träumen dürfen…)

      Antworten »
  • avatar

    Georg Engelhard

    28. Februar 2012 um 10:24

    Hallo Felix,

    vielen Dank für Deinen sehr guten, verständlichen Artikel. Eigentlich lässt sich dazu kaum etwas ergänzen, nur eine Korrektur vielleicht:

    Ich lese in letzter Zeit (auch bei Dir und in einem der Kommentare) die Ansicht, dass die EVU die Entwicklung der PV quasi verschlafen hätten, dass sie seit den Anfängen des EEG das Potential der PV nicht erkannt hätten.
    Das kann ich nicht nachvollziehen. Ich beschäftige mich seit 1990 mit dem Thema, war dabei als die kostendeckende Vergütung auf kommunaler Ebene (dem Vorläufer des EEG) durchgesetzt wurde, und kann aus eigener Anschauung berichten, dass die EVU von Anbeginn sehr wohl gegen die PV massiv angekämpft haben. Schon lange, bevor ernsthaft über ein EEG diskutiert wurde. Als dann das EEG kam, haben die EVU sofort vor verschiedenen Gerichten dagegen geklagt, und sie haben in der EU starke Lobbyarbeit dagegen betrieben.
    Das einzige was die Leute brauchten, war eine ihnen gewogene Regierung. Und die haben sie ja jetzt. Aber natürlich wussten sie schon Anfang der 90er Jahre, was für eine Gefahr ihnen da erwuchs.

    Antworten »
    • avatar

      Holger Thater

      28. Februar 2012 um 17:01

      Was wäre wenn – die 4G das Potential der Groß-PV-Anlagen für sich entdeckten? Dann käme ganz schnell auch das politische Interesse hinterher! Leider sind wir von politischen Interessen und Entscheidungen abhängig. Lobby-Arbeit ist also gefragt von Seiten des Interessenverbandes Solarenergie – bei den 4G zu allererst. Vielleicht bin ich natürlich zu naiv…

      Antworten »
  • avatar

    Tobias Kieser

    28. Februar 2012 um 01:56

    Die Sachargumente sind vollkommen richtig. Die Photovoltaik ist in der Bevölkerung bereits anerkannt und als Energieform etabliert. Ich selbst habe kleine Photovoltaikanlagen mit insgesamter Nennleistung von 26,72 kWp, die seit Jahren sehr zuverlässig arbeiten. Der Betrag zur Energiewende ist immens, zumahl Photovoltaikanlagen den Tagesenergieverlauf des Netzes nahezu ideal abbilden. Das Potential ist zudem, zurückhaltend formuliert, immens ausbaufähig. Keine mir bekannte Branche (ich arbeite im Maschinenbau als Elektroingenieur) hat so immens die Kosten reduziert. Ich persönlich habe 2007 noch 4600,-€ Netto pro kWp gezahlt, 2 Jahre später noch ca. 3700,- €, Heute morgen habe ich einen Preis von ca. 1800,-€ genant bekommen pro kWp (Die Preise stammen alle vom gleichen mir bekannten Solarinstallateur meines Vertrauens). Es war auch richtig, von damals 2007 5% Degression schneller nach unten mit der Vergütung zu gehen, das haben die realisierten Preisreduktionen gezeigt. Die nun genannten neuen Kürzungen sind aber zuviel (welcher Markt hat Bitte kürzungen von ca. 40% innerhalb von 4 Monaten überlebt?) und zudem sind Regelungen, nur noch ca. 80-90% des Stromes zu vergüten nur als Schwachs… zu bezeichnen. Um die Energiewende voranzubringen, darf die Photovoltaik nicht begrenzt, sondern muss weiter massiv ausgebaut werden!
    Allein den Ausbau aber der Erneuerbaren Energien zu fordern wäre aber auch hier zu kurz gegriffen! Es geht auch um die hier entstandene Industrie mit ihren Arbeitsplätzen. Ich will auch noch 10 Jahren hier Arbeitsplätze haben (meiner ist im Übrigen aus der Textilindustrie, bin also persönlich nicht involviert). Die Photovoltaik ist auf dem Weg, Mitte dieses Jahrzehnts voll Wettbewerbsfähig zu sein. Bis dahin muss sie durch das EEG begleitet werden, aufgebaut werden und ja, auch durch VERLÄSSLICHE Rahmenbedingungen ermöglicht werden. (Verlässlich definiert sich auf Regelungen mit einer Halbwertszeit größer als ein Jahr)

    Das, was jetzt geplant ist, würde diesen Markt definitiv kaputtmachen! Die vorliegenden Pläne sind für Menschen in derzeitiger Verantwortung, die diesen Markt seit Jahren mit Lippenbekentnissen begleiten und vorgeben, ihn für die Zulkunft zu halten, ein Armutszeugnis.

    Leider versteht es die derzeitige Regierung nicht, die Vorteile der Solarenergie (auch für sich) zu erkennen. Gerade die FDP, die sich ja profilieren muss, um nicht unter die Räder zu kommen, schaltet bei diesem Thema auf Stur und versucht, sich für den Atomausstieg zu revanchieren. Sie verteidigt nicht die Freiheit des kleinen Mannes oder von innovativen Firmen, sondern die der großen Quasi-Monopolkonzerne, damit sie Märkte unter sich aufteilen und damit Gewinne für Shareholder erwirtschaften. Wird Zeit, dass die nächsten Wahlen kommen, dann können wir im Gegenzug dieses „Problem“ abschalten. Hat ja bei der Atomenergie auch funktioniert:-)

    Antworten »
  • avatar

    Roland Mösl

    27. Februar 2012 um 22:34

    Die Panik bei der fossilen Lobby brach wohl auf der Intersolar 2011 aus, als zum erstenmal massiv Speichertechnik für Solarstrom gezeigt wurde.

    Von der Messesensation bis zur breiten Anwendung dauert sowas aber ein paar Jahre. Deswegen müssen die Vertriebsstrukturen zerschlagen werden, bevor die Eigenversrogung über Speichern in Lithium Eisen Phosphat Akkus eine Massenanwendung wird.

    Mit so einer Anlage kauft der Kunde gerade mal im Winter etwas Strom, den Rest des Jahres würde der auch noch sein Elektroauto aufladen.

    Antworten »
  • avatar

    Michael Rückert

    27. Februar 2012 um 19:39

    Hallo Felix,

    ich möchte mich für deine guten Argumentationsketten (und denen deiner Mitstreiter) bedanken – ich werde diese zukünftig bei meinen Fortbildungsveranstaltungen bei der Gesellschaft für nachhaltige Entwicklung auch mit nutzen, um die komplexen Zusammenhänge im Bereiche erneuerbare Energien (eE) zu erklären.

    Ich bin seit mehr als 10 Jahren absolut überzeugter Nutzer verschiedenster eE-Träger und arbeite engagiert in der Windenergie. Als Kenner der Gesamtbranche möchte ich aber darauf hinweisen, dass von Euch trotz aller gute Argumente für die Förderung der eE wesentliche Gesichtspunkte leider nicht beachtet werden.

    Unser mittelfristiges Ziel ist doch eine möglichst hohe Nutzung der eE und langfristig der endgültige Ausstieg aus der fossilen/nuklearen Energieerzeugung. Das werden wir aber nicht erreichen, in dem wir nach dem Gießkannenprinzip bis zum Sankt Nimmerleinstag unkontrolliert Fördermittel verteilen. Meines Erachtens hat das EEG in seiner jetzigen Form ausgedient – die Stärkung der eE-Träger während der Markteinführung ist abgeschlossen. Jetzt gilt es, die eE-Träger so aufzustellen, dass sie mittelfristig branchenübergreifend zu jedem Zeitpunkt die richtige Menge elektrischer Energie liefert. Das Folgegesetz muss also starke Anreize schaffen, um elektrische Energie bedarfsgerecht zu liefern.

    Erreichen können wir das nur, indem wir die Vergütungshöhe an den jeweiligen Bedarf koppeln, die Degressionsstufen kürzer staffeln, das damit Erreichte ständig überprüfen und ggf. korrigieren. Ich will versuchen, einige meiner Argumente am Bereich Windenergie zu erklären, vielleicht tut es Euch in der PV-Branche dann nicht so weh )-:

    Wir haben seit Jahren einen völlig unregelmäßigen und unkontrollierten Zubau in der Windenergie. Ständig neue wirtschaftliche Tricks, technischen Fußangeln und nicht zu überbietender Lobbyismus der großen 4 (und ihren nachfolgenden) Netzbetreiber erklären dass teilweise, aber besser zu beherrschen ist der Zuwachs deshalb nicht. Angefangen während der Kinderzeit der Windkraft mit völlig unsinnigen Anschlussregeln für WEA ans Netz – über teils ungesetzlichen Blockaden – bis hin zum letzten Versuch, durch die unselektive Einführung des Einspeisemanagements (nicht nur die Windenergie) durch zig Millionen Investitionen zu schwächen. Natürlich ohne spürbare Netzentlastung!

    Gute Gesetze sehen anders aus: allein die Degressionsstufe zum Jahreswechsel führt jedes Jahr aufs neue zu Verwerfungen am Windmarkt und kaum lösbaren technischen Problemen (zB den Transporten der WEA-Riesen auf verschneiten Straßen und deren Errichtung in klimatisch ungünstigen Zeiten). Nebenbei werden die „Schweinezyklen“ durch solch unsinnige Vorgaben verstärkt, anstatt für einen stabilen Markt und somit planbare Rahmenbedingungen zu sorgen.

    Die fortwährend gleichbleibende Vergütung einer Dienstleistung, nämlich der Lieferung von Windenergie unter welchen Umständen auch immer, verhindert jegliche Innovationen der WEA-Betreiber: wozu sich bemühen, man muss ja nur nach dem Sternentaler-Prinzip das Hemdchen möglichst weit aufspannen. Wer seinen Blick nach Dänemark wendet, wird dort sehen, wie man mit der Verstaatlichung des Netzes, intelligenten Anschlussbedingungen und einer bedarfsabhängigen Vergütung preisgünstiger die für 2020 bzw. 2050 definierten Ziele erreicht, und das nebenbei mit einer weitreichenderen Diversifizierung und Dezentralisierung, als hierzulande.

    Mein Eindruck ist, dass wir mit dem (leider) notwendigen Eintritt der großen Projektfinanzierer in den Markt eE immer weniger bereichsübergreifende Strategien zur 100%en Bereitstellung elektrischen Stroms durch eE entwickelt haben. Dabei wäre gerade das die Aufgabe der großen Gewinner der Windenergie gewesen: nur die erfolgreichen Projektentwickler und Hersteller sind finanziell stark genug, um ein solches Szenario zu entwickeln und es dann auch durch gezielten Lobbyismus umzusetzen.

    Die großen 4 haben uns aber schon immer vorgemacht, wie man es machen muss, um erfolgreich zu sein: nämlich sich im Bedarfsfall auch mit den Konkurrenten zu verbünden, um branchenübergreifende Ziele zu erreichen! Ich kann in unserer Branche leider keine ausgeprägte Tendenz in diese Richtung entdecken. Es wurde nie vorausschauend agiert, immer nur in größter Not reagiert! Nun sind die goldenen Jahre vorbei und die Taschen einiger weniger voll – nur nachhaltig erreicht haben wir im Windbereich noch nicht so richtig viel.

    Täusche ich mich, oder gibt es da Parallelen zur PV-Branche?

    Übrigens: groß zu sein schützt nicht vor Ignoranz, das zeigen die großen 4 auch ständig – sie übersehen geflissentlich ihre neue Rolle im Zukunftsszenario, nämlich Energiespeicherung und Bereitstellung im Bedarfsfall. Das ist eine wahre Herkulesaufgabe auch für finanzstarke Spieler. Vielleicht sollten wir hier (flächendeckend!) kooperieren, statt ständig alle angedachten Projekte kaputt zureden.

    Mit sonnigen Grüßen,
    Michael Rückert

    Antworten »
  • avatar

    Andea Schellknecht

    27. Februar 2012 um 12:07

    Hallo Herr Kever,
    wir sind begeistert von Ihrem Artikel und würden ihn gerne von unserer Webseite aus verlinken, natürlich mit Quellenangabe. Wir wären dankbar, wenn wir das Rad nicht neu erfinden müssten und könnten uns auf andere Mittel konzentrieren, zum gleichen Thema zu informieren.

    Ist Ihnen die Verlinkung recht?

    Mit freundlichen Grüßen
    Andrea Schellknecht

    BAU-KO SOLAR GmbH & Co. KG
    Gewerbegebiet Petershof
    Buchenstraße 2
    56584 Anhausen
    Tel. 02639 – 96273-60
    Fax. 02639 – 96273-11
    http://www.bauko-solar.de
    Geschäftsführer: Jörg Wagenknecht
    Amtsgericht Montabaur
    HRA 20742

    Antworten »
    • avatar

      Felix Kever

      27. Februar 2012 um 13:10

      Hallo Frau Schellknecht,

      gerne können Sie auf den Artikel verlinken und/oder die entsprechende PDF-Datei (siehe Download-Link unter dem Artikel) unter Angabe der Quelle für die Öffentlichkeitsarbeit verwenden!

      Beste Grüße
      Felix Kever

      Antworten »
  • avatar

    Matthias Gaßmann

    27. Februar 2012 um 11:39

    Hallo Martina,

    die Klimabilanz wurde bei dieser Entscheidung nicht berücksichtigt:

    http://www.sonnenseite.com/Aktuelle+News,Schiefergas+ist+ein+schlimmerer+Klimakiller+als+bisher+angenommen,6,a21473.html

    Die Rechnung geht nur auf, wenn nicht nach dem Verursacherprinzip „abgerechnet“ wird.

    Antworten »
  • avatar

    Martina

    27. Februar 2012 um 09:20

    In Niederösterreich gab es bis voriges Jahr eine 10%ige Förderung. Gemeinsam mit der Bundesförderung konnte man damit auf 60% Förderanteil kommen. Der Anteil stieg – und plötzlich wurde die Förderung des Bundeslandes eingestellt.
    Dafür wird plötzlich das Schiefergas „notwendig“. Warum wohl …
    Die Sache hat Methode.

    Antworten »
  • avatar

    Helmut Funken

    26. Februar 2012 um 17:00

    Vielen Dank an den Autor. Vielen Dank an die konstruktiv diskutierenden Insider.

    @ Herrn Hermann
    Bewölkung? Wir sprechen von PHOTOvoltaik, nicht SOLARvoltaik. Wir machen 80 % des Ertrages mit diffusem Licht, die Sonne steckt dahinter, bildet aber stets nur das Sahnehäubchen.

    Bei Nacht? Jeder, der bereits heute bereit wäre, sein autarkes Leben zu finanzieren, könnte mit geringem Aufwand die schon vorhandenen Speicherlösungen kaufen. Das bißchen Strom für die Heizungspumpe, den Kühlschrank und die Nachttischleuchte (LED) läßt sich bereits in einem durchaus erschwinglichen Batteriepaket speichern. Bislang hatten aber alle nur die Dollarzeichen in den Augen und wollten mit wenig Geld viel Geld verdienen.
    (Schauen Sie mal in die Betriebsanleitung Ihrer Gefriertruhe: Die Geräte können alle locker 24 Stunden die Temperatur halten. Sooo dunkel wird es hier höchst selten)

    Ja, es fehlt an Aufklärung.
    Es fehlt vor allem aber an Kontakten zu Medien, die bereit sind, auch mal konträre Meinungen zu veröffentlichen.
    Es fehlt an Politikern, erfahrenen Persönlichkeiten, die nicht nur nachplappern, was ihre Informations-Schergen zusammentragen. Ich denke, in dieser Etage wird am meisten Einfluß genommen. Wer den Mitarbeiterstab falsch informiert oder deren korruptionsbereitschaft ausnutzt, kann wahrscheinlich viel mehr erreichen, als und lieb ist.

    Wir brauchen keine Kernkraft!
    Wir brauchen Zukunft für unsere Kinder und Enkel!
    Wir schulden spätestens den Japanern diesen Respekt!

    Antworten »
  • avatar

    Matthias Gaßmann

    26. Februar 2012 um 15:37

    Hier noch eine aktuelle Studie zu Wertschöpfungseffekten durch Erneuerbare Energien in Baden-Württemberg.

    http://www.sonnenseite.com/Aktuelle+News,Studie-+Wertschoepfungseffekte+durch+Erneuerbare+Energien,6,a21521.html

    Es lässt sich doch nicht auf den Nenner bringen Umschichtung von unten nach oben.
    Ich kenne einige Leute die diese Einnahmen reinvestieren in soziale, ethische und Umweltprojekte.

    Antworten »
  • avatar

    Günther Herrmann

    26. Februar 2012 um 14:35

    Hallo Felix,
    Deine Argumente habe ich interessiert gelesen.
    Was ich mich immer frage ist, woher der Solarstrom bei Bewölkung oder in der Nacht kommt. Ich will damit sagen, daß mir hier ein Gesamtkonzept fehlt. Oder wurstelt jede „erneuerbare Energie“ eben so vor sich hin? Bei der halben installierten Gesamtleistung in Deutschland (25GW) sollten sich die Branchenvertreter etwas mehr Gedanken machen als die längst überfällige Stabilisierung der Netze als technischen Fortschritt zu verkaufen. Wie sieht es mit Speicherkonzepten und Netzausbau aus? Ich finde, da ist noch viel technische Arbeit und gesellschaftliche Aufklärung zu machen. Die Proteste gegen ein Pumpspeicherwerk im Schwarzwald sollten Anregung zum Nachdenken geben, wie hier eine Akzeptanz erreicht werden kann. Auch der Aufbau oder die Pflege eines Feindbildes (Stromkonzerne) hilft hier nicht weiter. Also das Ganze mit mehr Überlegung und weniger Subventionen, denn zu lang subventionierte Technik wird scheitern.

    Antworten »
    • avatar

      Felix Kever

      26. Februar 2012 um 21:54

      Hallo Günther,

      die Antwort auf deine erste Frage ist einfach: Bei einer vollständig regenerativen Versorgung kommt der Strom nachts entweder aus einem Speichersystem oder einer anderen erneuerbaren Energiequelle (z.B. Wind, Biomasse, Wasser). Ausführliche Informationen dazu gibt es unter http://www.kombikraftwerk.de/
      Mit dem richtigen Mix aus unterschiedlichen Erzeugern und einem passend dimensionierten Speichersystem ist eine kontinuierliche Energieversorgung sichergestellt.

      Langfristig ebenfalls notwendig ist eine geänderte Funktionsweise des Stromnetzes: Die einfache Verteilung der zentral erzeugten Energie über ein hierarchich aufgebautes Netz ist bei unzähligen dezentral angeordneten Erzeugern mit schwankender Erzeugungsleistung natürlich nicht mehr zielführend. Die Lösung ist ein intelligentes Netz („Smart Grid“) für die Vernetzung und Steuerung von räumlich verteilten Stromerzeugern, Stromspeichern und Verbrauchern in Kombination mit einer entsprechend flexiblen Netzinfrastruktur. In der Tat eine Großprojekt der Energiewende, an dem jedoch kein Weg vorbei führt (siehe Punkt 10 der Argumentation). Was die technische Arbeit und die gesellschaftliche Aufklärung angeht, stimme ich hundertprozentig zu.

      Zum Thema Feindbilder: Wenn man sich die Pläne der Bundesregierung anschaut und die berühmte „Cui bono?“-Frage stellt, kommt man an den Energiekonzernen beim besten Willen nicht vorbei (folgender Tagesschau-Beitrag fasst es gut zusammen: http://www.tagesschau.de/kommentar/solarfoerderung128.html). Und wenn wir uns mal an die „Besprechung“ zur AKW-Laufzeitverlängerung um 6 Uhr früh im Kanzleramt erinnern, brauchen wir nicht viel Phantasie für den Rest.
      In gewisser Hinsicht ist die Reaktion der 4G natürlich verständlich. Niemand lässt sich gerne sein Geschäft schmälern und auch dort arbeiten viele Menschen. Was ich mir aber dringend wünschen würde wäre echte Akzeptanz für die Notwendigkeit der Energiewende (wieder Punkt 10…) und eine entsprechend konstruktive Mitarbeit bei dieser Aufgabe. Wer versucht, die Energiewende aus kurzfristigem Eigennutz zu torpedieren, schadet dem Allgemeinwohl.

      Antworten »
  • avatar

    Alf

    26. Februar 2012 um 13:02

    Seit ca. 4 Jahren bieten Banken Kapitalanlagen in Solarfonds an mit relativ sicheren Renditen > 8%.
    Es gibt keine (ethisch vertretbare) Kapitalanlage mit vergleichbarem Rendite-/Risiko-Verhältnis!
    Die derzeitige Förderung finanziert also vor allem Über-Renditen von Banken und Kapitalanlegern.
    Ich habe mich an keinem Solarfonds beteiligt, da ich es für ethisch nicht vertretbar halte, eine Über-Rendite zu erhalten, die durch eine Kopfsteuer (EEG-Umlage) finanziert wird.
    http://www.ftd.de/politik/deutschland/:solarstrom-nicht-mehr-blenden-lassen/60151585.html

    Antworten »
    • avatar

      Matthias Gaßmann

      26. Februar 2012 um 14:35

      Hallo Alf,

      2 Fragen zu Deinem Kommentar:
      1. Ist der anthropogene Klimawandel ethisch vertretbar?
      2. Wer trägt diese Kosten?

      Ich erlaube, mir auf die 2-teilige Reportage „Machtfaktor Erde“ von Claus Kleber zu verweisen.

      http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite/#/suche/Machtfaktor%20Erde

      Antworten »
      • avatar

        Alf

        26. Februar 2012 um 16:42

        Antwort auf beide Fragen:
        Um den Klimawandel effektiv zu bekämpfen, müssen wir die Mittel möglichst effizient einsetzen, z.B. Photovoltaik in wüstenähnlichem Klima, wo sie 4-mal soviel CO2 vermeiden kann wie in DE. Durch die derzeitige hohe Förderung werden die Investitionen aber nach DE umgelenkt, wo sie für die Umwelt wenig, aber viel für Banken und Kapitalanleger nützen. Dann werden auch die Kosten geringer sein, die im Endeffekt (natürlich) immer der Endverbraucher der Energie tragen muss.

        Antworten »
        • avatar

          Felix Kever

          26. Februar 2012 um 19:11

          @Alf:

          Übergroße Renditen sind grundsätzlich zu hinterfragen, da stimme ich Ihnen zu. Die spannende Frage ist, wo wird dieser Punkt erreicht? Kollege Ackermann von der Deutschen Bank hat da meines Wissens noch deutlich andere Größenordnungen im Kopf (25% + X). Ich meine mich auch zu erinnern, dass die Bundesnetzagentur, die ja Netzentgelte für das Stromnetz genehmigen muss, Renditen von 10 Prozent für Netzbetreiber für angemessen hält. Mir persönlich leuchtet jedenfalls nicht ein, warum private PV-Anlagenbbetreiber, die ihr Geld in umweltfreundliche Energieerzeugung investieren, maximal drei Prozent erwirtschaften sollten.

          Zu Ihrem zweiten Post:
          Es ist ein leider sehr verbreiteter Irrglaube, dass der Einsatz von PV nur in der Wüste sinnvoll ist, entsprechende Zahlen und Fakten habe ich in der Antwort auf Vorurteil Nr. 6 klar genannt. Wenn Sie jetzt noch die Zahlen aus den Antworten Nr. 4 (vermiedene Umweltschäden), 7 (lokale Wertschöfpung + Arbeitsplätze), 8 (vermiedene Rohstoffimporte sowie der Export deutscher Solartechnik) und 9 (Senkung der Spitzenlastpreise an der Strombörse durch den Merrit-Order-Effekt) hinzunehmen, weiß ich wirklich nicht, was an der PV-Förderung ineffizient sein soll.

          Hinzu kommt: Bereits die heute geltende Einspeisevergütung liegt in der Nähe typischer Verbraucherstrompreise. Und nach der eigentlich für den Sommer geplanten (und auch von der PV-Branche akzeptierten) Kürzung um weitere 15 Prozent läge Sie definitiv auf gleicher Höhe oder darunter (20,77 ct netto) – wohlgemerkt in der am stärksten geförderten Kategorie (Anlagen bis 30 kW Peakleistung). Was heißt hier also „hohe Förderung“?
          Die (noch) recht hohen Durchschnittsvergütungen resultieren schlicht aus den teurereren Anlagenpreisen der vergangenen Jahre. Das war aber die notwendige Anschubfinfnzierung, um die Massenproduktion und die technische Weiterentwicklung der PV überhaupt zu ermöglichen und somit die Basis der heutigen günstigen Erzeugungskosten. Und verglichen mit der jahrzehntelangen Suventionierung des Atomstroms aus Steuergeldern (in den kommenden Jahrezehnten geht’s übrigens weiter: Rückbau, Endlagerung, Asse…) ist selbst das nicht der Rede wert.

          Noch einmal zum Thema „effizienter Einsatz von PV“:
          Die Zeitschrift „Photon“ hat im Editorial einer der letzten Augaben sehr schön vorgerechnet, dass Solarstrom aus dem sonnigen Griechenland aufgrund der Tranportkosten und -verluste teurer wäre, als in Deutschland produzierter Solarstrom. Wenn in Nordafrika, Griechenland oder auf den Kanaren immer noch Öl verbrannt wird, um Strom zu erzeugen, ist das natürlich schlimm – keine Frage.

          Antworten »
  • avatar

    Oliver Vogt

    26. Februar 2012 um 11:38

    Hallo Felix,

    ich schließe mich Matthias an, danke für den tollen und aufschlussreichen Beitrag. Jetzt hat man endlich mal was in der Hand um etwas entgegenzusetzen ohne lang nach Zahlen, Fakten und Quellen suchen zu müssen. Alles übersichtlich zusammengefasst und verständlich geschrieben.

    Antworten »
    • avatar

      Felix Kever

      26. Februar 2012 um 17:03

      @Oliver, @Matthias

      Besten Dank für das Feedback! Angesichts von interessengesteuerten Medienkampagnen halte ich Aufklärungsarbeit und das Aufzeigen der (zumindest groben) Zusammenhänge für ausgesprochen wichtig. Bin schon gespannt, wie viele der längst widerlegten Anti-PV-„Argumente“ morgen wieder im Spiegel zu lesen sein werden – ich tippe auf mindestens fünf…

      Antworten »
      • avatar

        Christian

        27. Februar 2012 um 12:01

        Danke für diese tolle Aufstellung.

        Ich denke es wäre völlig legitim beim 4. Vorurteil auch die Kosten für die Lagerung und Transport ausgedienter Brennstäbe zu betrachten. Die Kosten für Einsatzkräfte, etc. fallen ebenso auf den durch die EEG-Umlage doch so arg gebeutelten Bürger zurück. Von Thematiken wie „Asse“ ganz zu schweigen…
        Hier sind zum eine wirkliche, direkte Kosten zu betrachten, aber ebenso auch die „milliardenteuren Umweltschäden“ sowie die Sicherheitsrisiken. Man sollte sich klarmachen, dass einige Dinge nicht mit Geld aufzuwiegen sind.

        Antworten »
  • avatar

    Matthias Gaßmann

    25. Februar 2012 um 23:20

    Hallo Felix, danke für den aufschlussreichen Betrag.
    Ich habe in dem folgenden Beitrag von Hans Josef Fell noch weitere Details des Gesetzentwurfs gefunden, die bislang noch nicht öffentlich gemacht wurden. Zum einen sollen Kosten des Netzausbaus auf die EEG-Umlage umgelegt werden (siehe Absatz das 50,2Hertz Problem). Somit wird es keine Begrenzung der Kosten für die Verbraucher geben.
    Ebenso interessant ist die Verordnungsermächtigung, welche im Abschnitt „Stimmt es, dass die Rechte der Parlamentarier und des Bundesrates bei künftigen Kürzungen beschnitten werden sollen?“ beschrieben wird.

    http://www.sonnenseite.com/Aktuelle+News,Hans-Josef+Fell-+Fragen+und+Antworten+zum+Thema+EEG-Photovoltaik!,6,a21520.html

    Antworten »
  • avatar

    Mario

    25. Februar 2012 um 07:25

    Hinter der Kampagne gegen die Photovoltaik steckt eine millionen- und milliardenschwere Lobby von Kraftwerksbetreibern. Deren Macht reicht weit hinein in Politik und Massenmedien.
    So wird eine sinnvolle Zukunftstechnik ausgebremst.
    Dagegen sollten wir alle etwas unternehmen!

    Antworten »
  • avatar

    Kissel

    24. Februar 2012 um 18:15

    Hallo,
    leider ist doch das ganze Dilemma ein Zeichen für die Lobby-Schwäche unserer Solarbranche.
    Warum wird von dieser Seite in TalkShows und Medien nicht noch mehr getrommelt.
    Warum läßt man sich von diesen veralteten Dinos der Energiewirtschaft so massiv in die Suppe
    spucken? Warum, frage ich, läßt sie die Kanzlerin, die uns doch nach Fukushijma alle Versprechungen bezüglich der Erneuerbaren etc. gemacht hat, so am Gängelband der großen Konzerne führen.
    Zum Wohle des Volkes! Nein Danke Frau Merkel! Bis zur Entscheidung im Bundesrat ist noch Zeit!!!

    Antworten »

Schreibe einen Kommentar.

 Zeichen vorhanden