„100% Erneuerbare Energie Regionen“ Kongress mit 700 Teilnehmern

Von Stefanie Roth (Gastbeitrag) am 1. Oktober 2013 in der Kategorie Energiewende mit 29 Kommentare
100 % EE-Kongress 2013

Bereits zum fünften Mal trafen sich am 24. und 25. September 2013 Vertreter aus kommunaler Praxis, Forschung und Wirtschaft beim bundesweit größten Kongress zum Thema „Energiewende in den Regionen und Kommunen“, um sich in zahlreichen Fachvorträgen, Diskussionsforen und der Ausstellung über erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu informieren und auszutauschen.

Neues Veranstaltungsformat „RoundTable“ kam gut an

Neues Veranstaltungsformat „RoundTable“ kam gut an

Neu in diesem Jahr war das neue Veranstaltungsformat „RoundTable“ bei dem der aktive Austausch zwischen den Teilnehmern im Vordergrund stand. Die Teilnehmerzahl war auf 35 Personen begrenzt und Experten haben nur einen kurzen Impuls gegeben. Der restliche Verlauf wurde von den Fragen und Diskussionen der Teilnehmer bestimmt.

 

Die Bedeutung der Wahlergebnisse für die Energiewende

Auch der Ausgang der Wahl und seine Bedeutung für die Erneuerbaren Energien wurden diskutiert. Der Fokus lag auf dem EEG, dessen Grundprinzipien zwingend erhalten bleiben müssen. Nur mit einer Mindestvergütung und dem Einspeisevorrang der Erneuerbaren werden Bürgerinnen und Bürger ihr privates Geld in die Energiewende investieren. Wieder einmal wurde deutlich, dass die Dezentralität für die Energiewende in Deutschland entscheidend ist. Die dezentrale Energieversorgung stützt sich auf Abertausende von Anlagen, überwiegend in Bürgerhand, die wesentlich zur regionalen Wertschöpfung beitragen. Laut einer aktuellen Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung summiert sich die direkte Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien für das Jahr 2012 bundesweit auf 16,9 Milliarden Euro. Die kommunale Wertschöpfung davon beträgt 11,1 Milliarden.

Podiumsdiskussion zum Thema Bundestagswahlen

Podiumsdiskussion zum Thema Bundestagswahlen

Die Wahlergebnisse waren auch Thema der sehr gut besuchten Podiumsdiskussion am 2. Kongresstag. Neben Kongressbotschafter Sven Plöger nahmen Günther Cramer (Aufsichtsratsvorsitzender der SMA Solar Technology AG), Manfred Greis (Generalbevollmächtigter Viessmann Werke und Präsident des Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. (BDH)), Prof. Dr. Claudia Kemfert (Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung DIW und Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit, Hertie School of Governance Berlin), Andreas Kuhlmann (Geschäftsbereichsleiter Strategie und Politik des BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.) sowie Boris Palmer (Oberbürgermeister Stadt Tübingen) auf dem Podium Platz. Petra Schwarz (Journalistin und TV-Moderatorin) moderierte die Diskussion über die Bedeutung des Wahlergebnisses für den Erfolg der Energiewende in Kommunen und Regionen. Kritisiert wurde die zunehmende Blockadehaltung Deutschlands gegenüber dem Klimaschutz auf europäischer Ebene. Die Diskussionsteilnehmer hoffen, dass eine neue Koalition wieder deutlich ambitionierter agiert. Ein Wunsch an die neue Bundesregierung war die Herausstellung und Unterstützung der Energiewende durch ein Energieministerium.

 

Wollen ihre Energieversorgung langfristig zu 100% aus Erneuerbaren bestreiten: die ausgezeichneten 100-ee-Regionen

Wollen ihre Energieversorgung langfristig zu 100% aus Erneuerbaren bestreiten: die ausgezeichneten 100-ee-Regionen

Ausgezeichnete Kommunen aus Deutschland und Europa

Ein fester Bestandteil des jährlichen Kongresses ist die Urkundenverleihung an die neuen 100ee-Regionen im 100ee-Netzwerk. Mittlerweile leben 22 Millionen Menschen der deutschen Bevölkerung in 100ee-Regionen. Sie alle verfolgen das konkrete Ziel, ihre Energieversorgung langfristig zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu bestreiten. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr die Region Hannover und der Rhein-Hunsrück-Kreis als 100ee-Region, die Landkreise Cuxhaven, Saarlouis, Brandis und der Wetteraukreis als 100ee-Starteterregion und die Stadt Osnabrück wurde in der Kategorie 100ee-urban prämiert.

Dieses Jahr standen nicht nur deutsche Kommunen und Regionen im Fokus. Zu Gast waren auch Besucher aus Europa, den USA und Asien.

Zu den Champions der europäischen Städte gehörten Trier, Perpignan und Bergamo

Zu den Champions der europäischen Städte gehörten Trier, Perpignan und Bergamo

Erstmals wurden die Sieger des europäischen Wettbewerbs, RES-Champions-League im Rahmen des Kongresses ausgezeichnet. Das Netzwerk wächst damit über seine Grenzen hinaus und der Kongress wurde durch diesen internationalen Schwerpunkt belebt. Die Champions der mittelgroßen Städte in 2013 sind Wildpoldsried (Deutschland), Mureck (Österreich) und Saint-Julien-Mont-Denis (Frankreich) in der Kategorie bis 5.000 Einwohner sowie Saerbeck (Deutschland), Bruck a. d. Leitha (Österreich) und die Western Isles (Schottland) bis 20.000 Einwohner. Amstetten (Österreich), Wangen i. Allgäu (Deutschland) und Mouscron (Belgien). In der Kategorie Großstädte gewann Trier, Perpignan Méditerranée (Frankreich) und Bergamo (Italien).

 

Fazit: Die Energiewende auf kommunaler Ebene findet immer mehr Anhänger – auch weltweit

Nicht nur die Vertreter der deutschen Kommunen sind mit vielen Anregungen und konkreten Ideen nach Hause gefahren. Der erstmals internationale Schwerpunkt auf dem Kongress machte deutlich, dass das Thema „Energiewende“ inzwischen auch weltweit immer mehr Anerkennung findet. Jetzt liegt es an den Teilnehmern, die vielen ermutigenden Beispiele noch bekannter zu machen und Nachahmer zu motivieren. Denn eins wurde deutlich: Während immer noch Vertreter aus Wirtschaft und Politik die Machbarkeit der Energiewende anzweifeln, findet sie in immer mehr Kommunen real statt.

 

Mehr auf www.100-ee.de, www.go100percent.org

Der Kongress wurde von deENet, der Agentur für Erneuerbare Energien, dem Deutschen Landkreistag, dem Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband und dem Klima-Bündnis veranstaltet sowie vom Umweltbundesamt fachlich beraten.

 

0.00 avg. rating (0% score) - 0 votes

Der Autor

Stefanie Roth (Gastautor)

Stefanie Roth arbeitet beim IdE Institut dezentrale Energietechnologien im Projekt „100ee-Regionen“ und ist unter anderem für die Planung und Durchführung des Kongresses „100% Erneuerbare-Energie-Regionen“ zuständig.

Tags

Ähnliche Artikel

29 Kommentare

  • avatar

    Peter Jensen

    9. November 2013 um 18:51

    Und wieder faselt Gewissen-Peter ohne Verstand fröhlich und ahnungslos vor sich hin und ignoriert dabei die Gesetze der Physik und die Realität.

    Antworten »
  • avatar

    Peter Jensen

    6. Oktober 2013 um 19:24

    Und Herren Kayser, Höhle und der anonyme Identitätsfälscher:

    anstatt hier weiter rumzupöbeln und mich zu beschimpfen, widerlegen sie doch mal einen einzigen Fakt, den ich ihnen genannt habe. Ich wäre überrascht, wenn ihnen das gelingt.

    Antworten »
    • avatar

      Jürgen Wanninger

      6. Oktober 2013 um 23:51

      @ peter Jensen um 19:24

      Es ist bezeichnend, welcher Mittel sich manche hier bedienen, um Sachargumente abzuwürgen und totzuschwiegen.

      Antworten »
      • avatar

        Peter Jensen

        7. Oktober 2013 um 08:42

        Hallo Herr Wanninger, nun hat sich Anonymus ja in „Peters grünes Gewissen“ umbenannt. Muss ich also die Strafverfolgungsbehörden doch nicht einschalten.

        Auf die Widerlegung unserer Fakten warte ich aber immer noch. Was glauben Sie, kommt da noch was?

        Antworten »
      • avatar

        Jürgen Wanninger

        8. Oktober 2013 um 12:06

        Halolo Herr Jensen: Glauben Sie an den Weihnachtsmann?

        Wie soll man etwas mit Fakten widerlegen, dass man nicht widerlegen kann?

        Ist übrigesn bezeichnend. Wie benennt man sich nachträglich um? Das kann ja wohl nur der Admin gewesen sein.

        Übrigens Windstrom dümpelt seit drei Tagen nonstop bei 1 GW (statt installierter 32GW) herum. Aber da sind es wenigstens nur 3 Tage oder mal 5 oder ’ne Woche. Solarstrom verabschiedet sich ab November dann wieder für 4 Monate ununterbrochen auf niedrigstes Niveau.

        Wie das unsere Freunde von der ‚Die-Sonne-schickt-keine-Rechnung‘-Fraktion OHNE konventionelle Kraftwerke technisch lösen wollen, würde mich mal interessieren. 4 Monate in denen eine Hausanlage 7 kWpeak durchschnittlich kaum 10% des Tagesbedarfs produziert. Da fehlen dann 15 kWh pro Tag x 120 Tage Strom bis Ende Februar. 1800 kWh Strom. Umd den zu speichern, bräuchte man 3600 Autobatterien, Ladungs- und Wirkungsgradverluste ignorieren wir mal großzügig. Wohlgemerkt – für ein Einfamilienhaus!

        Antworten »
      • avatar

        Peters grünes Gewissen

        9. November 2013 um 00:26

        Hallo Jürgen,

        konventionelle Kraftwerke braucht die Energiewende schon noch. Aber eben nicht die trägen Pötte unter ihnen, sondern die dynamischen, deren Brennstoffe durch die erneuerbaren erzeugt werden können. Dann kann im Sommer methanisiert werden und im Winter, wenn „der Solarstrom sich verabschiedet“, und ausnahmsweise mal kein Wind weht (die paar Tage im Jahr, von denen Du sprichst), können auch mal Restmengen durch Gaskraftwerke erzeugt werden.

        Perspektivisch kann man die Gaskraftwerke allerdings auch gegen flächendeckend in den Haushalten eingesetzte BHKWs ersetzen. Denn durch PV fehlt der Strom meistens dann wenn es dunkel ist. Aber erstaunlicherweise ist es auch an den kurzen, dunklen Tagen des Jahres relativ frisch, sodass Heizen eine gute Idee ist. Wenn man also Strom erzeugt, und gleichzeitig mit der Abwärme heizt, und als Brennstoff den Überschuss aus dem Sommer nutzt, klingt mir das nach einer sehr nachhaltigen Lösung, bei der man keinerlei Großkraftwerk mehr braucht.

        Antworten »
  • avatar

    Peter Jensen

    6. Oktober 2013 um 15:21

    Die Strafverfolgungsbehörden interessieren sich zunehmend für Fälle von Namensmissbrauch in Internetforen! Und die Datenschutzbeauftragten auch.

    Und schon mal was von Corporate Compliance gehört? Wenn nicht, hier mal ein Auszug aus eurer entsprechenden website:
    „Das Thema Compliance – also die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und interner Richtlinien – hat in den letzten Jahren auch für SMA erheblich an Bedeutung gewonnen. Schnelles Wachstum und die zunehmende Internationalisierung haben die Komplexität der Geschäftstätigkeit von SMA erheblich erhöht. Wir sind in immer mehr Ländern operativ tätig und müssen daher immer zahlreichere Rechtsvorschriften einhalten.

    Zudem stehen Compliance-Themen heute verstärkt im Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Die Reputation und der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens können durch Compliance-Verstöße erheblichen Schaden nehmen. Daher ist eine risikoorientierte und präventive Compliance-Strategie heute wichtiger denn je.
    – See more at: http://www.sma.de/unternehmen/corporate-compliance.html#sthash.tl2sdhwq.dpuf

    Der Compliance-Verantwortliche von SMA freut sich sicher über eine Information zu diesem Identitätsmissbrauch.

    Man muss schon ziemlich verzweifelt sein angesichts fehlender Argumente, um sich in die Nähe einer Straftat zu begeben.

    Antworten »
  • avatar

    Peter Jensen

    6. Oktober 2013 um 12:56

    Nächster fake-Kommentar um 12:25…

    Wenn man keine Argumente mehr hat, muss man eben auf solche lächerlichen Spielereien zurückgreifen. Ob das eure Geschäftsführung begrüßt, dass hier jemand öffentlich auf eurem Corporate-Blog betrügt? Mal sehen…

    Aber jeder, der noch halbwegs bei Verstand ist, erkennt ja auf den ersten Blick, was hier fake und was real ist.

    Antworten »
    • avatar

      Peters grünes Gewissen

      6. Oktober 2013 um 14:15

      Total ärgerlich ist das – jetzt habe ich so viel mühe investiert, hier mit immer gleichen Argumenten Unfrieden zu stiften, und jetzt erdreistet sich jemand, meinen guten Namen zu missbrauchen! Kann jawohl nicht wahr sein!

      So was aber auch! Dabei habe ich mich doch nach Kräften bemüht, alle guten Argumente zu ignorieren oder schlecht zu reden, um dann immer wieder meinen Standpunkt zu wiederholen…

      Wie kann es nur sein, dass sich darüber jemand aufregt?

      Antworten »
  • avatar

    Peter Jensen

    6. Oktober 2013 um 12:20

    Hm, ist das jetzt Zufall, dass der Kommentar um 11:12 unter meinem Namen abgegeben wurde oder hat da jemand den SMA-Blog gehackt. Ich hab ihn jedenfalls nicht geschrieben. So einen Unsinn, wie er da steht, würde ich nicht von mir geben.

    Antworten »
  • avatar

    Peters grünes Gewissen

    6. Oktober 2013 um 11:12

    Allerdings muss ich zugeben, das Windkraft und Solarenergie sich in der Tat hervorragend ergänzen. Ich frage mich, ob bei entsprechendem Engagement nicht vielleicht doch eine 100% erneuerbare Energieversorgung möglich ist…

    Natürlich kann man dann keine trägen Kraftwerke fossiler Art mehr gebrauchen… Und natürlich ist mir auch klar, dass die Atomkraft sich in Deutschland nie und nimmer wieder etablierten wird – damit wollte ich lediglich deutlich machen, in welch verzweifelter Situation auch die Kraftwerksbranche im Moment befindet…

    Es ist noch ein langer weg, aber wenn ich mit dir Braunkohle-Abbaugebiete anschaue, oder die Entsorgungsprobleme der Kernkraft, dann lohnt er sich allemal!

    Antworten »
  • avatar

    Peter Jensen

    5. Oktober 2013 um 12:13

    Mein erster Kommentar? Und was ist mit dem vom 4.10. und mit dem vom 3.10. und dem vom 1.10. und den mehr als 100 anderen Kommentaren zu anderen Beiträgen? 🙂

    Na egal, prüfen Sie mal ob sich da irgendwo Spam befindet.

    Antworten »
  • avatar

    Peter Jensen

    5. Oktober 2013 um 11:48

    Noch ein kleines Beispiel zum Stand der Solartechnologie und den Aussichten, damit irgendwann mal auf 100% zu kommen (in leicht abgewandelter Form von jemand anderem übernommen):
    Eine fertige PV-Anlage für ein Einfamilienhaus, z.B 7 kWpeak kostet derzeit 14.000 Euro und erzeugt ca. 6200 kWh im gesamten Jahr (siehe z.B. Auswertungen von Prof. Alt, FH Aachen).
    25 Jahre Lebensdauer angenommen und 1% Ertragsverlust/Jahr macht das 138.500 kWh in 25 Jahren. Wenn nichts kaputt geht, kostet der Strom damit unter optimistischsten Annahmen knapp über 10 ct/kWh.
    Mit den 10ct/kWh ist es aber noch nicht getan.
    Es sollte sich inzwischen herumgesprochen haben, dass es in unseren Breiten abends und nachts meistens eher dunkel ist. Und sonnig ist es auch tagsüber nicht jeden Tag, eher nur jeden vierten. Und im Zeitraum Anfang November bis Ende Februar wird fast gar kein Strom erzeugt. Das sieht man schön am Jahreseinspeisungsdiagramm Wind- und Solarstrom für 2012: http://tinyurl.com/cako5lr ).
    Ganz mickrige orange Zacken in den Wintermonaten. Wie man dem Jahresdiagramm schon schön entnehmen kann, wird Solarstrom natürlich nur um die Mittagszeit erzeugt. Die Einspeisungskurve des deutschen Solarstroms über den Tag kann man sich hier
    http://tinyurl.com/3xwsa63
    für alle möglichen zurückliegenden Tage ansehen.
    Bleibt also die Frage, wieviel kostet ein Stromspeichersystem, um die ganzen ständigen Schwankungen unserem Bedarf anzupassen. Ein typisches EFH verbraucht 15 kWh Strom am Tag. Gehen wir mal von 14 trüben Novembertagen aus,reden wir von 210 kWh (ohne Wirkungsgradverluste) Speicherbedasrf. Das wären 420 Stück Autobatterien. Sagen wir Stückpreis 100 Euro.
    Damit das Gezappele des Solarstroms ausgeglichen werden kann, benötigen wir in 25 Jahren also zusätzlich noch die Umweltsauerei von 1260 Bleiakkus je 100 Euro, also schon 10mal soviel, wie die PV-Anlage kostet. Dazu noch Wartungskosten. Da kostet die kWh schon über 1 Euro. Und dann kommt der Winter… Viel Spaß!

    Antworten »
  • avatar

    Peter Jensen

    4. Oktober 2013 um 09:39

    Na Herr Höhle, von ihnen als Vertreter eines internationalen Solarkonzerns und passioniertem Solar- und Windfan habe ich nichts weiter als Polemik erwartet.

    Und wie immer kopieren sie einfach nur irgendwelche Daten und plappern angebliche Erfolgsgeschichten nach. Wenn sie die Zahlen auch mal lesen und vergleichen würden… aber das ist wohl zu viel verlangt.

    Solarenergie:
    Zubau an installierter Leistung in 2013 ggü 2012: 6,7%
    Stromproduktion erste 9 Monate 2013 ggü 2012: 5,2% (die 5,4 % sind ein offensichtlicher Rechenfehler, wenn sie es mal nachrechnen, aber geschenkt…)

    Windenergie:
    Zubau an installierter Leistung in 2013 ggü 2012: 1,3%
    Stromproduktion erste 9 Monate 2013 ggü 2012: – 8,3% !!! Oooops!

    Toller Siegeszug!

    Und sie faseln was von 100% sog. EE. Bis auf den Juni lag die Stromproduktion aus Sonne und Wind immer unter 7 TWh. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 40 TWh im Monat sind das immer weniger als 18%. Das heißt, der restliche Bedarf wurde von Kohle, Uran und Gas bereitgestellt, obwohl sowohl Wind- als auch Sonnenenergieanlagen die installierte Leistung und auch den Flächenverbrauch der konventionellen Kraftwerke weit übertreffen!

    Und sie faseln was von 100% sog. EE!

    Und typisch auch, wie sie sich den von mir verlinkten Artikel schön reden. Er zeigt die Entwicklung weltweit der sog. EE seit 1971 inkl. Deutschland und sie faseln von Potential. Über 40 Jahre milliardenschwere staatliche Förderung und Forschung und Produktion und dann dieses lausige Ergebnis. Welche wirklichen Probleme unseres Planeten (Hunger, Armut, Gesundheit usw…) hätten wir mit diesem Geld angehen können. Stattdessen versuchen wir, das Klima zu schützen! Global fooling, kann ich da nur sagen!

    Und ja, die Welt schaut auf uns… und lacht uns aus und freut sich, wie wir langsam aber sicher unseren Industrie- und Wohlstandsstaat zerstören.

    Antworten »
  • avatar

    Christian Höhle

    3. Oktober 2013 um 22:02

    Hallo Herr Kayser,

    die Hoffnung hatte ich auch mal – Herrn Jensen als passionierter Kernkraft- und Kohle-Fan ist aber leider nicht umzustimmen … und er hat offensichtlich *viel* Zeit, hier darüber zu diskutieren 😉

    Bezüglich des letzten zitierten Artikels von Herrn Jensen: Dieser Artikel bezieht sich auf die Erneuerbaren weltweit und sagt daher nichts aus über das Potential der erneuerbaren. Deutschland ist hier in kurzer Zeit vorreiter geworden und zeigt, was möglich ist – und wir sind noch lange nicht am Ende des Ausbaus angekommen.

    Nun schaut die Welt auf uns. Gelingt die Energiewende hier, wird sie sich lawinenartig auf den Rest der Welt ausbreiten. Mit dem Scheitern der FDP an der 5% Hürde sind wir einem Erfolg der Energiewende ein erhebliches Stück näher gekommen 🙂

    Wie der Siegeszug wirklich aussieht, kann man hier eindrucksvoll in Zahlen sehen:
    http://www.ise.fraunhofer.de/de/downloads/pdf-files/aktuelles/stromproduktion-aus-solar-und-windenergie-2013.pdf

    Sonnige Grüße,
    Christian Höhle

    Antworten »
    • avatar

      Dirk Kayser

      5. Oktober 2013 um 20:34

      Hallo Herr Höhle,
      ja sie haben recht – Trolle füttert man nicht. Vor allem füttert man sie nicht, wenn sie sich selbst entlarven. Ich kommentiere auch nicht häufig, aber gerade bei Energiethemen bin ich der ganzen Albernheiten müde. Ironiefrei diesen Bjørn Lomborg Artikel zu zitieren ist schon eine besondere Art der gewollten Wirklichkeitsvermeidung.

      Schade ist, dass diese Menschen wohl gar nicht merken, wie sie die Spielbälle von ein paar einschlägigen Werbeagenturen und Lobbyverbänden sind.

      Antworten »
      • avatar

        Peter Jensen

        6. Oktober 2013 um 09:39

        Na Herr Kayser, auch nur Polemik und Beschimpfung statt Fakten zur Hand?

        Und lustig auch, wie sie die Realität verdrehen. Die Zeitungen, das Fernsehen, der Rundfunk sind voll mit Werbung für sog. EE, die Öko-Lobby hat die staatlich garantierte Selbstbedienungsmaschine in Gang gesetzt und wettert gegen jede Änderung… und sie wollen mir was von Verblendung durch Werbung und Lobby erzählen?
        Im Gegensatz zu ihnen und dem Vertreter eines internationalen Solarkonzerns, Herrn Höhle, mache ich mir meine eigenen Gedanken und suche mir meine Informationen in der Realität.

        Antworten »
      • avatar

        Peters grünes Gewissen

        6. Oktober 2013 um 12:25

        Tut mir leid, Herr Kayser – manchmal geht es mit mir durch… Früher konnte ich in meinem Kraftwerk noch die Füße hoch legen. Heute muss ich durch den schwankenden erneuerbaren Strom doch tatsächlich arbeiten, damit das Netz stabil bleibt. Das ist echt unbequem und zerrt gerade mächtig an meinen Nerven!

        Ich will in Zukunft einen etwas freundlicheren Ton anschlagen…

        Antworten »
    • avatar

      Peter Jensen

      6. Oktober 2013 um 20:01

      Herr Höhle, wollen sie nicht mal ihren anonymen Identitätsfälscher darauf hinweisen, dass er sich hier auf dünnem, strafbaren Eis bewegt? Oder brauchen sie solche Methoden, um von den traurigen Fakten der sog. EE abzulenken?

      Antworten »
  • avatar

    Peter Jensen

    3. Oktober 2013 um 13:18

    Lesen Sie mal aufmerksam folgenden Artikel, der die Entwicklung der sog. EE seit 1971 darstellt.

    Toller Siegeszug!

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article119438266/Wer-auf-Windkraft-setzt-glaubt-an-die-Zahnfee.html

    Antworten »
  • avatar

    Peter Jensen

    3. Oktober 2013 um 13:13

    Herr Kayser, nein, ich habe nicht die Subventionen für Kohlestrom gemeint. Ich habe klar und deutlich von Förderung durch EEG und andere Subventionen gesprochen. Packen Sie auf die 92 Mrd. bis 2012 noch geschätzte 20 Mrd. aus 2013 drauf (Stand August waren es etwas mehr als 14 Mrd.)
    Dazu kommen noch die Subventionen für die deutschen Solarfirmen. Allein Q-Cells hat seit 2005 mehr als 240 Mio staatliche Zuschüsse bekommen. Dazu kommen dann noch Solon und Solarworld und First Solar, Conergy, Solar Millenium, Bosch, Siemens und und und…
    Die Pleiten der eben genannten haben Sie sicher in der Presse verfolgt. Haben ja richtig was gebracht, die Subventionen. Okay, in China sind dadurch ne Menge Arbeitsplätze entstanden.

    Und zu diesen sinnlosen Subventionen kommen dann noch die Kosten für Netzausbau, Speicher (welche es bisher überhaupt noch nicht in notwendigen Größenordnungen gibt) und Kosten für die Netzstabilisierung. In diesem Jahr kommen dann ja auch noch die Haftungsrisiken für off-shore-Windparks und die Kosten nach § 19 StromNeV dazu.

    Da sind wir dann schnell bei etwa 300 Mrd. (ohne Speicher!!!)

    Aber schauen Sie sich doch einfach nur die Zahlen für den 27.09. dieses Jahres an, die ich oben gepostet habe. Da können Sie hin- und herrechnen, wie Sie wollen. 11,8% des Stroms kam aus Sonne und Wind. Die restlichen knapp 90% haben Kohle und Uran und Gas geliefert!

    Mehr gibt es dazu nicht zu sagen!

    Antworten »
  • avatar

    Peter Jensen

    1. Oktober 2013 um 11:53

    100% sog. EE also. Nun ja, man kann ja Träume haben, aber wie sagte Altkanzler Schmidt:

    „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.“

    Schauen wir uns mal letzten Freitag an. Ein normaler September-Tag. Quelle: transparency.eex.com

    Verbraucht wurden an diesem Tag in Deutschland insgesamt etwa 1,121 Mio MWh Strom.

    Wind und Sonne stellten davon etwa 0,132 Mio MWh bereit. Also etwa 11,8%

    Zwischen 0:00 und 7:00 Uhr wurden nur zwischen 3 und 4 % des benötigten Stroms durch Windanlagen produziert. Die Sonne schien da noch nicht.
    Zwischen 9:00 und 17:00 Uhr lag der Anteil zwischen 12,7 und 34,9%, um dann gegen 18:00 für den Rest des Tages auf unter 5% zu fallen.

    Und das nach mehr als 10 Jahren Förderung durch EEG und andere Subventionen (inzwischen mehrere Hundert Milliarden Euro), installierten Leistungen bei Sonne und Wind, die die anderen Kraftwerksarten deutlich übertreffen.

    Die großen Solarhersteller sind fast alle pleite, die Energieversorger bauen tausende Stellen ab und die Netzbetreiber sind permanent damit beschäftigt, das Netz zu stabilisieren…

    Antworten »
    • avatar

      Dirk Kayser

      1. Oktober 2013 um 21:26

      Hallo Herr Jensen, mich würde interessieren, wo Sie die Zahl „mehrere Hundert Milliarden Euro“ gefunden haben. Ich habe mir mal die Berichte auf der Informationsplattform der deutschen Übertragungsnetzbetreiber angeschaut: Wenn ich die EEG Vergütungssummen von 2000-2012 aufsummiere, komme ich auf 92 Mrd. €.

      Sie meinten daher wahrscheinlich die Subventionen für den Kohlebergbau von geschätzt 432 Mrd. € von 1950-2008. Ich halte die Umlage von bislang 92 Mrd. € in erneuerbare Energien für die wesentlich bessere Investition, da die einsetzenden Skaleneffekte zu einer beträchtlichen Verringerung der Stromgestehungskosten von vielen erneuerbaren Energieträgern geführt haben und weiterhin führen. Das Ziel des EEG ist ja, sich selbst abzuschaffen, sobald Erneuerbare auch ohne Förderung wettbewerbsfähig sind.

      Bei der Kohle hingegen ist die Fördertechnologie seit Jahrzehnten sehr ausgereift, sodass in diesem Fall kaum noch eine Kostendegression durch Skaleneffekte erreicht werden kann. Trotzdem wird gefördert. Damit habe ich das größere Problem. Die Kohleförderung verpufft, und Ruß dürfte ihr nachhaltigster Effekt sein.

      Zur Variabilität der Stromerzeugung: Das ist in der Tat ein interessantes Thema — wenn ich mir die hohe Zahl von neuen Unternehmen im Bereich Energiespeicher anschaue, bin ich mir sicher, dass da Lösungen kommen werden, die einen hohen Anteil von Erneuerbaren gewährleisten können. Die andere Möglichkeit ist eine effektivere Lastverteilung, das wird ja gerade diskutiert (von der „Kupferplatte“ zum Market Coupling etc.).

      Ich für meinen Teil freue mich auf die neuen Möglichkeiten und hoffe, dass es Ihnen auch bald so geht.

      Antworten »
      • avatar

        Jürgen Wanninger

        6. Oktober 2013 um 16:45

        Na, Herr Kayser, wenn sie sagen, dass das Speicherproblem mit dem Zappelstrom bald gelöst sein wird, dann bin ich völlig beruhigt.

        Ich hatte miri nämlich schon Sorgen gemacht, bei 2,5facher Strompreisteigerung in 15 Jahren dank Wind- und vor allem Solarstrom, wo das nur enden wird.

        Antworten »
      • avatar

        Jürgen Wanninger

        6. Oktober 2013 um 18:38

        Hallo Herr Kayser,

        können Sie die 432 Mia Euro für den Kohlebergbau irgendwie belegen?
        Wieviel der seit 1950 geförderten Kohle diente zur Erzeugung von Heizungswärme, wieviel wurde verstromt?
        Wieviel grundlastfähiger Strom wurde damit erzeugt?

        Also beim Solarstrom sind Subvention und Nutzen relativ einfach überschlägig zu belegen:

        35 GW installierte Solarstromleistung erzeugen in 20 Jahren ca. knapp 600 TWh Strom. Gehen wir von einer durchschnittlichen Förderung von 30 ct/kWh aus, wie man sie für die bisherigen Anlagen annehmen kann, ergibt das 180 Milliarden Subvention. Dafür bekommen wir heute 4,5% des deutschen Stroms solar produziert. Allerdings ist der nicht netzfähig. Er muss vollumfänglich, nachts scheint ja keine Sonne und im Winter fällt Soalrstrom praktisch komplett aus, durch konventionelle Kraftwerke gepuffert werden. Diese Regelkosten kommen zusätzlich zur Subvention auf den Vebraucher zu.

        Antworten »
      • avatar

        Peters grünes Gewissen

        6. Oktober 2013 um 19:44

        Hallo Jürgen,

        dass die Strompreis-Steigerungen nur zu einem kleinen Teil auf die Förderung der erneuerbaren zurück zu führen ist, weißt du aber schon, oder?

        Leider wird dem Irrglauben von teurem Strom durch erneuerbaren Energien immer wieder geglaubt.
        Das haben die Leute von SMA dort ganz verständlich erklärt:
        http://www.sma-sunny.com/2013/08/05/was-kostet-die-energiewende/

        Antworten »
      • avatar

        Peter Jensen

        6. Oktober 2013 um 20:07

        Natürlich stammt der Kommentar um 19:44 wieder mal von unserem anonymen Identitätsfälscher. Ich würde so einen Unsinn nicht verbreiten.

        Antworten »
      • avatar

        Peters grünes Gewissen

        6. Oktober 2013 um 21:10

        Eigentlich ist es doch ganz plausibel: Auf die Förderung gehen nur 49% der Umlage – der Rest verschwindet in anderen Kanälen. Außerdem ist der Strompreis auch vor der Energiewende schon gestiegen…

        Antworten »
      • avatar

        Jürgen Wanninger

        6. Oktober 2013 um 23:48

        @ Peter Jensen, 21:10

        Nun, 6,5 ct / kWh (inkl. MwSt.) unseres heutigen Strompreises gehen auf jeden Fall mal auf die EEG-Umlage. Hiermit finanzieren die weniger wohlhabenden Stromzahler die ‚Solardachrente‘ der Wohlhabenden. Hinzu kommt ein ebenfalls nicht unbeträchtlicher Betrag für Investitionen auf der Nieder- und Mittelspannungsseite des Netzes, die vor allem durch den Solarstrom notwendig wurden. Ausserdem wurden kraftwerksseitige Investitionen in viele kleine gut regelbare und teure Kraftwerke für Schröder-Gas nötig, um die Schwankungen von Wind- und Solarstrom auszugleichen. 10 ct / kWh für die Energiewende sind eine wohl eher konservative Annahme.

        Interessant bleibt, dass bis heute nach 13 Jahren Energiewende und irrsinigen Investitionen in Wind- udn Soalrstrom kein einziges MegaWatt konventioneller Kraftwerkskapazität abgeschaltet werden konnte. Denn Wind- und Solarstrom fallen prinzipbedingt stunden- ja tageweise nahezu komplett aus. So liegt die Tagesdurchschnittsleistung Solarstrom heute am 6.10.2013 bei 1,5 GW (von 35 GW installiert = 4,2%), diejenige von Windstrom gar nur bei 0,65 GW (von 32 GW installiert = 2%), was man leicht auf eex.com verifizieren kann.
        Ohne Kohle, Gas, Kernenergie und Wasserkraft wären heute alle Lichter dunkel geblieben in Deutschland. Selbst bei zehnmal soviele Wind- und Solarstromanlagen hätten mit schlappen 15 GW + 6,5 GW nicht einmal die Hälfte des an einem Sonntag benötigten Stroms liefern können.

        Antworten »

Schreibe einen Kommentar.

 Zeichen vorhanden